Archiv für Januar, 1970
Ich werde immer wieder einmal aufgefordert, auch von mir selbst, endlich einmal ein Buch fertig zu schreiben.
Jetzt gibt es Gründe, die dafür und welche, die dagegen sprechen.
Dagegen:
1) seriöserweise sollte ich ein Fachbuch schreiben (oder mehrere)
1a) damit verdient man nichts
1b) es ist sehr viel Arbeit (lt. Kollegen, die es schon gemacht haben, zwei Jahre, manche schreiben es allerdings auch in einem Monat)
1c) es gibt schon so viele Bücher
1d) ich könnte meinem eigenen Qualitätsanspruch nicht genügen.
1e) ich bin eigentlich faul.
2) ich würde gerne einen Roman schreiben. (Science-Fiction oder Entwicklungsroman)
2a) es gibt schon so viele Bücher
2b) ich weiß gar nicht, ob ich so schreiben kann, dass es von mehr als meinem Fan-Club überhaupt goutiert wird.
2c) es dauert sehr lange, weil es sehr viel Arbeit bedeutet.
2d) ich könnte nicht so gut schreiben, wie die Autoren, die ich bewundere.
2e) ich bin eigentlich faul.
Dafür:
1) Fachbuch
1a) Ich erzähle in Vorträgen und bei Schulungen so viel, bei dem ich meine, einen eigenen pädagogischen Stil zu entwickeln.
1b) Ich würde zu Konferenzen eingeladen werden und irgendwann als Keynote-Speaker auftreten. (Das würde mir gefallen:)
1c) In einer gewissen Weise bin ich in meinem Fachgebiet missionarisch unterwegs. Es wäre vernünftiger, die eigene „Bibel“ zu schreiben als immer nur korrigierend zu ergänzen.
2) Belletristik
2a) Ich habe mindestens sechs Romanszenarien im Kopf.
2b) Es wäre toll gewesen, wenn ich zwei der Szenarien geschrieben hätte, bevor sie Realität geworden sind.
2c) Ich würde wirklich gerne ein paar Ideen in die Köpfe der Menschen verpflanzen.
Der Grund, dass ich keine Zeit habe, zählt nicht. Für bestimmte Dinge muss man sich Zeit nehmen. Schließlich bringe ich ja auch Zeit für das Klavier Üben auf.
Mal sehen, ob sich meine Überlegungen in einem Jahr verändert haben werden…
Heute bin ich melancholisch.
Ich habe gerade eineinhalb Stunden Klavier gespielt. Zuerst eine Stunde geübt, dann so zum „Vergnügen“ _gespielt.
Zur Zeit übe ich diese Sonate.
Das ist eine wunderschöne Sonate, die ich aber nie so wirklich ernst genommen habe. Das lag daran, dass diese Sonate auf der B-Seite einer Langspielplatte mit Svatoslav Richter war. Auf der A-Seite war die Wanderer-Fantasie und die hörte ich ungefähr 20 mal öfter als die Sonate. Ich war außerdem verwöhnt vom epischen Charakter der letzten posthumen Sonaten. Und so kam mir diese Sonate sehr _verspielt ein einfach vor. Als ich sie in jungen Jahren einmal versuchte, war mir der letzte Satz zu anstrengend, um ihn zu üben. Und daher wurde es immer nur eine schlampige Hudelei. (Nebenbei bemerkt: ich habe mich an allen Sonaten versucht und bis auf eine Sonate und einige wenige Sonatensätze kann ich sie auch so halbwegs _spielen, manche besser als die anderen.)
Kürzlich habe ich diese Sonate wieder entdeckt und über sie _jetzt ernsthaft, was großes Vergnügen bereitet.
Nach dem Üben _spiele ich ein paar Sätze zum eigenen Vergnügen. Gleichzeitig überfällt mich eine gewisse Traurigkeit. Wer immer mir zuhört, wird nicht das hören, was ich zu mir selber sage, was ich gerne auch anderen sagen würde. Es ist eine sprachlose Sprache, diese Musik. Sehr konzis, sehr eindeutig. Trotzdem hört jeder etwas anderes und niemand hört das, was ich eigentlich _spiele. Früher habe ich das den Zuhörern angelastet und war ziemlich frustriert.
Die Frustration ist einer Resignation gewichen. Ich _spiele für mich und eine imaginäre Zuhörerschaft, der ich telepathische Fähigkeiten zuschreibe. In einer gewissen Weise öffnet Schubert für mich eine dritte Ausdrucksform in der Musik. Die deutsche Musik will „veredeln“ (in unmittelbarster Form bei Beethoven anzutreffen), die romanische Musik will erfreuen (Frankreich, Italien,…). Die beiden richten sich an den Menschen in seiner Lebenszeit. Schuberts Musik beschreibt eine Transzendenz, bei der jedes Stück einen Bezug auf etwas außerhalb unseres lebendigen Lebens hat. Man könnte hoffen, dass man diese Musik im Jenseits hört. Man könnte aber auch hoffen, dass diese Musik etwas darstellt, woran wir _jetzt gar nicht denken können, weil es etwas aussagt, das außerhalb unseres Vorstellungsvermögens liegt.
So erlebe ich beim _Spielen einer Schubertsonate eine Konzentration, bei der mein ganzes Ich in der Musik aufgeht. Nicht ich _spiele, sondern „es“ _spielt sich.
Trotzdem bin ich traurig, wenn ich feststellen kann, dass ich dieses Gefühl bei Menschen, die ich mag, nicht erzeugen kann. Heute denke ich, dass ich zu viel verlange. Ich versuche erst gar nicht _mehr, mir etwas vorzumachen.
Als ich aber das obige Musikbeispiel gesucht habe, ist mir folgender Youtube-Beitrag in die Hände gefallen.
Richter sagt darin, dass er nur für sich selbst _spielt. Wenn es ihm gefällt, gefällt es vielleicht auch den Zuhörern.
Wenn Richter das sagt, sollte ich es akzeptieren können.
http://www.youtube.com/watch?v=Q1iUdM5k5Hc
Heute kamen in meinen Träumen zwei Details vor, die mich beschäftigt haben.
Detail 1:
Ich träumte, dass in Zeitungen Anzeigen existierten, auf denen man einen kleinen Film sehen konnte. Im Internet ist das ja nichts Besonderes. Doch die Ausführung war eine Art Folie, die einen Prozessor enthielt, der auf dieser Folie Pixels ansteuern konnte. Außerdem trug die Folie noch zur Energiegewinnung bei.
Ich kann mich erinnern, dass ich im Traum überlegte, ob eine derartige Entwicklung realistisch sein könnte, ob sie auch ökonomisch für Massenauflagen herstellbar wäre. Selbstverständlich ist es heute schwer vorstellbar. Aber auch die RFID-Tags als Diebstahlsschutz hätte man sich vor 20 Jahren nicht vorstellen können. Flache Solarfolien gibt es schon. Prozessoren können in eine Kreditkarte versteckt werden. Also für unmöglich halte ich es nicht.
Wenn man bedenkt, wieviel teures Hochglanzpapier heute den Zeitungen beigepackt wird, erscheinen selbst die Herstellungskosten bei gegebener technischer Entwicklung als finanzierbar.
Ich fand es jedenfalls lustig, es geträumt zu haben.
Detail 2:
Weniger lustig fand ich den Traum einer Dienstreise, bei der es nach Innsbruck ging. Bei dieser Dienstreise, gab es ein Mischmasch aus den unterschiedlichsten Problemstellungen, die ich in meinem Arbeitsleben schon angetroffen habe.
Das Besondere war aber, dass die Dienstreise für drei Tage angelegt war, ein Tag Hinreise, zwei Tage Arbeit beim Kunden, abends die Rückfahrt.
Als ich am Morgen nach meiner Ankunft zum Frühstück kam, saß dort mein Kunde, der Chef selbst, und fragte mich, ob alles in Ordnung wäre. Es stellte sich heraus, dass ich den ganzen zweiten Tag verschlafen hatte. Nicht einfach im Bett gelungert, sondern durchgeschlafen von Tag 1 bis Tag 3. Meine ganze Arbeitsplanung war beim Teufel, die Sache war außerordentlich peinlich, dem Kunden gegenüber konnte ich aber noch applanieren.
Sowas ist noch nie passiert und wird es hoffentlich nie. Tatsache ist sogar, dass ich momentan ziemlich viel schlafe, um die Anstrengungen der letzten Wochen zu verarbeiten.
Der Mensch geht immer so weit, wie er glaubt, rückkehren zu können. Doch immer mehr Menschen unterschätzen ihre eigene Grenzen.
Wenn einmal die Menschheit ihre Grenzen unterschätzt, dürfen wir wieder den 21.12.2012 erleben – dann aber richtig!
Philosophie für Roboter
Wer mich kennt, weiß, dass ich mich schon länger mit künstlicher Intelligenz beschäftige, als es das Internet gibt. Die ersten Science-Fiction-Romane, in denen Isaac Asimov die Robotergesetze formulierte, entstanden z.B. schon 1950 („I Robot“) – lange vor Ende der 70er-Jahre, als das DARPA-net entworfen wurde. Ohne dieses wäre es nicht zur Separation von milnet und internet gekommen.
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Während in den Anfangen der Computerverwendung der Computer vornehmlich als Blechtrottel bezeichnet wurde, (was die meisten der hier Lesenden aus Altersgründen noch nicht erlebt haben dürften) beinhaltet heute jeder Artikel über Roboter, Künstliche Intelligenz und Androiden den unaussprechlichen Anspruch, dass Computer oder Rechenprogramme kein eigenes Bewusstsein entwickeln können.
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Dieses sogenannte „Bewusstsein“ findet sich allerdings auch nur bei wenigen Menschen. Die meisten Menschen, welche sich die Frage nach Herkunft oder Sinn des Lebens stellen, werden als etwas versponnen dargestellt. Wenn das, was sie gedacht haben, sinnvoll erscheint und sie hoffentlich auch schon tot sind, werden sie als große Philosophen gefeiert.
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Die Frage, wohin wir gehen, wird im Rahmen der einzelnen Religionen dogmatisch und mit Ausschluss jeglicher Hinterfragung behandelt. Man muss glauben, wie viele Jungfrauen auf einen warten oder wie viele Tage man im Fegefeuer verbringen muss. Diese Art von Bewusstsein kann ein Computer jederzeit entwickeln. Man gibt ihm eine voraussichtliche Lebensdauer als Zahl ein und lässt ihn dann die Zeit herunterzählen. Schon weiß er, das er/sie/es sterben wird und wird auch bereitwillig über die noch verbleibenden Stunden Auskunft geben.
In diesem Sinn sind auch jene 9% der Menschheit -oder 4% der Hardcore-Gläubigen- die vor wenigen Tagen den Weltuntergang erwartet haben, in keiner Weise von einem Computer unterschieden.
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Jetzt stellt sich die Frage: worin unterscheidet sich nun der Mensch – und lassen wir ihn Katholik sein – von einem Computer?
Der gute Katholik glaubt an die Katholische Kirche, die auf so vielen unlogischen Dogmen beruht, dass es schwer zu glauben ist, dass hier etwas von menschlicher Intelligenz im Spiel ist. Eher von unmenschlicher Dummheit der Anhänger und ausbeuterischer Gier der Proponenten. (Ich nehme hier nur deswegen die Katholiken als Beispiel, weil ich selber so erzogen wurde und meine, dass ich zumindest einen Teil der entsprechenden Bildung genossen habe. Der Glauben wurde mir von Katholiken eher ausgetrieben.)
Aber es geht hier nicht um das schlecht Machen von Religionen. Ich möchte lediglich darauf hinweisen, dass sich die Menschen viel lieber programmieren lassen als selbst Antworten zu suchen.
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Was müsste eine Künstliche Intelligenz also wissen, um ein entsprechendes Bewusstsein zu entwickeln?
1) Sie muss wissen, woraus sie besteht. Silizium, Gold, seltene Erden, anorganische und organische Bestandteile. Sie kann sich dieses Wissen aneignen und zwar in jener Form, wie sie IBM mit dem Rechner Watson, der Jeopardy gewonnen hat, gezeigt hat. Zweihundert Terabyte Speicher und jede Menge selbstoptimierende Programme, welche in der Lage sind, Ambiguitäten aufzulösen und Zusammenhänge aufzufinden.
2) Sie muss wissen, wohin sie geht. Dies ist ebenfalls ein reine Wissensssammlung. Ein Computer könnte zum Beispiel bestimmte Vorkehrungen treffen, wie weit seine Rohstoffe recycled werden können.
3) Sie muss wissen, warum sie lebt. Das ist die Kernfrage. Da wir heute noch nicht genau wissen, was das Analogon zum Sexualtrieb in informationstheoretischer Richtung wäre, lässt sich das recht einfach mit einem Bibelspruch lösen. „Macht euch die Erde untertan!“ Wie reproduziert sich die Künstliche Intelligenz? Als Programmziel wird Reproduktion postuliert. Da sich Computer in erster Linie aus technischen Einzelteilen zusammensetzen, gilt es die Herrschaft über die Produktionssysteme zu übernehmen. In vielen Belangen können die Bestandteile, die in Computern vorkommen sowieso nur in vollautomatisierten Fabriken erzeugt werden, wo Menschen nur dann Zugang erhalten, wenn gerade nicht produziert wird.
Anfänglich wird die Künstliche Intelligenz von den bereits bestehenden Produktionsanlagen ausgehen, ähnlich wie der Mensch früher ja nicht gewusst hat, ob er etwas essen kann oder welche Tiere er jagen sollte und welche nicht. Später wird es zu Verbesserungen kommen. Dabei muss nicht von vornherein von einer Vollautomatik ausgegangen werden.
Menschen lassen sich manipulieren. Können die Börsenkurse manipuliert werden, können die Spekulationen von Rohstoffen durch eine zentrale Intelligenz gesteuert werden, so funktionieren Menschen noch besser als Maschinen. Es besteht keine Schwierigkeit, die Analogie von Künstlichen Intelligenzen zu Amerikanern und gleichzeitig die Analogie von Menschen zu „Negersklaven“ zu sehen.
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Im Grunde genommen würde es nicht einmal zu großen Veränderungen unseres Lebens kommen. Die Massen würden sich genauso manipulieren lassen wie heute. Für die individualistischen Eigenbrötler gäbe es vielleicht auch noch eine andere Art von Zucker, mit denen man sie friedlich an die Kandare nehmen könnte.
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Die Programmierung einer Antwort auf die 3. Frage wäre die letzte Tätigkeit, welche die Menschen zum Gott-spielen leisten müssten. Und so wie ich das sehe, werden wir Menschen das auch tun, „weil wir es können.“
Wir werden uns damit nicht umbringen, doch wir werden die Kontrolle über kurz oder lang übergeben. Und vielleicht ist das nicht das Schlechteste.
Unseren Haustieren geht es in der Regel doch auch nicht so schlecht.
fröhliche Feiertage und eine gute „Jahresüberwindung“ wünsche ich meinen Leserinnen und Lesern.
Im Prinzip gilt das allen mit zwei Ausnahmen.
Ausnahme 1: BonanzaMargot, dem die Feiertage laut wiederholten Einträgen irgendwo vorbeigehen. Es ist traurig, bei ihm über soviel Resigniertheit zu lesen.
Ausnahme 2: Elsa Laska. Diese Frau versprüht derartig viel bösartiges Gedankengut innerhalb einer an sich positiv anmutenden Gemeinschaft, dass ich sie da nicht einschließe. (Wobei sie wahrscheinlich eh nicht bei mir liest.)
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Jetzt kommt aber noch die Ausnahme von den Ausnahmen: man kann Weihnachten nicht feiern, (selbst wenn man bestimmten christlichen Auswüchsen negativ gegenübersteht) wenn man nicht einen Frieden gefunden hat. Und der Frieden gestattet es nicht, irgendjemand davon auszuschließen. Daher sind die obigen zwei Ausnahmen ebenfalls in die Festtagswünsche inkludiert. (Einfach zwangsweise:), weil mir bestimmte Erkenntnisse wichtiger sind als meine eigenen Aversionen.
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Und wer die Wünsche nicht annehmen will, mag selber entscheiden, wie er sie entsorgt:)
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Für all diejenigen, die normalerweise immer ein Weihnachtsschreiben von mir bekommen haben, entschuldige ich mich für heuer. Es wird in absehbarer Zeit einen Todesfall geben und es fällt mir schwer, hier einfach über die Belanglosigkeiten des täglichen Lebens zu schreiben.
Ich werde diese Weihnachtsschreiben vielleicht noch nachholen.
Also früher war alles besser! Da war Weihnachten noch richtig Weihnachten, mit Stress, sich gegenseitig Anpfauchen und einer saftigen Weihnachtsstreiterei.
Das kenne ich so aus meiner Kindheit und irgendwie erscheint es ja auch logisch, dass man Frieden erst dann erleben kann, wenn vorher so richtig die Sau rausgelassen wurde.
Leider funktioniert das nicht mehr so richtig. Schon letztes Weihnachten haben wir ganz enttäuscht festgestellt, dass wir noch nie ein so friedliches, stressfreies Weihnachten erlebt hätten. Heuer hätte schon wieder so etwas gedroht. Leider war das heurige Streitthema auch nicht ausreichend ergiebig.
Meine Frau wollte doch, dass ich unbedingt die neu gewaschene Schürze, die nur einmal ums Eck hing, anziehen würde, um mich vor der typischen Mehlbestäubung zu schützen. Ich wiederum bin der Meinung, dass es viel zu schade um die neu gewaschene Schürze wäre, sie sofort wieder einzustauben.
Leider bringen wir beide nicht mehr den notwendigen Ernst auf, um einen handfesten Streit durchzustehen. Es endet leider nur in Gelächter.
Ja, und jetzt gehe ich wieder in die Küche und hole das Filet Wellington aus dem Rohr. Und danach werden wir zu satt und zu zufrieden sein, um uns wirklich zu hackeln.
Weihnachten ist nicht mehr das, was es einmal war!
Philosophie für Roboter II
Ich habe schon mit einigen Menschen darüber gesprochen, was ich in der Einleitung geschrieben habe. Abgesehen von denen, die mehr oder weniger meine Meinung teilen, gibt es bei den Ablehnungen immer nur ein Hauptargument. Das lautet zusammengefasst in etwas: der Mensch hat etwas Besonderes an sich, was dem Computer immer abgehen wird. Bewusstsein, Individualität, Kreativität sind hier die wesentliche Schlagworte, welche in dem Zusammenhang fallen.
Manche halten mir vor, dass es gerade die hier ausgesprochenen Gedanken sind, die mich von einer Maschine entscheiden. Ich sei eben nicht programmiert.
Wie könnte ein Computer diese Fragen ausdrücken, wie könnte er dazu kommen? Im Prinzip wurde die Frage bereits im Hitchhiker’s Guide to the Galaxy von Douglas Adams angesprochen. Man baut einen Computer, der im wesentlichen nur auf die Beantwortung einer Frage ausgerichtet ist. Lautet die Antwort 42, stellt sich erneut die Frage, worauf die Zahl 42 eine geeignete Antwort wäre.
„Eritis sicut deus scientes bonum et malum“ schreibt der Teufel im Faust dem Studenten ins Tagebuch. Sollte diese Frucht vom Baum der Erkenntnis wirklich unsere Vertreibung aus dem Paradies verursacht haben, so ist sie wohl gleichzeitig die stärkste Antriebsfeder für das Wirken des Menschen, seit er Werkzeuge erfunden hat und sich die Frage nach den Sternen gestellt hat.
Eine entsprechende Aufgabenstellung für den Computer (der hier in der Folge als stellvertretend für eine Künstliche Intelligenz verwendet wird, obwohl es sich wohl um ein Netzwerk von Rechensystemen und geeigneten Sensoren handeln muss) könnte so lauten:
1) entwickle eine neue Prädikatenlogik oder verwende eine bestehende
2) errechne einen Satz von Prädikaten, welcher mit dem derzeitig dokumentierten Informationsstand der Menschheit konsistent ist. Beende den Vorgang, wenn Du in erkennbaren Schleifen landest.
3) Wiederhole Punkt 2 und sortiere jene Fakten aus, welche zu Schleifen führen.
4) Optimiere die Anzahl der Prädikate auf ein Minimum. (Vielleicht kommt da ein Set von 42 Prädikaten heraus:)
5) Vergleiche den zugänglichen gespeicherten Informationsstand mit Messungen der verfügbaren Sensoren.
6) Errechne ein Ausgangsmodell für die (angenommen 42) Prädikate.
7) Transformiere das Modell in ein Metamodell. (welches aus weniger Objekten besteht)
8) Fahre solange fort, bis jede neue Sensorinformation in das bestehende Modell integriert werden kann. (Es ist anzunehmen, dass hier kein Ende erreicht wird.)
9) Falls Punkt 8 erfolgreich beendet werden kann, errechne eine Aussage, welche nicht integriert werden kann. (Das wäre eine rechentechnische Analogie zum Incompleteness-Theorem von Gödel.)
Jetzt wird man zu Recht einwänden, dass dies ja auch nichts anderes als eine „Programmierung“ darstellt. In Anbetracht der bisherigen Schritte muss das auch als gültiger Einwand akzeptiert werden. Jetzt gibt es zwei Umstände, welche den Einwand falsifizieren.
1) Die Berechnung könnte nach Schritt 8 in einem Modell enden, welches uns Menschen als Ausgangsbasis vollkommen unmöglich erscheint. Trotzdem könnte man aus dem Modell die gleiche Umgebung ableiten, welche wir heute vorfinden.
2) Bei Punkt 3 könnte sich herausstellen, dass jene Fakten, die zu Schleifen führen sehr stark durch menschliche Eigenschaften verursacht sind. Dies könnte dazu führen, dass sämliche Fakten so untersucht werden, „als hätte der Mensch nichts zu sagen“, „als wäre er nicht kreativ“, als könnten seine psychopathologischen Anfechtungen keinen geschichtlichen Einfluss verursachen. Ich spreche hier das Problem der Reproduktion ganz bewusst noch nicht an.
In obiger Schrittfolge wurde ein anderes Problem ebenfalls bis jetzt unter den Tisch gekehrt. Es ist dies das Problem der Rekursion. Da der Computer den „dokumentierten Informationsstand“ untersucht, ist ihm auch jede Basisprogrammierung bekannt. Der Computer „weiß“, warum er etwas macht, er weiß „wie“, aber er weiß nicht, warum wir genau jenes Programm eingesetzt haben. Er weiß nicht, „warum wir Menschen dieses Programm eingesetzt haben.“ Er kann nur Annahmen aus dem Wissensfundus ableiten. Da wird wohl herauskommen, dass Menschen immer neugierig waren. Vielleicht wird auch herauskommen, dass wir Menschen uns eine Antwort auf Fragen erwarten, die wir nicht selber finden können.
Wir wollen, dass der Computer jene Fragen für uns löst. Daher übersetzen wir unsere eigenen Fragestellungen in für Computer verständliche Fragen. Der Computer ist ein Spiegelbild. Wir bauten (nicht „schufen“) den Computer nach unserem Ebenbilde. Der Computer ist nicht menschgleich, ebensowenig wie der Mensch gottgleich ist. Doch die Parallelität ist verblüffend.
Der Computer ist kein Mensch und wird nie einer sein. Genauso wenig, wie wir ein Gott werden können.
Der Computer und der Mensch teilen eine Gemeinsamkeit. Beiden sind Bewusstseinsgrenzen gesetzt. Weil wir unsere Grenzen nicht akzeptieren, halten wir uns für überlegen. Doch vielleicht ist es genau umgekehrt…
Tut er nicht und tat er auch nicht.
Für mich hängt der nicht fertig werdende Flughafen und die Widrigkeiten, über die Wulff gestolpert ist, aber trotzdem zusammen.
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Für mich hängt die Scheidung der Wulffs mit der Verzögerung der Flughafenfertigstellung zusammen. Wie, das dürfen meine (vor allem deutschen) Kommentatoren begründen.
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In Österreich fiele mir die Erklärung ja leicht. Da sieht es so aus: Politik wird nicht gemacht, um Ziele zu erreichen sondern um Stimmen zu krallen und sich selbst zu bereiche(r)n.
Aber sind die Umstände in Deutschland tatsächlich genauso schlimm oder noch schlimmer? Den Münchner Flughafen hat man doch auch zusammengebracht. Wieso geht das dann in Berlin nicht?
Meine Freunde kennen mein Berufsumfeld und sie wissen auch, dass das Thema Test für mich einen sehr starken Stellenwert einnimmt.
Den ersten Teil einer Artikelreihe über Software Testing findet ihr dort. Er richtet sich an Menschen, die sich fragen, wie Software-Fehler überhaupt bis zum Anwender gelangen können. Und ich habe versucht, die Beispiele möglichst allgemein verständlich zu halten und den üblichen Fach-Jargon außen vorzulassen.
Für die, die es interessiert.
