Archiv für Januar, 1970

Die Unplanung wird fortgesetzt

aber erst nach dem Urlaub in Herceg Novi. Möglicherweise schreibe ich aber das nächste Kapitel noch hier, falls es regnen sollte.

Für O und R

Ich war sehr zögerlich, die Mitschnitte meines Konzerts auf youtube zu stellen. Viel zu viele Fehler für meinen Geschmack. Das Publikum hat es trotzdem gefreut.
Das ist jetzt die zweite Einspielung. (Beethoven und Chopin bleiben außen vor, da geniere ich mich zu sehr.)
Doch wenn ich mir denn folgenden Beitrag jetzt mit einiger Distanz anhöre, gefällt er sogar mir selbst.
Alexander Borodin: Petite Suite
https://www.youtube.com/watch?v=ApxUgpwBmJ0

Ein letzter Blick

… auf die Feier nach dem Konzert am 12.6.2016. Das Bild wurde von einem Journalisten anlässlich der Feier beim Heurigen nach dem Konzert geschossen.

Ich bin geschlaucht

Ich habe jetzt ein viertägiges Workshop gegeben, welches mit einer „amtlich“ überwachten Zertifizierungsprüfung abschließt.
Heute umd 15:00 war ich noch leicht frustriert, weil die ersten Feedback-Formulare ungefähr zu 50% negativ und nur zu 50% positiv waren.
Während die Teilnehmer ihre Prüfung hatten, schwitzte ich in der Sauna. Danach erfuhr ich, dass es 11 von 12 geschafft hatten. Das ist zuwar weniger als eine 100%ige Erfolgsquote, die ich sonst habe, aber ich hatte nur 6-8 positive Ergebnisse erwartet.
Danach fuhr ich mit dem Bus zum Bahnhof und dort mit Railjet nach Wien. Nach drei Bier war ich so müde, dass ich gerade noch vernünftig nach Hause kam.
Und jetzt gehe ich schlafen … (aber ich bin zufrieden)

Sieg, Gewinn, Erfolg

Jetzt habe ich es endlich geschafft. Ich gehöre zur Gruppe der Leute, über die ich mich selber gerne lustig mache. Zur Gruppe der absoluten Volltrotteln. Leute, die gegen den Automat verloren haben. Leute, denen die Bankomatkarte eingezogen wurde.
Ich wollte eigentlich wissen, ob meine Pension tatsächlich am letzten Werktag des Monats überwiesen worden war. Daher holte ich mir einen Kontoauszug ab.
Die Pension war noch nicht da. Ich steckte den Beleg ein und verließ den Schalterraum.
Dann dachte ich mir, dass irgendwas nicht stimmte. Richtig, meine Bankomatkarte steckte noch im Automaten. Gerade als ich das gedanklich analysiert hatte, hörte ich einen Alarmton. Der hätte mich schon noch aufmerksam gemacht. Ich stand aber bereits draußen und konnte die Karte nicht mehr verwenden, um die Tür zum Schalterraum zu öffnen.
Ich konnte aber das einmalige Schauspiel beobachten, wie die Karte eingezogen wurde.
Das Schlechte an der Geschichte: es passierte an einem Freitag nachmittag. Es besteht also keine Chance, an die Karte vor Montag früh heranzukommen.
Das Gute an der Geschichte:
1) Ich weiß die Karte sicher verwahrt. Ich brauche mich nicht zu sorgen, dass sie gestohlen wurde.
2) Ich werde keinen Bankomat bis Montag früh brauchen.
3) Ich habe jetzt endlich den Eintritt in die Gruppe der allgemeinen Volltrotteln geschafft. Es ist gar nicht so einfach, diese Automaten fehlzubedienen und eigentlich war es keine Fehlbedienung.
Ich verbuche das Ganze als den Erfolg zum Freitag. Geil, nicht wahr?

Das Schweigen der Männer

Andreas Vitasek spielt im Film Und ewig schweigen die Männer einen 51-Jährigen, der mit seinem Alter nicht fertig wird.
Wie albern.
Auf twoday gibt es jedes Jahr zwei bis drei Blogs, in denen der Verlust des Lebens beklagt wird, weil der 40. Geburtstag zum Feiern ansteht.
Wie albern.
Auf twoday gibt es jedes Jahr zwei bis drei Blogs, in denen über die alten Männer hergezogen wird. Wie sie sich schleimig an die jungen Mädchen heranmachen.
Wie albern.
Das ist das Blog eines Neununddreißigers mit der Erfahrung eines Greises.
Auch albern.

Aber lustig!

XIX

Die meisten werden die obige Zahl als 19 identifizieren können, obwohl ich mir da bei der heutigen Jugend im allgemeinen nicht mehr so sicher bin. Das liegt nicht an der Jugend sondern an den Leuten, die Lateinunterricht abschaffen wollen, die Mathematikunterricht abschaffen wollen, die prinzipiell alles abschaffen wollen, wozu der Mensch Hirn braucht.
In Wien waren die Straßenschilder oft mit römischen Ziffern ausgewiesen. Die 19 konnte ich schon als kleines Kind lesen, da wir in diesem Bezirk gewohnt haben.
Schon damals hat mich fasziniert, dass in die Schreibweise einer Zahl die Subtraktion eingeflossen ist. 19 liegt näher an 20 und kann daher leichter durch die syntaktische Umstellung der Ziffern ausgedrückt werden.
XIX ist kürzer als XVIIII. Auf manchen historischen Gedenksteinen sieht man auch die Langform.
Für heute möchte ich es einmal stehen lassen, dass 9 eine besondere Zahl ist. Bei uns ist sie keine Unglückszahl wie z.B. in China, sondern eher eine Betrugszahl. 49.99 ist wirklich sehr viel näher an 50 als an 40, wie es uns die Preisgestalter glauben machen wollen.
Und es funktioniert. Selbst wenn man den Mechanismus durchschaut. Mathematisch ist es ja auch richtig. Doch dass sich auch unsere Gefühlswelt davon so täuschen lässt, überrascht mich immer noch.

Es sind auch schon Hausherren gestorben

Das ist eine Wiener Redewendung, die besagen soll, dass sich niemand zu sicher fühlen soll.
In den letzten Tagen wurden auch in diesem Medium einige Todesfälle vermeldet. Doch um diese geht es mir hier gar nicht.

Die Menschen fühlen sich recht sicher heutzutage. Es wird ein bisschen gejammert, es wird ein bisschen mitgefühlt. Und es wird ein bisschen Nachhaltigkeit vernachlässigt.

Nein, ich spreche jetzt nicht von dem Ölunglück im Golf von Mexico, obwohl sich das ja schon sehr gut anbieten würde. Ich spreche auch nicht von dem Zugunglück mit gerissenem „Bremsseil“ (bei Nömix nachzulesen), bei dem ich mich wundere, ob es überhaupt noch Menschen gibt, die mit einem deutschen Begriff auch die richtige Sache verbinden.

Jene (Quellen sind bekannt) an den Deutschkenntnissen aufgehängte Ausländerhatz scheint zu übersehen, dass wir Österreicher selber ja offensichtlich auch kein Deutsch mehr können. In Wirklichkeit geht es zum Beispiel um die Verwechslung von Ziehen und Drücken. Ich stelle es mir herrlich vor, wenn jeder Österreich-Leser bei einer Tür die angegebenen Begriffe verwechselt und unweigerlich mit dem Kopf anrennt. Das ist offensichtlich schon passiert, die Österreich-Leser und Österreich-Journalisten machen ja einen hinreichend „ang’rennten“ Eindruck.

Aber es sind nicht wir Österreicher allein. So einfach ist es nicht.
Es sind die Engländer (mit ihrem martialischen Sun-Journalismus, bei dem man sich ins Jahr 1939 zurückversetzt glaubt) und die Franzosen und die Italiener, die es uns vorzeigen.
Die Engländer haben es ja gerade noch geschafft. Bei den Franzosen und Italienern fragt man sich, wie schnell Fussballspieler das Spielen verlernen können. In Italien gab es bereits vor der WM Korruptionsskandale, über die eigenartigerweise niemand mehr spricht. Bei den Franzosen fangen die Skandale erst an.
Dass die Mannschaften ausgeschieden sind, ist noch nicht so schlimm, das ist weitaus engagierteren Mannschaften passiert. Aber die beobachtbare Lethargie bei Spielern, die um zweistellige Millionenbeträge gehandelt werden, ist schon beachtenswert.

Irgendwie stimmt das alles nicht zusammen. Unzählige gelbe Karten (Verwarnungen), kaum Tore und im wesentlichen langsamer Fussball. Und dabei ist Fussball etwas, was „jeden“ interessiert. Die Weltmeisterschaft ist neben den olympischen Spielen wohl die effizienteste Inszenierung von „circenses“, den Nachfolgern der Gladiatorkämpfen, mit denen man das „miese Volk“ davon abhält, sich gegen schlechte Regierungen zu erheben.

Lethargie macht sich breit. Und diese Lethargie wirkt nun bereits einlullenderweise auf alles, was rund um uns herum vorgeht.

Bei den Bloggern geht mir diese Lethargie erfreulicherweise ab. Es gibt nur zu wenige. Deswegen habe ich mich halt noch einmal dazugesellt.
Meine Erwartungshaltung an die Blogger drücke ich heute allerdings präziser aus:
Ich will nichts über die Lebensumstände und Befindlichkeiten lesen. Ich will angeregt werden und ich will über Schönes lesen. ich will über Menschen lesen, die sich an Dingen freuen können und diese Freude auch an andere Menschen vermitteln können.
Es gibt kein Leben ohne Trauer.
Aber bitte im Verhältnis 1:3…
einmal Trauer,
dreimal Freude.
So möchte ich meine Bestellung verstanden wissen. Doch wer von den Bloggern hört schon auf Bestellungen:)

Berlin

Ich mag Berlin. Nicht nur, weil dort die U- und S-Bahnen auch in der Nacht fahren. Nicht nur, weil man in der Oranjenstraße auch noch um vier Uhr früh noch sehr dezent essen kann. Nicht nur, weil es das A-Train hat. (Jazz-Lokal)
Nicht nur, weil ich in der Jugend mit Nesthäkchen-Lektüre groß geworden bin.
Und auch nicht, weil es die Berliner Philharmoniker gibt. Die gibt es ja auch in Wien, nur heißen sie dort anders. Wir haben in Wien den Goldenen Saal, bei dem sich die Tontechniker der ganzen Welt fragen, wie man die Akustik noch einmal so gestalten kann.
Die Berliner haben die größte Bühne. Vielleicht nicht gemessen am Park Concert in New York. Doch 20.000 begeisterte Zuhörer in der Waldbühne ist schon ein Superlativ für sich.
Und neben der verschobenen Schweizreise, die sich heuer vielleicht nicht mehr ausgehen wird, plane ich ein nächstes Event, den Besuch eines Berliner Philharmoniker Abschlusskonzerts. Das muss ich mir einfach einmal geben.
Heuer war Renee Fleming der singende Star. Ich mag die Frau sehr. So sympathisch. Und singen kann sie auch.
In der Zugabe hat sie dann noch „O Mio Babbino Caro“ von Puccini gesungen.
Auf youtube gibt es auch Beispiele von ihr, doch als kleine Überraschung zitiere ich hier eine andere Sängerin, von der ich noch nie gehört habe. Sie ist halt in einem anderen Land berühmt.

Und singt auch sehr schön:)

Es geht nicht um Fussball

Das ein Videobeweis das Spielergebnis erst am nächsten Tag ermöglicht, ist eine dumme Aussage, die ich FIFA-Funktionären zubillige. (Da gibt es ja mittlerweile sogar einen UEFA-Funktionär, der unter Bestechungsverdacht steht. UEFA ist nicht FIFA, aber warum sollten die besser sein?)
Dass ein Videobeweis das Spiel nicht über Gebühr aufhalten muss, kann man am amerikanischen Football sehen. Da bedarf es einer Anforderung von seiten der Mannschaft, die ihn fordert. Dann wird das Video angesehen und danach beurteilt.
Die Anzahl dieser Anforderungen ist beschränkt. Das wäre auch beim Fussball möglich, denn so viele derartige Situationen gibt es ja nicht in einem Spiel.
Aber wenn man schon so gegen elektronische Medien beim Spiel ist, dann sollte auch die Fernsehübertragung verboten werden, denn die nimmt den Spiel auch seinen Reiz.
Dabei sein, die Ausdünstungen des Nachbarn mitbekommen, das Bier über den Kopf geschüttet bekommen, Rempeleien um den Platz und lautstarke Beschimpfungen rund herum, das ist echter Fussball. Nicht auf der Couch vor dem Fernsehen sitzen und an kleinen Nüßchen knabbern.
Es gibt allerdings einen realen Grund, warum die Herrschaften den Videobeweis nicht zulassen wollen. Die fallweisen Ungerechtigkeiten sind erwünscht. Dann regen sich die Menschen auf, haben tagelang etwas zu diskutieren und werden von den eigentlichen Problemen abgelenkt. Wir haben ja auch keine wirklichen Probleme, oder?
Das hat schon seit 2000 Jahren so funktioniert oder länger.
Panem et circenses. Es war ja auch nicht gerecht, dass ein paar Gladiatoren über die Klinge springen musten.
Daher ist alles, was das Spiel objektiviert, verpönt. Blut wollen wir sehen, gemeine Fouls (Tore sind ja selten geworden) und Ungerechtigkeiten.

Dann dürfen wir uns selbst gut vorkommen.
(Sorry, wenn ich da vielleicht jemanden ans Bein pinkle.)


Ich habe den obigen Kommentar bei carpe diem abgelassen, weil sich dort ein paar Leute gegen Videobeweise im Fussball ausgesprochen haben.
Ich gebe ihnen damit ja recht.

Und ich behaupte einfach, dass eine Fehlentscheidung bei der Toranerkennung „peanuts“ ist, wenn man sie mit den Fehlentscheidungen in der Sicherheitstechnik vergleicht, die bei der BP-Bohrung passiert sind, wo nachweisliche Mängel keinen Aufruhr von Millionen von Menschen erzeugen. Oder zumindest nicht rechtzeitig.




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