Archiv für Januar, 1970
Mein Gott, ich habe heute wieder einen Schädel. Das darf ja nicht wahr sein. Was war denn da gestern eigentlich los? Das Lokal war ja wirklich super. Das gibt es wohl auch nicht so häufig, einen kleinen Laden in Leipzig (Absintheria), der so große Wirkung erzeugt. Das letzte Mal, zu Silvester 2010, war das anders. Nette Unterhaltung, Mords Spass und die Verkostung von vielleicht drei, maximal vier hochprozentige Absinthen.
Und heute ist es nicht auszuhalten. Dabei war das gar kein Absinth gestern, sondern Martini und Cinzano. Na gut, der Ausgangsstoff ist derselbe: Thujon, ein Öl was in Artemisia absinthium vorkommt. Also doch Absinth, oder?
Eigentlich sollte dann ja auch im Martini Absinthin vorhanden sein. Von der Appetitanregung habe ich nichts bemerkt, das mit der Verdauungsförderung scheint hin zu hauen. Sch….Wermut, im wahrsten Sinne des Wortes. Goethe hätte wahrscheinlich noch Schwermuth geschrieben. Aber ich sage gleich eines: umbringen werde ich mich deswegen nicht. Wichtig ist nur, dass ich den Schmerz loswerde. Naja, mit 600mg Ibuprofen wird es schon werden.
Aber eines weiß ich: das nächste Mal trinke ich nur mehr Absinth, nicht das schwache Zeug, das man dann erst recht in zu großen Mengen runterschüttet. Erinnert mich an ein Besäufnis in Krasnodar, wo die Bar nur mehr Amaretto zur Verfügung hatte. Das war am nächsten Morgen auch kein Kinderspiel. Aber von Schwermut war nichts zu merken.
Na gut, richtig schwermütig wird man auch vom Sch…Wermut nicht. Vor allem, wenn so nette Mädels dabei waren.
Das hier ist mein Beitrag zum Projekt *.txt auf neonwilderness. Es geht um das 11. Wort.
Offensichtlich fange ich an, mich zu erholen. Langsam fliegen mir wieder neue Vorstellungen zu.
Zweite Erde
(der Titel müsste geändert werden, den gibt es nämlich schon)
Skizze zu einer Geschichte

Es gibt eine berühmte kleine Kirche (inspiriert durch Kotor), in der sich unbeschreibliche Kunstwerke befinden sollen. Man muss zu Fuss hinauf, wobei man ca. einen Kilometer durch einen ziemlich steilen Tunnel gehen muss. Der ist beleuchtet, doch der Aufstieg ist sehr beschwerlich.
Oben gibt es Führungen, wobei interessanterweise die Führerin zuerst um die Kirche herumführt, da sich auch auf der Außenseite eindrucksvolle Skulpturen und Mosaike befinden. Eine Gruppe mit der Erzähler geht aber ohne Führung gleich in die Kirche, wo sich an den Wänden eine merkwürdige Variation der Passionsgeschichte befindet. Die Bilder zeigen alle unterschiedliche Geschehnisse aus der Geschichte der Menschheit, wobei das Leid im Vordergrund steht. Die Bilder haben eine besondere Eigenschaft. Sie verändern sich in Slow-Motion, wie wenn man einen Film Bild für Bild ablaufen sähe.
Die einzelnen Stationen führen historisch geordnet in die heutige Zeit. Syrien, Ukraine und eine Szene aus Tibet stellen die letzten Stationen dar. Als sich die Gruppe vor der letzten Station befindet, sieht der Erzähler, wie seine Begleiter nach und nach „aufgelöst“ werden. Sie verschwinden. Er flüchtet zur Tür und kann gerade noch die Kriche verlassen, während die Führerin mit dem Rest der Gruppe in die Kirche eintritt.
Sie bemerkt sein Entkommen und spricht etwas in ein Funkgerät. (Dieser Teil der Geschichte wird erst später fortgesetzt, die Flucht des Erzählers und seine Recherchen und seine Wiederkehr in die Kirche.)
Er kommt vorläufig zuhause an und versucht diejenigen zu erreichen, die er selbst persönlich in der Gruppe gekannt hat. Es stellt sich heraus, dass er niemand erreichen kann. Als er bei den Telefongesellschaften anruft, erfährt er, dass niemand von denen einen Anschluss gehabt hat.
Er geht zum Arbeitsplatz eines Bekannten, der dort aber vollkommen unbekannt erscheint.
Weitere Versuche ergeben, dass niemand von denen, mit denen er in der Kirche war, je gelebt zu haben, scheint.
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Er hat eine schwere Krise und lässt sich in eine Klinik für Geisteskranke einweisen. Er weiss, dass ihm niemand die Existenz seiner Freunde glaubt, bzw. glauben kann, denn es gibt keine Spuren von ihnen. Er kommt daher zu der Überzeugung, dass er halluziniert. Da er sich selbst sehr vernünftig aufführt, kann er seinen behandelnden Arzt seinen Verdacht auf Halluzination so glaubhaft schildern, dass er entsprechend behandelt wird. Allerdings kann der Arzt aufgrund einiger Tests feststellen, dass es keine Halluzinationen sein dürften. Daher entlässt er den Patienten mit dem Hinweis, sich selbst nichts daraus zu machen aber die Geschichten für sich zu behalten.
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Er kehrt in sein normales Leben zurück, verwendet aber einige Energie darauf, die Besuche in die Kirche zu untersuchen. Es gelingt ihm, einige Personalien festzustellen. Er stellt fest, dass die Daten dieser Personen ungefährt zwei Stunden nach Abmarsch in den Tunnel verblassen. Nicht alle Daten gleichzeitig. Doch im Zeitraum von einer Viertelstunde sind alle Daten, die er vorher festgestellt hat verschwunden. Notizen, die er sich gemacht hat, verblassen nach ungefähr einem halben Tag.
Er fotografiert seine Notizen, doch selbst die Fotos verschwinden.
Er sucht sich Zeugen, die das Verschwinden der Notizen bemerken, doch dieselben finden eine ganze Reihe von Gründen, warum die Bilder verschwinden und wundern sich nicht.
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Eines Tages legt er sich zum Schlafen nieder und wacht in einer fremden Umgebung auf. Ein anderer Raum, fensterlos, – nicht abgeschlossen. Er verlässt ihn, um die Umgebung zu erkunden. Als er über Treppen hinuntergeht, erreicht er eine Tür, die ins Freie führt. Er sieht eine Stadt mit lockerem Aufbau ohne Hochhäuser und mediterranem Anstrich. Es gibt Straßen, doch keine Autos oder andere maschinell betriebenen Fahrzeuge. Er weiß nicht, wo er hin soll. So macht er sich auf den Weg in die Richtung, in der er das Zentrum vermutet. Als er aus dem Haus kam, hatte er niemanden anderen sehen können. Nach ein paar Straßenkreuzungen, sieht er die eine oder andere Person, die ihn aber nicht zu bemerken scheinen.
Nach einiger Zeit bemerkt er jedoch, dass ihm jemand zu folgen scheint. Er kennt die Person. Es ist die Führerin, die damals beim ersten Kirchenbesuch, die Menschen herumgeführt hat.
P.S. Diese Geschichte hat nichts mit dem Buch zu tun, dass ich zu schreiben gedenke.
Einen unheimlichen Mitschnitt von heuer habe ich entdeckt:
Sokolov spielt Schubert, Beethoven, Rameau und Brahms
https://www.youtube.com/watch?v=_9PvX7Fj7Rg&list=RD_9PvX7Fj7Rg#t=20
Unglaublich, was er aus der Hammerklavier alles herausholt.
Dieselbe wurde heute wieder einmal abgebaut 🙂
[Siehe Wikipedia]
Kognitive Dissonanz bezeichnet in der (Sozial-)Psychologie einen als unangenehm empfundenen Gefühlszustand, der dadurch entsteht, dass ein Mensch mehrere Kognitionen hat – Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten –, die nicht miteinander vereinbar sind.
…
Kognitive Dissonanz tritt unter anderem auf,
– wenn man eine Entscheidung getroffen hat, obwohl die Alternativen ebenfalls attraktiv waren;
– wenn man eine Entscheidung getroffen hat, die sich anschließend als Fehlentscheidung erweist;
– wenn man gewahr wird, dass eine begonnene Sache anstrengender oder unangenehmer wird als erwartet;
– wenn man große Anstrengungen auf sich genommen hat, nur um dann festzustellen, dass das Ziel den Erwartungen nicht gerecht wird;
– wenn man sich konträr zu seinen Überzeugungen verhält, ohne dass es dafür eine externe Rechtfertigung (Nutzen/Belohnung oder Kosten/Bestrafung) gibt.
Mein Schwager aus Hamburg war von meinem E-Bike begeistert. Leider hatte das Geschäft, wo ich beraten wurde, gestern Ruhetag. Daher fuhr ich heute noch einmal hin, um allfällige Möglichkeiten zu erörtern, ob er auch in Hamburg beliefert werden könnte und ob ich einen Prospekt abstauben könnte.
Nun die Prospekte für 2015 sind bereits aus, die neuen für 2016 kommen erst im September oder im Oktober. Da ich warten musste, konnte ich in einer E-Bike Zeitschrift blättern, in der Räder auch getestet wurden. Ich war durchaus erfreut zu sehen, dass mein E-Bike in der Kategorie City-Bikes als Sieger abgeschnitten hatte. (in der Ausgabe 3/2015) Ich fahre jetzt schon 2 Jahre damit und bin sehr zufrieden.
Vor allem ist der Aufbau für einen Elefanten wie mich sehr gut wegen seiner Stabilität geeignet. Das Rad ist bis 170kg Gesamtgewicht spezifiert.
Auch wenn ich jetzt im Abnehmen bin, freue ich mich umso mehr, dass ich gerade dieses Rad gekauft habe.
(Es ist übrigens ein Raleigh Dover Impulse 8S XXL. XXL ist offensichtlich auf die Größe meiner T-Shirts abgestimmt.)
Ich kann also voll zu meiner Kaufentscheidung stehen – siehe Punkt 2 bei den Auslösefaktoren einer kognitiven Dissonanz.
Ich schreibe zwar viele Restaurant-Kritiken aber keine Rezepte. Aber heute gibt es Nudeln mit Eierschwammerln (Pfifferlinge) und das trug sich so zu.
Gestern musste ich mein Zugticket nach und von Berlin buchen. „Nach“ war kein Problem, bei „Von“ verweigerte Mastercard. Ohne Angabe von Gründen. Konto gedeckt, Kreditrahmen vorhanden. Vermutlich handelte es sich um eine Zeitsperre bei zwei Transaktionen. Computer neu starten, Programm neu aufrufen, half nichts. Anruf beim ÖBB-Reisebüro. Die scheiterten auch bei meiner Kreditkartenbezahlung. Jetzt habe ich zwar noch andere Karten, aber die laufen alle auf die Firma und dann gibt es einen unnotwendigen Verwaltungsauftrag.
Von der Dame im Reisebüro erfuhr ich, dass es nur mehr zwei Spartickets gäbe. Ich setzte mich also aufs Fahrrad und fuhr in die nächste Kleinstadt, Mödling, wo es auch einen Fahrkartenschalter gab. Die Distanz ist ungefähr 2,5 km, allerdings wird zur Zeit an der Verbindungsstraße gebaut, also brauchte ich für einen freiwillig etwas längeren Umweg eine Viertelstunde.
Ich bekam „DIE LETZTE“ Sparticketkarte (59€) und war dann recht gelassen und schaute noch auf den Hauptplatz in Mödling vorbei, wo es einen Bauernmarkt gab. Nicht schlecht: an einem Gemüsestand wartete eine Reihe von vielleicht 20 Personen, die ich befragte, was es Besonderes gäbe. Qualität und gute Preise, war die Antwort.
Auf einem anderen Stand sah ich Brombeeren und Pfifferlinge. Die heißen bei uns Eierschwammerln.
Naja, die habe ich gekauft und jetzt ruft gerade meine Frau aus der Küche, dass die Nudeln fertig sind. Die Eierschwammerln mit Zwiebel, weißem Pfeffer, Salbei und etwas Weißwein haben schon gewartet. (Die habe ich vor 5 Minuten fertiggestellt.)
Jetzt bin ich gespannt!
Mahlzeit!
–
Vielleicht gibt es noch einen Nachtrag:)
Jeder kennt Zungenbrecher.
Das gibt es auch am Klavier. Ich kämpfe gerade mit zwei Takten einer Variation von Beethoven.
Technisch gesehen sind diese Takte alles andere als schwer. Gut, jeder Ton steht für sich innerhalb einer Fuge, das ganze ist vierstimmig.
Ich kann die Stelle weder im Kopf auswendig noch mechanisch. Sie will einfach nicht hinein. Ich könnte die Noten aufschreiben. D. h. ich kann sie ganz langsam nachempfinden. Doch ich kann sie nicht langsam spielen. Vielleicht muss ich es noch langsamer angehen.
Wahrscheinlich wird es morgen (bzw. heute am Tag) kein Problem mehr sein. Aber mich fasziniert das „Zungenbrecherische“ an der Stelle. Man könnte ja auch sagen: Kontrapunkt vom Feinsten und Modernsten.
Die Stelle:

vorher und nachher:

Ich habe ein Stückchen von Frau Frogg zugeworfen bekommen. Die Fragen sind gar nicht so uninteressant!
– Eine Abenteuerreise wartet auf Sie. Was wäre für Sie das absolute Abenteuer?
Für das absolute Abenteuer bin ich mittlerweile zu feig. Bis vor wenigen Wochen dachte ich noch an das Ansparen für eine Reise in die Antarktis. 27.000€ für etwas mehr als einen Monat. Ich habe aber erfahren, dass es so stark wetterabhängig ist, ob man überhaupt vom Schiff herunter kommt. Für „absolute Abenteuer“ bin ich mittlerweile zu feig geworden.
– Sie dürften bestimmen, wer eine Spende von 10000 € bekommt. Wer wäre das und warum?
Das ist einfach: es wäre Ärzte ohne Grenzen. Prinzipiell gäbe es eine Reihe von Hilfsorganisationen. Da ich aber denke, dass es besser ist, nur an wenige zu spenden, um die Verwaltungskosten niedrig zu halten, gibt es für mich nur zwei Organisationen, denen ich regelmäßig etwas zukommen lasse: Ärzte ohne Grenzen und CARE.
– Für einen Tag dürften Sie in die Haut eines anderen Menschen schlüpfen. Von wem wüssten sie gerne, wie sich sein Leben anfühlt?
Diese Frage kann ich nicht beantworten. Es gibt ein Buch „Wenn ich du wäre“ von Julien Green. Dieses hat mich sehr beeindruckt. Man kann sich nicht vorstellen, mit welchen Problemen andere Personen kämpfen. Ich bin zufrieden, wenn ich mit meinen eigenen Problemen zurecht komme. Aber Richard Strauss könnte ich mir vielleicht noch vorstellen.
– Und welches Tier wären Sie gerne, wenn das möglich wäre?
Ein Delfin. Angeblich die intelligentesten Tiere. Und putzig.
– Hat schon mal ein Traum Ihr Leben beeinflusst?
Ich habe Geschichten nach Träumen niedergeschrieben und ausgebaut. Ich würde sagen, dass Gräume mein Leben beeinflussen. Denn was ich träume, deutet in der Regel auf ungelöste Konflikte hin und es ist gut, wenn man auf diese aufmerksam gemacht wird.
Ich habe allerdings keine Albträume.
– Lieblingsbücher liest man gerne mehrfach. Welches haben Sie am häufigsten gelesen?
Das weiß ich nicht. Ich habe viele Bücher mehrfach gelesen. Darunter so 1000 Seiten wie die Strudelhofstiege. Vermutlich hält aber Bulgakov „Master und Margarita“ den Rekord. Das habe ich zuerst auf deutsch gelesen, mehrfach. Ich habe es auf englisch gelesen, weil ich Lust darauf hatte und nur ein englisches Exemplar verfügbar war. Und ich habe es teilweise auf russisch gelesen. Wer russisch kann, weiß, dass es unmöglich für einen Fremden ist, diesen Roman auf russisch zu lesen. Es sind einfach zuviele sprachliche Redewendungen enthalten, die sich sogar den Russen teilweise entziehen. Ich habe sogar etwas wie einen „Ablativus absolutus“ in der russischen Variante entdeckt. Ein oder zwei Worte bedingen in der deutschen Übersetzung einen ganzen Nebensatz oder manchmal sogar einen Hauptsatz. Manche Passagen dieses Romans kann ich sogar auswendig zitieren. Naja, vielleicht habe ich den Faust noch öfter gelesen. Aber das liegt ja in der Familie. Mir wurde der Faust bereits mit 15 Jahren von meinem Vater nahe gebracht. Es war auch sehr wohl ausschlaggebend, dass in der Familie meiner Frau der Faust hoch gehalten wurde und jede Ostern mit verteilten Rollen gelesen wurde. Die geistige Ahnenschaft hat bei uns übereingestimmt.
– Wenn Sie in ein anderes Land fliehen müssten, dessen Sprache sie nicht sprächen und wo Ihre Berufsausbildung nicht anerkannt würde, mit welchen Fähigkeiten könnten Sie sich den Lebensunterhalt verdienen?
Vielleicht als Barpianist oder allenfalls als Koch. Hmm….
– Verraten Sie uns ihr Lieblingskuchenrezept?
Das kenne ich nicht. Es war das Rezept der kaltgerührten Schokoladetorte, die mir meine Mutter gemacht hat.
– Unter Ihrem Balkon soll jemand ein Ständchen singen. Sie dürfen sich Sänger und Lied wünschen. Also, wen und was wünschen Sie sich?
Schwere Frage: die mir zuerst einfallen, sind schon tot. Es wären Männer wie z.B. Nesterenko und er sollte den Floh singen von Moussorgski.
Der Floh
Für die, welche ihren Goethe nicht so gut kennen, hier der Text:
Es war einmal ein König,
Der hatt‘ einen großen Floh,
Den liebt‘ er gar nicht wenig,
Als wie seinen eig’nen Sohn.
Da rief er seinen Schneider,
Der Schneider kam heran;
„Da, miß dem Junker Kleider
Und miß ihm Hosen an!“
In Sammet und in Seide
War er nun angetan,
Hatte Bänder auf dem Kleide,
Hatt‘ auch ein Kreuz daran,
Und war sogleich Minister,
Und hatt einen großen Stern.
Da wurden seine Geschwister
Bei Hof auch große Herrn.
Und Herrn und Frau’n am Hofe,
Die waren sehr geplagt,
Die Königin und die Zofe
Gestochen und genagt,
Und durften sie nicht knicken,
Und weg sie jucken nicht.
Wir knicken und ersticken
Doch gleich, wenn einer sticht.
Ist doch gut, oder?
– Auf welche fünf Lebensmittel können Sie nicht verzichten?
Ich kann auf alles verzichten. Es gibt immer etwas, was einen fantastischen Ersatz darstellen würde.
– Die Elf ist die Zahl des Narren. Wenn Sie sich denn verkleiden würden, als was würden Sie zum Karneval gehen?
Als gestiefelter Kater.
Ich mag Stöckchen. Sie regen mich zum meditieren an. So habe ich auch über das Stöckchen als Ding an sich meditiert. Die Meditation war sehr ergiebig.
Mittlerweile aber lesen so wenige mein Blog, dass sich das Niederschreiben nicht gelohnt hat.
Es sei so viel verraten:
Stöckchen sind gut 🙂
„An Ottoman Turkish assault in a second siege in July 1683 destroyed the town and ended in a massacre. The Turks reneged on their surrender terms after the city capitulated and the keys had been handed over. When the Viennese defense commander, Count Ernst Rüdiger von Starhemberg heard of the post-surrender destruction of Perchtoldsdorf, he decided he could not trust a similar offer from the Ottoman commander Kara Mustafa Pasha to surrender Vienna.“ [Palmer, Alan, The Decline and Fall of the Ottoman Empire, p.12, Published by Barnes & Noble Publishing, 1992. ISBN 1-56619-847-X ]
(Für deutsche Leser: to renege – Vereinbarungen nicht einhalten, leugnen. Offen gestanden kannte ich das Wort bisher nicht.)
–
So viel zu meiner noch immer währenden Skepsis über die Politik der Türken. (Ich halte die Haltung eines Erdogan eher für ottomanisch als die eines Nachfolgers von Kemal Atatürk.)
Was ich eigentlich schreiben wollte, vertage ich. Ich werde wütend, wenn ich an das Massaker in Perchtoldsdorf, in das ich täglich radle, denke.
Und wenn ich an „die Brücke über die Drina“ von Ivo Andric denke, wird meine Wut wieder angefacht.
Ich halte nichts von Rache, aber auch nichts von politischem Vertrauen in ein Volk, welches diplomatische Absprachen nicht einhält. So weit ist nicht einmal Hitler gegangen.
Das Üben fordert mich derart, dass ich kaum Energie fürs Buch aufbringe. Eigentlich sollte ich ein schlechtes Gewissen haben, doch merkwürdigerweise komme ich damit sehr gut zurecht.
Aber das Üben ist echt anstrengend.
