Archiv für Januar, 1970
Ach was, ich lass es einfach so stehen…
Es gibt Zeiten, da versuche ich dieser manchmal auch berechtigten Bezichtigung entgegen zu wirken. Solche Phasen können sich auch auf mehrere Monate erstrecken.
Dann gibt es auch die Zeiten, wo es mir ziemlich egal ist, was andere Leute über mich denken. Ich muss mir quasi selbst gefallen. „Du kannst nicht der ganzen Welt und deinem Vater gefallen.“ Ist da ein sinniger Spruch. Ein paar Menschen stößt man immer vor den Kopf.
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Und dann gibt es ganz andere Momente, wo ich über diese Fragestellung nicht nachdenke. Oder zumindest erst in der Reflexion. Wo ich mich einfach gut fühle, dass ich etwas kann und dass ich dann auch kein Publikum brauche. (Normalerweise agiere ich vor Publikum besser als allein, oder auch bei Tests etc. Man könnte durchaus behaupten, dass ich Auditorium benötige. Für manche Menschen gilt ja gerade das Umgekehrte.)
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Jetzt stelle ich selbst relativ hohe Ansprüche an mich selbst. Vielleicht brauche ich deswegen die Bestätigung von anderen, weil ich mir selbst nicht genüge.
Ich bemerke, dass sich eine Veränderung ergeben hat. Ich kann mir selbst genügen. Zumindest manchmal. Ich merke auch, wie sehr die Qualität meines Klavierübens zugenommen hat. Wesentlich genauer und geduldiger arbeite ich jetzt an den schwierigen Passagen.
Es bewahrheitet sich eine Weisheit, die ich mir aus Aussagen meines Vaters destilliert habe: das Üben macht solange Spass, solange man das Gefühl hat, dass man sich noch selbst verbessern kann. Beim Klavier würde ich die zu erlangende Stufe damit beschreiben, dass man nicht „etwas spielen kann“ sondern dass man es so spielen kann, „wie man es gerne spielen möchte“.
In meiner Branche, dem Software-Test gibt es ein ähnliche Dualität. Verifikation und Validierung. Die Verifikation stellt fest, ob „richtig“ programmiert wurde, die Validierung stellt fest, ob „das Richtige“ programmiert wurde.
Als Beispiel stelle ich hier eine Aufnahme von Cortot, über dessen Größe es keine Diskussion gibt. Es wird allerdings behauptet, dass Cortot in der heutigen Zeit keine Chance hätte, weil er nicht durch den Filter der technischen Perfektion kommen würde, den man heute den jungen Pianisten auferlegt. Cortot war technisch ausgezeichnet, doch er war mehr auf die Musik als auf die technische Perfektion ausgerichtet.
Wenn man die untenstehende Aufnahme anhört, kann man vielleicht einen Eindruck bekommen, was Klavier „spielen“ wirklich bedeutet.
Also eigentlich ist es ja Version 4.
Ich gönne einmal meinen LeserInnen ein bisschen Schadenfreude. Ich bin zu blöd, um diese Version anständig zu installieren.
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Da ich keine Lesezeichen und keine Einstellungen fand, habe ich die Installation wiederholt. Das muss ich mit Administratorrechten machen, sonst sagt er mir, dass die Installation nicht vollständig abgeschlossen ist. Er trägt sich selbst als Standardbrowser ein, obwohl diesbezüglich keine Frage kommt. Und das Ergebnis ist wie gehabt.
Eigentlich sollte es mir ja egal sein. Den FF brauche ich nicht und die Lesezeichen hole ich mir halt mit einer anderen Version herein und dann endgültig tschüss.
Da haben sie so lange an der Version herumgegurkt. Und dann das!
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Aber ich frage mich, was die dabei gedacht haben…
Nachtrag: es gibt eine Checkbox für den Wunsch „Standardbrowser“. Die ist by default angekreuzt.
Kürzlich traf ich einen lange nicht gesehenen Bekannten in der S-Bahn. Dieser ist selbstständig und von Beruf Programmierer. Er ist der einzige Mensch, von dem ich auch als Student behauptet habe, dass er schneller programmiert als ich. (und auch besser) Und damals war ich gut.
Wir haben uns ein bisschen übers Fach unterhalten und dann über Java.
Und dann sagte ich etwas, was alle Umsitzenden erheiterte und einige zu wahren Zustimmungschören aufmunterte. Die anderen haben erstohlen gelacht und zwischen den Sitzen durchgeschaut, wer da spricht.
Ich sagte:
„Die Computer sind jetzt wirklich so intelligent geworden, dass man von künstlicher Intelligenz sprechen kann. Sie haben das Masturbieren entdeckt. Anders ist es ja nicht zu erklären, dass in Java reine Selbstbefriedigungsorgien gefeiert werden und die Programme zehnmal so lange brauchen wie vor 40 Jahren.“
Das künnte sie vielleicht auch sein. Aber nicht in unserer Welt.
Ein Report von Reuters hat am 22.3.2011 folgendes berichtet:
…
In 2002, TEPCO admitted to safety regulators that it had falsified safety records at the No. 1 reactor at Fukushima Daiichi. In 2003, TEPCO shut down all of its 17 nuclear plants to take responsibility for the false safety scandal and a fuel leak at Fukushima.
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Ich kann ja kein Englisch, aber ich versuche, mir das einmal zu verdeutschen.
2002 hat Tepco gegenüber (staatlichen) Sicherheitsbeauftragten zugegeben, dass sie Berichte über den Sicherheitszustand des Reaktors 1 in Fukushima gefälscht hatten. Daraufhin musste TEPCO 2003 siebzehn Atomkraftwerke hinunter fahren. Anscheinend war noch ein Leck im Brennstoffbereich das letzte Pünktschen auf dem i.
Später wird man das dann alles vergessen haben und munter mit dem gleichen Schlendrian fortgesetzt haben.
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Ich nehme an, dass die Deutschen auch so mit den moratoriumierten Kraftwerken so umgehen wird.
Woher darf man annehmen, dass sie bei den heutigen, veröffentlichen Strahlenwerten nicht lügen?
oder besser: nichts für schwache Nerven.
Kein Problem: ich habe überhaupt keine Nerven mehr.
Heute wurde ich unvermutet Zeuge von sechs Wurzelbehandlungen, ausgeführt an einer Person im Verlauf von 3 Stunden.
Morgen gibt es vier weitere. Das betrifft die Zähne, die überkront werden sollen. Ich dachte, dass dies erst in drei Monaten gemacht würde und war auf eine Behandlung gefasst, die einen defekten Zahn betreffen sollte.
Schnecken!
Ich hätte sagen können, dass ich es auf zwei Raten mache. Das hätte mir aber nichts gebracht, weil ich ja morgen noch vier habe. Und am Mittwoch kommt dann der Kiefer dran.
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Aber eines kann ich sagen. Diese Belgrader Zahnärzte, die mir da empfohlen wurden, sind das Beste, was ich je an Zahnärzten erlebt habe. Ich habe ja die Arbeit live miterleben können. Vorsichtig, präzis, effizient und im Prinzip auch rasch. Dass der eine Zahn mehr Zeit benötigte, lag auf der Hand.
Ich hatte das Gefühl, dass mein Zahnarzt sein Handwerk als Kunst ansah und wirklich mit Interesse durchführte.
Mit der schwarzhaarigen Assistentin und der blonden Übersetzerin, die extra wegen mir dabei war, (sein Cousin spricht bestes Englisch, weil er an zig Plätzen in USA und sonstwo als Spezialist bei Konferenzen war) war ich auch optisch gut versorgt, auch wenn sie ein bisschen zu stark seitlich versetzt gesessen sind. Da gäbe es noch ein klitzekleines Verbesserungspotential.
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Wir werden sehen, wie es weiter geht.
Jetzt warte ich einfach, bis die Lippen ihre Pamstigkeit verlieren. Ein Angebot muss ich noch für Wien machen.
Aber selbst die Quartierfrage scheint jetzt in Belgrad sehr zufriedenstellend gelöst zu sein.
Guter Tag, heute!
Heute abend ist es mir zwischen 19:30 und 21:00 nicht so gut gegangen. Die Wirkung der Spritzen hat nachgelassen, aber ich hatte kein Schmerzmittel genommen.
Gestern hatte ja auch eines gereicht. Heute fühlte ich mich so sicher, dass ich darauf vergaß, beim Zahnarzt zu fragen und meine Mittel hatte ich im Hotel.
Ursprünglich hieß es ja: vier Zahnderln werden gemacht.
Als ich dann nach dem dritten frohlockte: jetzt kommt der letzte, hieß es „noch zwei“. Soviel Serbisch verstehe ich nämlich mittlerweile schon. „Josch dwa“
Na gut, beim 4. bin ich dann weggenickt und erst wieder aufgewacht, als der 5. schon fast so gut wie fertig war. Ich hatte nicht einmal bemerkt, dass ich inzwischen vermutlich noch eine weitere Spritze bekommen hatte. (Geschnarcht habe ich sicher nicht, dafür wird der Onkel Doktor schon gesorgt haben:)
Und dann wurde noch einmal der schlechteste Zahn von gestern (ohne Betäubung) aufgemacht. Aber das ging wirklich fast schmerzlos, nur ein bis zwei Zucker meiner Beine. Ich hatte ein gutes Gefühl dabei, weil noch einmal Medizin in den Zahn kam und er sich danach auch wieder sehr solide anfühlte.
Aber jedenfalls saß ich fast drei Stunden am Stuhl. Das waren gefühlte 2,25 Stunden, weil der Onkel Doktor dann bestätigte, dass ich 45 Minuten geschlafen hatte.
Das soll mir einmal einer nachmachen. Während der Abschlussarbeiten dachte ich nur darüber, ob ich den Satz: „Könnte es sein, dass ich geschlafen habe?“ auf serbisch schon sprechen könnte. Das Partizipium von Schlafen hab ich nicht ganz zusammengebracht. Da sollte man nämlich noch den Aspekt hineinbringen.
Aber „alles hat ein Ende“ habe ich dann doch noch zusammengebracht, denn diesen Text kenne ich vom Fernsehen aus der Werbung für „six feet under“.
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Was ich wirklich für bemerkenswert halte, ist der Umstand, dass ich bei der ganzen Geschichte recht viel Serbisch höre und lerne. Der Arzt und die Assistentin plaudern munter dahin und ich kann zumindest schon die Themen erraten, wenn sie sich über die Schulen der Kinder unterhalten. Es ist eine etwas merkwürdige Form von „total immersion“. Ich bin im Sessel untergetaucht, darf selbst nichts reden, bzw. kann nichts reden, doch meine Ohren sind auf Empfang gestellt.
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Morgen kommt der eigentliche Hammer: die Kieferoperation für die Implantate.
Sehr war der Ratschlag heute, sechs Stunden vor der OP nichts mehr zu essen, was ja eher normal ist. Aber auch vorm Trinken wäre abzuraten, weil die Geschichte wird drei Stunden dauern und während dieser Zeit werde ich mich nur schwer zum Nase pudern entschuldigen können.
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Damit die Geschichte aber nicht nur nach den typischen Krankengeschichten der alten Leute klingt, kommt jetzt noch ein kleiner Erfolgsreport.
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Nein, ich habe noch nicht einen unterschriebenen Kundenauftrag.
Ja, ich habe eine Wohnung und ein Office. Und diese sind nach einigen Besichtigungen und Verhandlungen jetzt doch dort angesiedelt, wo ich ursprünglich hinwollte: die Wohnung in GENEX APPARTMANI, wo auch z.B. die österrreichische Außenhandelskammer und die japanische Botschaft residiert. Das Office befindet sich gleich im Nebengebäude, dem „kleinen Turm“, wo sich hauptsächlich DELTA GENERALI befindet. Back to the roots könnte man sagen.
Aber es wird ernster und ernsterer!
Beruflich alles gesettelt. Um 4:30 it started, at 10:00 I got out of the stool. During most of the operation I slept. The doctor said later hat there had been some difficult parts in the bone so he had to take more time.
I was brought to the hotel. I can feel the implants with my tongue. My appetite is qute reduced.
In six days there will be a control and then I go to Vienna.
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Typing is difficult. So I stop now with the one vital information:
I am still alive:)
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Ich habe es ja gleich nach der Operation geschrieben, dass ich noch lebe. Diese dauerte fünf Stunden, weil doch relativ viel mit dem Kiefer zu machen war. Nachher sah ich noch die Bildchen von den Implantaten. Die meiste Zeit verschlief ich, bei den letzten drei bekam ich es dann wieder live mit. Ohne wirkliche Schmerzen nur musste ich häufig ermahnt werden, den Mund wieder aufzumachen.
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Danach postoperative Betreuung. Schmerzmittel und ab heute Abend Penizillin, oder zumindest etwas damit. Ich hoffe, dass am Dienstag abends die Drähte gezogen werden können. (Am Mittwoch fliege ich dann ja nach Wien zurück.)
In der Nacht bin ich aufgewacht und da tat so richtig alles weh. Nach der Einnahme des Schmerzmittels konnte ich aber dann recht gut schlafen und jetzt in der Früh fühle ich mich etwas benommen aber durchaus lebensfähig.
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Heute bleibe ich im Hotel und erledige einmal alle Sachen, zu denen ich als Zeitgründen zuletzt nicht gekommen bin. Da gibt es noch unheimlich viel zu schreiben.
Auch gestern war es wieder eine Freude zu erleben, wie sorgfältig und bemüht alle gearbeitet haben. Die Anästhisistin hat jeden Schritt erklärt. Nur mehr ein kleiner Punkt auf der Handfläche zeigt von ihrer Tätigkeit.
Wenn ich gerade jetzt zusammenbeiße, tut mir weniger weh als gestern am Nachmittag. Das wird allerdings die Wirkung des Schmerzmittels sein.
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Wenn ich meine Erfahrungen hier zusammenfasse, so stelle ich folgendes fest: die Geräte mit denen sie hier arbeiten sind die modernsten (wie auch in Ungarn). Die Arbeitsauffassung ist eine andere. Hier sieht sich der Zahnchirurg als Dienstleister und versucht alles, um auf Sorgen, Fragen und notwendigen Beeinträchtigungen des Patienten einzugehen.
In Österreich, wo die Preise für gleichartige Arbeiten ungefähr 2,5 mal so teuer sind, wenn nicht mehr, ist der Patient in erster Linie Kunde, der die nächste Ferrari-Rate begleicht. (Ich weiß, dass das eine bösartige Unterstellung ist. Nicht alle sind so. Doch der Preis für eine Krone liegt in Österreich bei 2.000€ und da weiß ich jetzt noch nicht einmal, ob das Implantat schon im Preis inbegriffen ist.)
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Zu allerletzt möchte ich noch erwähnen, dass mir in der gesamten Ordination alle (ca. 10 verschiedene Menschen) sympathisch waren. Das ist eine ziemlich hohe Ausbeute;)
Dass die Amerikaner momentan wegen der OBL-Geschichte in Verruf geraten, halte ich für ein bisschen ungerecht.
Dass sie aber ein komisches Volk sind, kann man nicht abstreiten. Vor allem dann wenn sie „fucken“.
Ich sehe gerade einen amerikanischen Film, bei dem auch Sex vorkommt und dieser erinnert mich an eine besondere Eigenschaft der amerikanischen Männer. Sie vögeln in Unterhosen.
Also ich tue das nie.
Aber das Szenario ist eindeutig. Sie landen mit einer Frau im Bett. Die Bekleidung wird weniger und weniger, das Bild dunkler und dunkler bis es durch das Morgengrauen wieder heller wird. Und dann steigt der Mann frisch gebügelt in seinen Unterhosen aus dem Bett.
Vielleicht sind das genetisch veränderte Schlafwandler. Sie spazieren nicht im Mondlicht herum, sondern sie ziehen sich im Schlaf wieder die Unterhosen an.
Bei deutschen Filmen sieht man hingegen in der Früh den Männerarsch, um auch ein paar Damen ins Kino zu bekommen. Meistens nur ganz kurz, aber eindeutig ersichtlich, dass vorher Nacktsein angesagt war.
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Wie gesagt, die Bigotterie der Amis regt mich mehr auf als die Art, wie mit OBL am Ende umgegangen wurde. Und die Prüderie ist nur ein Teil davon.
Ich habe etwas älteres Mobiliar bekommen. Heute konnte ich einem Handwerker bei der Restaurierung zusehen. Den ganzen Sonntag hat er an Bett und Sesseln gearbeitet.
Der Stuhl am Tisch bekommt gerade die Zierknöpfe.
Morgen wird noch der Tisch poliert, dann ist mein Apartment soweit einmal eingerichtet.
Man sitzt sehr bequem in den Stühlen.
