Make love not war

Das war doch ein guter Spruch in der Hippie-Zeit. Dass er absolut nicht in das Schema der heutigen Politik passt, mag folgender Artikel beleuchten, dem ich mich fast vollinhaltlich anschließen kann.
Computerspiele mit Erotik werden von den Spielevertreibern tabuisiert und nicht angeboten. Lieber ein gutes altes Kriegsspiel, ein Ego-Shooter als etwa ein bisschen nackte Haut.

Ich gebe daran vor allem konservativen, den Republikanern nahestehenden Kreisen die Schuld, die ja alle ihre Weisheit von Gott eingegeben haben.
Mich wundert ja schon fast, dass nicht nach jedem zweiten politischen Statement der Satz erfolgt: „Das hat der HErr zu mir gesagt“ und dann am Schluss noch „denn ich bin der Herr.

Es muss wohl so sein, dass die Katholiken, die ja auch ganz verbissen am Alten Testament festhalten und Juden ihre Heilige Schrift wirklich ernst nehmen. Dass dort inhaltlich wesentlich mehr über Kriegsführen als Liebemachen geschrieben steht, zeigt nach Ansicht des HErrn, was wirklich wichtig ist: wie man nämlich dem anderen den Schädel einschlägt.
Dass der Islam sich da fein dran hält nach dem Motto: was für die Juden und die Christen opportun ist, können wir nicht auslassen, sorgt für wunderschöne Kontinuität.
Die Inder sind mir ja nicht ganz geheuer. Doch abgesehen vom Buddhismus, der „keine Religion“ ist, haben sie ja das wunderschöne Kamasutra. Allein deswegen halte ich sie für ein bisschen einsichtiger als die unser Einen.

Also mir hat der HErr eingegeben, dass er sich wundert, dass sich nicht schon längst jemand aufregt, dass es keine vernünftigere Quelle als die Bibel gibt. Er hat noch ganz anderen Menschen die Wahrheit offenbart. Doch die Heilige Römisch-Katholische Kirche hat die Wahrheit gepachtet. Der HErr hat mir offenbart, dass er nicht mehr lange zuschaut. Er wird das gleiche noch einmal machen wie er es schon ein paar Mal gemacht hat, nur jetzt mit den Katholiken statt mit den Juden. Er wird ihre Paläste zerstören und die Hohen Priester verjagen. Und er wird die Feinde unterstützen, die gegen die Katholiken anrücken werden. Denn er ist der HErr. Denn Könige gibt es keine richtigen mehr und die Richter sind korrupt. Und so wird es 1.105.223.479 Tote geben. Diese Zahl wird niedergeschrieben werden und noch im Jahre 4014 nach Christus bekannt sein. Denn er ist der HErr.

Ja und wenn ich über das Offenbarte nachdenke, tritt mir die Wahrheit plötzlich ganz klar vor die Augen. Und beruhigt gehe ich jetzt schlafen, denn der HErr wacht über mich!

Der Henker

Ich bin nicht ganz sicher, warum ich mir damals den Film Der Henker angesehen habe. Doch es war ein großartiger Film.
Der Henker hat ja eher Köpfe abgeschlagen als Leute erhängt. Aber phonetisch denke ich dabei immer ans Hängen.

Und ich frage mich, ob ich einen genetischen Defekt habe. Man liest oft, sieht es im Fernsehen oder hört es von der eigenen Frau, dass sich Leute erhängt haben. (Meine Frau fand als Krankenschwester zweimal frühmorgens einen Patienten, der sein Leben nicht mehr ertragen wollte.)
Und anscheinend gehört das zu einem instinktmäßigen Wissen, wie man es anstellen muss, sich durch Erhängen umzubringen. „Die“ Leute wissen das. Manche können nicht bis hundert zählen, manche können keinem ordentlichen Beruf nachgehen, manche sind unfähig eine Liebesbeziehung einzugehen. Doch wie man sich umbringt, müssen die alle irgendwie gelernt haben.

Muss wohl durch Anschauung passieren. Weil es in den Western-Filmen vorkommt oder sonst wo.
Ich habe ziemlich viel in meinem Leben gelernt. Sogar Seemannsknoten. Vermutlich wüsste ich, wie man eine richtige Schlinge zum Erhängen bauen muss. Aber wie soll das mit einem Gürtel oder Schnürsenkel funktionieren.
Von der Schnur den Senkel,
verwende ich als Henkel.
Wenn dann am Seil ich schlenker,
War ich mein eig’ner Henker.

Volksschule, Gymnasium, Universität, Fahrschule, Spezialausbildungen – was ich alles gemacht habe. Nirgendwo habe ich das klassische Erhängen gelernt.
Ich könnte jemanden erschießen. Mit der Pistole, mit einem Revolver, sogar mit einem 45er, mit einem Sturmgewehr 58, mit einem Sturmgewehr 77, mit einem Barröhrl, mit einem Granatenwerfer (mit der habe ich tatsächlich einmal einen Hirsch erlegt, wie man mir am Abend mitgeteilt hat).
Ich könnte jemanden überfahren.
Aber ich habe nicht gelernt, wie ich mich erhängen soll.
Doch ich habe gelernt, mit diesem Nichtwissen umzugehen.
Es macht mir nichts mehr aus.
P.S. Anlässlich der Schluss-Szene eines „Falls für zwei“, wo sich ein V-Mann in der Zelle erhängt, geschrieben.

Elitär:)

http://flashfabrica.com/f_learning/brain/brain.html
1) Auf Start drücken
2 Einen 3-2-1 countdown abwarten
3) Die Positionen der Ziffern merken
4) dann die Kreise in der richtigen Reihenfolge klicken, von der kleinsten bis zur größten Ziffer.
Dann fängt neuer Countdown an. (ca 7-8 Mal)
Anschließen erscheint das Gehirn-Alter in der Anzeige:)
Ich bin heute früh auf 26 gekommen.
Damit fühle ich mich elitär!!!

Lässig

Bereite mich gerade auf den Rückflug nach Wien in zwei Stunden vor. Das war ein Kurztrip mit 4 Besprechungen, die gar nicht so schlecht verlaufen sind, selbst wenn das Geschäft erst in ferner Ferne winkt.

Ich stelle bei mir eine gewisse Gelassenheit fest, die mich überrascht und erfreut. Der Zeitraster ist hier anders. Es scheint aber so, dass ich das abwarten kann. Und in Wien habe ich mehr als genug zu tun.

Einen kleinen Zusatzvorteil hatte die Reise: ich war beim Friseur und konnte mir um 6 €, Haare schneiden und Bart rasieren lassen. Außerdem bekam ich noch eine klassische Rasur, etwas was man ihn Wien kaum mehr bekommt und noch viel schwerer bezahlen kann.
Das Ergebnis ist das neue Profilbild:)
Nachtrag: ach sch… aufs Profilbild. Das dauert mir zu lange, die entsprechende Einstellung zu suchen. Hier ist das Bild, einmal reicht ja:)

Neue Filme

die nicht neu sind.
Zur Zeit arbeite ich wesentlich mehr, als ich müsste. Doch es gibt ein paar Arbeiten, die ich unbedingt abschließen möchte. Dafür habe ich mir gestern und heute um sechs Uhr abends je eine Pause gegönnt und bin ins Kino gegangen. Der letzte Film liegt sicher schon ein dreiviertel Jahr zurück und Kino ist halt etwas anderes als Fernsehen. Jetzt habe ich mir keine Sozialdramen oder „wertvolle“ Filme angesehen, aber zwei Science-Fiction-Filme wollte ich mir schon gerne ansehen: Prometheus und Total Recall.

Beide haben mir gefallen, auch wenn sie mich nicht vom Sessel gerissen haben.
Bei Prometheus kann man deutlich sehen, was an technischen Möglichkeiten seit dem ersten Alien-Film dazu gekommen ist. Und manche Effekte sind beeindruckend und sehr ästhetisch. Manches ist heute noch nicht wirklich verfügbar, aber leicht vorstellbar. Dass in dem Raumschiff auch ein Flügel vorhanden ist, sollte mich freuen, aber als Techniker und verhinderter Raumfahrer halte ich das für einen absoluten Blödsinn.
Prometheus hat ein paar esoterische Anmutungen, doch die sind letztlich absolut banal.

Total Recall ist ein Remake. Vielleicht nicht einmal das erste, aber der Film mit Arnold Schwarzenegger ist doch sehr bekannt. Ich war ein bisschen skeptisch als ich in den Film ging. Als begeisterter Philip K. Dick-Leser musste ich mir diese Umsetzung aber unbedingt ansehen. Von Philip K. Dick gibt es keinen Roman oder Kurzgeschichte, die mir nicht gefallen hätte. In seinen Werken steckt unheimlich viel drinnen, dessen Prophesie im Allgemeinen noch gar nicht wahrgenommen wurde oder wird.
Diese Umsetzung lebt wie bei Prometheus von raffinierten Effekten. Am Anfang lernt man, dass auf der Erde nur mehr England und Australien besiedelt sind, die durch einen direkten Tunnel verbunden sind. Der Film spielt nur auf der Erde, was bei Dick nicht so vorgesehen ist.
Ich muss aber gestehen, dass die Verfremdungen der Geschichte keinen Abbruch tun. Es ist eine ausgezeichnete Umsetzung, schauspielerisch glaubhaft durchgeführt. Dadurch, dass weder Mars noch Mutanten vorkommen, (stimmt nicht, von der dreibrüstige Frau träumt der Held zumindest) _gewinnt_ die Story an Brisanz. Die Thematik mit den eingepflanzten Erinnerungen folgt dem Original sehr gut.
Sehr lustig habe ich eine Anspielung im Film auf die Schwarzenegger-Version gefunden, über ich dich ich mehr als schmunzeln musste. Ich verrate sie nicht, vielleicht weiß ja jemand, was ich meine.
Für mich senilen Zuseher war es ein Nachteil, dass beide Frauen, die gute und die böse, dunkelhaarig sind. Da muss man ja immer erst genau hinschauen, um zu wissen, wer die gute ist. Das war bei Schwarzenegger eindeutig besser: blond ist böse, schwarz ist gut.
Aber sonst ist diese Version sehr zu empfehlen. Ein paar verkehrstechnische Gags sind auch noch eine Steigerung von Bladerunner bzw. fünftem Element 🙂

Steigende Benzinpreise

Als ich noch ein eigenes, mein erstes Auto fuhr, ( Heute habe ich kein Auto mehr, weil ich in der Nähe von Wien lebend verkehrstechnisch auch gut angebunden bin.) war der Benzinpreis ungefähr 3,50 Schilling, 0,5 DM. So habe ich es in Erinnerung (1969). Dann gab es eine Ölkrise mit Beginn der ansteigenden Benzinpreise und dem „autofreien Tag“. Und dann gab es das Schreckgespenst „einmal wird ‚der‘ Benzin 20.00 Schilling kosten und dann wird keiner mehr Auto fahren. Wenn man sich nun die Inflation ansieht, (Brot, Milch, Butterpreise) kostet das Benzin heute auch nicht mehr als damals. Das verwundert mich sogar, dass es so ist. Nur die Erwartungshaltung ist eine andere. Das Auto ist immer noch ein Luxus, obwohl die Leute meinen, ein Recht darauf zu haben. Übrigens mussten in der Regel damals beide Ehepartner arbeiten, wenn sie sich ein Auto leisten wollten. (Oder man landet gleich im Himmel. Auch keine schlechte Alternative!)
Es bleibt halt die Frage der Prioritäten…
Die Freiheit der Bewegung gilt als hohes Gut. Wie lustig mag es anmuten, dass im 19. Jhd noch die Gesellen auf die Walz gingen und lange Strecken zu Fuß zurücklegten.
Und was soll der Kult vom Jakobsweg, wenn das Spazierengehen so ‚out‘ ist.
Eine Pilgerfahrt sollte doch heute so aussehen:
In Barcelona starten und bis Vladivostok und zurück die gesamte Strecke mit dem Auto (ohne Autozug oder Fähre) zurücklegen. Danach käme man ebenfalls geläutert zurück.
Nachtrag: damals kostete mein Mini 33.500 Öst. Schilling, also soviel wie 1000 Liter Benzin (danke Nömix). Der Preis des heutigen Basismini habe ich mit 15.500 Euro recherchiert. D.h. wenn der heutige Benzinpreis 1,6 Euro/Liter beträgt, hat sich am Verhältnis praktisch nichts geändert. Der heutige Mini hat drei Mal so viel PS und ein paar zusätzliche Schmankerln, aber im damaligen habe ich mich wohler gefühlt. Worüber regen sich die Leute dann auf. Insgesamt ist die Qualität beim Autofahren viel günstiger geworden. Das Benzin hat halt heute einen größeren Anteil am Preis. So what?)

Einladung an Wiener und WienerInnen

Diese Einladung habe ich heute bekommen:
endlich ist es so weit:
Hiermit laden wir, Silke und Natalia euch ganz herzlich zu unserer ersten Therapeutischen Schreibwerkstatt ein.
Sich schreibend selber besser kennenlernen und Lösungsansätze erarbeiten, die wir auch im Alltag umsetzen können, ist das Ziel unserer Kurse.
Gemeinsam bringen wir unsere Fähigkeiten als Kunsttherapeutin (Silke) und Business Coach (Natty) ein, um mit euch Spaß am
Schreiben und an Selbsterfahrung zu haben.
Die therapeutische Schreibwerkstatt ist ein offener Kurs, der zwei mal im Monat stattfinden soll, jeweils am 1. und 3. Dienstag um 19:00-20:30.
Eine Einheit kostet pro Person 25 Euro.
Ort: Institut Inbale: 1120 Wien, Hohenbergstrasse 44/1/4
Der nächste Termin findet kommenden Dienstag, am 28.8.2012 um 19:00 statt.
Bitte leitet dieses Mail an alle, von denen ihr glaubt, dass es sie interessieren könnte, weiter!
wir freuen uns schon auf Euch!
liebe Grüße
Silke und Natty
Mag.phil. Silke Schön, Kunsttherapeutin
Mag. iur. Natalia Hartmann, Business-Coach, Autorin
Institut INBALE
Am Tivoli
Hohenbergstrasse 44/1/4
1120 Wien

Diese Einladung habe ich heute erhalten und möchte Sie gerne publizieren, weil ich überzeugt bin, dass es eine gute Sache ist. Schließlich ist die eine der beiden meine Tochter:)
Bitte die Telefonnummer für Zusagen bei mir erfragen, ich möchte fremde Telefonnummern nicht so einfach ins Netz stellen.
Meine email-Adresse ist an sich ja bekannt: hans_dot_karl_hartmann_at_yahoo_at (mit der entsprechenden Umkodierung)

Manchmal frage ich mich,

ob ich zu empfindlich oder zu blöd bin.

Ich bin ja nun doch soweit lebenserfahren, dass ich nicht jede Zeitungsmeldung ernst nehme. Ja selbst wenn die Meldung stimmt, heißt es noch nicht, dass ein Politiker das wirklich glaubt, was er sagt.
Provokation, Agitation, Demagogie sind halt Bestandteile eines demokratischen Systems. Auch die bewusste Verdummung eines Volkes, um ihm die Fähigkeit des Hinterfragens zu nehmen, muss man heutzutage in Kauf nehmen.
Aber, so frage ich mich, wieso geht das alles so leicht durch? Wieso regen sich die Menschen nicht schon im Ansatz auf, wenn sie verarscht werden?
Es ist wohl so, wie Heimito von Doderer beschreibt, dass eine Diskussion irgendwann einen Punkt erreicht, an dem sie festgefahren ist, an dem man die Streiterei auf einem anderen Niveau fortsetzen muss. Die epigrammatische Faust, halt.
Ich könnte mich in einem politischen Umfeld nicht bewegen. Mir würde die Hand ausrutschen.

Der Anlass für meine Frustration ist noch nicht das Interview mit Kurt Scheuch, obwohl das allein schon ausreicht, um am politischen System in Kärnten oder sogar in Österreich zu zweifeln. Da behauptet einer angesichts eines Videos, welches ihn Lügen straft, Sachverhalte, die man mit eigenen Augen als falsch erkennen kann. Dass die offizielle Darstellung von ihm auf einer halben Seite 13 Rechtschreibfehler enthält, ist da nur das Tüpferl auf dem i. (Gut für ihn, dass er nicht vereidigt war!)
Aber es ist nicht der W…r S., der für meine Frustration heute zuständig ist, sondern der Republikaner Akin, der zur Zeit mit seinen Thesen über Vergewaltigung und Schwangerschaft selbst seine eigenen Parteikollegen ein bisschen unruhig werden lässt.
Und es sind die Eintragungen einer Konvertitin, die polemisch eine Seite aufrührt.
Sie ist nicht allein. Mittlerweile finden sich in allen Religionen Fundamentalisten, die plötzlich gehört werden. Früher gab es sie auch schon, aber da hat man sich bemüht, nicht zu sehr aufzufallen.
Was wir zur Zeit erleben, ist eine gar nicht mehr so versteckte Kriegstreiberei. Kriege hat es immer gegeben, nur glaubte man, nach dem 2. Weltkrieg etwas gelernt zu haben. Nach 67 Jahren Frieden sind die schlechten Erfahrungen vergessen und auch in „zivilisierten“ Ländern scheint Krieg wieder ein handhabbares Mittel zu werden.
Und vielleicht sollte man sich wünschen, dass wirklich ein kleiner Aderlass erfolgt. 3-4 Milliarden Menschen weniger und restart. Die Superreichen, die sich vielleicht aus der Schusslinie nehmen konnten, erfahren, dass es nicht mehr genügend Menschenfutter gibt, um sie zu hofieren und zu verwöhnen.
Und die schönen Orte, wo sich die Superreichen treffen, werden auch gelitten haben, weil es in der Nachbarschaft militärische Ziele gab und deren Auslöschung den Nachbarort gleich mitverseucht haben.
Es gibt keine Entschuldigung für Amerikaner und Europäer, dass sie einer solchen Entwicklung nicht Einhalt gebieten. Den Amerikanern flüstert Gott ein, wann der nächste Krieg zu beginnen ist, die Europäer sind schon zu dekadent, um zu erkennen, in welcher Gefahr sie stecken.
Dass in einem Pussy-Land ein Riot ausbricht, ist angesichts der gegenwärtigen Lage kaum zu befürchten. China ist noch nicht ganz festgelegt. Dort zündeln jetzt einmal die Japaner, für die ich eine gewisse Sympathie empfinde, selbst wenn sie jetzt ihre freiwillige Atombombenenthaltsamkeit aufgeben wollen.
Wir schauen uns das alles an, fast in der ersten Reihe, gut versorgt mit Facebook, Twitter, etc. und es berührt uns nicht mehr. Wir sind überreizt, übersatt und träge. Es gibt ja nicht einmal den Ansatz eines Versuches, ein neues System zu konzipieren, welches einem Kapitalismus nachfolgen kann.
Aber vielleicht brauchen die Überlebenden gar kein System. Die Skrupellosen bleiben übrig und die bringen sich dann gegenseitig um, um sich Vorteile zu verschaffen. Bis sie so wenige sind, dass sie sich nicht mehr reproduzieren können.

Dann haben wir es geschafft.

Zauberflöte in Salzburg

Regietheaterk vom schlimmsten. Was Harnoncourt mit dem Orchester aufführt ist zumindest interessant. Die Königin der Nacht singt sogar für meine Schweinsohren verstimmt.
Die Initiationsszene wird von zwei lebendigen Kerzenständern in Raumanzügen vorgeführt.
Sarastro und seine Mannen wirken wie die Mannschaft einer Psychiatrie und dort gehören auch die Verantwortlichen für diese Aufführung hin.
Dabei wäre die Felsenreitschule gut geeignet, eine „klassische“ Regie zu leben, was auch zu der „Originalmusik“ des Harnoncourts gut passen würde.
So einen lächerlichen Scheiß habe ich ja noch selten erlebt. Da haben sich die Kritiker über die Boheme aufgeregt, obwohl dort die neumodische Regie sehr gut zu passen schien.
Im übrigen sind die Sänger so oft mit dem Orchester auseinander, dass es schon weh tut. Die Besetzung der Pamina passt zumindest fürs Fernsehen nicht. Die sehr gute Sängerin ist zu alt für das, was sie verkörpern soll. Tamino und Pamino in Unterwäsche hätte man wenigstens mit Palmer ausstatten können.
Ist wirklich ein Wahnsinn.

Es passt dazu, dass im Teletext die Oper nicht einmal den Komponisten erwähnt, allerdings immerhin das Geburts- und Sterbedatum von Schikaneder.

Spielen und Sterben

Angeregt durch einen Beitrag bei Pjerunje war ich angeregt, heute die Schubert-Sonate DV960 zu spielen. Diese Sonate begleitet mich mein ganzes Leben und wie ich schon andernorts beschrieben habe, war sie der Grund, nie mit dem Klavierspiel aufzuhören.
Die Sonate dauert ungefähr eine Stunde und stellt heute meine Kondition echt auf die Probe. Am Ende bin ich schweißüberströmt und bin nicht sicher, ob ich noch eine Note lesen kann oder mich überhaupt noch eine Minute länger konzentrieren kann.
Die ersten drei Sätze waren verständnismäßig nie ein besonderes Problem für mich. Ich hatte meine eigene Interpretation und war zufrieden damit. Doch den letzten Satz verstand ich nicht. Irgendwie passte er mir nicht zu den anderen drei Sätzen, ich empfand ihn als schwache Fortsetzung der vorigen Sätze.
Heute habe ich nachgesehen. In der englischsprachigen Wikipedia steht über die letzten Sonaten mehr als in der deutschsprachigen. Speziell eine Passage finde ich dort, der ich sehr gut zustimmen kann.
It is often suggested that the Last Sonata, in B-flat major, is a farewell work in which Schubert faces his own death (somewhat analogous to the myths surrounding Mozart’s Requiem); this is usually ascribed to the relaxed, meditative character which dominates the two opening movements. [Eva Badura-Skoda]
Diese Interpretation wird von Alfred Brendel nicht geteilt, doch mir erscheint sie sehr zutreffend.
Speziell der 2. Satz ist die Begleitmusik eines Sterbenden, der bereits ein Stückchen vom Himmel sieht. Der 3. Satz ist ein leichtfüßiger Ritt, schon über den Wolken. Aber was ist mit dem 4. Satz?

Vor wenigen Tagen fiel mir eine Interpretation ein. Die leere Oktave, die den Satz einleitet und später noch immer wieder vorkommt, ist ein Peitschenhieb, die von einem lustigen Pferdegeklapper gefolgt wird. Aber es ist nicht so lustig. Man stelle sich eine geschlossene Kutsche vor, schwarz lackiert, in der Schubert sitzt. Er identifiziert sich mit den Pferden, er fühlt sich getrieben. Angetrieben wie vielleicht ein Galeerensklave, der zu höherer Leistung angetrieben wird, bis er es nicht mehr schafft und stirbt. In dem Rondo gibt es Passagen, die ein wenig nach Betäubung klingen, das Leben wird als lieblich empfunden. Aber diese Passagen werden durch ganz harte Ausbrüche deutlich ins Gegenteil verkehrt. Und darauf hin folgt echtes Räsonieren, das mit einer Tarantella verwechselt werden könnte. Allerdings handelt es sich nicht um einen Sechsachtel- sondern einen Zweivierteltakt. Und weiter geht es mit einem echten Peitschenhieb. Das lustige Geklappere artet in das mühsame Durchdringen eines Dickichtes aus, eine schwierige Passage wird überwunden.
Die Peitschenhiebe werden schwächer, das Aufbäumen bleibt das Gleiche. Gegen Schluss werden die Peitschenknaller schwächer, auch das Getrappel wird weniger und reißt immer früher ab. Und plötzlich reißen sich die Rösser los und stürmen davon. Sie nehmen das von Schubert mit, was übrig geblieben ist, seine Identifikation und seine Gedanken. Nichts wesentliches bleibt mehr übrig.

Jetzt habe ich ein kleines Problem. Ich denke, wenn ich den Satz richtig gut spielen kann, ist mein Leben erfüllt. Ich werde kurz darauf sterben. Es wäre einfach, nicht mehr zu spielen und ewig zu leben. Doch es treibt mich an, diesen Satz so spielen zu können, dass ein Zuhörer meine Interpretation auch heraus hören kann. Wenn das funktioniert, wird es aus sein. Aber es ist doch ein tröstlicher Gedanke, mein Leben mit „ein Leben, eine Sonate“ zu beschreiben. Das gäbe schon etwas her.
Weil ich in der letzten Zeit immer öfter lesen muss, dass Musikbeispiele auf youtube nicht von den deutschen Freunden abgehört werden können, versuche ich mehrere Beispiele zu verlinken.
Curzon (gutes Tempo)
http://www.youtube.com/watch?v=Vl_tLPLT5xk
Pires (gefällt mir sehr gut)
http://www.youtube.com/watch?v=ShGa9u-5NYs
Schnabel (ein bisschen langsamer aber mit der selben Dringlichkeit) 1939 (von Schnabel habe ich eine russische Beethovenausgabe, davon kann man super lernen)
http://www.youtube.com/watch?v=1qM-_sw8sio
Svatoslav Richter 1972 (von den angegebenen 5 ist das genauso, wie ich es selbst innerlich höre. Leider spiele ich ein bisschen schlechter als er:)))
Nachtrag: während ich den Eintrag eingestellt habe, habe ich die anderen Sätze ebenfalls von Richter gehört. Es gibt keinen unerwarteten Ton oder Tempo in seinem Spiel. Er spielt Schubert so, wie ich ihn spielen und hören möchte. Naja, der erste Satz ist mir eine Spur zu langsam:)
http://www.youtube.com/watch?v=ZohY6laAV7Q
Brendel (als Referenz, obwohl er Schubert sehr gut spielt, mag ich diese Interpretation weniger)
http://www.youtube.com/watch?v=p2YbCgudmc0

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