Archive for the ‘Politik’ Category

Lemminge

Hier könnte jetzt ein sarkastischer Beitrag stehen, doch mittlerweile weicht der Sarkasmus der Resignation.
Da ich nicht mehr Auto fahre, erlebe ich den Wintereinbruch nur peripher mit.
Was mich natürlich schon wundert, sind große Verspätungen bei schienengebundenen Fahrzeugen wie Schnellbahn und U-Bahn. Da können eigentlich nur eingefrorene Weichen schuld sein, aber so kalt war es auch wieder nicht. Dass Fahrgäster der U4 2 Stunden lang im Tunnel verharren mussten, „ist noch zu prüfen“.
Ich frage mich nur, wieso es solange dauern kann. Da sind 100 Leute, alle mit Handy, die müssten ja bei 0810222324, (eine Nummer, die ich mittlerweile auswendig kenne) im Minutentakt anrufen.
Man kann davon ausgehen, dass die VOR-Hotline unfähig ist und nur der Beschwichtigung dienen soll. (Womit ich nichts gegen die dortigen Telefonisten und Telefonistinnen sage, die sind auf etwas anderes trainiert und eigentlich recht effizient im Besänftigen.)
Dass gestern sonst so große Verspätungen waren, dass mein Taxifahrer mir mitteilte, dass er aus dem 7. Bezirk nach Mödling 1,5 Stunden mit Öffis gebraucht hätte, ist glücklicherweise an mir vorbei gegangen.
Ein wesentlicher Mitarbeiter ist schon am Dienstag ausgefallen, weil der Flug von Frankfurt nach Wien abgesagt wurde. Das ist nicht mein Problem.
Heute lese ich, dass die A21 (Verbindung Südautobahn, Westautobahn, Wien-Umfahrung) 5 Stunden gesperrt war. 20 LKWs mussten abgeschleppt werden.
Diese Strecke habe ich schon einen halben Tag gesperrt erlebt und es war gespenstisch, wie alle LKWs bei der Brunner Ausfahrt auf Pannenstreifen und 1. Spur geparkt waren. (Damals fuhr ich noch und habe eine gewisse Beklemmung aber auch Genugtuung in der eisigen Ruhe gesehen.)
Auf dieser Autobahn hätte es mich 1991 oder 1992 auch fast einmal erwischt. Wäre ich 3 Minuten früher auf meiner Fahrspur dahergekommen, wäre ich zusammen mit meinen drei japanischen Gästen direkt in einen querstehenden Laster gedonnert – so wie 7 Autos, die es nicht geschafft hatten.
Damals standen wir dann drei Stunden am Pannenstreifen, Gott sei Dank mit genug Benzin, so dass ich heizen konnte.

Resümee:
Wir – und damit meine ich, wir alle – akzeptieren mit unserer Technik, dass es klimatisch bedingte Ausnahmesituationen gibt, in denen wir um Jahrzehnte in unserer Mobilität zurückgeworfen werden.
Es ist daher vollkommen klar, dass eine Klimakonferenz nichts ausrichten kann. Was immer an Folgeerscheinungen einer Klimaerwärmung dargestellt wird, wird als „act of god“ angesehen. Da kann man eh nichts machen. Dass dieser Trugschluss einmal zu einer irreversiblen Situation führen wird, macht mir heute nichts mehr aus. Der Mensch muss sich erneuern. Und das kann er offensichtlich nur, wenn er auf einen Bestand von weniger als 10 000 Menschen reduziert wird. Ob das durch Eiszeit oder Unwirtlichkeit der bisherigen Kontinente beeinflusst wird, ist dabei unerheblich.
Wir sind ja – als Österreicher – nicht einmal imstande, Dinge anzugreifen, bei denen prinzipielle Übereinstimmung und Notwendigkeit etwas zu tun besteht.
Gestern war ich bei einer Podiumsdiskussion, in der das Buch „Bildung in der Krise“ (Hrg. Broukal, Niederwieser) vorgestellt wurde. Die Diskussion war gar nicht schlecht, obwohl es kaum etwas zu diskutieren gibt. Die Missstände sind klar und die notwendigen Aktionen fast ebenso. Die Parteien unterscheiden sich auch im Zugang kaum.
Die Bildung muss bei den Kindern anfangen. Je früher desto besser, und das heisst auch, dass die Eltern in die Pflicht zu nehmen sind. Aber Kinder wählen nicht. Was immer man dabei erreicht, kann eine Partei frühestens in 12 Jahren lukrieren.
Unsere Politiker sind auch schon Opfer einer bildungslosen Erziehung. Zeithorizont 4 oder 5 Jahre bis zur nächsten Wahl.
Es ist klar, dass bildungspolitisch nichts passieren wird, es sei denn, es passiert eine eindeutig zuordbare Katastrophe oder die Leute gehen auf die Strasse. Das Letztere ist in Österreich nicht unmittelbar zu befürchten, weil es uns ja letztlich viel zu gut geht.
Daher bleibt das Thema Bildung ein totes Thema – politisch gesehen.
Schade, dass ich gestern nicht mehr anbringen konnte, dass wir „einen Vizekanzler statt eines Neffen“ brauchen. (Insiderwitz für Österreicher)
Trotzdem ist das Problem Bildung in Österreich gerade erst eines, wo 8 Millionen Menschen in Mitleidenschaft gezogen werden können.
Bei der Klimafrage handelt es sich um 4000 mal soviele Menschen. Und es wird auch nichts rauskommen.
Wir haben akzeptiert, dass es wiederkehrende Problemsituation gibt, die einfach zu t o l e r i e r e n sind.
In einer gewissen Weise sind wir einfach Lemminge.

Gescheite Beiträge

Rund um die Pseudodiskussion über Genies bin ich jetzt auf ein echtes gestoßen. Der entsprechende Mann ist aber in Vergessenheit geraten, obwohl sogar John Maynard Keynes von seinen Gedanken begeistert war:
Es empfiehlt sich diesen Artikel bis zum Schluss zu lesen.

ohnmächtig

Vielleicht täten sie sich’s ja wünschen,
Aber wollen haben sie nicht gekonnt.
(Über ein Land, welches demographisch aussterben wird. Die gescheiten Leute gehen ins Ausland, die Dummen und Unfähigen bleiben im Land. Dann gibt es noch die, welche zu alt sind, um sich noch selbst verpflanzen zu wollen. Die junge Politik ist hilflos und richtet mehr Schaden als Nutzen an.)

Ist es eigentlich klar?

… wie für dumm man uns hält?
… wie hirnverbrannt Atomkraftbetreiber argumentieren?
Die folgenden Zitate stammen alle aus einem Standard-Artikel von heute, der sich vermutlich ja nur auf entsprechende Pressemeldungen offizieller Art stützt, die in erster Linie das repräsentieren, was der AKW-Betreiber von sich gibt.
Teilweise Kernschmelze in Block 2 in Fukushima…
Diese Frau ist teilweise schwanger.
AKW-Betreiber: Krise kann Jahre dauern…
bis alle Teile der teilweisen Kernschmelze verbraucht sind, oder was?
Tepco, hatte zuvor seine Angaben korrigiert und spricht jetzt noch von einer 100.000-fach höheren Konzentration als normal. Zuvor war gemeldet worden, die Strahlung sei 10 Millionen Mal höher als sonst.
Ein Faktor von 100 ist nur ein kleiner Rechenfehler. Das mit der Mathematik ist sowieso nicht so wichtig. Aber was soll es denn eigentlich bedeuten? 0 * 100.000 wäre noch immer 0, ist also gar nicht so schlimm. Was ist eine relative Angabe ohne Aussage über den Grundwert?
Laut Tepco könnte es sein, dass
Verstrahltes Wasser auch bei Reaktoren 5 und 6 …
Überraschung!!! So alle 7 Tage hören wir etwas von 5 und 6. Die sind zwar im Grunde genommen genauso gefährdet wie Reaktor 4, sind aber halt nicht „im Fokus“.
Tepco hat nun auch im Wasser in 30 Metern Entfernung der Reaktoren 5 und 6 erhöhte Radioaktivität gemessen. Die Werte radioaktiven Jods sollen 1.150 Mal über dem Normalwert liegen, teilte die japanische Atomaufsichtsbehörde am Montag mit.
Naja, sie hätten’s ja auch z.B. erst in 15 Jahren messen können. Die Krise dauert ja noch Jahre, siehe oben.
An den beiden Reaktoren wurden zur Zeit des großen Bebens am 11. März Wartungsarbeiten vorgenommen. Zuvor waren die Messungen nur südlich des Kraftwerks, vor den Reaktoren 1 bis 4 vorgenommen worden.
Vielleicht hätte man früher noch etwas eindämmen können, weil es anscheinend nicht so gefährlich erschien. Jetzt wird die Arbeit dort auch nicht mehr ganz leicht sein. Aber der Mensch kann ja nur eine Sache auf einmal ansehen.
…räumte der Tepco die unsicheren Aussichten für seine Versuche ein, eine Kernschmelze zu verhindern.
Wir haben doch schon gerade gelesen, dass eine teilweise Kernschmelze bereits im Gange ist. Wie verhindert man etwas, was schon da ist?
Die Antwort wäre wertvoll: wie verhindert man einen Grasser oder einen Strasser?
Leider gebe es keinen konkreten Zeitplan, um klar zu sagen, in wie vielen Monaten oder Jahren die Krise vorbei sei, sagte der Tepco-Vizepräsident Sakae Muto.
Ist ja irgendwie schon nett, wenn die Leute von Plänen sprechen. Bis jetzt gab es überhaupt keinen Plan sondern nur unmittelbares adhoc-Reagieren auf das, was gerade in den nächsten 5 Sekunden drohte.
Die Excel-Sheets mit den zu erwartenden Gewinnen und den Einsparungsgewinnen, wenn bestimmte Kontrollen nicht gemacht werden, – die wurden allerdings exakt geplant.
Und jetzt bitte AKW-Betreiber der westlichen Welt vor den Vorhang! Was hätten ihr geplant? Ein kleiner Solidaritätsakt wäre doch nett, wenn ihr euch alle selbst aufhängt.
UND 39% FÜR EINEN MAPPUS SIND NOCH IMMER ZUVIEL. DER TYP UND DIE 39% GEHÖREN AUF EINE VERGNÜGUNGSFAHRT NACH FUKUSHIMA GESCHICKT. ICH GLAUBE NICHT, DASS ES 39% SUPERREICHE IN BW GIBT. DASS DIE EINEN MAPPUS WÄHLEN, KANN ICH NOCH VERSTEHEN. ABER ALLE ANDEREN SIND GENAUSO BLÖD, FÜR WIE MAN SIE TATSÄCHLICH HÄLT!
UND EIN PAAR ÖSTERREICHER FALLEN MIR IN DEM ZUSAMMENHANG AUCH EIN…

Wulff baut Flughäfen

Tut er nicht und tat er auch nicht.
Für mich hängt der nicht fertig werdende Flughafen und die Widrigkeiten, über die Wulff gestolpert ist, aber trotzdem zusammen.

Für mich hängt die Scheidung der Wulffs mit der Verzögerung der Flughafenfertigstellung zusammen. Wie, das dürfen meine (vor allem deutschen) Kommentatoren begründen.

In Österreich fiele mir die Erklärung ja leicht. Da sieht es so aus: Politik wird nicht gemacht, um Ziele zu erreichen sondern um Stimmen zu krallen und sich selbst zu bereiche(r)n.
Aber sind die Umstände in Deutschland tatsächlich genauso schlimm oder noch schlimmer? Den Münchner Flughafen hat man doch auch zusammengebracht. Wieso geht das dann in Berlin nicht?

Was man darf

Vielleicht darf man als Botschafter nicht schlecht über das Gastland sprechen. Es ist ja auch sprichwörtlich, dass Diplomatie die hohe Kunst der Lüge ist.
Also ich fand die Aussagen des türkischen Botschafters über Österreich recht erfrischend. Und auch nicht falsch.
Eigentlich hat er nur einen Irrtum begangen. Er hat sich als echter Freund gesehen und daher angenommen, dass er auch einmal Klartext sprechen darf.
Aber weder betrachten die Österreicher die Türken als Freund, noch lassen sie sich etwas von einem sagen. Sie lassen sich nämlich von niemandem was sagen.
Weil schließlich SIND WIR WELTMEISTER!

Nicht nur beim Rennautobau sondern vor allem beim
Verdrängen.

französischer Weinskandal

Ich wollte eigentlich heute nichts mehr schreiben. Und versöhnlich ist dieser Eintrag auch nicht gerade.
Aber auf gut Wienerisch nenn man das „aufgelegt“.

Wer erinnert sich noch an den Weinskandal Österreich? Da wurde medienwirksam und sich über uns lustig machend der Umstand dokumentiert, dass österreichische (eigentlich burgenländische) Weine mit Gefrierschutz versetzt waren.
Wie seltsam mutet mich dann doch an, dass im Weinland Frankreich der Charles de Gaulle-Flughafen deswegen außer Gefecht gesetzt wird, weil ihnen das Enteisungsmittel ausgegangen ist.

Also ich kann darin nur die Ironie heutiger Zeitläufte erkennen. Ich will damit nicht unterstellen, dass französische Spitzenweine mit Enteisungsmittel angereichert sind.

bleibt nicht lange

Der Link mag nur einige Zeit wirksam sein. er ist nichts für schwache Nerven. Aber man sollte das schon einmal gehört haben, entweder durch Erzählungen oder eben hier.
http://tvthek.orf.at/program/Aus-dem-Burgtheater-Die-letzten-Zeugen/8844780/Aus-dem-Burgtheater-Die-letzten-Zeugen/8843567

Die Analysten sind enttäuscht!

Es werden die falschen verbrannt.
Folgende Meldung las ich gerade in orf online.
Der Nettogewinn betrug im dritten Quartal 63 Mio. Dollar (rund 45,4 Mio. Euro) und war damit deutlich niedriger als von Analysten erwartet. Nachbörslich brachen die Aktien um 14 Prozent ein. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz um 44 Prozent auf 10,88 Mrd. Dollar – erwartet wurden durchschnittlich 10,95 Milliarden. Analysten zeigten sich von den Zahlen enttäuscht.
Weil der Umsatz und ca. 1% weniger gestiegen ist (wohlgemerkt, absolut ist er ja um 44% gestiegen, aber halt nicht um 44,5%) sind die Analysten enttäuscht.
Vielleicht sind es nicht die Banker und die Politiker, die geteert und gefedert gehören.
Vielleicht sollte man die Analysten verbrennen oder ihnen irgendwas Brennendes in den Arsch schieben, weil die Armen ja so enttäuscht sind.
In der Sendung „Hart aber gerecht“ wird gerätselt, ob es um eine Billion oder um zwei geht. Es ist leicht einzusehen, dass das Vertrauen in die Diskussionsteilnehmer geschwächt ist, wenn die noch nicht einmal wissen, über welche Zahlen sie reden.
Da haben es die Analysten leichter: die wissen, über welche Zahlen sie enttäuscht sind.
Wir hatten das schon vor kurzer Zeit, damals ging es um Apple.
Diesmal geht es um Amazon.
Ich würde so gern einmal einem echten, enttäuschten Analysten in die Goschen hauen, dann hätte er wenigstens Grund, enttäuscht zu sein. Vielleicht weint er dann auch ein bisschen.

Bekennender Nazi

… bin ich ja nun nicht.
Es kommt mir allerdings so vor, dass die wesentlichen Probleme auf unserer Welt vollkommen atavistischer Natur sind. Manchmal auch antiatavistisch, wenn ich daran denke, dass Eifersucht einmal nicht unbedingt als besonderer Liebesbeweis gewertet wurde.
Aber mir geht es hier um Nationalisten und Separatisten im allgemeinen. Egal wo und egal, wie sie heißen.
Vor 15 Jahren wusste ich über die Kurden nichts – bis noch weniger als nichts. Das änderte sich, als sich Kollegen eines externen Mitarbeiters über dessen politische Telefonate beschwerten.
Es stellte sich heraus, dass er Kurde war und außerdem die PKK favorisierte. Er sah seine Arbeit nicht als Gelderwerb sondern eher als Tarnkappe für seine Aktivitäten an.
Ich schmiss ihn augenblicklich der Vermittlungsfirma zurück, nachdem ich mich selbst davon überzeugt hatte, dass das mit den Telefonaten stimmte.
Jetzt würde ich nicht so weit gehen, dass alle Kurden verschwinden sollten, aber ich würde nie mehr einen Kurden anstellen. Er hatte sich auch im Gespräch uneinsichtig gezeigt und fand seine Handlungsweise ganz in Ordnung.
Viele andere Separatisten anderer Länder würden das auch tun. Im Kampf für ihre eigene Freiheit wird jeder im friedlichen Ausland als Gegner oder zumindest als Behinderer interpretiert.
Das wäre jetzt ja sehr ungerecht, wenn ich eine ganze Gruppe anhand des Fehlverhaltens eines einzelnen beurteilen wollte.
Was mir aber auffällt, ist die ideologische Untermauerung for terroristische und kriminalistische Aktionen.
Der Begriff „Heimat“ wird aber offensichtlich genauso oft missbraucht, wie die Inhalte von Religionen. Die Menschen brauchen etwas, was Ihnen vorgegeben wird. Insofern ist eine Rebellengruppe nicht besser als das, wogegen sie ankämpft. Vermutlich rührt auch daher der Spruch: die Revolution frißt ihre Kinder.
Wollte ich mal geschrieben haben.
P.S. Und mit dieser Grundhaltung entschuldige ich auch die Deutschen und Österreicher, die einem Hitler auf den Leim gegangen sind. Ich entschuldige nicht die Verbrechen, die sie an anderen begangen haben. Und ich entschuldige nicht, dass sie die mieseste Sau aus sich herausgelassen haben, weil sie dachten: jetzt ist das erlaubt.
Nur die Frage „Wie konntet ihr nur?“ würde ich heute nicht mehr stellen.
Denn wir können auch.
Yes, we can!




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