Archive for the ‘Politik’ Category

Fussball für den Frieden

Endlich verstehe ich die Bedeutung von Fussball. Es soll legitime Feindbilder geben. Feindbilder, die darunter aber nicht zu leiden habe, weil sie in einer geschützten Werkstätte leben. Offensichtlich gibt es auch zu wenige Fanatiker, die wirklich einmal einen der Betroffenen aufsuchen und ihn abmurksen, eliminieren, ausmerzen.
Der große Unterschied zwischen American Football (dass ich auch strategisch zu schätzen gelernt habe) und Soccer (das was wir unter Fussball verstehen) ist nicht nämlich nicht bei den Spielern zu suchen. Er liegt in der Auswertung von strittigen Szenen.
Während bei American Football Videoaufzeichnungen zu gelassen sind, ist dies beim Fussball nicht der Fall. (Die Aufzeichnungen werden nur verwendet, wenn eine Mannschaft eine „challenge“ abgibt, was auch für die Mannschaft mit Kosten verbunden ist, normalerweise ein Timeout weniger.) Beim Tennis scheinen Beanstandungen ebenfalls minutiös geprüft zu werden.
Beim Fussball gibt es das nicht: eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters oder der Linienrichter bleibt bestehen, selbst wenn im Video Fehlentscheidungen deutlich als solche zu erkennen sind.
Es ist nun vollkommen klar, dass die Schiedsrichter nicht alles sehen und auch einer Täuschung unterliegen können. Dieser Umstand wird bei Fussball ganz bewusst in Kauf genommen und außerdem noch gefördert.
Wenn wir das Geld betrachten, was anlässlich einer Fussballweltmeisterschaft fließt, dann ist hier alles professionell ausgereizt. Es spielen Profis, deren potentieller Marktwert bis zu 100 Millionen Euro beträgt. Es werden Stadien gebaut, die anschließen vor sich hinverrotten dürfen. Doch eine heilige Kuh der Amateure gibt es: das sind die Schiedsrichter.
Wenn man nun sieht, wie viele Fehlentscheidungen bei dieser Weltmeisterschaft schon passiert sind, fragt man sich, ob das nicht schon bewusste Einflussnahmen in den Spielverlauf sind. Die Zeiten haben sich geändert. Es wird nicht mehr mit einer Kamera gefilmt, es gibt vier oder fünft verschiedene Blickwinkel und in der Regel erfasst wenigstens eine Kamera die fragliche Szene ganz genau.
Ich stelle daher folgende These auf: die FIFA will bewusst ungerechte Beurteilungen fördern, um die Stimmung anzuheizen. Ich habe zwar noch nicht herausgefunden, inwieweit dies zu vermehrten Einnahmen für die FIFA führt, doch scheint mir da zweifellos Geld im Spiel zu sein.
Es wird lustig sein, wenn auf einmal irgendwelche Wettphänomene zu beobachten sind.
Die Vergabe an Katar ist eine andere Geschichte, die ja gerade geprüft wird.

In einem größeren Sinn ist die Erzeugung von Feindbildern natürlich recht positiv. Plötzlich kann man sich mit Spielern identifizieren, deren Nationen man hasst, die aber ungerecht behandelt wurden. Vielleicht ist das die Philosophie, mit der die FIFA ihre Hinterfotzigkeit begründet. Fussball für den Frieden. Aggressionen werden dorthin gelenkt, wo sie nicht wehtun. Doch eines Tages wird ein Schiedsrichter umgebracht werden und alle werden sich fragen: ja, aber warum denn? Er war doch ein so netter Mensch. Das dürfte übrigens auch zutreffen, denn es ist nicht ihre Schuld, wenn sie nicht allwissend sind. Sie könnten es sein, doch die FIFA verhindert das. Und darüber hinaus sind sie ja nur Amateure.

DSK

Mir sind so mächtige Leute ja in der Regel verdächtig. Aber die Geschichte um DSK kommt mir reichlich komisch vor. Dass manche Männer Vergewaltigung für ein Kavaliersdelikt halten bestreite ich nicht und in der Regel sympathisiere ich mit den betroffenen Frauen.

In dieser Geschichte kommt mir aber einiges sehr komisch vor, was mich eher auf die Seite von 60% der Franzosen schlägt, die meinen, dass DSK „geframed“ wurde. Und das sagen auch manche seiner politischen Gegner.

Abgesehen von den Umstimmigkeiten der ersten Berichte finde ich bemerkenswert:
a) der Bruder der Frau meint, dass die Vergewaltigung nicht erfunden sein kann, weil seine Schwester bekennende Muslimin ist, die Kopftuch trägt.
b) die erste Berichtserstattung von einem Sarkozy-Anhänger über Twitter kam, lange bevor es eine offizielle Berichtserstattung gab.
c) Ich stelle mir die Situation vor: Mann (64) kommt nackt aus dem Badezimmer, sieht die Frau und ist in 5 Sekunden auf 100. Kann einer hochgewachsenen Frau nachlaufen, sie wieder ins Zimmer zerren und dann zu weiß ich was zwingen. Nach den kolportierten Tatbeständen, muss er da einen Vorsprung von mindestens 8 Meter auf sie einholen, wobei ihre Größe eher an kenyanische Marathonläufer erinnert.
c) dass er derart spontan reagiert, dass er sich einmal mehr rechtzeitig ein Callgirl bestellen kann, kann ich nur neidisch zur Kenntnis nehmen.
Er befürchtete Anschläge auf sich selbst. Wenn ich nach dem Prinzip „cui bono“ darüber nachdenke, wie ich ihm schaden könnte, würde ich ihn durch eine Droge beim Abendessen beeinträchtigen, in der Nacht die Frau zu ihm schicken und dann im Nachhinein Vergewaltigung reklamieren.
Er ist in der Bredouille. Ob da aber ausschließlich Selbstverschuldung dabei ist, bezweifle ich seit den ersten Berichterstattungen immer mehr.

Ob wir da je die Wahrheit erfahren, bezweifle ich allerdings noch mehr.

Outing

Nein, es geht nicht um das, was Ihre erste Assoziation ist, wenn Sie Outing hören. Ich bin nach wie vor hetero.
Aber ich bekenne mich langsam zum Antisemitismus. Jetzt braucht mir niemand etwas über allfällige Hintergründe erzählen oder mir erklären, dass schon der Begriff ein Blödsinn ist. Doch wenn ich etwas wie das Nachfolgende lese, kann ich nicht anders. Dann entwickle ich eine richtige Aggression.
Doch urteilen Sie selbst:
gestern habe ich ja „The Wall“ gesehen. Da gibt es sehr eindrückliche Comics-Bildszenen, bei denen der Begriff Comics eher kontraproduktiv interpretiert wird. Es sind Schreckensszenen, wenn auf die Wand Flugzeugstaffeln projiziert werden, die immer dichter werden. (Ein bisschen erinnert mich das ja an den kürzlich gesehenen Film „Dresden“.)
Man sieht rote und gelbe Flugkörper, die sich von den anfänglichen Bomben zu den Insignien der imaginären Macht, die in the Wall dargestellt wird, und später zu Hammer und Sichel, Halbmond und Stern, dem Mercedes-Stern, der Schellmuschel und letztlich auch zum Davidstern verändern.
Zum Schluss sind alle diese Insignien auch noch auf einem fliegenden Schwein angebracht, welches gegen Schluss der Show vernichtet wird.
Das hat den Dekan des Simon Wiesenthal Centers, Rabbi Abraham Cooper, dazu veranlasst, Roger Waters des Antisemitismus zu bezichtigen.
Was da sonst noch an Unterlagen zur Verfügung steht, lässt sich im
An open letter from Roger Waters“ ablesen.
Ein Satz sticht in Roger Waters Brief heraus:
„Often I can ignore these attacks but Rabbi Cooper’s accusations, are so wild and bigoted they demand a response.“
Bigotterie. Diese scheint nicht nur den Christen vorbehalten sein. Da gibt es ja einige, welche die Bigotterie ebenfalls zu wahren Höhenflügen bringen. Nein, offensichtlich sind Juden wie unter anderem auch bestimmte Hassprediger des Islams sehr anfällig dafür.
Ich grenze also meinen Antisemitismus etwas ein und erweitere ihn gleichzeitig. Ich hasse und verachte alle Personen, die aufgrund ihrer falsch oder besser dumm verstandenen Religionsauslegung den Splitter im Auge ihres Nächsten suchen anstelle den Balken vor ihren eigenen zu entfernen.
(Simon Wiesenthal selbst hätte die Show ziemlich sicher nie abgelehnt oder Antisemitismus daraus abgeleitet.)
Sollte ich jemals eine Religion gründen, wird es zwei „heilige“ Symbole geben: den Punkt und den Strich. Das wird ausreichen, um aufgrund religiöser Ansprüche die Vertreter aller anderen Religionen zu VERNICHTEN. Denn in den meisten Sprachen wird der Punkt als Trennzeichen verwendet. Und dort, wo das vielleicht nicht der Fall ist, ist ein Strich in der Regel das Symbol für die Zahl eins. Und die wird ja auch immer wieder gebraucht.
Also beleidigt die ganze Menschheit meine Anhänger und missbraucht die religiösen Symbole für profane Zwecke.
Dabei kann nichts die Grundaussage des Judentums besser ad absurdum führen als ein alter jüdischer Witz. (Ich liebe jüdische Witze über alles.)
Ein Rabbi und ein katholischer Priester begegnen sich im Zug und kommen ins Reden. Als sie herausgefunden haben, dass sie eigentlich den gleichen Beruf haben, fragt der Rabbi den Priester, warum er eigentlich den Beruf gewählt habe. Nun, es gibt hervorragende Karriereaussichten: vom Priester kann man zum Bischof aufsteigen, man kann Kardinal werden und letztlich auch Papst. Und der Papst ist ja der Vertreter Gottes auf Erden.
Darauf lächelt der Rabbi schlau und meint listig: naja, von den Insrigen ist einer schon einmal Gott geworden!.

Wulff baut Flughäfen

Tut er nicht und tat er auch nicht.
Für mich hängt der nicht fertig werdende Flughafen und die Widrigkeiten, über die Wulff gestolpert ist, aber trotzdem zusammen.

Für mich hängt die Scheidung der Wulffs mit der Verzögerung der Flughafenfertigstellung zusammen. Wie, das dürfen meine (vor allem deutschen) Kommentatoren begründen.

In Österreich fiele mir die Erklärung ja leicht. Da sieht es so aus: Politik wird nicht gemacht, um Ziele zu erreichen sondern um Stimmen zu krallen und sich selbst zu bereiche(r)n.
Aber sind die Umstände in Deutschland tatsächlich genauso schlimm oder noch schlimmer? Den Münchner Flughafen hat man doch auch zusammengebracht. Wieso geht das dann in Berlin nicht?

Ist es eigentlich klar?

… wie für dumm man uns hält?
… wie hirnverbrannt Atomkraftbetreiber argumentieren?
Die folgenden Zitate stammen alle aus einem Standard-Artikel von heute, der sich vermutlich ja nur auf entsprechende Pressemeldungen offizieller Art stützt, die in erster Linie das repräsentieren, was der AKW-Betreiber von sich gibt.
Teilweise Kernschmelze in Block 2 in Fukushima…
Diese Frau ist teilweise schwanger.
AKW-Betreiber: Krise kann Jahre dauern…
bis alle Teile der teilweisen Kernschmelze verbraucht sind, oder was?
Tepco, hatte zuvor seine Angaben korrigiert und spricht jetzt noch von einer 100.000-fach höheren Konzentration als normal. Zuvor war gemeldet worden, die Strahlung sei 10 Millionen Mal höher als sonst.
Ein Faktor von 100 ist nur ein kleiner Rechenfehler. Das mit der Mathematik ist sowieso nicht so wichtig. Aber was soll es denn eigentlich bedeuten? 0 * 100.000 wäre noch immer 0, ist also gar nicht so schlimm. Was ist eine relative Angabe ohne Aussage über den Grundwert?
Laut Tepco könnte es sein, dass
Verstrahltes Wasser auch bei Reaktoren 5 und 6 …
Überraschung!!! So alle 7 Tage hören wir etwas von 5 und 6. Die sind zwar im Grunde genommen genauso gefährdet wie Reaktor 4, sind aber halt nicht „im Fokus“.
Tepco hat nun auch im Wasser in 30 Metern Entfernung der Reaktoren 5 und 6 erhöhte Radioaktivität gemessen. Die Werte radioaktiven Jods sollen 1.150 Mal über dem Normalwert liegen, teilte die japanische Atomaufsichtsbehörde am Montag mit.
Naja, sie hätten’s ja auch z.B. erst in 15 Jahren messen können. Die Krise dauert ja noch Jahre, siehe oben.
An den beiden Reaktoren wurden zur Zeit des großen Bebens am 11. März Wartungsarbeiten vorgenommen. Zuvor waren die Messungen nur südlich des Kraftwerks, vor den Reaktoren 1 bis 4 vorgenommen worden.
Vielleicht hätte man früher noch etwas eindämmen können, weil es anscheinend nicht so gefährlich erschien. Jetzt wird die Arbeit dort auch nicht mehr ganz leicht sein. Aber der Mensch kann ja nur eine Sache auf einmal ansehen.
…räumte der Tepco die unsicheren Aussichten für seine Versuche ein, eine Kernschmelze zu verhindern.
Wir haben doch schon gerade gelesen, dass eine teilweise Kernschmelze bereits im Gange ist. Wie verhindert man etwas, was schon da ist?
Die Antwort wäre wertvoll: wie verhindert man einen Grasser oder einen Strasser?
Leider gebe es keinen konkreten Zeitplan, um klar zu sagen, in wie vielen Monaten oder Jahren die Krise vorbei sei, sagte der Tepco-Vizepräsident Sakae Muto.
Ist ja irgendwie schon nett, wenn die Leute von Plänen sprechen. Bis jetzt gab es überhaupt keinen Plan sondern nur unmittelbares adhoc-Reagieren auf das, was gerade in den nächsten 5 Sekunden drohte.
Die Excel-Sheets mit den zu erwartenden Gewinnen und den Einsparungsgewinnen, wenn bestimmte Kontrollen nicht gemacht werden, – die wurden allerdings exakt geplant.
Und jetzt bitte AKW-Betreiber der westlichen Welt vor den Vorhang! Was hätten ihr geplant? Ein kleiner Solidaritätsakt wäre doch nett, wenn ihr euch alle selbst aufhängt.
UND 39% FÜR EINEN MAPPUS SIND NOCH IMMER ZUVIEL. DER TYP UND DIE 39% GEHÖREN AUF EINE VERGNÜGUNGSFAHRT NACH FUKUSHIMA GESCHICKT. ICH GLAUBE NICHT, DASS ES 39% SUPERREICHE IN BW GIBT. DASS DIE EINEN MAPPUS WÄHLEN, KANN ICH NOCH VERSTEHEN. ABER ALLE ANDEREN SIND GENAUSO BLÖD, FÜR WIE MAN SIE TATSÄCHLICH HÄLT!
UND EIN PAAR ÖSTERREICHER FALLEN MIR IN DEM ZUSAMMENHANG AUCH EIN…

Why I don’t want to visit Turkey

„An Ottoman Turkish assault in a second siege in July 1683 destroyed the town and ended in a massacre. The Turks reneged on their surrender terms after the city capitulated and the keys had been handed over. When the Viennese defense commander, Count Ernst Rüdiger von Starhemberg heard of the post-surrender destruction of Perchtoldsdorf, he decided he could not trust a similar offer from the Ottoman commander Kara Mustafa Pasha to surrender Vienna.“ [Palmer, Alan, The Decline and Fall of the Ottoman Empire, p.12, Published by Barnes & Noble Publishing, 1992. ISBN 1-56619-847-X ]
(Für deutsche Leser: to renege – Vereinbarungen nicht einhalten, leugnen. Offen gestanden kannte ich das Wort bisher nicht.)

So viel zu meiner noch immer währenden Skepsis über die Politik der Türken. (Ich halte die Haltung eines Erdogan eher für ottomanisch als die eines Nachfolgers von Kemal Atatürk.)
Was ich eigentlich schreiben wollte, vertage ich. Ich werde wütend, wenn ich an das Massaker in Perchtoldsdorf, in das ich täglich radle, denke.
Und wenn ich an „die Brücke über die Drina“ von Ivo Andric denke, wird meine Wut wieder angefacht.
Ich halte nichts von Rache, aber auch nichts von politischem Vertrauen in ein Volk, welches diplomatische Absprachen nicht einhält. So weit ist nicht einmal Hitler gegangen.

Why I don’t want to visit Turkey

„An Ottoman Turkish assault in a second siege in July 1683 destroyed the town and ended in a massacre. The Turks reneged on their surrender terms after the city capitulated and the keys had been handed over. When the Viennese defense commander, Count Ernst Rüdiger von Starhemberg heard of the post-surrender destruction of Perchtoldsdorf, he decided he could not trust a similar offer from the Ottoman commander Kara Mustafa Pasha to surrender Vienna.“ [Palmer, Alan, The Decline and Fall of the Ottoman Empire, p.12, Published by Barnes & Noble Publishing, 1992. ISBN 1-56619-847-X ]
(Für deutsche Leser: to renege – Vereinbarungen nicht einhalten, leugnen. Offen gestanden kannte ich das Wort bisher nicht.)

So viel zu meiner noch immer währenden Skepsis über die Politik der Türken. (Ich halte die Haltung eines Erdogan eher für ottomanisch als die eines Nachfolgers von Kemal Atatürk.)
Was ich eigentlich schreiben wollte, vertage ich. Ich werde wütend, wenn ich an das Massaker in Perchtoldsdorf, in das ich täglich radle, denke.
Und wenn ich an „die Brücke über die Drina“ von Ivo Andric denke, wird meine Wut wieder angefacht.
Ich halte nichts von Rache, aber auch nichts von politischem Vertrauen in ein Volk, welches diplomatische Absprachen nicht einhält. So weit ist nicht einmal Hitler gegangen.

Rohrkrepierer?

aus [ORF online]
Wie ein Sprecher des Weißen Hauses betonte, habe Obama am Montagabend (Ortszeit) mehr als zwei Stunden mit seinen wichtigsten Ministern und Sicherheitsexperten beraten, um Wege zu finden, Russland zu isolieren. Das Einfrieren der Zusammenarbeit mit Russland betreffe bilaterale Treffen und Manöver, die Zwischenstopps von Schiffen sowie militärische Planungskonferenzen, teilte das Pentagon weiter mit. Russland müsse die russischen Streitkräfte auf der Krim in ihre Stützpunkte zurückrufen und für eine Entschärfung der Krise sorgen. Die US-Streitkräfte verfolgten die Entwicklung in dem Land genau und stünden in engem Kontakt mit ihren Verbündeten, hieß es weiter. (Hervorhebung von mir)
Wer sind denn nun die Verbündeten? Janukowitsch sicher nicht. Die Rebellen? Heißt das, dass Obama sich mit den Rebellen verbündet hat?
Oder meint er seine deutschen und generell EU-Freunde, die er bespitzeln lässt und die seine Vertrauten am liebsten ficken wollen?

Na gut. An sich wäre die Androhung ja irgendwie vernünftig. Tut weh, aber es werden keine Waffen gezogen.
Wie reagiert der Kreml? (im gleichen Artikel)
Ein Kreml-Berater droht den USA wiederum mit Konsequenzen, sollten diese Sanktionen gegen Russland verhängen. Sollte etwa die Regierung in Washington die Konten russischer Geschäftsleute und anderer Personen einfrieren, werde Moskau allen Haltern von US-Staatsanleihen empfehlen, diese zu verkaufen. Damit droht der Kreml, den US-Dollar als Währungsreserve aufzugeben.
Das würde heißen, dass sich der Kreml in den Euro flüchtet. Oder auch nicht, denn die wollen Putin ja auch nicht. Wirklich nicht? Beim Geld hört vielleicht die Freundschaft mit der USA auf. Außerdem „kann ja Europa nichts dafür“, wenn der Euro gestärkt wird. Tja…
Dann gäbe es ja auch noch den Yüan. Den Chinesen gehört eh schon halb Amerika gemäß deren Auslandsschulden.

Fuck the Ukraine. Vielleicht ist es der Anlass zu einer viel tieferen Schädigung der USA, als sie es beabsichtigt haben.
Verlieren tun beide: die USA genauso wie Russland. Aber wie heißt es: die Russen sind Entbehrungen gewöhnt, die Amis nicht.

Also ich bin gespannt. Ich glaube aber, dass nichts so heiß gegessen wird, wie es angeblich gekocht wird.

Halleluja Amerika!

Joachim Fernau ist ein umstrittener Autor, der als ehemaliger Kriegsberichterstatter („sogenannter Propaganda-Offizier“) von den Gegnern oft einfach als alter Nazi hingestellt wird.
Mir ist das in den Achtzigerjahren, als ich um seine Geschichte noch nicht kannte, aus seinen Büchern nicht hervorgegangen. Ich mochte seine Art „politisch nicht korrekt“ zu sein, wobei der Begriff von „political correctness“ ja überhaupt auch erst viel später auftauchte.
Wer mehr über ihn wissen will, schaue sich einmal den Link mit den Beurteilungen an.
Fernau mochte nicht in sein.
Man mag ihn ablehnen.
Aber wie möchte man den folgenden Absatz beurteilen?
Neben der eigentlichen Geschichte Amerikas legt der Autor auch noch einige spezielle Gedanken zum Thema Kapitalismus dar. Der Begriff „Kapitalismus“ würde seiner Meinung nach gar nichts über die Verteilung der Produktionsmittel aussagen, sondern vielmehr den Übergang von der Herrschaft des Volkes in der Demokratie zur Diktatur der Hochfinanz darlegen. Diese These findet sich mittlerweile nicht nur in populärwissenschaftlichen Büchern oder Verschwörungstheorien, sondern auch in politischen Grundsatzpapieren wie dem der ATAC. Und gerade diese These ist es auch, welche das Buch auch nach den Anschlägen des 11. Septembers wieder hochbrisant macht unterstreicht die Stimmen jener Kritiker, welche den Krieg gegen das Taliban Regime als Versuch an die letzten Öl Reserven dieser Erde zu kommen und nebenbei den Opiumhandel zu unterbinden auslegen. [aus obigem Link]
So hat man das damals, als der das geschrieben hatte, in den meisten Kreisen noch nicht gesehen. Also so ganz dumm war er nicht.
Heute fällt er mir wieder ein, weil ich aufgrund der jüngsten OBL-Problematik ein Zitat ausgraben durfte, das ich auf anderen Blogs über das Thema „War OBLs Erschießung nicht ganz böse?“ einige Male schon zitiert habe. Ich habe es immer dann verwendet, wenn argumentiert wurde, dass sich ein zivilisiertes Volk doch nicht auf eine Stufe mit den Terroristen stellen dürfe.
Aber auch ohne Anlass ist und bleibt es eines meiner Lieblingszitate. Ich kann es hier nur sinngemäß zitieren, bin aber sicher, dass der Kern der Aussage vollständig enthalten ist.
DIE AMERIKANER SIND DAS EINZIGE VOLK, DAS DIE ENTWICKLUNG VON DER BARBAREI IN DIE DEKADENZ OHNE DEN UMWEG ÜBER DIE ZIVILISATION GESCHAFFT HAT.
Aus „Halleluja – die Geschichte der USA“
Autor: Joachim Fernau
Ursprüngliches Erscheinungsdatum: 1977
Preis: 7.95 € als Taschenbuchausgabe im Ullstein Verlag
ISBN Nummer: 3-548-23065-2

Rauchen

Ich lese in einer Tageszeitung, dass der Gesundheitsminister eine Aktion „scharf“ gegen Raucher und speziell gegen die Wirte ankündigt, die das Rauchen tolerieren.
Jetzt will ich nicht über die Schädlichkeit oder Unschädlichkeit des Rauchens diskutieren. Vielmehr erfasst mich eine unbändige Wut, wenn ich an die Art denke, wie die Raucherhatz durchgeführt wird.
Es ist schon eine Tatsache, dass Aktiv- und Passivrauchen das Gesundheitsrisiko erhöht.
In Russland sind (bzw. waren 1987, als ich die Statistiken las) aber z.B. das größte Problem Herzerkrankungen, weil die Ernährung so ungesund war.
In unseren Breitengraden nimmt das Burnout-Syndrom zu, und zwar signifikant im zweistelligen Zuwachsbereich.
Und irgendwie erinnert mich die Raucherhatz an die Hexenverfolgungen, bekannt durch beispielsweise Salem. Und dann gab es ja auch noch eine Phase der Prohibition, die mit relativ großem Kriminalitätsanstieg einher ging. Man könnte eine Reihe von Analogievorgängen anführen.
Beim Rauchen ist es allerdings relativ einfach, die Hybris der Politik zu erkennen. Ein kleiner Nebenschauplatz: zur Zeit werden verstärkt Korruptionsfälle behandelt. Korruption wird stärker verfolgt als bisher. Es stellt sich heraus, dass es kaum mehr Politiker der drei größten Parteien Österreichs (in den Jahren 2000 – 2008) gibt, die nicht aus Geldgeilheit sämtliche Rechtsgrundsätze verletzt haben.
Deswegen stelle ich jetzt einmal die Behauptung auf, dass die Jagd auf Raucher eine Alibiaktion ist, die überhaupt nichts mit dem Kampf um bessere Volksgesundheit zu tun hat.
Um hier ganz einfach die Situation zu verbessern, wäre es ausreichend, die Werbung fürs Rauchen zu verbieten. Speziell eine Werbung, die sich vor allem an Jugendliche und Heranwachsende richtet. (Philip Morris) Denn einen passionierten Raucher bestraft man zwar mit den derzeitigen Aktionen, man wird aber nicht verhindern, dass das Rauchen zunimmt. Wenn es weniger attraktiv wird, gibt es eine Chance, dass weniger geraucht wird.
Wenn man es verbietet, wird das Rauchen attraktiver. Alles was verboten ist, hat einen zusätzlichen Reiz.
Ich selbst leide nicht unter den Verboten. Ich rauche vielleicht zweimal in zwei Jahren. Aber ich hasse Verlogenheit, Hybris und die Geldhörigkeit unserer Politiker.




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