Archive for the ‘Politik’ Category
Joachim Fernau ist ein umstrittener Autor, der als ehemaliger Kriegsberichterstatter („sogenannter Propaganda-Offizier“) von den Gegnern oft einfach als alter Nazi hingestellt wird.
Mir ist das in den Achtzigerjahren, als ich um seine Geschichte noch nicht kannte, aus seinen Büchern nicht hervorgegangen. Ich mochte seine Art „politisch nicht korrekt“ zu sein, wobei der Begriff von „political correctness“ ja überhaupt auch erst viel später auftauchte.
Wer mehr über ihn wissen will, schaue sich einmal den Link mit den Beurteilungen an.
Fernau mochte nicht in sein.
Man mag ihn ablehnen.
Aber wie möchte man den folgenden Absatz beurteilen?
Neben der eigentlichen Geschichte Amerikas legt der Autor auch noch einige spezielle Gedanken zum Thema Kapitalismus dar. Der Begriff „Kapitalismus“ würde seiner Meinung nach gar nichts über die Verteilung der Produktionsmittel aussagen, sondern vielmehr den Übergang von der Herrschaft des Volkes in der Demokratie zur Diktatur der Hochfinanz darlegen. Diese These findet sich mittlerweile nicht nur in populärwissenschaftlichen Büchern oder Verschwörungstheorien, sondern auch in politischen Grundsatzpapieren wie dem der ATAC. Und gerade diese These ist es auch, welche das Buch auch nach den Anschlägen des 11. Septembers wieder hochbrisant macht unterstreicht die Stimmen jener Kritiker, welche den Krieg gegen das Taliban Regime als Versuch an die letzten Öl Reserven dieser Erde zu kommen und nebenbei den Opiumhandel zu unterbinden auslegen. [aus obigem Link]
So hat man das damals, als der das geschrieben hatte, in den meisten Kreisen noch nicht gesehen. Also so ganz dumm war er nicht.
Heute fällt er mir wieder ein, weil ich aufgrund der jüngsten OBL-Problematik ein Zitat ausgraben durfte, das ich auf anderen Blogs über das Thema „War OBLs Erschießung nicht ganz böse?“ einige Male schon zitiert habe. Ich habe es immer dann verwendet, wenn argumentiert wurde, dass sich ein zivilisiertes Volk doch nicht auf eine Stufe mit den Terroristen stellen dürfe.
Aber auch ohne Anlass ist und bleibt es eines meiner Lieblingszitate. Ich kann es hier nur sinngemäß zitieren, bin aber sicher, dass der Kern der Aussage vollständig enthalten ist.
DIE AMERIKANER SIND DAS EINZIGE VOLK, DAS DIE ENTWICKLUNG VON DER BARBAREI IN DIE DEKADENZ OHNE DEN UMWEG ÜBER DIE ZIVILISATION GESCHAFFT HAT.
Aus „Halleluja – die Geschichte der USA“
Autor: Joachim Fernau
Ursprüngliches Erscheinungsdatum: 1977
Preis: 7.95 € als Taschenbuchausgabe im Ullstein Verlag
ISBN Nummer: 3-548-23065-2
Ich lese in einer Tageszeitung, dass der Gesundheitsminister eine Aktion „scharf“ gegen Raucher und speziell gegen die Wirte ankündigt, die das Rauchen tolerieren.
Jetzt will ich nicht über die Schädlichkeit oder Unschädlichkeit des Rauchens diskutieren. Vielmehr erfasst mich eine unbändige Wut, wenn ich an die Art denke, wie die Raucherhatz durchgeführt wird.
Es ist schon eine Tatsache, dass Aktiv- und Passivrauchen das Gesundheitsrisiko erhöht.
In Russland sind (bzw. waren 1987, als ich die Statistiken las) aber z.B. das größte Problem Herzerkrankungen, weil die Ernährung so ungesund war.
In unseren Breitengraden nimmt das Burnout-Syndrom zu, und zwar signifikant im zweistelligen Zuwachsbereich.
Und irgendwie erinnert mich die Raucherhatz an die Hexenverfolgungen, bekannt durch beispielsweise Salem. Und dann gab es ja auch noch eine Phase der Prohibition, die mit relativ großem Kriminalitätsanstieg einher ging. Man könnte eine Reihe von Analogievorgängen anführen.
Beim Rauchen ist es allerdings relativ einfach, die Hybris der Politik zu erkennen. Ein kleiner Nebenschauplatz: zur Zeit werden verstärkt Korruptionsfälle behandelt. Korruption wird stärker verfolgt als bisher. Es stellt sich heraus, dass es kaum mehr Politiker der drei größten Parteien Österreichs (in den Jahren 2000 – 2008) gibt, die nicht aus Geldgeilheit sämtliche Rechtsgrundsätze verletzt haben.
Deswegen stelle ich jetzt einmal die Behauptung auf, dass die Jagd auf Raucher eine Alibiaktion ist, die überhaupt nichts mit dem Kampf um bessere Volksgesundheit zu tun hat.
Um hier ganz einfach die Situation zu verbessern, wäre es ausreichend, die Werbung fürs Rauchen zu verbieten. Speziell eine Werbung, die sich vor allem an Jugendliche und Heranwachsende richtet. (Philip Morris) Denn einen passionierten Raucher bestraft man zwar mit den derzeitigen Aktionen, man wird aber nicht verhindern, dass das Rauchen zunimmt. Wenn es weniger attraktiv wird, gibt es eine Chance, dass weniger geraucht wird.
Wenn man es verbietet, wird das Rauchen attraktiver. Alles was verboten ist, hat einen zusätzlichen Reiz.
Ich selbst leide nicht unter den Verboten. Ich rauche vielleicht zweimal in zwei Jahren. Aber ich hasse Verlogenheit, Hybris und die Geldhörigkeit unserer Politiker.
sagte der Igel und kletterte beschämt von der Klobürste herunter. Die Katholische Kirche kennt die Wahrheit. Möglicherweise habe ich auch etwas in diesem Ausspruch missverstanden.
Man wirft ihr oft vor, bei Kindesmissbrauch in den eigenen Reihen nicht nachhaltig genug vorgegangen zu sein.
Der Vorwurf ist ungerechtfertigt. Kindesmissbrauch wurde von ihr ganz öffentlich belohnt. So hat „Papst Johannes Paul II. den päpstlichen Ritterorden“ an einen Missbraucher verliehen, der zeit seines Lebens unbehelligt blieb. Siehe dort.
Man sieht da schon sehr deutlich, wie genau es die Kirche hier mit der Wahrheit oder der Wahrheitsfindung nimmt. Dass man ihm posthum den Adelstitel nicht mehr wegnehmen kann, ist schon ein Ding an sich. Aber hinsichtlich der Missbrauchsskandälchen fragt man sich, warum er nicht schon heilig gesprochen wurde, wenn er zu Lebzeiten im Vatikan so viel Anklang gefunden hat.
Mit Interesse habe ich die Wahl verfolgt. Teilweise war das Interesse durch manche der Beiträge hier auf twoday geschürt, teilweise gab es aber noch ein Hühnchen mit den Herrschaften aus BW zu rupfen.
Ich habe nämlich einmal für eine bedeutende Firma in der Nähe Stuttgarts gearbeitet (damals 41000 Mitarbeiter, absolute Spitzenmarke) und habe die Hochnäsigkeit mancher Herrschaften kennen gelernt, die sehr gut mit dem Gebaren einiger CDU-Politiker übereinstimmt.
Im Zusammenhang mit der Atomkraftfrage fallen mir ohne Zusammenhang das Zögern Merkels anlässlich der Griechenlandkrise und anlässlich der Behandlung der Dr. zu Unrecht-Frage auf. Jede Handlung immer ein bisschen zu spät, immer mit dem Geruch nach Wahlstimmenfang behaftet und damit bar jeder Glaubwürdigkeit, die eine politische Verantwortung unterstellen könnte.
Manchmal habe ich das „Merkeltier“ (nicht von mir sondern von einigen deutschen Freunden so genannt) sogar verteidigt. Das fiele mir heute nicht mehr ein. Mir wäre ein Roboter an ihrer Stelle lieber. Den füttert man mit den Wahlstimmen, die für die jeweiligen Entscheidungen zu berechnen sind, und er trifft eine Entscheidung – schneller als es das MT kann und tut.
Insofern bin ich also mit BW jetzt sehr zufrieden.
–
Die Frage bleibt aber: wird sich diese Stimmung halten können oder gehen wir nach drei Monaten wieder zur Tagesordnung über.
–
Am Anfang des japanischen Unglücks hieß es ja noch, dass es keine Gefährdung für uns in Österreich gäbe. Wir werden uns aber noch wundern, wie sehr jenes Ereignis unser Leben noch beeinflussen wird. Mal sehen…
Der Link mag nur einige Zeit wirksam sein. er ist nichts für schwache Nerven. Aber man sollte das schon einmal gehört haben, entweder durch Erzählungen oder eben hier.
http://tvthek.orf.at/program/Aus-dem-Burgtheater-Die-letzten-Zeugen/8844780/Aus-dem-Burgtheater-Die-letzten-Zeugen/8843567
Ich lese die Nachrichten über die Situation in der Ukraine und bin leicht entsetzt über die Leichtigkeit, mit der westliche Blätter von Krieg sprechen. Und natürlich auch berichten, dass die Ukraine mobilisiert.
Es wird unterstellt, (behaupte ich einmal) dass Putin seinen Herrschaftsanspruch mit Gewalt durchsetzen möchte. Meiner Meinung nach hat er das nicht notwendig. Auch jede neue ukrainische Führung wird sich einem Ölembargo oder dem Aussetzen der russischen Kredite unterwerfen müssen. Es sei denn, die EU ist imstande das dadurch entstehende wirtschaftliche Vakuum zu füllen. Da die EU da nicht besonders freigebig erscheint, scheint mir das nicht so wahrscheinlich zu sein.
Ich glaube ja, dass es zu einer Teilung der Ukraine kommen wird.
–
Worum es Putin aber in erster Linie zu gehen scheint, ist seine Ansprüche auf Sinferopol und den dort befindlichen Flottenstützpunkt zu sichern. Im Prinzip wäre das auch nicht so wichtig, weil mit geringeren Kosten als in Sotschi ein neuer Stützpunkt auf der russischen Küste weiter östlich errichtet werden kann. Allerdings nicht von heute auf morgen.
Dann ist die Ethnizität auf der Krim hauptsächlich russisch. Es dürfte ja kein Zufall sein, dass das Gebiet jetzt autonom ist.
Also momentan sehe ich die Aktionen von Putin durchaus als „vernünftig“ an und eher prophylaktisch als kriegsfördernd. Durch das Schaffen von Tatsachen werden möglicherweise bewaffnete Konflikte verhindert.
Dass die Ukrainer in sich selbst noch uneinig sind, d.h. unter der Opposition sehr wohl zwei sehr unterschiedliche Gruppen existieren, ist ein viel größeres Problem.
Naja, ich werde da wohl nicht viel Zustimmung erhalten. Aber wenn Zeitungen so leicht von Krieg sprechen, erinnert mich das an „die letzten Tage der Menschheit“. Da findet man das auch schon angesprochen. Und Zeitungen lieben wohl solche Schlagzeilen.
Momentan wird da alles Mögliche geschrieben und die Zeitungen sind voll davon. Während mich die Inhalte absolut nicht überraschen, frage ich mich: von welchem wirklichen Thema soll da abgelenkt werden?
Steuern wir auf einen neuen Weltkrieg zu?
Werden jetzt gerade die Weichen gestellt, wer mit wem?
Die Überwachung hat uns ja bis jetzt nicht wehgetan. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. So, jetzt wird das als der Untergang der Welt dargestellt.
Wo kündigt sich aber der wahre Untergang an?
Sind das die diversen Mini-Revolutionen? Ist das die Ablehnung von Mursi? Sind das beginnende wirtschaftliche Schwierigkeiten in China?
Wenn mir etwas Angst machen könnte, dann wäre es jetzt die Behandlung eines überaus heiklen Themas wie das der Überwachung. Dies wird aber so gebracht, als hätte wieder einmal ein Mann seine Tochter im Keller eingesperrt und 30 Jahre missbraucht. Irgend etwas stimmt da nicht.
Was geht da vor?
Hier könnte jetzt ein sarkastischer Beitrag stehen, doch mittlerweile weicht der Sarkasmus der Resignation.
Da ich nicht mehr Auto fahre, erlebe ich den Wintereinbruch nur peripher mit.
Was mich natürlich schon wundert, sind große Verspätungen bei schienengebundenen Fahrzeugen wie Schnellbahn und U-Bahn. Da können eigentlich nur eingefrorene Weichen schuld sein, aber so kalt war es auch wieder nicht. Dass Fahrgäster der U4 2 Stunden lang im Tunnel verharren mussten, „ist noch zu prüfen“.
Ich frage mich nur, wieso es solange dauern kann. Da sind 100 Leute, alle mit Handy, die müssten ja bei 0810222324, (eine Nummer, die ich mittlerweile auswendig kenne) im Minutentakt anrufen.
Man kann davon ausgehen, dass die VOR-Hotline unfähig ist und nur der Beschwichtigung dienen soll. (Womit ich nichts gegen die dortigen Telefonisten und Telefonistinnen sage, die sind auf etwas anderes trainiert und eigentlich recht effizient im Besänftigen.)
Dass gestern sonst so große Verspätungen waren, dass mein Taxifahrer mir mitteilte, dass er aus dem 7. Bezirk nach Mödling 1,5 Stunden mit Öffis gebraucht hätte, ist glücklicherweise an mir vorbei gegangen.
Ein wesentlicher Mitarbeiter ist schon am Dienstag ausgefallen, weil der Flug von Frankfurt nach Wien abgesagt wurde. Das ist nicht mein Problem.
Heute lese ich, dass die A21 (Verbindung Südautobahn, Westautobahn, Wien-Umfahrung) 5 Stunden gesperrt war. 20 LKWs mussten abgeschleppt werden.
Diese Strecke habe ich schon einen halben Tag gesperrt erlebt und es war gespenstisch, wie alle LKWs bei der Brunner Ausfahrt auf Pannenstreifen und 1. Spur geparkt waren. (Damals fuhr ich noch und habe eine gewisse Beklemmung aber auch Genugtuung in der eisigen Ruhe gesehen.)
Auf dieser Autobahn hätte es mich 1991 oder 1992 auch fast einmal erwischt. Wäre ich 3 Minuten früher auf meiner Fahrspur dahergekommen, wäre ich zusammen mit meinen drei japanischen Gästen direkt in einen querstehenden Laster gedonnert – so wie 7 Autos, die es nicht geschafft hatten.
Damals standen wir dann drei Stunden am Pannenstreifen, Gott sei Dank mit genug Benzin, so dass ich heizen konnte.
–
Resümee:
Wir – und damit meine ich, wir alle – akzeptieren mit unserer Technik, dass es klimatisch bedingte Ausnahmesituationen gibt, in denen wir um Jahrzehnte in unserer Mobilität zurückgeworfen werden.
Es ist daher vollkommen klar, dass eine Klimakonferenz nichts ausrichten kann. Was immer an Folgeerscheinungen einer Klimaerwärmung dargestellt wird, wird als „act of god“ angesehen. Da kann man eh nichts machen. Dass dieser Trugschluss einmal zu einer irreversiblen Situation führen wird, macht mir heute nichts mehr aus. Der Mensch muss sich erneuern. Und das kann er offensichtlich nur, wenn er auf einen Bestand von weniger als 10 000 Menschen reduziert wird. Ob das durch Eiszeit oder Unwirtlichkeit der bisherigen Kontinente beeinflusst wird, ist dabei unerheblich.
Wir sind ja – als Österreicher – nicht einmal imstande, Dinge anzugreifen, bei denen prinzipielle Übereinstimmung und Notwendigkeit etwas zu tun besteht.
Gestern war ich bei einer Podiumsdiskussion, in der das Buch „Bildung in der Krise“ (Hrg. Broukal, Niederwieser) vorgestellt wurde. Die Diskussion war gar nicht schlecht, obwohl es kaum etwas zu diskutieren gibt. Die Missstände sind klar und die notwendigen Aktionen fast ebenso. Die Parteien unterscheiden sich auch im Zugang kaum.
Die Bildung muss bei den Kindern anfangen. Je früher desto besser, und das heisst auch, dass die Eltern in die Pflicht zu nehmen sind. Aber Kinder wählen nicht. Was immer man dabei erreicht, kann eine Partei frühestens in 12 Jahren lukrieren.
Unsere Politiker sind auch schon Opfer einer bildungslosen Erziehung. Zeithorizont 4 oder 5 Jahre bis zur nächsten Wahl.
Es ist klar, dass bildungspolitisch nichts passieren wird, es sei denn, es passiert eine eindeutig zuordbare Katastrophe oder die Leute gehen auf die Strasse. Das Letztere ist in Österreich nicht unmittelbar zu befürchten, weil es uns ja letztlich viel zu gut geht.
Daher bleibt das Thema Bildung ein totes Thema – politisch gesehen.
Schade, dass ich gestern nicht mehr anbringen konnte, dass wir „einen Vizekanzler statt eines Neffen“ brauchen. (Insiderwitz für Österreicher)
Trotzdem ist das Problem Bildung in Österreich gerade erst eines, wo 8 Millionen Menschen in Mitleidenschaft gezogen werden können.
Bei der Klimafrage handelt es sich um 4000 mal soviele Menschen. Und es wird auch nichts rauskommen.
Wir haben akzeptiert, dass es wiederkehrende Problemsituation gibt, die einfach zu t o l e r i e r e n sind.
In einer gewissen Weise sind wir einfach Lemminge.
Rund um die Pseudodiskussion über Genies bin ich jetzt auf ein echtes gestoßen. Der entsprechende Mann ist aber in Vergessenheit geraten, obwohl sogar John Maynard Keynes von seinen Gedanken begeistert war:
Es empfiehlt sich diesen Artikel bis zum Schluss zu lesen.
Vielleicht täten sie sich’s ja wünschen,
Aber wollen haben sie nicht gekonnt.
(Über ein Land, welches demographisch aussterben wird. Die gescheiten Leute gehen ins Ausland, die Dummen und Unfähigen bleiben im Land. Dann gibt es noch die, welche zu alt sind, um sich noch selbst verpflanzen zu wollen. Die junge Politik ist hilflos und richtet mehr Schaden als Nutzen an.)
