Archive for the ‘Leben’ Category
Es ist mir bewusst, dass in den meisten Kommentaren, die ich abgebe, ein Selbstbezug angegeben ist. Ich schreibe, wie ich die Meinung des Autors auffasse, wie sie sich als richtig in meinem Leben herausgestellt hat, oder auch warum ich sie nicht für richtig halte.
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Im persönlichen Gespräch halte ich mich da eher zurück, weil ich gelernt habe, dass eine Frau, die etwas sagt, am Allerwenigsten Gegenrede oder Vorschläge erwartet. Man schweigt am besten, zeigt verstohlen Mitgefühl und wird dafür mit der Bezeichnung Frauenversteher ausgezeichnet.
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Jetzt bin ich im zehnten Lebensjahrsiebent und es ist mir langsam egal, was die Menschen über mich denken. Den ersten Erfolg habe ich schon erzielt. Ein Kommentar hat dazu geführt, dass ich entfreundet wurde. Von einer Frau, die ich durchaus achte. Aber ihr Posting auf FB war schon seit Jahren immer wieder auf FB und ich habe mir erlaubt kund zu tun, dass mich das an Yellow Press-Verhalten von FB erinnert. Ich werde der Frau als Freund nicht abgehen. Sie hat ja noch über 700 andere.
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Allerdings überrascht es mich immer wieder, die Beurteilung von anderen Menschen zu sehen. Was sie teilen, was ihre politische Haltung ist, was sie empört, was sie erfreut. Insofern ist FB schon ein recht gutes Medium.
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Und manchmal ist es interessant, durch Wiederholung darauf gestoßen zu werden, etwas neu zu überdenken. Allerdings gibt es eine Sache, die mich zum Kotzen bringt: „Wenn du das kannst, bist Du ein Genie.“ Und dann kommt eine Aufgabe, die ein Volksschüler lösen könnte.
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Dann denke ich mir: das sind alles Vollkoffer, zu deutsch Volltrotteln. Und da wahre ich gerne eine Distanz.
Gestern gab es ja endlich das angekündigte Kammerkonzert. Ich wurde gefragt, wie viel Zeitaufwand dahinter steckt. Nun wir hatten vier recht intensive Proben, zwei davon mit einem Profi, der uns Tipps gab. Das hat ziemlich viel gebracht.
Insgesamt habe ca. 70 Stunden geübt, wobei die Zeit vor dem Sommer nicht mitgerechnet ist. Denn praktisch habe ich nach dem Sommer von vorne zu üben begonnen. (Da war ich erst seriös unterwegs.)
(Meine Mitspieler habe ich hier leider noch wegschneiden müssen.)
Wie es so oft ist, wenn auf einen Termin hingearbeitet wird, egal beruflich oder privat, stellt sich danach eine gewisse Leere ein, die es tunlichst schnell auszufüllen gilt.
Heute in der Früh hat sich ein Termin so gut angelassen, dass zu hoffen ist, (drei Mal auf Holz klopf) dass es zu einer ziemlichen Auslastung von mir bis Weihnachten kommen wird. Schlecht ist das keinesfalls, das Gehirn wieder einmal auf die Autobahn zu bewegen und die Ganglien gut durchputzen lassen.
Das Leben geht jedenfalls bewegt weiter. Der heutige Abend ist der Zubereitung eines Hirschragouts gewidmet. Der Hirsch wird nämlich der Transportlogistik wegen heute schon aufgetaut.
Ich gehe einmal davon aus, dass es beim Ragout so ähnlich funktioniert wie beim Gulyas. Je öfter man es aufwärmt, desto g’schmackiger wird es.
Erfolgs- oder Misserfolgsberichte folgen nach der sonntäglichen Geburtstagsfeier. (Die älteste Enkelin ist sechs geworden, ich stelle mich langsam darauf ein, wie es sich anfühlt, einmal Uropa zu werden:)
Eines der Stücke, die wir gespielt haben. Und gibt es durchaus Wiedererkennungsmomente. Das haben wir schon ganz gut drauf gehabt. Die anderen auch:)))
Heute habe ich Geburtstag. Gestern habe ich schon mit Mozart gefeiert, heute geht es mit einem netten Programm weiter. Sauna, Massage, Escape-Room (der erste echte in Belgrad) und danach Feiern in Skardalia. Die beiden letzten Punkte mit der Mann- und Frauschaft von der Firma.
Momentan komme ich schon ein bisschen in Zeitnot. Daher wird das kurz. Ich bin jetzt 120 Jahre alt. (im 7er-Zahlensystem: 49 + 14) Also betrete ich nunmehr das 10. Jahrsiebent. Diese Abschnitte waren immer recht distinkt in meinem Leben.
Meine Frau meint, dass ich mich damit abfinden sollte, dass nicht mehr alles so leicht von der Hand geht. Ich lerne das langsam. Ich werde nach und nach blöder. So nenne ich das langsamer Werden im Denken. Ich spüre das. Es war nach der letzten Operation viel stärker merkbar, ich habe mich in der Zwischenzeit erholt, doch Intelligenztest möchte ich heute keinen mehr machen.
Es gibt allerdings etwas zu feiern. Meine Fähigkeit zuzuhören hat sich verbessert und damit auch mein Klavierspielen. Ich bin viel kritischer geworden, bin aber bereit, mehr zu üben und vergesse meine Ungeduld beim Üben.
Das Wetter ist sonnig. Den Kindern und den Enkelkindern geht es gut, daher auch meiner Frau. Auch für meine Freunde und Angestellten kann ich momentan noch einige Monatsgehälter zahlen. Mal sehen, ob ich morgen einen neuen Vertrag aushandeln kann.
Mit dem Konzert in Belgrad hat sich einiges in meiner Einstellung geändert. Ich bin fast so etwas wie stolz darauf. Ab jetzt arbeite ich an dem Konzert in zwei Jahren, zu meinem 65. Geburtstag.
Es wird noch eine interessante Zeit.
Ich bin stolz auf etwas und wundere mich, warum ich darauf stolz sein sollte. Aber ich bin es. Es ist eine Erinnerung,die mehr als 50 Jahre zurückliegt. Ich war ein sechsjähriger Bursche, der viel Zeit im Wertheimsteinpark verbraucht hatte. Mit sechs Jahren war noch meine Mutter dabei. Später ging ich allein in den Park, um Fussball zu spielen oder mich sonst auf meinem Klein-Fahrrad herumzutreiben. Es gibt in dem Park einen Blindenabschnitt, den man dadurch findet, dass man einfach einem Kopfstein geplasterten Pfad folgt, der in der Mitte der asphaltierten Gehsteige angelegt ist.
Doch mein Stolz hängt sich an einer Erinnerung auf, die ich von viel früher habe. Es gibt in dem Park sehr nett angelegte Blumenbeete und auch Gebüsche. Und eins der Gebüsche, am Ende eines Platzes angelegt, auf dem sich auch ein Trinkbrunnen befindet. Am Fuße dieser Gebüschanlage findet sich ein kleiner Steingarten. Dieser Steingarten faszinierte mich. Für mich als Sechsjährigen war er wie ein Gebirge mit Kaminen und Rinnen. Und ich pflegte meine ein Zentimeter großen Glasmurmeln entlang den Rinnen runter kullern zu lassen und vorherzusagen, wo sie landen würden. Manchmal hing es von der Höhe ab, wo ich sie aufsetzte. Je nachdem landeten sie manchmal in einem linken oder einem rechten Abschnitt. Aber ich erinnere mich genau, dass ich mich wie ein großer Herrscher (vielleicht wie ein Gott, wenn es das Konzept damals für mich gegeben hätte) fühlte. Ich konnte die Zukunft voraussagen.
Diese natürliche Kugelbahn übte eine unheimliche Ausstrahlung auf mich aus. Später betrachtete ich diese Stelle und wunderte mich, dass sie einmal so groß auf mich gewirkt hatte.
Ich bin stolz. Stolz darauf, dass ich mich erstens daran erinnere und zweitens so genau nachvollziehen kann, was ich damals empfunden habe. Ich kann mir das Gefühl von damals ziemlich genau in Erinnerung bringen, ja echt nachempfinden. Deswegen bin ich stolz.
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Und jetzt gehe ich Klavier üben
Wer diesen Text als anstößig empfinden könnte, klickt sich jetzt am besten weg.
Manche bezeichnen ihn ja als Orgasmus. Aber das würde in diesem Fall nicht stimmen. Denn so masochistisch bin ich nun wirklich nicht veranlagt.
Aber wenn es um die Dauer geht, dann beinhaltete einen echten Höhepunkt. Fünfeinhalb Stunden.
Normalerweise hätte ich mit einer Stunde gerechnet. Und tatsächlich glaubte ich, dass nach dreißig Minuten eigentlich das Ende erreicht sei.
Mitnichten. Vielleicht erinnert sich noch jemand an den Beitrag vor wenigen Tagen, als ich über meine jugendliche Begeisterung für Modelle schrieb. Nein, keine zweibeinigen waren gemeint, sondern Häuschen, die zur Modelleisenbahn passten. Ich schrieb über das Abschmiergeln von Gussfalzen und die Schwierigkeit der genauen Verklebearbeit.
Gestern wurde ich daran erinnert. Es gab aber noch eine zweite Erinnerung. Das ist die an im Samisdat verlegte Bücher, die das Lagerleben in Sibirien beschrieben, inklusive der zuvor vorgenommenen Folter. Ich kann nicht behaupten, dass es gestern besonders schmerzhaft war. Allerdings hätte es schmerzhaft sein können und deswegen wurde ich ja auch vollgespritzt. Dreimal. Eigentlich hätten es viermal sein müssen, aber irgendwie schien einmal nicht notwendig zu sein.
Bevor ich schmunzelnd der Modellbautechnik zuschauen konnte, wurde nämlich an der Substanz Steppenhund Material abgetragen. Das ist so notwendig, wenn man aus einem Hund einen Cyborg machen will. Ich hatte zwar schon vorher etwas Titan in meiner Scrapula, (20 Jahre ist das mittlerweile her, als ich mir das Schlüsselbein gebrochen hatte) doch jetzt konnte ich mich langsam als Jaws im James-Bond-Film fühlen – Titan verstärkte Zahnsubstanz. Die diente aber anscheinend nur dazu, um den Zahn rundherum abschleifen zu können.
Das klingt grausiger als es wehtut, doch hier kommt der Gedanke an die Folter auf. Der Schleifprozess dauerte nämlich auf drei Raten aufgeteilt jeweils mehr als eine Stunde. Und dabei fiel mir auf, dass ich das Zeitgefühl verloren hatte. Ja vielmehr, dass mich die Zeit nicht mehr interessierte. Ich hätte sie an der Wand ablesen können, doch ich bemühte mich nicht mehr, die Augen aufzumachen und zu fokussieren. Ich dachte nur daran, dass es mir gut gehe. Schließlich versuchte man nicht, ein Geständnis aus mir heraus zu pressen. Also durfte ich damit rechnen, dass es irgendwann einmal aufhören würde.
Zuerst war mir ja nicht klar, was die Ruhe nach dem Sturm bedeutete. In Plastillin beißen stellte sich aus formgebende Methode für meinen Faller-Modellbau heraus. Ungefähr eine Woche werde ich nämlich mit Kunststoffzähnen herumlaufen, bis der König seine Kronen bekommt.
Das war nett anzusehen, wie der Zahnarzt neben mir liebevoll an den Plastikabdeckungen herumdrechselte, polierte und eine kleine Trennscheibe ans Acrylat ansetzte. Da ich nicht zu kontrollierend erscheinen wollte, obwohl das Zusehen richtig Spass machte, zog ich mein Handy heraus und spielte eine Partie Schach damit. Als die Zähne auf Hochglanz „geputzt“ waren und eingesetzt wurden, fragte ich mich, warum ich überhaupt teure Kronen brauchte.
Fürs Klavierspielen braucht man schließlich auch kein echtes (Elfen-)bein, es reicht ein Kunststoff.
Leider war das erst die untere Hälfte. Es ging dann noch in drei Etappen weiter.
Ursprünglich hieß es 2-3 Stunden. Ich machte noch den Scherz, dass zwei Stunden wohl in Wirklichkeit vier bedeuten würden. Schließlich läutete das Telefon und Bekannte erkundigten sich bereits, ob ich unterwegs im Taxi verschollen sei.
Tatsächlich verbrachte ich aber den Samstag, den neunten Tag im heißen Monat Juli, zweitausendundelf fast ganztägig in einer stomatologischen Ordination in einem sonnenbestrahlten Belgrad, welches eine Außentemperatur von 38 Grad hatte.
Als das Betäubungsmittel abgeklungen war, forderte ich einen Besuch eines meiner Lieblingslokale in Zemun ein, das übersetzt „Karpfen“ heißt.
Nach einer Flasche Vranac Procorde fühlte sich die Welt, d.h. in dem Fall ich mich selbst, ganz gut an. Ich bin frisch aufgewacht und werden den gestrigen Tag wohl als einen Höhepunkt in meinem Leben sehen.
Es wird noch vier Besuche geben. Die dürften aber tatsächlich weder die Länge noch die Beschwernis aufweisen. Ich warte einmal ab.
Ab heute sind „Ferien“. Zu Mittag verabschieden wir unsere „Kleinen“, dann werde ich ab dem Nachmittag nur mehr Vorlesungen vorbereiten, nacharbeiten, ergänzen und die Reise nach Leipzig angehen.
Ich halte die Vorlesungen während meines Urlaubes. Habe ich immer so gemacht. Ich unterstreiche mir damit selbst, dass ich es
a) aus eigenem Antrieb mache,
b) es für mich eine Befriedigung darstellt, und
c) dass ich es nicht des Geldes wegen mache. (Die Bezahlung ist rein symbolisch.)
Aber ich freue mich schon darauf und bin gespannt, wie die neuen Vorlesungen ankommen werden:
Requirements Management
ATAM Architecture Trade-off-Analysis Method
Social skills of a Software Architect
Fühle mich echt geschlaucht. Als ich dreimal heftigst niesen musste, hatte ich einen echten Schwindelanfall und musste mich eine Minute am Einkaufswagerl beim Billa anhalten. Allerdings war ich nicht besorgt, denn durch die Tamponade ist der Luftausgleich irritiert und das dann das Gleichgewichtsorgan betroffen ist, war mir klar.
Zu Hause habe ich dann den Test auf Belastbarkeit gemacht und die Waldsteinsonate gespielt.
Geht.
Das sind ja so meine Selbsttests. Zeitmessung bei Sudokus. Bestimmte Klavierstücke. Konditionstests, wie lange ich spielen kann. Alles über eine Stunde zeigt an, dass die Nennwerte erreicht werden können.
Ein bisschen schwach fühl ich mich allerdings. Keine Ahnung, wovon. Radfahren konnte ich allerdings ganz normal.
Einfach komisch.
Bin aber vermutlich nicht mehr weltraumtauglich. Dabei hatte ich mir das immer gewünscht 🙂
Die waren ja schon vor Jahrzehnten.
Doch morgen fahre ich nach Graz, um meiner Tochter beim Reiten zuzuschauen.
Sie scheint sich zur Spezialistin für Lusitanos zu entwickeln.
am Pferd
Von einem lieben Schulfreund habe ich eine ganze Sammlung bekommen:
„Besteht ein Personalrat aus einer Person, erübrigt sich die Trennung nach Geschlechtern.“
[Info des Österreichsichen Lehrerverbandes]
Ich habe etwas älteres Mobiliar bekommen. Heute konnte ich einem Handwerker bei der Restaurierung zusehen. Den ganzen Sonntag hat er an Bett und Sesseln gearbeitet.
Der Stuhl am Tisch bekommt gerade die Zierknöpfe.
Morgen wird noch der Tisch poliert, dann ist mein Apartment soweit einmal eingerichtet.
Man sitzt sehr bequem in den Stühlen.
