Archive for the ‘Leben’ Category
Today I had my control at the cardiologist whom I have been visiting since three years ago. I have lost some kilograms since my last visit, not as many as I would have liked to. But I will keep trying. Another 20 kg to go. Apart from that my health is excellent, meaning that my general state has improved heavily since my first visit. Today, there was no need for ultra-sound, my ECG was super. Now, I can die in peace 🙂
Conclusion: it is quite healthy to stop working 🙂
Bei rosmarin wurden neue Fragen für Treibholz aufgeworfen.
Die haben mich irgendwie angesprochen.
1. Striptease….?
Das ist nichts Besonders, nachdem ich regelmäßig in die Sauna gehe. Aber lustig war es, als ich in einer Hoteldisco nach einer Konferenz, bei der ich im Smoking teilnahm, mein Smokinghemd an einen Interessenten verkaufte. Der Preis war in Ordnung und danach war mein Tanz etwas freier.
2. Die Geschichte hinter meinem teuersten Strafzettel….
Das war eine Schnellfahranzeige, die total ungerecht war. Ich fuhr mit koreanischen Geschäftspartnern von Wr. Neustadt nach Wien. Nicht einmal besonders schnell. Nach einer Baustelle beschleunigte sich der Verkehr wieder und ich fuhr auf der dritten Spur als von hinten ein weißer Audi auffuhr. Um ihm Platz zu machen, stieg ich aufs Gas und reihte mich nach kurzer Zeit rechts ein. Der Audi auch. Winkerkelle. Ich stieg aus, die zwei Polizisten in Zivil auch. „225 mit dem geeichten Tacho.“ – Aber Sie müssen doch gesehen habe, dass ich Ihnen nur Platz machen wollte. Als sie so dicht auffuhren, bin ich höchstens 160 gefahren.“ (Damals galt schon das Limit von 130km/h) – „Ja, deswegen wollten wir sie ja nicht aufhalten, aber bei der Baustelle sind sie 120 gefahren.“
Trotzdem haben sie mich wegen 225 angezeigt. Ich habe dann noch zwei Eingaben, eine aus Japan, eine aus Korea abgeschickt, wurde vernommen. Und musste letztlich eine Strafe von 4400 ATS, ca. 600 DM bezahlen.
Die eigentliche Strafe war, dass ich mich seitdem nicht mehr traute, schnell zu fahren. Vorher war ich auf der Strecke in der Regel mit 200 unterwegs gewesen.
3. Was sollte man mindestens einmal im Leben getan haben?
Ich glaube, ich habe das schon alles gemacht. Die Diskretion verbietet es, ausführlicher zu werden.
4. Am liebsten koche ich für….?
meine Familie bei Familienfesten, wenn alle Kinder und Enkelkinder zusammen sind.
5. Wenn ich Diktator wäre, würde ich folgendes ändern…?
Bei dieser Frage passe ich. Ich würde auch nicht Gott sein wollen. Aber vielleicht würde ich ein Gesetz erlassen, dass es einem Diktator erlaubt, zehn Frauen zu haben.
6. Richtig peinlich ist mir….?
Ich kann nicht sagen, dass mir etwas wirklich peinlich wäre. Aber meinem Chef ist es oft peinlich, was ich zum Besten gebe.
7. Meine allerliebsten Schuhe….?
Das ist ja eigentlich eine Frage für Frauen, aber ich habe Lieblingsschuhe.
Und zwar eigentlich drei, von denen zwei identisch sind. Es sind Waldviertler, und zwar der Wunderschuh.
Und dann habe ich einen über zehn Jahre alten Schuh, der ähnlich im Styling ist, allerdings braun. Den hat mir eine Freundin geschenkt und ich will ihn nicht wegwerfen. Ist auch so ein halb handgefertigter.
8. Ich sammle zwar nix, aber eigentlich….?
Ich sammle Dreck. Zumindest könnte man mich wohl as Messie bezeichnen. Ich sammle nicht wirklich, aber ich kann keine Bücher wegwerfen. Und so halte ich momentan bei ca. 4500.
9. Wenn ich eine Pflanze wären, dann….?
wäre ich vermutlich eine Platane.
10. Wenn ich Künstler wäre, dann… ?
wäre ich einer der zehn besten Pianisten auf der Welt. Und wenn ich mich auf einen festlegen müsste, wäre es Friedrich Gulda.
11. Hast Du ein Lieblings-Zitat?
Ich habe eine Lieblings-Zitaten-Lieferantin. Die ist Marie von Ebner-Eschenbach. Und das beste von ihr ist: „wenn die Gescheiteren immer nachgeben, ist es kein Wunder, dass die Welt von den Dummen regiert wird.“
Ich schmeiße nichts weiter, aber wer will kann die Fragen ja aufgreifen 🙂
Der Mensch geht immer so weit, wie er glaubt, rückkehren zu können. Doch immer mehr Menschen unterschätzen ihre eigene Grenzen.
Wenn einmal die Menschheit ihre Grenzen unterschätzt, dürfen wir wieder den 21.12.2012 erleben – dann aber richtig!
Ich habe etwas älteres Mobiliar bekommen. Heute konnte ich einem Handwerker bei der Restaurierung zusehen. Den ganzen Sonntag hat er an Bett und Sesseln gearbeitet.
Der Stuhl am Tisch bekommt gerade die Zierknöpfe.
Morgen wird noch der Tisch poliert, dann ist mein Apartment soweit einmal eingerichtet.
Man sitzt sehr bequem in den Stühlen.
Bei rosmarin wurden neue Fragen für Treibholz aufgeworfen.
Die haben mich irgendwie angesprochen.
1. Striptease….?
Das ist nichts Besonders, nachdem ich regelmäßig in die Sauna gehe. Aber lustig war es, als ich in einer Hoteldisco nach einer Konferenz, bei der ich im Smoking teilnahm, mein Smokinghemd an einen Interessenten verkaufte. Der Preis war in Ordnung und danach war mein Tanz etwas freier.
2. Die Geschichte hinter meinem teuersten Strafzettel….
Das war eine Schnellfahranzeige, die total ungerecht war. Ich fuhr mit koreanischen Geschäftspartnern von Wr. Neustadt nach Wien. Nicht einmal besonders schnell. Nach einer Baustelle beschleunigte sich der Verkehr wieder und ich fuhr auf der dritten Spur als von hinten ein weißer Audi auffuhr. Um ihm Platz zu machen, stieg ich aufs Gas und reihte mich nach kurzer Zeit rechts ein. Der Audi auch. Winkerkelle. Ich stieg aus, die zwei Polizisten in Zivil auch. „225 mit dem geeichten Tacho.“ – Aber Sie müssen doch gesehen habe, dass ich Ihnen nur Platz machen wollte. Als sie so dicht auffuhren, bin ich höchstens 160 gefahren.“ (Damals galt schon das Limit von 130km/h) – „Ja, deswegen wollten wir sie ja nicht aufhalten, aber bei der Baustelle sind sie 120 gefahren.“
Trotzdem haben sie mich wegen 225 angezeigt. Ich habe dann noch zwei Eingaben, eine aus Japan, eine aus Korea abgeschickt, wurde vernommen. Und musste letztlich eine Strafe von 4400 ATS, ca. 600 DM bezahlen.
Die eigentliche Strafe war, dass ich mich seitdem nicht mehr traute, schnell zu fahren. Vorher war ich auf der Strecke in der Regel mit 200 unterwegs gewesen.
3. Was sollte man mindestens einmal im Leben getan haben?
Ich glaube, ich habe das schon alles gemacht. Die Diskretion verbietet es, ausführlicher zu werden.
4. Am liebsten koche ich für….?
meine Familie bei Familienfesten, wenn alle Kinder und Enkelkinder zusammen sind.
5. Wenn ich Diktator wäre, würde ich folgendes ändern…?
Bei dieser Frage passe ich. Ich würde auch nicht Gott sein wollen. Aber vielleicht würde ich ein Gesetz erlassen, dass es einem Diktator erlaubt, zehn Frauen zu haben.
6. Richtig peinlich ist mir….?
Ich kann nicht sagen, dass mir etwas wirklich peinlich wäre. Aber meinem Chef ist es oft peinlich, was ich zum Besten gebe.
7. Meine allerliebsten Schuhe….?
Das ist ja eigentlich eine Frage für Frauen, aber ich habe Lieblingsschuhe.
Und zwar eigentlich drei, von denen zwei identisch sind. Es sind Waldviertler, und zwar der Wunderschuh.
Und dann habe ich einen über zehn Jahre alten Schuh, der ähnlich im Styling ist, allerdings braun. Den hat mir eine Freundin geschenkt und ich will ihn nicht wegwerfen. Ist auch so ein halb handgefertigter.
8. Ich sammle zwar nix, aber eigentlich….?
Ich sammle Dreck. Zumindest könnte man mich wohl as Messie bezeichnen. Ich sammle nicht wirklich, aber ich kann keine Bücher wegwerfen. Und so halte ich momentan bei ca. 4500.
9. Wenn ich eine Pflanze wären, dann….?
wäre ich vermutlich eine Platane.
10. Wenn ich Künstler wäre, dann… ?
wäre ich einer der zehn besten Pianisten auf der Welt. Und wenn ich mich auf einen festlegen müsste, wäre es Friedrich Gulda.
11. Hast Du ein Lieblings-Zitat?
Ich habe eine Lieblings-Zitaten-Lieferantin. Die ist Marie von Ebner-Eschenbach. Und das beste von ihr ist: „wenn die Gescheiteren immer nachgeben, ist es kein Wunder, dass die Welt von den Dummen regiert wird.“
Ich schmeiße nichts weiter, aber wer will kann die Fragen ja aufgreifen 🙂
Ausnahmsweise (!) etwas Positives.
Ein ehemaliger Arbeitskollege, der beruflich mit den Kasterln zu tun hatte, über die die Autobuschauffeure ihre Karten verkaufen, bestätigte meine Klagen einmal damit, dass die Strecken Hütteldorf-Mauerbach und Liesing-Mödling vermutlich so etwas wie Strafversetzungen bedeuten. Dort sind die blödesten Busfahrer unterwegs.
Beide Strecken kenne oder kannte ich gut und vieles scheint dafür zu sprechen. Natürlich gibt es auf der Strecke Liesing-Mödling auch sehr gute und nette Busfahrer, aber im Allgemeinen fahren sie zu früh oder zu spät, kümmern sich nicht um den Fahrplan außer an bestimmten Stellen, wo sie dann 5 Minuten stehen, weil dort allenfalls die Zeit kontrolliert wird.
In Liesing fahren sie häufig am Abend 2-3 Minuten später – ohne nennenswerten Grund, es sei denn, dass die Zigarette noch fertig geraucht werden muss. (Diese Verspätung holen sie dann durch relativ schnelles Fahren auf, aber das lässt sich schon verkraften.) Dass sie oft zu früh an den Stationen vorbeirauschen, könnte mich zwar rasend vor Wut machen, aber man gewöhnt sich ja an alles.
–
Wieso heißt der Titel „Weiber 3“.
Ja, das ist komisch. Die Busfahrerinnen verhalten sich alle vorbildlich. Sie fahren gut, sie fahren pünktlich, sie sind hilfsbereit und sie beweisen, dass die Fahrpläne einhaltbar sind. Zumindest an verkehrsnormalen Tagen.
Das legt den Schluss nahe, dass mehr Busfahrerinnen eingestellt gehören. Es sind auch Ausländerinnen darunter, die stehen den Einheimischen in nichts nach.
Über diese Weiber freue ich mich.
Heute kamen in meinen Träumen zwei Details vor, die mich beschäftigt haben.
Detail 1:
Ich träumte, dass in Zeitungen Anzeigen existierten, auf denen man einen kleinen Film sehen konnte. Im Internet ist das ja nichts Besonderes. Doch die Ausführung war eine Art Folie, die einen Prozessor enthielt, der auf dieser Folie Pixels ansteuern konnte. Außerdem trug die Folie noch zur Energiegewinnung bei.
Ich kann mich erinnern, dass ich im Traum überlegte, ob eine derartige Entwicklung realistisch sein könnte, ob sie auch ökonomisch für Massenauflagen herstellbar wäre. Selbstverständlich ist es heute schwer vorstellbar. Aber auch die RFID-Tags als Diebstahlsschutz hätte man sich vor 20 Jahren nicht vorstellen können. Flache Solarfolien gibt es schon. Prozessoren können in eine Kreditkarte versteckt werden. Also für unmöglich halte ich es nicht.
Wenn man bedenkt, wieviel teures Hochglanzpapier heute den Zeitungen beigepackt wird, erscheinen selbst die Herstellungskosten bei gegebener technischer Entwicklung als finanzierbar.
Ich fand es jedenfalls lustig, es geträumt zu haben.
Detail 2:
Weniger lustig fand ich den Traum einer Dienstreise, bei der es nach Innsbruck ging. Bei dieser Dienstreise, gab es ein Mischmasch aus den unterschiedlichsten Problemstellungen, die ich in meinem Arbeitsleben schon angetroffen habe.
Das Besondere war aber, dass die Dienstreise für drei Tage angelegt war, ein Tag Hinreise, zwei Tage Arbeit beim Kunden, abends die Rückfahrt.
Als ich am Morgen nach meiner Ankunft zum Frühstück kam, saß dort mein Kunde, der Chef selbst, und fragte mich, ob alles in Ordnung wäre. Es stellte sich heraus, dass ich den ganzen zweiten Tag verschlafen hatte. Nicht einfach im Bett gelungert, sondern durchgeschlafen von Tag 1 bis Tag 3. Meine ganze Arbeitsplanung war beim Teufel, die Sache war außerordentlich peinlich, dem Kunden gegenüber konnte ich aber noch applanieren.
Sowas ist noch nie passiert und wird es hoffentlich nie. Tatsache ist sogar, dass ich momentan ziemlich viel schlafe, um die Anstrengungen der letzten Wochen zu verarbeiten.
Heute abend ist es mir zwischen 19:30 und 21:00 nicht so gut gegangen. Die Wirkung der Spritzen hat nachgelassen, aber ich hatte kein Schmerzmittel genommen.
Gestern hatte ja auch eines gereicht. Heute fühlte ich mich so sicher, dass ich darauf vergaß, beim Zahnarzt zu fragen und meine Mittel hatte ich im Hotel.
Ursprünglich hieß es ja: vier Zahnderln werden gemacht.
Als ich dann nach dem dritten frohlockte: jetzt kommt der letzte, hieß es „noch zwei“. Soviel Serbisch verstehe ich nämlich mittlerweile schon. „Josch dwa“
Na gut, beim 4. bin ich dann weggenickt und erst wieder aufgewacht, als der 5. schon fast so gut wie fertig war. Ich hatte nicht einmal bemerkt, dass ich inzwischen vermutlich noch eine weitere Spritze bekommen hatte. (Geschnarcht habe ich sicher nicht, dafür wird der Onkel Doktor schon gesorgt haben:)
Und dann wurde noch einmal der schlechteste Zahn von gestern (ohne Betäubung) aufgemacht. Aber das ging wirklich fast schmerzlos, nur ein bis zwei Zucker meiner Beine. Ich hatte ein gutes Gefühl dabei, weil noch einmal Medizin in den Zahn kam und er sich danach auch wieder sehr solide anfühlte.
Aber jedenfalls saß ich fast drei Stunden am Stuhl. Das waren gefühlte 2,25 Stunden, weil der Onkel Doktor dann bestätigte, dass ich 45 Minuten geschlafen hatte.
Das soll mir einmal einer nachmachen. Während der Abschlussarbeiten dachte ich nur darüber, ob ich den Satz: „Könnte es sein, dass ich geschlafen habe?“ auf serbisch schon sprechen könnte. Das Partizipium von Schlafen hab ich nicht ganz zusammengebracht. Da sollte man nämlich noch den Aspekt hineinbringen.
Aber „alles hat ein Ende“ habe ich dann doch noch zusammengebracht, denn diesen Text kenne ich vom Fernsehen aus der Werbung für „six feet under“.
–
Was ich wirklich für bemerkenswert halte, ist der Umstand, dass ich bei der ganzen Geschichte recht viel Serbisch höre und lerne. Der Arzt und die Assistentin plaudern munter dahin und ich kann zumindest schon die Themen erraten, wenn sie sich über die Schulen der Kinder unterhalten. Es ist eine etwas merkwürdige Form von „total immersion“. Ich bin im Sessel untergetaucht, darf selbst nichts reden, bzw. kann nichts reden, doch meine Ohren sind auf Empfang gestellt.
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Morgen kommt der eigentliche Hammer: die Kieferoperation für die Implantate.
Sehr war der Ratschlag heute, sechs Stunden vor der OP nichts mehr zu essen, was ja eher normal ist. Aber auch vorm Trinken wäre abzuraten, weil die Geschichte wird drei Stunden dauern und während dieser Zeit werde ich mich nur schwer zum Nase pudern entschuldigen können.
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Damit die Geschichte aber nicht nur nach den typischen Krankengeschichten der alten Leute klingt, kommt jetzt noch ein kleiner Erfolgsreport.
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Nein, ich habe noch nicht einen unterschriebenen Kundenauftrag.
Ja, ich habe eine Wohnung und ein Office. Und diese sind nach einigen Besichtigungen und Verhandlungen jetzt doch dort angesiedelt, wo ich ursprünglich hinwollte: die Wohnung in GENEX APPARTMANI, wo auch z.B. die österrreichische Außenhandelskammer und die japanische Botschaft residiert. Das Office befindet sich gleich im Nebengebäude, dem „kleinen Turm“, wo sich hauptsächlich DELTA GENERALI befindet. Back to the roots könnte man sagen.
Aber es wird ernster und ernsterer!
Die Mutter des Dreijährigen, der von einem 26-Jährigen umgebracht wurde, wird angeblich auch unter Anklage gestellt. Vernachlässigung der Obsorge oder ähnlich.
Die Mutter tut mir leid. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ist, selbst geschlagen zu werden und trotzdem den Mann im Haus zu behalten, ihm das eigene Kind anzuvertrauen, wenn ich weiß, dass er gewalttätig ist. Da muss viel andere Verzweiflung und Druck aufgebaut worden sein – oder auch unbeschreibliche Angst, dass hier kein rechtzeitiger Ausweg gefunden werden konnte.
–
Frauen können aber genauso gewalttätig werden. Wobei die Gewalt gegenüber ihren Männern schon Teil von Untersuchungen geworden ist.
Aber es gibt Gewalt gepaart mit Dummheit verursacht durch fehlendes Verständnis und/oder einfach Idiotie.
–
Ich beobachte eine Frau am Fahrkartenautomaten der ÖBB. Sie will ein Retourticket kaufen. Sie drückt die entsprechenden richtigen Berührfelder am Schirm, es kommt die „Busy“-Anzeige, die ihr aber zu lange dauert. Sie wiederholt das Drücken der gewünschten Funktion. (Das kann – muss aber nicht unbedingt – bedeuten, dass der Vorgang neu gestartet wird. Man kann auf diese Weise den Automaten immer beschäftigt halten, ohne je auf einen grünen Zwei zu kommen.)
Nach dreimaliger Wiederholung prügelt sie auf den Bildschirm ein und tritt gegen den Rahmen des Automaten.
Die Frau ist ca. 50. Sie ist wahrscheinlich keine Computer-Benützerin. Sie stellt sich wohl vor, dass im Inneren des Automaten ein kleiner Mensch sitzt, der an der „Busy“-Anzeige kurbelt und nicht weiter tut.
Irgendwann startet sie ganz von vorne und das Spiel wiederholt sich. Ich bin mittlerweile begeistert wie robust der Touch-Bildschirm ist. Nach drei Minuten hat sie es geschafft.
Ich brauche zwar nur das einfache Ticket, aber das kommt problemlos nach 17 Sekunden heraus. (Ich stoppe extra, weil es mich einfach interessiert.)
Technisch gesehen war der Automat tatsächlich langsam, was allerdings nur an der Online-Verbindung zu liegen scheint. Offensichtlich werden bestimmte Inhalte der Verbindungen nachgeladen. Er war aber nicht übermäßig langsam.
Sozial gesehen habe ich mich gefragt, ob ich die Frau aufklären soll. Während ihrer Automatenprügeleien wollte ich nicht dazwischen reden, sonst hätte vielleicht ich eine abgekommen. Nachher habe ich noch kurz überlegt, aber dann Abstand genommen, mich zu bemühen. Sie hätte mich in ihrer Gemütslage höchstens als Besserwisser oder als Vertreter ihres „Feindes“ beschimpft.
Ehrlich gesagt kann ich ihre Aufregung verstehen. Ich bin manchmal ebenfalls von den Dingern frustriert. Aber mir würde nie einfallen, gegen den Automaten gewalttätig zu werden – nicht einmal, um mich abzureagieren.
Sollte die Frau aber einmal ein Enkelkind erschlagen, werde ich mich fragen müssen, ob ich eingreifen hätte sollen. Vielleicht hätte ich sie anzeigen sollen – auf Verdacht zur Gewalttätigkeit.
–
Wie können wir in der heutigen Zeit zwischen vernünftiger Anteilnahme und Vernadertum überhaupt manövrieren?
Ich weiß es nicht.
Es machen sich ja viele über Facebook lustig und rümpfen die Nase. Und sie rümpfen auch die Nase darüber, dass man überhaupt auf Facebook eingetragen ist.
Und wie viel Zeit dabei doch draufgeht. Also ich kann bestätigen, dass ich heute sicher eine Stunde mit Facebook verbracht habe. Ein kleines Gespräch mit einer Bekanntschaft und einen Beitrag, den ich nicht kopieren und einfügen konnte, sondern ihn selber abtippen musste.
Und dann habe ich pro Tag ungefähr 20 Verständigungen darüber, was jemand Neues gepostet hat. Das sind in der Regel maximal 5 Personen, nicht immer dieselben. Das Ansehen dauert maximal 2 Minuten außer ich möchte etwas Längeres kommentieren.
Ich könnte natürlich auch jetzt schon schlafen gehen, statt diesen Artikel zu schreiben.
Aber ich möchte doch eines feststellen: Facebook kann mir durch die Freunde, die als Freunde vermerkt sind, (mit unterschiedlichen Nahheitsgraden) eine ganz bestimmte Freude vermitteln.
Ich kenne fast alle „Betroffenen“ persönlich. Die rein virtuellen Bekanntschaften sind so entstanden, dass ich mit den Mitteilungen dieser Personen so viel anfangen konnte, dass ich tatsächlich Freundschaftsanfragen verschickt haben.
Aber ich lasse die jetzt einmal außen vor. Wenn ich mir meine „Freunde“ ansehe, empfinde ich Genuss und Freude daran, wie unterschiedlich diese als Menschen sind. Ich kenne sie aus verschiedenen Lebensphasen und Umgebungen meines Lebens. Teilweise sind sie so unterschiedlich, dass es faszinierend ist, wie viel mir die Kommunikation bedeutet, selbst wenn sie nur vier mal im Jahr stattfindet.
Manche leben in anderen Ländern, wodurch ein Treffen erschwert erscheint aber manchmal trotzdem stattfinden kann.
Und ich gehöre zu den Menschen, die immer lernen wollen. Und von fast jeder Person, und von jedem der als Freund(in) eingetragenen Personen konnte ich lernen. Manchmal reicht es, mich zu erinnern. Und ich komme auf neue Ideen.
Und so betrachtet könnte ich auch ein kleines Notizbüchlein führen, doch Facebook nimmt mir diese Aufgabe ab und führt sie auch dann aus, wenn ich selbst gar nicht so „organisiert“ angelegt bin.
Ich bin bei anderen social networks eingetragen. Doch die sind eher beruflich organisiert. Die größte Diversität finde ich unter meinen Facebook-Freunden.
Cheers!
