Archive for the ‘Leben’ Category
Nach wunderschönen Tagen in der Schweiz, an einem Ort, den ich als Urlaubsort klassifizieren würde, wenn ich ihn mir leisten könnte, ging es gestern zurück nach Österreich an einen anderen Urlaubsort.
In Innsbruck sorgte das notwendige Umsteigen, dass wir die Rekordtemperatur von 38,2°C auch richtig fühlen konnten.
In der Nacht gab es ein Naturfeuerwerk in der Umgebung von Kufstein, dass wir aus dem Fenster beobachten konnten. Es hat zu der etwas getrübten Stimmung gepasst. Die Freude an Kufstein und den kommenden Opernabenden ist durch das Schicksal einer Freundin getrübt, die hier lebt.
Nachdem meine Frau den kompletten Leidensweg bei ihrer Schwester erlebt hat, lassen sich die Gedanken nicht so einfach wegschieben. Da hat das Gewitter in der Nachth schon sehr gut gepasst.
– oder alt und senil …
Ich bin es gewohnt, bei jeder Reise etwas zu vergessen. Manchmal ist es ein Kamm, dann eine Sonnenbrille, eigentlich nie etwas, was ich unbedingt benötige.
Einmal hatte ich sogar meinen Laptop zuhause vergessen und dann am Flughafen entschieden, dass es auch ohne gehen müsse. Das tat es auch. Ich kann von überall und mit jedem Computer arbeiten. Mittlerweile sogar mit einem – ähem – Aplle-ipad air.
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Doch heute musste ich wirklich an mir zweifeln. Als ich auf der Bank war und den Kontostand abfragen wollte, fand ich meine Bankomat-Karte nicht. (Dass ich telebanking nicht nütze, hängt mit meinem Beruf zusammen. Ich bin nicht übermäßig paranoid aber von berufs wegen mit den Missbrauchsmöglichkeiten zu stark vertraut. Ich soll sie ja auffinden.)
Da ich auch meine Mastercard nicht fand, hatte ich sofort eine recht plausible Erklärung zur Hand. Während meiner Reise nach Rom hatte ich die beiden Karten, die für mich die wichtigsten Geldträger sind, speziell verstaut. Und jetzt musste ich die Vermutung hegen, dass ich sie in Belgrad gelassen hatte, dort wo sie gut versteckt waren.
Das wäre an sich kein Unglück. Ich konnte mir nur nicht vorstellen, dass ich die Karten nicht wieder an die üblichen Orte verstaut hatte. Als ich mit dem Fahrrad von der Bank nach Hause hier in Brunn zurück fuhr, kam es mir immer unplausibler vor. Immerhin hatte ich in Belgrad noch einmal mit der Mastercard gezahlt.
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Tatsächlich fand ich dann in meinem Portemonnaie noch ein zusätzliches Einschubfach, in dem die beiden Karten aufbewahrt waren. Also Alarm zurück.
Unangenehm bleibt lediglich ein Gefühl zurück, dass ich doch relativ lange gebraucht habe, um den Hergang während der letzten drei Tage zu rekonstruieren.
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Fazit: mein leichtes Leben ist vorbei. Ich muss mich an genaue Abläufe halten und langsamer agieren. So wie halt jeder andere auch. Nur bedeutet das eine Veränderung meiner Persönlichkeit. Ich war spontan, schnell, entscheidungsfreudig. – Und jetzt soll ich immer erst vorher nachdenken?
http://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/grossmeister-huebner-schach-ist-kein-sport-1709939.html
Interessanterweise verneint das ein wirklich bedeutender Spieler. Aber ich geben ihm nicht recht. Für mich ist Schach ein Sport. Ähnlich wie anerkannte Sportarten, kann ich es sportlich oder nicht sportlich betreiben. Es gibt auch die Disziplin „Gehen“. Trotzdem kann man auch so gehen, dass niemand darunter Sport vermuten würde. (Allenfalls gesunde Bewegung)
Wird Schach so betrieben, dass man einem Verein angehört, verändert sich das gesamte Wesen des Schachspiels für einen. Ich wurde als 15-Jähriger ermahnt, weil ich eine Schachpartie zu früh aufgegeben hatte. Sie konnte zwar als verloren gelten, aber der Präsident des Schachvereins erklärte mir, dass immer noch etwas hätte passieren können, dass eine Niederlage zu einem Remis verwandelt hätte. „Aufgeben tut man einen Brief!“
Das gilt, wenn man in einer Mannschaft spielt, bei der eine Ergebnis 3:3 etwas ganz anderes ist als 2,5 zu 3,5.
Ich habe mit 20 Jahren die Regel formuliert, dass ein Vereinsspieler immer gegen einen Kaffeehausspieler gewinnen könnte. Ich war dann überrascht, einen Kaffeehausspieler gewinnen zu sehen. Bis ich ihn irgendwann bei einer Turnierpartie am 2. Brett der Liga sah.
Der Adrenalinausstoss, den ich selbst vor Beginn einer Partie erlebt habe, und die Gewichtsabnahme von 2 kg bei einer normalen Turnierpartie scheinen zu beweisen, dass der Körper doch mehr leistet.
Gute Spieler kommen auch nicht ohne körperliches Konditionstraining aus. Man kann Schach sehr gut als „Spiel“ begreifen und das hat durchaus seine Berechtigung. Doch wenn es einmal vereinsmäßig ausgetragen wird, überwiegt die sportliche Komponente des Wettkampfs bei Weitem.
In der Anthroposophie ist das Menschenleben in Abschnitten zu je 7 Jahren geteilt. Danach würden sich meine Einstellungen und Lebensgewohnheiten erst in eineinviertel Jahren ändern. Anscheinend hat etwas meinen Ablauf beschleunigt.
Ich kann es kaum mehr über mich bringen Nachrichten zu hören oder lesen. Auch bei den Blogs interessieren mich nur mehr ganz wenige, die meisten davon mit humorvollem Charakter. Die Lust zum Kommentieren ist verflogen und meine Mitleidsbereitschaft ist auf null. Mittlerweile spende ich zwar gerne, allerdings dorthin, wo ich die Menschen gar nicht kenne. Ärzte ohne Grenzen oder CARE. Manchmal gebe ich den Augustin-Leuten etwas, aber das kommt immer seltener vor.
Ich lese, wenn Leute jammern oder philosophieren und denke mir nur: jeder hat sein Schicksal in der Hand. Wenn er so weit ist, dass er jammern und schreiben kann, kann er auch etwas Produktives tun. In seiner Freizeit, nicht als Beruf.
So ist das. Es dreht meine bisherige Lebenseinstellung ziemlich um. Ich bin nicht unbedingt zum Misanthropen geworden, doch mein Verantwortungskreis beschränkt sich mehr und mehr auf Familie. Die anderen gehen mich nichts mehr an. So scheint es zumindest momentan.
Da gibt es auch nichts zu bejammern. Wenn ich jammern würde, wäre ich der erste, den ich nicht aushalten könnte:)
Draußen ist es heiß, im Haus ausreichend kühl. Ich arbeite etwas am Computer, zwischendurch mache ich Pause und sehe, ob es einen alten Film im Fernsehen gibt.
Beim Zappen komme ich auf eine Reality-Show. Reality-Shows sind heutzutage so schlimm, dass ich Depressionen bekommen könnte. Wenn dann eine noch mit „die strengsten Eltern auf der Welt“ betitelt ist, habe ich keine Lust dabei zu verweilen.
Doch irgendetwas hat mich festgehalten. Der Stil der Show ist wie üblich durch einen Kommentator geprägt, dessen selbstüberzeugter Tonfall mich fortjagen könnte. Doch das Konzept ist interessant: schwer erziehbare Kinder kommen für zwei Wochen zu Pflegeeltern nach Kenia.
Wie es scheint, bewirken die Pflegeeltern (ein Mann mit Frau und Nebenfrau) ein wahres Wunder. So richtig streng erscheinen sie mir gar nicht. Dass die beiden Kuhdung aufsammeln müssen, ist zwar eine normale Tätigkeit, (Er wird als Baumaterial verwendet) erscheint aber für die Siebzehnjährigen als eine Zumutung. Dass man ihnen die Zigaretten weg nimmt, ist hart. Mit dem Essen klappt es auch nicht so ganz.
Was sehr eindrucksvoll und glaubwürdig dargestellt wird, ist das Verständnis von Selbstverständlichkeit, dass die Kinder von ihrem gewohnten Leben in Deutschland haben. Anfänglich ist ihnen nicht bewusst, in welchem Luxus (auch im Rahmen von Durchschnittsfamilien) sie in Deutschland aufwachsen. Sie können sich nicht vorstellen, warum die Massai glücklich sind. Aber sie erleben Zuwendung, Interesse und am Ende der vierzehn Tage kehren sie (doch) etwas geläutert zurück. Im TV scheint es sich auch um eine nachhaltige Entwicklung zu handeln.
Im Gegensatz zu fast allen anderen Reality-Shows sehe ich in dieser ein großes Stück Wahrheit verpackt: nicht-materielle Werte können durch eine Verlegung des eigenen Lebensbereichs sehr gut übermittelt werden. Wie gut es einem selbst eigentlich geht, kann man auch daran lernen, wenn man glückliche Menschen erlebt, die viel, viel weniger haben als man selbst und viel schwerer arbeiten müssen.
Ich nehme nicht an, dass es das Programm in Wirklichkeit gibt. Aber die Idee hat etwas für sich.
Ich glaube, ich weiß jetzt, warum mir die Arbeit im Ausland Spass macht. Es ist nicht das nicht-in-Wien-sein, es ist das wo-anders-Sein. Das bewirkt, dass die Zeit eine neue Komponente gewinnt.
Wenn ich in Wien mit einer Arbeit nicht fertig werde, geschieht sie eben am nächsten Tag oder am übernächsten.
Doch im Ausland ist alles terminiert. Termine müssen zeitgerecht stattfinden, sonst ist man nicht mehr vor Ort. Die Einstellung habe ich noch von meinen ersten Auslandseinsätzen vor 40 Jahren behalten. Im Ausland etwas arbeiten, wertet die eigene Arbeit auf. Sonst würde sie ja ein anderer machen. Und so gewinnt jeder kleine Weg an Bedeutung, weil er geplant werden muss.
Besprechungen gab es heute nur zwei, allerdings sehr angenehme bzw. wichtige. Doch von 9:15 bis 19:30 wurde „gearbeitet“. Und es wurden bestimmte Ziele erreicht.
Manches kann man sich nicht für den nächsten Tag aufheben. Mails müssen sofort beantwortet werden. Die Lebensqualität ist nicht besser oder schlechter, sie ist schlicht anders.
Aber das Gefühl zu Leben ist einfach verstärkt. Als würde ich dauernd mit einer Sauerstoffflasche herum rennen.
Oft geht es mir so, dass ich nach einer Dienstreise in ein gewissen Inaktivitätsloch falle. Auf Dienstreisen verausgabe ich mich ein bisschen und dann komme ich müde anschließend ins Büro.
Der heutige Tag, an sich schon der zweite Tag danach, verlief ohne diesen Effekt.
Gut, ich kam erst später ins Büro, weil ich noch aufs Amt musste und das Klavierüben auf die Früh verlegt hatte.
Doch dann erledigte ich alle meine Korrespondenz, telefonierte herum, schrieb ein Angebot, bereitete den morgigen Tag (eintägiges Workshop beim Kunden in Salzburg) vor und hatte noch eine Stunde mit den Kollegen aus der Firmenführung bei unserem Stammlokal.
Danach noch das Zugticket kaufen. Ich mach das am liebsten am Westbahnhof in der Lounge und ab nach Hause.
Momentan fühle ich mich recht aktiv und ich hoffe, das hält an.
Die echte Pension hat begonnen. Ich sorge mich nicht. Es wird mir sicher nicht langweilig werden.
Heute ging die Schulung der letzten Woche zu Ende. Es war eine große Befriedigung, dass alle die Zertifizierungsprüfung bestanden haben. Es ging immerhin um 600 Powerpoint-Folien, die ich zu erklären hatte. Auf englisch, damit es nicht so abgelutscht abgehandelt werden kann.
Ich bin sehr erleichtert, dass der Ausgang so positiv war.
Und jetzt kommt eine neue Zeit mit neuen Herausforderungen.
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Eigentlich kuul, oder?
Der weise Mann isst mit den ….
Ach was, das habe ich schon auf Facebook gepostet:)
Kollege nömix hat ja schon ein ähnliches Zitat gebracht. Dieses aus anderer Quelle:
„Der Tod stellt aus versorgungsrechtlicher Sicht die stärkste Form der Dienstunfähigkeit dar.“
[Unterrichtsblätter für die Bundesheerverwaltung]
Und weil es so gut dazupasst:
„Stirbt ein Bediensteter während einer Dienstreise, so ist damit die Dienstreise beendet.“
[Kommentar zum Bundesreisekostengesetz]
