Archive for the ‘Leben’ Category

Weihnachtsfreude

Um zehn klingelte das Telefon. Ganz ernst kam Frau Columbo zu mir. Ein Enkel hatte gestern hoch gefiebert, es schien so, als könnten er und seine Mutter nicht an der heutigen Bescherung teilnehmen.
Wo er sich doch so gefreut hatte.
Die Schwägerin sah kein Problem wegen Ansteckungsgefahr. Die übliche Grippe hatten ihre drei schon absolviert. Um 12 kam dann die Aussage, es kommen doch alle. Temperatur nur mehr bei 37 Grad. Und er hat sich ja so gefreut.

Das Mittagessen verlief unheimlich stressfrei und wie am Schnürchen. Vorher waren sowohl Frau Columbo wie auch ich etwas übernachtig, aber wir ließen keine schlechte Stimmung aufkommen. Ich sowieso nicht und ich konnte meine Gelassenheit dann auch weiter vermitteln. Die Gans, die Kartoffelknödel, das Gemüse wurde alles zeitgerecht fertig. Unseren Mittagstisch kennt man ja schon.
Doch als Abschlussfoto gibt es schon zumindest die fertige Gans:)
Die Bescherung, die ausnahmsweise schon bei Tageslicht stattfand, war von einem ruhigen Gesang einbegleitet. Ein Schwiegersohn hatte die Texte und die Erwachsenen sangen ganz klar mit. Mir kam es vor, dass wir mehr sangen als sonst.
Stille Nacht gab es heute nicht, aber zum Abschluss „es wird scho glei dumpa“ (ein Liebling von mir) und die „Putzigagerlen“, zu der es eine kileine Familienanekdote aus meiner Kindheit gibt.
Das sieht dann ungefähr so aus:
Damit aber alle fünf aufscheinen, noch ein weiteres Bildchen:
Was sich die fünf ansehen konnten, würde ich bildmäßig als der Fenstergucker titulieren:
Dieses Weihnachten war irgendwie anders. Es ist schwer zu erklären, dass es einfach ruhiger war, obwohl genauso viel getan wurde wie sonst.
Obwohl ich selbst auch sehr liebevolle Geschenke bekam, war für mich das größte Geschenk, dass es allen geschmeckt hat – scheinbar über die Erwartungshaltungen hinaus. Es war auch genug da, und manche nahmen sich noch einmal nach, die das sonst nie tun würden;)

Aber ich bin sehr müde. Ich habe schon ein Stündchen geschlafen. Aber ich bin noch immer müde. Es ist ein bisschen die Müdigkeit einer Angst. Die Angst, dass schwerere Tage kommen werden. Die Traurigkeit eines Menschen, der sich nur mehr schwer vorstellen kann, dass wir nicht bald bezahlen werden müssen. Wir werden dafür bezahlen, dass wir das Gut des Friedens nicht mehr so hoch bewerten, wie es das in den Sechzigerjahren der Fall war.

Die Männer,

die nicht zur Verfügung stehen. Ca. 26, 31, 45, 50, 63. 3 verheiratet, einer seit einer Woche verlobt.
Sitzen drei Tage lang in einem Wellness-Hotel am Eingang der Wachau (Maria Taferl, Hotel Schachner) und tratschen. Tratschen so viel, dass keine Zeit für Frauen bleibt. Drei davon stehen zeitig in der Früh auf, um ein paar Kilometer zu laufen, zwei bis drei gehen am Abend vor dem Abendessen in die Sauna.
Das Essen ist hervorragend, momentan sind gerade Pilze in. Herrenpilze, Eierschwammerln finden sich in Verbindung mit den üblichen Gerichten. Zum Beispiel gibt es ein exquisites Eierschwammerl-Risotto. Bei den Weinen müssen wir nicht sparen. Wir bestellen, was uns gut dünkt. Zwischendurch einmal einen Malat-Sekt brut, um die Verlobung des Kollegen zu feiern.
Mit seinen 31 Jahren ist er jetzt auch Geschäftsführer unserer Firma.
Wir tratschen und tratschen nach Agenda. Wir diskutieren über das Thema Innovation, die nicht „verordnet“ werden kann. Jeder von uns fasst einen ganzen Aufgabenkatalog an Verantwortlichkeiten aus. Ich habe jetzt officiell „social media“ geerbt. (Vermutlich werde ich jetzt weniger hier als vielmehr in einer Firmenhomepage schreiben.)
Seit Freitag mittag gab es das Thema Frau nicht. Stimmt nicht. Ein Dokument eines neuen Mitarbeiters, welches sehr gut angekommen ist, hatte einen Fehler, es war nicht gegendert. So weit sind Frauen schon gedanklich dabei, weil wir da als Dienstleister politisch sehr korrekt agieren müssen.
Die Männer sind alle – mit meiner Ausnahme – recht attraktiv. Allerdings nicht erhältlich. Da waren schon andere Frauen rascher.
Und soweit ich das erkennen kann, wartet keiner von ihnen auf ein Abenteuer.
Das ist jetzt meine unsatirische Stellungnahme zu der satirischen Beschreibung von Männern, mit denen ich auch als Mann nicht befreundet sein möchte. Anscheinend haben allerdings manche Frauen eine Affinität zu einer bestimmten Art von Männern, über die sie sich anschließend lustig machen können. Ich sehe das weniger als satirisch denn als traurig an. Aber wie heißt es, über Geschmack lässt sich nicht streiten.
P.S. Ich gebe zu, dass ich mich über ein Kompliment wie das anschließende echt freue.
„I must say you were charming. I was interested in everything that you said. It-s clear that you are a wonderful, lively and stimulating teacher. After hearing you play the piano, C. [her daughter] told me that for the first time she had learned to appreciate classical music. She has always heard it at home, but I never knew how to explain any of it to her, or the history, or convey the passion we classical music fans feel when we hear it. You did precisely that. She told me after hearing you play that she wants to learn more now. That is precisely what a great teacher achieves: a longing in the student to know more. Thank you, Hans. It was not only a pleasure to hear ….and watch…..you play. It is also wonderful for me to know that now C. will appreciate classical music more.
You do play fantastically! C. and I were spellbound watching you. I somehow ended up in the best seat in the room. It wasn-t intentional. It just happened. And I felt very fortunate.“

Weiber 3

Ausnahmsweise (!) etwas Positives.
Ein ehemaliger Arbeitskollege, der beruflich mit den Kasterln zu tun hatte, über die die Autobuschauffeure ihre Karten verkaufen, bestätigte meine Klagen einmal damit, dass die Strecken Hütteldorf-Mauerbach und Liesing-Mödling vermutlich so etwas wie Strafversetzungen bedeuten. Dort sind die blödesten Busfahrer unterwegs.
Beide Strecken kenne oder kannte ich gut und vieles scheint dafür zu sprechen. Natürlich gibt es auf der Strecke Liesing-Mödling auch sehr gute und nette Busfahrer, aber im Allgemeinen fahren sie zu früh oder zu spät, kümmern sich nicht um den Fahrplan außer an bestimmten Stellen, wo sie dann 5 Minuten stehen, weil dort allenfalls die Zeit kontrolliert wird.
In Liesing fahren sie häufig am Abend 2-3 Minuten später – ohne nennenswerten Grund, es sei denn, dass die Zigarette noch fertig geraucht werden muss. (Diese Verspätung holen sie dann durch relativ schnelles Fahren auf, aber das lässt sich schon verkraften.) Dass sie oft zu früh an den Stationen vorbeirauschen, könnte mich zwar rasend vor Wut machen, aber man gewöhnt sich ja an alles.

Wieso heißt der Titel „Weiber 3“.
Ja, das ist komisch. Die Busfahrerinnen verhalten sich alle vorbildlich. Sie fahren gut, sie fahren pünktlich, sie sind hilfsbereit und sie beweisen, dass die Fahrpläne einhaltbar sind. Zumindest an verkehrsnormalen Tagen.
Das legt den Schluss nahe, dass mehr Busfahrerinnen eingestellt gehören. Es sind auch Ausländerinnen darunter, die stehen den Einheimischen in nichts nach.
Über diese Weiber freue ich mich.

Warum ich kein …

Pianist wurde.
Ich war zehn Jahre alt und das erste Jahr in der Musikschule. Vorher hatte ich schon 5 Jahre mit meinem Vater vierhändig gespielt und bei einer Privatlehrerin drei Jahre lang Unterricht gehabt. Sie hatte ziemlich pragmatisch unterrichtet. Es gab auch kleine Abschlusskonzerte, aber sie konnte mich musikalisch überhaupt nicht mitreißen. Es ging nur darum, ob ich etwas spielen konnte. Ich fühlte, dass einfach mein Üben überprüft wurde.
Als ich eine Stunde schwänzte, machte mir mein Vater klar, dass die Stunden ziemlich viel Geld (für damalige Verhältnisse) kosteten. Ich fühlte mich nicht besonders gut dabei.
Da ich aber eben zu jener Zeit von der Volksschule zum Gymnasium wechselte, war auch eine Bewerbung bei der Musikschule möglich. Die war vergleichsweise nur ein Viertel so teuer, aber wie sich herausstellen sollte, unvergleichlich besser.

Das lag daran, dass ich zu meinem inzwischen verstorbenen Klavierlehrer kam, der damals auch der Direktor der Musikschule wurde.
Dieser Mann war eine Seele von Mensch. Ich musste zu 80% die gleichen Stücke wie bei der Klavierlehrerin üben,doch die Korrekturen von ihm waren einfach anders. Ganz wenige Hinweise, die aber so prägend waren, dass sie mir heute noch geläufig sind. Dann war er auch ein ausgezeichneter Musiker und Pianist und konnte mit seinen großen Pratzen alles so vorspielen, als wäre es das leichteste von der Welt. Manchmal brachte er mich auch seinen Forschungen nahe. Dann musste ich wegsehen und er schlug einen Akkord am Klavier an, der wie eine Kirchenglocke klang. Er analysierte Klänge auch in ihren physikalischen Eigenarten und damit konnte er die unglaublichsten Effekte auf dem Klavier zaubern.
Er hätte es gerne gesehen, wenn ich auf die Musikakademie gegangen wäre. Dass es nicht dazu kam, war aufgrund einer Erfahrung ausgeschlossen, die ich bereits im ersten Schuljahr machte.

Es gab jedes Jahr zu Ende des Schuljahres zwei Schülerkonzerte. Eines im Bezirk anlässlich der Wiener Festwochen, ein zweites im Musikkonservatorium in der inneren Stadt. Das war irgendwie das Konzert mit der „größeren Bedeutung“.
Am Konservatorium gab es nämlich einen Bösendorfer. Ich glaube das war nur ein 2-Meter Flügel für einen Saal, der immerhin 200 Personen fasste. (Also eigentlich war der Flügel zu klein…)
Ich hatte mich wirklich darauf gefreut, endlich auf einem Bösendorfer spielen zu dürfen. Bei meiner Tante, die einen hatte, durfte ich nicht ans Gerät. Unser eigener Flügel war ein Wiener Flügel mit ziemlich ausgeschlagener Wiener Mechanik und der Flügel in der Musikschule war ein Schweighofer mit englischer Mechanik, den ich nicht so toll einschätzte. (Was eigentlich ein Irrtum meinerseits war, denn Schweighofer war eine durchaus achtenswerte Wiener Klavierfirma, die viel zu früh ihr Dasein beendete.)
Jedenfalls war ich bei der Generalprobe ganz aufgeregt. Endlich sollte mein Klavierspiel so klingen, wie ich es immer im Radio bei Übertragungen von Klavieraufnahmen gehört hatte.
Ich schlug den ersten Akkord von Beethovens Sonate op. 49/2 an. (Ein vergleichsweise leichtes Stück) Ich war überrascht. Das klang nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Überhaupt nicht so. Heute weiß ich, wie Klavieraufnahmen durch die Tontechnik ziemlich unterschiedlich klingen und vor allem, dass der Spieler nie das gleiche Klangspektrum hört, welches zum Publikum hin ausstrahlt. Das alles wusste ich nicht. Ich zog nur eine Schlussfolgerung: ich werde nie so gut sein wie ein professioneller Pianist.
Und das war es dann. Ich mochte das Spielen und wie bekannt habe ich nie damit aufgehört. Als ich später bei Bösendorfer arbeitete, erfuhr ich, dass ich eine fehlerhafte Einschätzung vorgenommen hatte. Auf den fabrikneuen Flügeln in unserem Vorführraum konnte ich sehr wohl den Klang erzeugen, ja mehr noch: ich konnte Flügel so anspielen, dass der eine besser als der andere (billigere) klang. Das ist aber eine ganz andere Geschichte.

Heute habe ich mich hingesetzt und einfach die Sonate an- und eingespielt. Auch auf meinem Flügel klingt sie nicht so wie im Radio. Der gehört auch gestimmt und ein bisschen heller gemacht. Trotzdem bin ich mittlerweile mit dem Klang zufrieden.
So verändern sich die Zeiten.

Nein! Aber!

Heute hatten wir unser Quartalsevent der Firma. Das kann Bowling, Go-Cart oder etwas Ähnliches sein. Heute war es malen.
Nein, ich bin kein Maler. Ich kann mich da nicht ausdrücken und vor allem nicht auf die Leinwand bringen, was ich eigentlich transportieren will.
Viel besser gefallen mir da, die Werke meiner Kollegen und Kolleginnen, die heute abend entstanden sind.
Da ist z.B.
das fast professionell aussieht.
Oder dieses:
für das mir alle möglichen Science-Fiction-Titel einfallen.
Sehr gut gefällt mir z.B. auch dieses, was eher der abstrakten Seite zuzuordnen ist:
Aber(!) meins gefällt mir in all seiner Naivität auch. Es drückt genau das aus, was ich im Sinn hatte.
Vollkommen naiv perspektivisch schlängelt sich der Weg vor den Bergen, links und rechts Wiesen mit Blumen. Es ist die Abstraktion, die ich von Wanderungen in den Bergen mitnehme. Es wäre schön, so malen zu können, wie es Van Gogh konnte. Ich könnte mir vorstellen, wie dieses Bild bei ihm leuchten würde.
Aber mir reicht es, wenn ich meine Gefühlswelt am Klavier ausleben kann.

Experience

An Interesting Experience
Recently I have discovered how difficult it is for me to remember names and recall events that have been stored only recently. It is well known that the long term memory is much more efficient for old people.
Now, I have found a new pleasure with remarkable side effects. When I zap through youtube I am normally looking for music entries especially concerning interpretations of classical music, especially piano music. However, in the side bar I find recommendations for other videos like comments on interesting chess games or cab rides of certain railway trips.
I have watched those earlier and I am quite sad, that the cooperation between Google and the Russian Railway Corporation does not show the 6,5 days videos of a complete trip with the Transsiberian journey from Moscow to Vladivostok.
But there are many others and while I am looking for high speed trips or special beautiful landscape sceneries (like e.g. Jungfraujoch in Switzerland) I have found a short trip of 30 minutes that does not seem so exciting. It is a trip from the railway station „Franz-Josefsbahnhof“ to Tulln a small town about 30 km away from Vienna. It is not a fast train but it has its merits as half of the time the tracks are squeezed between the street and the river Danube. The squeeze is a result because the last little hills of the Alps that form part of the Vienna Forests in the west of Vienna reach until the river Danube.
When you follow the video you will see Leopoldsberg with the edge called „Nase“ (nose) leading down to the beach of the Danube. There would be a lot to write about the „Franz-Josefsbahn“, the railway of the emperor Franz-Josef, but that would be a different story. It is sufficient to know that nowadays only a few trains will go past Tulln although earlier this was a main connection the „Kronländer“, as Moravia, Bohemia and Galitsia (in Poland) were called. It was not the only route, there was the Nordbahn („north“), Nordwestbahn, Ostbahn that were all having connection to the North.
But I started to talk about memories. When I looked at this video I was experiences history within 30 minutes of watching. It was less because the last section between St. Andrä-Wördern and Tulln is not really very exciting, straight, no mountains, no river.
The tour starts at Franz-Joserfsbahnhof. This station is nowadays hardly recognizable as a railway station. There is a big modern building on top of 6 or 8 tracks and when you step on the station platform it is dark like in an underground station there are two or three trains lingering on the tracks and they make the impression of being in retirement. Everything is quiet a little bit depressing.
When the train starts the first station is Spittelau. Spittelau is not sexy at all unless you consider a remote heating station with a high chimney as sexy. It looks better than you would expect it because the chimney has been ornamented by the famous Austrian artist Hundertwasser. In sunlight it radiates and mirrors the sun beams because of some golden surface. But the station is important because you can change from two different subways (U4 and U6) to the train. Even the next very close station has a link to the subway U4.
While the tracks from the beginning to Spittelau are rather depressing, tracks, cables and some advertisement boards you can watch even from the frog’s perspective, the tracks from Spittelau to Heiligenstadt, the next station, are barely better. One has to know that this region was industrialized and the real nice part of the 19th district in Vienna, Döbling, is blocked out of sight by the tracks of the former „Stadtbahn“ a sort of very old predecessor of our current subway system. On the other side of this „wall“ is the „Heiligenstädterstrasse“, one of the very long streets in Vienna, encompassing the train tracks until Klosterneuburg, about which I will tell later.
But in the Heiligenstädterstrasse was the flat of my grand parents who were originally coming from a town close to Ostrawa in Moravia. When I was around six years I came to Vienna and was living in a side street that crossed Heiligenstädterstrasse. It was possible to reach the flat of my grand parents by 7 minutes walking. The flats in this house that does not exist in its original form anymore could be considered substandard. One little kitchen and one sleeping room. But my grand parents were not so poor, they had two flats which were connected. So there was kitchen, sleeping room, living room and a room for storage of differents goods and also food. Toilet and running water was shared with other people in the house and there were constant quarrels who was responsible for cleaning and ensuring that the water would not freeze in winter.
It still was appearing very comfortable to me.
When I wrote about the tracks of the Stadtbahn I should have mentioned that there was a park next to the Heiligenstädterstraße. Actually there was an elevation of about 20 meter where the rest of the district was continued with villas of the borgeois. Most of the park was also much higher and when I looked from the park to the North, I would not be able to see the tracks of the railway but behind the tracks of the Stadtbahn I could see the „Donaukanal“ a side arm of the Danube and the 20.district that formed half of the island between Donaukanal and Danube. I felt elated when I could see all of this „landscape“ and I considered it then and even now as romantic.
Returning to my trip the next station on the route is Heiligenstadt. Heiligenstadt is a very important place. In Heiligenstadt was the end station of G and WD, the two major Vienna „fast“ mass transportation means. (Stadtbahn) G stood for „Gürtel“ (belt) and WD stood for „Wiental-Donaukanal“. WD was the longest implementation of the Stadtbahn. The route connected Heiligenstadt that could be considered almost the Northern end of Vienna, (not completely as there were more Northern parts across the Danube) and the utmost Western end of Vienna, already in the Vienna Forests. The end station is called „Hütteldorf“. It was once a major railway station of the „Westbahn“ where the fastest trains coming from Paris, Switzerland and Germany were having a stop so people could change to the WD-Stadtbahn, that brought them to almost any part of the city.
The next stations Kahlenbergerdorf, Klosterneuburg Weidling, Klosterneuburg Kierling, Unterkritzendorf, Kritzendorf, Greifenstein etc. (I forgot Höflein that also came in somewhere) are heavy with memories which I have to add at some later time.
However it is necessary that in this section you can see side arms of the Danube, the Danube itself and all the little houses that were kept by people as sort of holiday resorts. The specialty of those houses was their construction. They all rest on wooden piles in order to cope with floods of the Danube.
Klosterneuburg bears special memories as relatives of mine were living there. But that should be part of another story. For now, I have spent more time in writing this than in watching the video. Maybe, I should watch it again.
Epilog: maybe one can complain about the technical gadgets of todays society. But personally I get a lot of satisfaction by watching contents that I would not be able to experience otherwise. And I don’t have to be personally present in the driving cab in order to enjoy the trip. (Although that is a special pleasure which I once had when travelling from Linz to Vienna 🙂 )
The trip

Warum ich nichts tue

Mir geht es gut. Das ist ein Vorgriff auf einen nahen Zeitpunkt. Dann werde ich keine finanziellen Verpflichtungen mehr haben. Das Haus ist ausbezahlt. Nur mehr Betriebskosten. Jetzt kann es an die kleinen Verbesserungen gehen, die seit vielen Jahren hauptsächlich aus Kostengründen nicht durchgeführt wurden.
Aber das Gut-gehen hat auch Kehrseiten. Es fehlt ein gewisser Antrieb. Zur Zeit arbeite ich gerade in einem Projekt, das mich voll in Anspruch nimmt. Trotzdem würde ich mich darüber hinaus noch mehr um Serbien kümmern. Und auch um österreichische oder deutsche Kunden.

Aber was jetzt wirklich flach fällt, ist das Lesen und das Schreiben.
Beim Lesen fallen mir die Augen zu. Außer wenn ich am Bildschirm lese. Sicher wäre ein Besuch beim Augenarzt angesagt. Der wird mir eine Brille verschreiben und das Lesen wird vermutlich weniger anstrengend.
Mit dem Schreiben ist es schwieriger. Meine Ansprüche, die ich an diesen Text jetzt nicht anlege, sind gestiegen. Ich will nicht etwas schreiben, was ich kritisieren würde, wenn es jemand anderer geschrieben hätte. Kürzlich ist mir zufällig ein Text in die Hand gefallen, den ich vor 15 Jahren geschrieben habe. Auf englisch. Er war auf der Rückseite von Notizen, die ich bis dato aufgehoben hatte. Ich war überrascht. Ich mochte den Text und konnte nicht glauben, dass ich ihn geschrieben hätte. Das war aber aufgrund der Kennzeichnung auf der letzten Seite so.
Ich quäle mich mit zwei Texten herum. Beide handeln von Inhalten, die mir wichtig sind. Trotzdem geht nichts weiter. Ich will kurz bleiben und quäle mich mit Formulierungen herum. Ich kann nicht mehr abschätzen, was der Leser bereits weiß und was nicht. Wenn ich zu langatmig aushole, kann ich meine eigenen Trivialitäten nicht mehr lesen.
Manche Aussagen, die vor zehn Jahren noch aufmüpfig und sogar revolutionär geklungen haben, sind heute Allgemeingut geworden. Ich will das nicht mehr wiederholen, auch wenn die Anlässe dafür nicht weniger geworden sind.
Also schreibe ich nicht. Ich über Klavier, um mich geistig fit zu halten. Da habe ich wenigstens die Hoffnung, dass diese Tätigkeit meine Lebenserwartung oder die Qualität meines Alters erhöht. Vermutlich werde ich in drei Jahren noch einmal ein Konzert geben. Zu meiner 65. Geburtstagsfeier.
Wenn diese drei Jahre im gleichen Tempo dahingehen, wie ich die vergangenen zwei empfunden habe, wird das Konzert gefühlt morgen statt finden.
Ich muss daher jetzt aufhören und noch etwas üben.

To fall in love

Der leider nicht mehr hier schreibende Dr. Schein hat mich durch seine wiederholten Zitate von Slavoj Žižek auf denselben aufmerksam gemacht.
Heute findet sich im der Standard ein interessanter Artikel über ihn und einige seiner heutigen Statements. Ich habe den ganzen Artikel sehr genossen und möchte hier meinen Lieblingsabsatz zitieren:

Žižek: …
So kommen wir auch zum Rätsel des Cybersex. Der hat immer mehr eine masturbatorische Struktur in dem Sinn, dass man nicht nur keinen wirklichen Partner hat – er beeinflusst auch unseren wirklichen Sex mit wirklichen Partnern. Man braucht diese immer weniger, wenn man seine Fantasien ausleben will.
Fällt Ihnen nicht etwas auf, wenn Sie sich das Tiefste der gegenwärtigen Populärkultur ansehen?
STANDARD: Was meinen Sie konkret?
Žižek: Ich meine zum Beispiel den neuesten James-Bond-Film, „A Quantum of Solace“ („Ein Quantum Trost“). Früher war es üblich, dass Bond in der letzten Szene zum Sex übergeht. In diesem Film nicht. Oder nehmen Sie Romane von Dan Brown, „Angels and Demons“ („Illuminati“) oder andere. Da gibt es Paare, aber sie haben auch keinen Sex. Etwas sehr Merkwürdiges passiert hier, mein Freund Alain Badiou (französischer Philosoph und Schriftsteller, Anm.) hat es wunderbar ausgedrückt, aber es funktioniert auf Französisch und Englisch besser als auf Deutsch. Er verweist auf den Ausdruck „falling in love“ bzw. „tomber en amour“. Hier ist das Moment des Risikos, des Fallens enthalten.
Nun gibt es amerikanische Dating- und Heiratsagenturen, die mit dem Argument werben, dass das viel zu riskant sei: „Who can afford today to fall, even in love? We enable you to find yourself in love without the fall!“ Also Liebe, ohne einen Sturz zu riskieren. In Wirklichkeit also ohne eine traumatische Begegnung mit dem anderen.

Es geht nicht mehr um die alte patriarchalische Ideologie, die auf Liebe und Treue insistiert, sondern fast um das Gegenteil. Liebe wird zum Problem. Die Ideologie sagt uns heute auf diese buddhistische Art: Engagiere dich nicht zu sehr, halte Abstand, hänge an nichts und niemandem. Ein One-Night-Stand ist okay, aber kein Sturz, keine dramatische Begegnung, die dein Leben verändert.
[Hervorhebungen von mir]
Wenn man den Fall und die tiefen Enttäuschungen vermeiden will, reduziert man zwangsläufig auch das mögliche Glücksempfinden.

Für mich ist das nicht so erschreckend, weil ich oft genug verliebt war, bevor es das Internet gab. Ich muss mich aber fragen, wie ich heute mit dem Thema umgehen würde.
der ganze Artikel findet sich hier.

Muße

Bei Testsiegerin gibt einen Thread über die Muße.
Gestern habe ich einen alten Eintrag von mir wieder eingestellt, nachdem ich Berichte über die Bachmannwettbewerbstexte gelesen hatte.
Nachträglich fällt mir auf, dass es einen Querverweis zur Muße zu geben scheint. Es kommt der Satz vor, dass von den 52 Jahren, wo nichts passiert ist, nicht die Rede ist, sondern von den 32 Jahren danach, wo etwas passieren hätte sollen. Was das ist, verrate ich hier nicht.
Es reicht zu wissen aus, dass etwas passieren hätte sollen. Aber das was passieren sollte, konnte nur aus der Muße heraus geschehen. Sind wir nur im Alltagsgeschehen getrieben und können uns aus den umgebenden Zwängen nicht befreien, so können wir nicht das aus uns herausholen, was in uns steckt. So ähnlich wird es ja auch im „Zeit“-Artikel erwähnt, der von Katiza im angesprochenen Thread referenziert wird.
Die hier verlinkte Musik ist recht gut geeignet, um sich davon anregen zu lassen. Gefällig, aber keineswegs einfach, wird sie sich den Zuhörenden immer mehr erschließen, je mehr sie sich damit befassen. Teile davon kann ich durchaus als das Wasser sehen, in dem mehr steckt als wir in der Flasche erkennen können.
Gestern habe ich mich wieder einmal mit 18 Litern Knjaz Milos eingedeckt, ein Mineralwasser, das mir sehr gut zu bekommen scheint.

Goethe in der Soap

Beim kurzen Zappen bin ich heute auf das Ende eines deutschen Films gestoßen, „ich leih mir eine Familie“.
Die Oma im Spital ermahnt den Enkel, endlich erwachsen zu werden und Verantwortung zu übernehmen.
Sie sagt: „Ich sehe zwei Männer vor mir. Einen, der du bist, und einen, der du sein kannst.“

Das hat mich berührt. Zwar gibt es Menschen, die anscheinend so sind, wie sie sein könnten. Für mich nehme ich das aber nicht in Anspruch. Ich könnte anders sein, ich könnte besser sein. (Es geht jetzt nicht um eine Abhandlung über meine Person.) Beim Nachdenken fällt mir folgende Parallele auf. Um so zu sein, wie man sein könnte, muss man sich bemühen. Man muss sich strebend bemühen. Und da landen wir beim Ende von Faust-I: Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen.

Ist es schwer, diese Aussage zu akzeptieren? Für mich klingt sie richtiger als die Suche nach Selbstverwirklichung. Oder bin ich da schon zu alt?




  • Neueste Beiträge

  • Tage mit Einträgen

    Juli 2026
    M D M D F S S
     12345
    6789101112
    13141516171819
    20212223242526
    2728293031  
  • Was einmal war