Archive for the ‘Leben’ Category

lochfrei

Oft geht es mir so, dass ich nach einer Dienstreise in ein gewissen Inaktivitätsloch falle. Auf Dienstreisen verausgabe ich mich ein bisschen und dann komme ich müde anschließend ins Büro.
Der heutige Tag, an sich schon der zweite Tag danach, verlief ohne diesen Effekt.
Gut, ich kam erst später ins Büro, weil ich noch aufs Amt musste und das Klavierüben auf die Früh verlegt hatte.
Doch dann erledigte ich alle meine Korrespondenz, telefonierte herum, schrieb ein Angebot, bereitete den morgigen Tag (eintägiges Workshop beim Kunden in Salzburg) vor und hatte noch eine Stunde mit den Kollegen aus der Firmenführung bei unserem Stammlokal.
Danach noch das Zugticket kaufen. Ich mach das am liebsten am Westbahnhof in der Lounge und ab nach Hause.
Momentan fühle ich mich recht aktiv und ich hoffe, das hält an.

Geburtstag

Heute habe ich Geburtstag. Gestern habe ich schon mit Mozart gefeiert, heute geht es mit einem netten Programm weiter. Sauna, Massage, Escape-Room (der erste echte in Belgrad) und danach Feiern in Skardalia. Die beiden letzten Punkte mit der Mann- und Frauschaft von der Firma.
Momentan komme ich schon ein bisschen in Zeitnot. Daher wird das kurz. Ich bin jetzt 120 Jahre alt. (im 7er-Zahlensystem: 49 + 14) Also betrete ich nunmehr das 10. Jahrsiebent. Diese Abschnitte waren immer recht distinkt in meinem Leben.
Meine Frau meint, dass ich mich damit abfinden sollte, dass nicht mehr alles so leicht von der Hand geht. Ich lerne das langsam. Ich werde nach und nach blöder. So nenne ich das langsamer Werden im Denken. Ich spüre das. Es war nach der letzten Operation viel stärker merkbar, ich habe mich in der Zwischenzeit erholt, doch Intelligenztest möchte ich heute keinen mehr machen.
Es gibt allerdings etwas zu feiern. Meine Fähigkeit zuzuhören hat sich verbessert und damit auch mein Klavierspielen. Ich bin viel kritischer geworden, bin aber bereit, mehr zu üben und vergesse meine Ungeduld beim Üben.
Das Wetter ist sonnig. Den Kindern und den Enkelkindern geht es gut, daher auch meiner Frau. Auch für meine Freunde und Angestellten kann ich momentan noch einige Monatsgehälter zahlen. Mal sehen, ob ich morgen einen neuen Vertrag aushandeln kann.
Mit dem Konzert in Belgrad hat sich einiges in meiner Einstellung geändert. Ich bin fast so etwas wie stolz darauf. Ab jetzt arbeite ich an dem Konzert in zwei Jahren, zu meinem 65. Geburtstag.
Es wird noch eine interessante Zeit.

Adrenalin

unglaublich, was das kann.
Man sagt ja, dass der Schnupfen eines Mannes ärger ist als das Kind kriegen einer Frau. Da gibt es eine Empfindlichkeit, die einem ganz schön den Tag vermiesen kann.
Der Tag, an dem ich noch letzte Arbeiten für den Vortrag am Abend machen musste, war eine Qual. 100 Taschentücher mussten daran glauben.
Als ich am Vortragsort war, hörten die Beschwerden auf. Kein einziger Nieser, allenfalls habe ich zwei Taschentücher verbraucht.
Jetzt zuhause geht es mir wieder schlechter.
Aber die Erklärung dafür liegt auf der Hand, das Adrenalin hat sich wieder eingependelt.
So schlecht kann der Vortrag nicht gewesen sein. Einige Leute haben sich persönlich bei mir bedankt und der Veranstalter war auch zufrieden.
Traurig: nur mehr ein Drittel des Auditoriums kannte den Faust. Ich gehöre zu den aussterbenden Fossilien. Dabei sind die Zitate nach wie vor höchst aktuell.

Warum ich nichts tue

Mir geht es gut. Das ist ein Vorgriff auf einen nahen Zeitpunkt. Dann werde ich keine finanziellen Verpflichtungen mehr haben. Das Haus ist ausbezahlt. Nur mehr Betriebskosten. Jetzt kann es an die kleinen Verbesserungen gehen, die seit vielen Jahren hauptsächlich aus Kostengründen nicht durchgeführt wurden.
Aber das Gut-gehen hat auch Kehrseiten. Es fehlt ein gewisser Antrieb. Zur Zeit arbeite ich gerade in einem Projekt, das mich voll in Anspruch nimmt. Trotzdem würde ich mich darüber hinaus noch mehr um Serbien kümmern. Und auch um österreichische oder deutsche Kunden.

Aber was jetzt wirklich flach fällt, ist das Lesen und das Schreiben.
Beim Lesen fallen mir die Augen zu. Außer wenn ich am Bildschirm lese. Sicher wäre ein Besuch beim Augenarzt angesagt. Der wird mir eine Brille verschreiben und das Lesen wird vermutlich weniger anstrengend.
Mit dem Schreiben ist es schwieriger. Meine Ansprüche, die ich an diesen Text jetzt nicht anlege, sind gestiegen. Ich will nicht etwas schreiben, was ich kritisieren würde, wenn es jemand anderer geschrieben hätte. Kürzlich ist mir zufällig ein Text in die Hand gefallen, den ich vor 15 Jahren geschrieben habe. Auf englisch. Er war auf der Rückseite von Notizen, die ich bis dato aufgehoben hatte. Ich war überrascht. Ich mochte den Text und konnte nicht glauben, dass ich ihn geschrieben hätte. Das war aber aufgrund der Kennzeichnung auf der letzten Seite so.
Ich quäle mich mit zwei Texten herum. Beide handeln von Inhalten, die mir wichtig sind. Trotzdem geht nichts weiter. Ich will kurz bleiben und quäle mich mit Formulierungen herum. Ich kann nicht mehr abschätzen, was der Leser bereits weiß und was nicht. Wenn ich zu langatmig aushole, kann ich meine eigenen Trivialitäten nicht mehr lesen.
Manche Aussagen, die vor zehn Jahren noch aufmüpfig und sogar revolutionär geklungen haben, sind heute Allgemeingut geworden. Ich will das nicht mehr wiederholen, auch wenn die Anlässe dafür nicht weniger geworden sind.
Also schreibe ich nicht. Ich über Klavier, um mich geistig fit zu halten. Da habe ich wenigstens die Hoffnung, dass diese Tätigkeit meine Lebenserwartung oder die Qualität meines Alters erhöht. Vermutlich werde ich in drei Jahren noch einmal ein Konzert geben. Zu meiner 65. Geburtstagsfeier.
Wenn diese drei Jahre im gleichen Tempo dahingehen, wie ich die vergangenen zwei empfunden habe, wird das Konzert gefühlt morgen statt finden.
Ich muss daher jetzt aufhören und noch etwas üben.

Wie fühlt sich ein Stein?

Für Hartgesottene…
Wie fühlt sich denn der David wenn er von Michelangelo geschliffen wird?

Das weiß ich jetzt, habe ich mir heute gedacht. Zweieinhalb Stunden ohne Betäubung, eigentlich auch ohne besondere Schmerzen habe ich miterlebt, wie der Zahnarzt liebevollst an meinen Zähnen gebohrt, geschliffen und modelliert hat. Und das an Zähnen, die dann sowieso von Kronen verdeckt werden.

Das Schlimmste ist natürlich, dass ich während dieser Zeit zwar die Goschen offen halten muss, aber nichts reden darf (oder kann).
Man lernt dabei aber die kleinsten Nuancen einer Sprache wahrnehmen, die man noch nicht ganz versteht. Es ist wirklich ein Erlebnis.
ich glaube aber trotzdem nicht, dass ich es als Muße bezeichnen würde.

Weihnachten

Gestern die erste Bescherung: die Kinder aus Graz kamen am Abend und wir haben gemütlich zu Abend gegessen.
Heute in der Früh fahre ich noch mit meiner Tochter in die SCS, obwohl nur mehr Kleinigkeiten zu besorgen sind. Es ist eine Freude, ihr zuzusehen, wie sie Geschenke für die Enkelkinder einpackt.
Ich fühle mich wohl, gar nicht hektisch und nehme diese kleine Wartezeit bis wir aufbrechen wahr, um meinen Lesern hier, manche sind zu Freunden geworden, ein schönes Fest zu wünschen.
Über das beschauliche Weihnachtsfest habe ich ja schon geschrieben.

Zusätzlich wünsche ich euch, dass ihr mit euren Verwandten auf ruhigem versöhnlichen Fuss steht, wenigstens jetzt.
Also ich wünsche euch ein Weihnachten ohne Nervosität und Streit.
Ich wünsche dies den Katholiken, wie den Protestanten, wie den Juden, wie den Muslims unter euch. (Kenne allerdings keine Muslime, wenn man von einigen Taxifahrern absieht.)
Ich wünsche es auch all jenen, die sich zum Atheismus bekennen, aber die Zeit des Feierns konsumieren können.

Für mich stellt Weihnachten die Bekräftigung eines Jahresrhythmus dar. Ähnlich, wie man in den Jahreszeiten leben sollte, sollte man auch die Jahre segmentieren. Das könnte der eigene Geburtstag sein, aber es könnte auch ein Datum sein, an dem alle einen Geburtstag feiern, den fremden oder den eigenen.
Wie ihr euch denken könnt, rede ich nicht dem Konsum das Wort.
Es ist heuer noch nicht die Zeit, wo wir jemanden einladen, der alleine ist. Das kommt vielleicht noch in späteren Jahren.
Die Idee ist vorhanden. Wenn ich alleine wäre, würde ich in ein Cafè-Haus gehen, in dem ich Schach- oder Bridgepartner vorfinde. Ich brächte nicht die Kraft auf, um in ein Hospiz oder in ein Spital zu gehen, um dort einsame Menschen zu betreuen.
An ein Prinzip glaube ich allerdings – ungeachtet jedes Glaubens. Wir Menschen sind nur etwas in Beziehung zu anderen Menschen. Und zwar dann, wenn wir die Beziehung aufbauen können, ohne dem andern eins über den Schädel zu hauen.

Nein, da geht es mir auch nicht um den Weltfrieden. Frieden mit denen neben mir. Das reicht mir schon.

Also allen ein gesegnetes Fest!

Der weise Mann …

Der weise Mann isst mit den ….
Ach was, das habe ich schon auf Facebook gepostet:)

Weihnachten

Also früher war alles besser! Da war Weihnachten noch richtig Weihnachten, mit Stress, sich gegenseitig Anpfauchen und einer saftigen Weihnachtsstreiterei.
Das kenne ich so aus meiner Kindheit und irgendwie erscheint es ja auch logisch, dass man Frieden erst dann erleben kann, wenn vorher so richtig die Sau rausgelassen wurde.
Leider funktioniert das nicht mehr so richtig. Schon letztes Weihnachten haben wir ganz enttäuscht festgestellt, dass wir noch nie ein so friedliches, stressfreies Weihnachten erlebt hätten. Heuer hätte schon wieder so etwas gedroht. Leider war das heurige Streitthema auch nicht ausreichend ergiebig.
Meine Frau wollte doch, dass ich unbedingt die neu gewaschene Schürze, die nur einmal ums Eck hing, anziehen würde, um mich vor der typischen Mehlbestäubung zu schützen. Ich wiederum bin der Meinung, dass es viel zu schade um die neu gewaschene Schürze wäre, sie sofort wieder einzustauben.
Leider bringen wir beide nicht mehr den notwendigen Ernst auf, um einen handfesten Streit durchzustehen. Es endet leider nur in Gelächter.
Ja, und jetzt gehe ich wieder in die Küche und hole das Filet Wellington aus dem Rohr. Und danach werden wir zu satt und zu zufrieden sein, um uns wirklich zu hackeln.
Weihnachten ist nicht mehr das, was es einmal war!

Stöckchen

Ich mag Stöckchen. Sie regen mich zum meditieren an. So habe ich auch über das Stöckchen als Ding an sich meditiert. Die Meditation war sehr ergiebig.
Mittlerweile aber lesen so wenige mein Blog, dass sich das Niederschreiben nicht gelohnt hat.
Es sei so viel verraten:
Stöckchen sind gut 🙂

Das Schweizer Modell

Die Abstimmung in der Schweiz hat ja einigen Staub aufgewirbelt. Ich finde das Ergebnis der Kontingentierung nicht besonders aufbauend, aber auch nicht tragisch.
Die Frage ist ja, in welcher Höhe werden die Kontingente den angesetzt?
Wenn die Kontingentierung großzügig bemessen wird, kann es dauern, bis überhaupt eine Änderung im Ablauf erkannt werden kann.

Falls aber geplant ist,eine wirklich restriktive Kontingentierung vorzunehmen, werden die Schweizer schon bald wieder abstimmen, wenn sich die EU darauf einigt, Visa für Schweizer zu verlangen, die aus ihrem Land wo anders hinwollen.
Ok, nach den USA dürfen sie umsonst fliegen, obwohl man da etwas mit der Überfluggenehmigung über europäisches Gebiet noch etwas unternehmen könnte.
Aber sonst auf dem Landweg könnte ich mir eine Visumspflicht schon vorstellen:
Ein-Tages-Visum … kostenlos, nur ein bisschen umständlich, weil ein Antrag ausgefüllt werden muss. Das dauert dann an der Grenze mit Abwicklung
Ein-Wochen-Visum … 50 €. Wer meint, dass das zu hoch ist, soll sich nur das Verhältnis der Gehälter in der Schweiz und in Österreich ansehen.
Ein-Monats-Visum … 200 €.
Dauervisum … 15.000 €
Durch die elektronischen Grenzkontrollen können Überschreitungen des legalen Auslandsaufenthalts leicht überwacht werden.
Falls jemand argumentieren sollte, dass er ja nur ein paar Tage in der EU war und danach in ein EU-freies Land weitergereist ist, hat er dafür Sorge zu tragen, einen entsprechenden Nachweis an den Zollstellen von Ausreise und Einreise zu erbringen.

Die Schweizer werden wohl versuchen, mit Druckmitteln wie Schokolade, Käse und Geld die Bestimmungen zu Fall zu bringen. Doch es wäre einmal die Möglichkeit, ein geschlossenes Vorgehen der EU zu zeigen…




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