Archiv für Dezember, 2011

Blogwichtelei 2011

Vorerst einmal Dank an den Organisator für die Anregung zu dieser Blogaktivität.
Wie einige von euch wissen, musste ich mich in den letzten Tagen einer unvorhergesehenen Operation unterziehen, die es unmöglich gemacht hat, meinen eigenen Blogwichtelbeitrag zu schreiben, obwohl ich das gerade bei der mir zugeteilten Person liebend gerne gemacht hätte. Gestern habe ich nun meinen eigenen Beitrag bekommen und ich muss gestehen, dass ich zu Tränen gerührt war. Wahrscheinlich liegt das auch an meiner derzeitigen Disposition und ich habe mich gefragt, ob ich das überhaupt veröffentlichen kann. Es stimmt schon, dass ich gerne so sein möchte, wie es beschrieben ist, aber zwischen Wollen und Realität liegt doch oft noch ein großer Unterschied.
Ich möchte aber meinem Blogwichtel danken. Ein derartiger Beitrag ist das Schönste, was ich bisher an Rückkopplung bekommen habe. Ein wahres Weihnachtsgeschenk genau zum richtigen Zeitpunkt.
P.S. Da ich eigentlich mein anderes Blog angegeben habe, es sich aber doch in erster Linie um eine „twoday“-Aktion handelt, veröffentliche ich die Wichtelei auf beiden Blogs.

Der Schneekristall
Eine kleine Weihnachtsgeschichte für einen besonderen Blogger-Menschen
Vom Twoday-Wordpress-Weihnachtswichtel 2011

Manchmal kommt der Weihnachtsmann oder der Weihnachtsengel in Form einer Schneeflocke daher. Schwebt herein. Setzt sich auf die Tastatur des Computers und sickert in seiner Kristallform ein – ins WorldWideWeb.
Ein klein wenig verhält es sich so mit dem Betreiber dieses Blogs: Der über die Steppen des weltweiten Netzes seine beflügelnden Worte und Sätze ausstreut, die dann einsickern wie eine Schneeflocke, deren Kristall ein Staubkorn, einen Stein, einen Grashalm oder ein Stück Fell besetzt und benetzt. Ein Tropfen seiner inspirierenden Lebenshaltung, seiner reifen Lebenserfahrung, seiner reichen Menschenkenntnis genügt und er {er}weckt im anderen, im Gegenüber, in anderen versatilen Wesen dieser Blogosphäre {und wie ich vermute gewiss auch im realen Leben} den Lebensgeist, den er selbst seit siebenunddreißig Lichtjahren versprüht. Vom Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, vom Okzident bis zum Orient – da er sich auch in den Weiten des orientalischen Väterchen Russlands und bis hinauf ins Chinesengebirge auf den Schienen, die die Welt umrunden, bewegt {hat}. Ein Unermüdlicher. Ein Unentwegter. Ein Menschenfreund. Ein Lebensphilosoph. Einer, der – wohl gerade deshalb {?} – hervorragend Klavier spielt.
Seit einigen Monaten verteilt er sein Lebenselixier am Balkan, lässt andere an seinem Erfahrungsschatz teilhaben. Er schafft Arbeitsplätze, gibt anderen Zukunftschancen und trägt individuell zum Zusammenwachsen der Menschen in Europa bei. Jenseits der künstlich geschaffenen Euro{pa}politik{union}. Er tut dies – wie Zehntausende anderer Menschen auch, für die ich ihn stellvertretend hervorheben möchte – im Stillen vor Ort. Zwischen Regionen und Menschen. Jenen auf der einen – der südöstlichen – und der anderen – der westlichen – Seite.
Er redet nicht herum, sondern packt an. Ganz pragmatisch. Weil er weiß, wo er hinlangen muss. Weil er ein Profi ist. Und einer mit Profil. Einer von den {er möge mir den Ausdruck verzeihen} „alten“ Haudegen, von denen es nicht mehr viele gibt. In dieser Welt. Die man suchen gehen muss. Weil sie rar geworden sind. Eine „aussterbende“ Spezies sozusagen. Was gewiss nicht am Klimawandel liegt – wie bei den Schneeflocken, die sich in den vorweihnachtlichen Wochen dieses Winters rar machen. Warum das so ist? Mag sein, dass E R – der zu Bewichtelnde hier – dafür eine mathematische Erklärung hat!? Schließlich ist er ein mathematischer Kopf. Gewiss gehört er zu den wenigen, die den Lehrsatz des Pythagoras bereits auf der Schulbank verstanden haben und daher heute auch einer geometrischen Sparleuchte, wie mir, folgende Rätselfrage erklären könnten:
Trifft es zu, dass Pythagoras eine Partie der „vierten Potenz“ in drei Zügen gewinnen konnte?
Na, was meinen Sie, liebe Leserinnen und Leser, ist jene vorweihnachtliche Rätselfrage ins Reich der Dichtung zu verweisen oder entspricht sie der mathematischen Wahrheit!?
Ich bin überzeugt, ein querdenkendes Zahlengenie wie der verehrte Herr Steppenhund wird uns den Beweis führen! Wenn nicht sofort, dann nach dem Nachstellen der Partie auf dem Schachbrett. Zwischen den Jahren. Wenn er wieder Zeit dafür und nachdem er sich der verdienten Muse mit Klavierpartituren gewidmet hat.
Jedenfalls wünsche ich ihm beides: Zeit fürs Klavierspielen wie auch für ein herausforderndes Schachspiel {mit einem guten alten Freund oder – es mag ja auch Frauen geben, die dieses strategischen Denksports fähig – einer guten Freundin} in dieser „staaden Zeit“ zwischen Weihnachten und Heilig-Drei-König.
Fröhliche Weihnachten, lieber Herr Steppenhund, Ihnen und Ihren Liebsten zuhause!
Es war mir eine Ehre, Ihr{e} Weihnachtswichtel{ine} sein zu dürfen, die nun wieder hinter der Tastatur verschwindet, wie jener kleine Eiskristall, der uns mit vielen seiner Brüder und Schwestern, den Schneeflocken, zum Feste in freier Natur hoffentlich noch beschert werden wird.

Weihnachtsgeschichte

Für alle, die meinen Umzug nicht so richtig in ihren Links verankert haben, darf ich hier eine kleine Hilfe geben.
https://steppenhund.wordpress.com/2011/12/17/weihnachtsgeschichte
Es ist ein Weihnachts[w,p]unsch, der am besten so richtig vor Weihnachten genossen wird.

Weihnachtsgeschichte

Seit heute fällt mir das Schreiben auf dem Computer wieder leichter. Eine durchaus vorhandene postoperative, körperliche Behinderung ist fast nicht mehr bemerkbar. Beruflich werde ich allerdings erst ab Montag wieder den Computer nutzen. Doch denke ich über Weihnachten nach, schließlich wird sich das Besorgen von Weihnachtsgeschenken heute schwieriger gestalten. Bei der Gelegenheit ist mir der Entwurf einer Geschichte entgegen gefallen, die auch heute noch keine ist. Aber es ist viel besser, den Text möglichst bald zu lesen zu können, weil er sich ja viel mehr auf die Zeit vor Weihnachten bezieht:)

Die klassische Weihnachtsgeschichte hält sich am Lukas-Evangelium an. Davon gibt es dann mehrere Variationen, die sich in Form und Ausführlichkeit oder auch in Modernität unterscheiden.

Dann gibt es Geschichten, die zu Weihnachten spielen, deren mir liebste Deutschsprachige von Peter Rossegger geschrieben wurde. Als ich Weihnachtsfreude holen ging ist eine Schilderung mit so vielen Facetten und tiefer Besinnlichkeit, dass sie mir heute noch die Weihnachtszeit verschönt, vor allem dann, wenn ich mit unserem Hund bei einem Wetter wie gestern spazieren gehe.

Der lange Weg durch Schnee und Eis, welcher der Weihnachtsfreude nichts anhaben kann, ist dabei partout keine schönfärberische oder kitschige Geschichte. Einmal muss der kleine Peter ja sogar befürchten, dass ihm der ganze Weihnachtseinkauf geraubt wirt.

Eine weitere unheimlich prägende Weihnachtsgeschichte hat uns Adalbert Stifter mit seinem Bergkristall geschenkt. Auch hier wird ein möglicherweise süßlich erscheinendes Sujet mit ziemlich viel Realkritik und Spiegel vorhalten verbrämt, ein Umstand, den ich als Kind nicht so erkannt habe. Weil die Geschichte jetzt aber auch sehr publikumswirksam verfilmt worden ist, fallen mir derartige Hintergründe viel stärker auf.

Bekannt sind die Geschichten über das Schenken. Am besten wohl die von O’Henry, bei der zwei Liebende jeweils das verkaufen, wofür der andere gerade seinen größten unerfüllbaren Wunsch sieht. Ich erinnere mich, dass die Frau ihr schönes Haar verkauft hat, für dass der Mann das besonders tolle Bürstenset gekauft hat. Was sie dem Mann geschenkt hat, erinnere ich jetzt nicht, aber ich bin überzeugt, dass es einer von euch weiß. (Auflösung: Uhr und Uhrkette)

Auch als Satiren gibt es wunderbare Weihnachtsgeschichten, wie z.B. Nicht nur zur Weihnachtszeit von Heinrich Böll. Hier muss jeden Tag Weihnachten gefeiert werden, weil die Erinnerung der alten Dame versagt und sie nachhaltig insistiert, dass doch heute Weihnachten wäre.

Es gibt so viele Weihnachtsgeschichten, dass ich dachte, es wäre ein leichtes, eine Geschichte im Internet zu finden, welche im Milieu der elektronischen Datenverarbeitung spielt. Z.B. mit einem Operator, der den Betrieb einer Software rettet, ohne die ein Flugzeug nicht den Zielflughafen erreicht. Oder ein Bereitschaftsdienst, der gerade am 24.12. benötigt wird, um das total ausgefallene System eines Krankenhauses wieder in Gang zu setzen. Ja noch einige andere Sujets würden mir einfallen.

Was wäre den der Hauptpunkt einer derartigen Geschichte, die Weihnachten, Andacht und den Einfluss der modernen Datenverarbeitung sinnstiftend verknüpfen kann.

Ich habe bei meinen Weihnachtseinkäufen ein kleines Büchlein und ein paar größere gefunden. Und bin dabei auf ein Thema fündig geworden, welches mit dem Begriff Besinnlichkeit zusammen hängt. Und mit der Zeit.

Die Ausgangsbasis ist eine negative:

„Der kybernetische Kapitalismus tendiert dahin, die Zeit selbst abzuschaffen, die flüssige Zirkulation bis zu ihrem Maximalpunkt, der Lichtgeschwindigkeit, zu maximieren, wie es bereits bestimmte Finanztransaktionen zu realisieren versucht haben. Die Begriffe ‚Echtzeit‘ und ‚just in time‘ sind ein Beweis für diesen Haß auf die Dauer. Gerade aus dieswem Grund ist die Zeit unser Verbündeter.“ [kleines Büchlein Kybernetik und Revolte (Tiqqun)]

Im letzten Satz findet sich der Schlüssel. Die Zeit ist unser Verbündeter. Weihnachten ist der Zeitpunkt, an dem wir uns von der vorweihnachtlichen Hektik in der Besinnlichkeit des Fests wiederfinden sollten. Die Zeit, die wir uns nehmen, mildert den immer mehr zunehmenden Druck der Beschleunigung unseres Lebens, wie es teilweise fremdbestimmt ist.

Heute habe ich kein diesbezügliche Geschichte für euch. Ich werde sie wohl für das nächste Weihnachtsfest selbst schreiben müssen.
Aber ich kann euch das Beste wünschen, was ihr euch selbst schenken könnt. Zeit und Besinnlichkeit. Möge euch das nächste Jahr so freundlich begegnen, wie mir das heurige erschienen ist.

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