Archiv für Januar, 1970

SWOT

Ein Begriff aus dem Management. Die ersten beiden Buchstaben stehen für Strengths (Stärken) und Wekanesses (Schwächen), Opportunities und Threats bleiben heute außen vor.

Schwächen: Faktum ist, dass mein Hirn schwächer wird. Liebevolle Freunde trösten mich mit dem Übergang von fluider zu kristalliner Intelligenz, mit der Kompensation von mehr Erfahrung. Ich selber tröste mich mit vergrößerter Zugriffszeit bei vergrößtertem Datenvolumen. Aber es ist eine Tatsache, dass ich heute im Denken langsamer geworden bin. Einfach langsamer.Ich komme noch zu den gleichen Resultaten.
Aber die Denkfortschritte sind mit (von mir selbst erkennbaren!) Fehlern durchsetzt und der reine Vorgang einer Ableitung dauert länger. Das mit dem blitzartigen Begreifen ist nicht mehr.

AUSSER EINEM KLEINEN GALLISCHEN DORF, … (man kennt das.)
Es gibt noch ein Refugium, wo das Denken und Erfassen schneller und besser funktioniert, obwohl es absolut unglaublich erscheint.
Dieses Refugium ist die Musik, insbesonders das Klavierspiel.
Ich erfasse mehr und darüber hinaus schneller. Das war auch so, wenn ich lange nicht gespielt hatte, – wenn man doch eigentlich wieder etwas Übung benötigte. Dabei sehe ich schlechter und brauche gute Beleuchtung. Der Zusammenhang zwischen der Zeit, die es braucht, um einen ungewöhnlichen Akkord zu erfassen, ist umgekehrt proportional zu der vorhandenen Helligkeit der Beleuchtung. Die Verbindung zwischen Augen und Fingern funktioniert besser, und das, obwohl ich oft eine Woche lang nicht zum Spielen komme, wenn ich auf Reisen bin.

Es ist sonderbar, aber schlecht ist es nicht:)

http://www.heise.de/newsticker/meldung/10-Jahre-Agiles-Manifest-zur-Geburt-agiler-Softwareentwicklung-1188299.html
10-Jahre bestehen jetzt die Aussagen zu agiler Programmierung. Mittlerweile gibt es ja agiles Programmmanagement, agiles Testen, agiles Masturbieren und agiles Stehenbleiben.
Scherz beiseite. Die Agilität hat schon etwas früher begonnen. Vermutlich mit XP (Extreme Programming) von Kent Beck. Das wurde ziemlich belächelt. Der enge Zusammenschluss von Kunden und Entwicklern erschien damals noch als Utopie.
Darüber wird heute nicht mehr gewitzelt.
Mit Kent Beck habe ich Nächte in Las Vegas verbracht und über sein Testverständnis diskutiert. Er stellte es so dar, dass mit Unit-Tests alles abgedeckt wäre. Die spielen sich noch auf Entwicklerebene ab und sind zweifellos ein „extrem“ guter Beginn., aber nicht die ganze Strecke.
Als das Manifest veröffentlicht wurde, gab es schon 17 verschiedene agile Methoden. Ich selber war ein Verfechter von „Crystal Clear“ und baute einiges davon in den Softwareentwicklungsprozess, für den ich nach der Jahrtausendwende verantwortlich war. Vielleicht rührt auch meine Begeisterung für American Football von einer agilen Methode namens „SCRUM“ (von Ken Schwaber) her. Scrum ist nach einem Spielzug bei Rugby benannt, von dem sich wiederum das American Football ableitet.
Dirk Gentry’s Holistic Agency: everything is interconnected.
Heute ist das alles alter Hut. Und trotzdem erlebe ich es in den Firmen, wie sie vergeblich versuchen, ihre eigenen Programmentwicklungsprozesse zu strukturieren, umzustellen und zu verbessern. Und manchmal bin ich entsetzt, wie wenig eigentlich die Programmierer von den Entwicklungen wissen, die sich in ihrem Umfeld abspielen.

Tote Hose

Dass ich jetzt schon auf drei Einträge hintereinander keinen Kommentar bekomme, ist sehr betrüblich aber verständlich, weil ich zu abgehoben schreibe.
Wenn ich allerdings feststelle, dass anderswo auch nur 1 oder 2 statt 18 oder 25 Kommentare zu vermelden sind, kann ich nur schließen, dass auf twoday Tote Hose herrscht.
Ich weiß ja die Gründe, warum das so ist, aber dass sich diese Gründe gleich so augenscheinlich zeigen? 🙂
Nachtrag, weil den Link ja wohl die wenigsten anschauen werden:
Auszug aus dem Manifest:

    Die Beteiligten und ihre Zusammenarbeit sind wichtiger als Prozesse und Werkzeuge.
    Lauffähige Software hat Vorrang vor umfassender Dokumention.
    Die Zusammenarbeit mit den Kunden ist wichtiger als Vertragsverhandlungen.
    Anforderungsänderungen gehen vor sturer Verfolgung eines Plans.

bin dann mal weg

für eine aufregende Woche

the link home

Während ich noch am Kommentar zu mock turtles Eintrag schreibe und mich an der Musikauswahl selbst ein wenig festfresse, hat in Ö1 bereits die Übertragung der 6. Symphonie von Gustav Mahler begonnen.
Aber von den 85 Minuten habe nur 6% versäumt. Ich glaube, die kannte ich schon;)
Aber es ist nie zu spät, noch immer aufzudrehen.
http://oe1.orf.at/programm/267556
Von hier kommt dann schon irgendwie zum Live-Stream.
P.S. Es gibt auch noch andere Links nach Hause:

lochfrei

Oft geht es mir so, dass ich nach einer Dienstreise in ein gewissen Inaktivitätsloch falle. Auf Dienstreisen verausgabe ich mich ein bisschen und dann komme ich müde anschließend ins Büro.
Der heutige Tag, an sich schon der zweite Tag danach, verlief ohne diesen Effekt.
Gut, ich kam erst später ins Büro, weil ich noch aufs Amt musste und das Klavierüben auf die Früh verlegt hatte.
Doch dann erledigte ich alle meine Korrespondenz, telefonierte herum, schrieb ein Angebot, bereitete den morgigen Tag (eintägiges Workshop beim Kunden in Salzburg) vor und hatte noch eine Stunde mit den Kollegen aus der Firmenführung bei unserem Stammlokal.
Danach noch das Zugticket kaufen. Ich mach das am liebsten am Westbahnhof in der Lounge und ab nach Hause.
Momentan fühle ich mich recht aktiv und ich hoffe, das hält an.

Panne

Über Pannen ist man ja im allgemeinen nicht so erfreut. Aber manchmal machen sie auch Spass bzw. können sie etwas zur Unterhaltung beitragen.
Auf der Rückfahrt nach Wien fiel kurz vor Wels die Heizung aus. Der Zugbegleiter vermeldete, dass wir bis Linz weiterfahren würden und dort würde man versuchen den Schaden zu beheben.
In Linz hatte ich die Gelegenheit, die Führerstation eines Railjets, der im Schubbetrieb gegen Wien geschoben wird, zu betreten.
Ich wurde aufgeklärt, dass die mittlere Lok defekt sei. Die fährt jetzt also während ich das schreibe, „leer“ mit.
Jetzt wird also eine Doppelzugsgarnitur (die ICEs kennen das ja auch) von EINER Lok am Zugende geschoben. Die Höchstgeschwindigkeit geht sich nicht mehr aus.
Dort wo der Zug normalerweise 200km/h fährt, erreicht er jetzt zwischen 160 und 195, am ehesten noch 185. Ein paar mal habe ich auch noch 200 auf der Anzeige gesehen.
Der Lokomotivführer fährt aber wie „eine g’sengte Sau“. Ich will ihn damit nicht beleidigen, er macht das super. Bis jetzt haben wir noch keine zusätzliche Verspätung aufgerissen (außer dem Aufenthalt in Linz), weil er die Strecken, wo es eh nicht so schnell erlaubt ist, hemmungslos ausreizt. Ein Weinglas hat schon dran glauben müssen, für das die stabilisierende Vertiefung nicht gereicht hat.
ich sehe gerade, dass wir eine Minute der Verspätung aufgeholt haben. nein es sind schon 2. Bis Wien hochgerechnet werden wir nur mehr 10 Minuten Verspätung haben. Aber so, wie ich den Lokführer einschätze, werden wir maximal 5 Minuten Verspätung in Wien haben.
Ich schmunzle in mich hinein. Und einen Ersatzwein habe ich ja schon bekommen.

Nachtrag zum vorigen Beitrag

Es mögen ja einige glauben, dass ich eingebildet bin. Für heute dürfen diese recht behalten. Ich bin stolz und vergnügt und weiß jetzt auch, dass Bloggen manchmal etwas bringt.
Den vorigen Eintrag habe ich ja noch im Zug geschrieben. Und weil die Betreuerin, eine ganz liebe, neugierig war, was ich da schreibe, habe ich ihr den Text vorgelesen, was ihr besonders hinsichtlich der g’sengten Sau gefallen hat. Vor allem, weil ich es ja positiv konnotiert hatte. Kurz darauf brachte sie dem Lokführer einen Kaffee. (Zur Erläuterung: der Führerstand, mit dem man die hinten schiebende Lok steuern kann, befindet sich im Wagon der Premium-Klasse und ist von dort auch zugänglich.)
Sie kam wieder zurück und teilte mir mit, dass mich der Lokführer einlud, zu ihm auf den Führerstand zu kommen.
Und so saß ich von St. Pölten bis Wien, bis zur finalen Bremsung, auf dem Kopiloten-Sitz, konnte die Romantik der Nachtfahrt erleben und sah den Weichentunnel bei Hütteldorf in natura. Zusätzlich war noch ein weiterer Lokführer anwesend, der in Linz bei der Deaktivierung der defekten Lok geholfen hatte, Der war auch ein Eisenbahnfreak, der ziemlich viele Details kannte. Es entspann sich ein äußerst angeregtes Gespräch, so dass mir St. Pölten-Wien wie 5 Minuten vorkam.
Und darauf bin ich jetzt stolz. Ich hatte es ja nicht darauf angelegt. Ich war höchstens freundlich, höflich und hatte die Angelegenheit launig kommentiert. Schon saß ich im Cockpit.
Irgendwas mache ich manchmal doch richtig;)

Again on the road

Nachdem dieses Wochenende ja einem Arbeitsworkshop in Maria Taferl gewidmet war, sitze ich jetzt bereits wieder im Zug von St. Pölten nach Salzburg und fühle mich wohl.
Morgen wird zwar ein schwerer Tag werden, aber das gehört schon mal zu meiner Arbeit dazu.
Das Schachner-Hotel in Maria Taferl (http://www.hotel-schachner.at)
empfehle ich gerne weiter. Schönes, großes Zimmer mit Terasse und Ausblick auf die Donau, Tempur-Matratze und ausreichender Anzahl von Steckdosen. Mit allem Rund-herum würde ich es als 5-Stern-Hotel zu einem Preis betrachten, für den man in Wien nicht einmal 3 Sterne bekäme.
Obwohl das Gourmet-Restaurant noch nicht geöffnet hatte, war auch die „normale“ Küche vom Feinsten. Dazu kommt noch ein luxuriöser Wellnessbereich. Wenn man sich so wohl fühlen kann, denkt es sich gleich besser.
Die Bilder habe ich nur am Handy, die kann ich jetzt noch hereinstellen, aber auf der Homepage kann man sich ja ungefähr ein Bild machen.
Mir war es zu diesem Anlass möglich, meine Geschäftsideen vorzustellen und sie scheinen gut aufgenommen zu werden. Was es unter anderem bedeutet, sind noch viel mehr Dienstreisen. Aber ich betrachte dies jetzt alles gelassen, weil ich momentan das Gefühl habe, alles im Griff zu haben. Ich hoffe, ich kann mir diesen Eindruck erhalten.
Ein bisschen werde ich an mein Arbeitsleben erinnert, als ich wirklich vierzig war. Damals ging es mir so richtig gut und damals haben wir auch unser Haus renoviert, wie es von außen auch heute noch so aussieht.
Aber vor allem hat sich eines geändert: ICH LAUFE NICHT MEHR IRGENDWAS NACH.

Annie Girardot

Ich lese gerade, dass sie verstorben ist. Annie war ein bisschen mein Bekenntnis zur Qualität, zum Sieg der Person über das rein tierische Begehren. Sie war so überhaupt nicht mein Typ, doch wenn ich wusste, dass sie in einem Film mitspielte, wollte ich diesen sehen.
Und im Film erschien sie mir dann begehrenswert, wenn auch auf eine andere Art als es vielleicht Catherine Deneuve war.
Einer meiner Lieblingsfilme war „Der Mann, der mir gefällt“. Ich musste jetzt lang googlen, bis ich den Titel fand, den der war mir gänzlich entfallen. Ich konnte mich erinnern, dass sie mit Belmondo spielte und in einer Filmdatenbank konnte ich dann den Film ausfindig machen. Sie spielt darin eine Schauspielerin, die in Amerika dreht, er ist darin ein Filmkomponist.
Die Szene, wo sie zusammen in einem offenen Cabriolet durch die nevadische Wüste fahren und er ihr erklärt, wie die Musik von reitenden Indianern zustande kommt, hat sich bei mir eingeprägt.
Aber das war nur ein Film unter vielen.
Ich habe es sehr bedauert, dass sie Alzheimer bekommen hat, doch ich hoffe, dass es für sie etwas wie einen eigenen Filmhimmel geben wird. Den Himmel für uns hat sie mit ihrer Arbeit bereitet.




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