Archiv für Januar, 1970

PISA-Test und Menschenbilder

Eben höre ich „Menschenbilder“, eine Serie, in der Ö1 bestimmte Personen vorstellt. Manchmal stelle ich mir vor, dass dies ein Lebensziel sein könnte, – ein reduziertes. Nicht den Nobelpreis zu erringen, aber in Menschenbilder vorzukommen.
Heute mit Elfriede Schweiger: ehemalige Mathematiklehrerin führt Jugendliche dem Theater zu. „Jugendliche Freude der Salzburger Festspiele“
Bis jetzt habe ich noch kein einziges Menschenbild gehört, wo ich mir nicht gedacht habe, „das könnte ich nicht vorweisen.“ (Doppelte Verneinung: heißt soviel, zu allen kann ich nur ehrfürchtig aufschauen.)
Aber es gibt ja noch ein Leben nach dem Beruf, wie ich jetzt gerade höre. Vielleicht kann ich einmal ähnlich wie mein Vater, junge Leute zu klassischer Musik hinführen – oder auch ältere.

Aber eigentlich wollte ich über PISA schreiben. In der heutigen „Presse“ ist ein „PISA-Test zum Selbermachen“ vorgestellt, der neun Fragen beinhaltet. Die Fragen sind nicht die echten PISA-Fragen, sollen aber angeblich im Schwierigkeitsgrad entsprechen. Die Fragen richten sich an 15-16-Jährige. Also offengestanden musste ich selber genau nachdenken, wie die Lösungen aussehen.
Bei der Mathematikaufgabe #2 finde ich die zweite Frage etwas gemein. Man könnte da durchaus zwischen zwei Lösungen schwanken.
Die Lese-Kompetenz wird mit einer sehr netten Geschichte getestet. Die Frage B ist entweder ganz einfach, oder für manche vermutlich nicht lösbar:)
Die naturwissenschaftlichen Fragen (3 Stück) betreffen Impfung. Sie sind nicht schwer, aber es hängt wirklich davon ab, ob es bereits in Naturwissenschaft gelehrt wurde, oder ob das Elternhaus diese Art von Wissen aus dem täglichen Leben aktiv fördert.
Ich würde mich folgendes zu behaupten trauen:
Von meinen Studenten, die aus HTLs kommen, sind mindestens 30% nicht in der Lage, alle neun Fragen fehlerfrei zu beantworten.
Und es kommt mir so vor, dass auch die Fragen aus Mathematik und Naturwissenschaft in erster Linie mit Leseschwäche zusammenhängen.

In einem anderen Kontext möchte ich einmal darüber nachdenken, wie die Themen Migration, Armut, Bildung, Politik und Demokratie kausal zusammen hängen.
Für mich stellt sich das so dar, dass die Armut vielleicht im Migrantenumfeld stärker besetzt ist, dass aber auch bei „natives“ die Armut sämtliche anderen Aspekte beeinflusst, bis hin zu dem Effekt, dass Demokratie sich wieder mit Migration beschäftigen muss.
Damit kommen wir in einen Teufelskreis. Das bedeutet nun nicht, dass Migration das Problem darstellt. Es geht um einen Gleichgewichtszustand und der betrifft sowohl Geld als auch Bildung. Ein Land wie Österreich könnte da sehr viel erreichen und verscheisst sich eine Chance nach der anderen.
So schaut es aus!

Next Step

After the concert on November 17th, I got new contracts:) Well, using the word contracts is a little bit exaggerating. I don’t get any money for it. But 2011 could be governed by playing three different pieces. Brahms Cello-Sonata in e-minor, Brahms quintett and a piano piece for four hands written by a contemporary composer.
The Brahms quintett is still in negotiation, the other strings don’t know yet about it.
But today I have started to practice the cello sonata again. I love this piece.

The recording by J. Du Pré and Daniel Barenboim unfortunately is cut off before the reprise.
Here is the other part.

But anyway, today I practised two hours on minute 4:30 – 6:50.
I have already played this once but just for private pleasure not for public performance. So practicing has to be done in a different mode.
The second movement troubles me in the middle part.
http://www.youtube.com/watch?v=65rJq5awk9g
But it really is not so difficult, technically.
The third movement is tricky:
http://www.youtube.com/watch?v=uMiCBGUQVJg
But I like it so much that practicing is not a problem. This movement comes to me very easily. The coda will be difficult, but that’s just one page.
I am looking forward to a very challenging year, considering that I am an amateur:)

Lemminge

Hier könnte jetzt ein sarkastischer Beitrag stehen, doch mittlerweile weicht der Sarkasmus der Resignation.
Da ich nicht mehr Auto fahre, erlebe ich den Wintereinbruch nur peripher mit.
Was mich natürlich schon wundert, sind große Verspätungen bei schienengebundenen Fahrzeugen wie Schnellbahn und U-Bahn. Da können eigentlich nur eingefrorene Weichen schuld sein, aber so kalt war es auch wieder nicht. Dass Fahrgäster der U4 2 Stunden lang im Tunnel verharren mussten, „ist noch zu prüfen“.
Ich frage mich nur, wieso es solange dauern kann. Da sind 100 Leute, alle mit Handy, die müssten ja bei 0810222324, (eine Nummer, die ich mittlerweile auswendig kenne) im Minutentakt anrufen.
Man kann davon ausgehen, dass die VOR-Hotline unfähig ist und nur der Beschwichtigung dienen soll. (Womit ich nichts gegen die dortigen Telefonisten und Telefonistinnen sage, die sind auf etwas anderes trainiert und eigentlich recht effizient im Besänftigen.)
Dass gestern sonst so große Verspätungen waren, dass mein Taxifahrer mir mitteilte, dass er aus dem 7. Bezirk nach Mödling 1,5 Stunden mit Öffis gebraucht hätte, ist glücklicherweise an mir vorbei gegangen.
Ein wesentlicher Mitarbeiter ist schon am Dienstag ausgefallen, weil der Flug von Frankfurt nach Wien abgesagt wurde. Das ist nicht mein Problem.
Heute lese ich, dass die A21 (Verbindung Südautobahn, Westautobahn, Wien-Umfahrung) 5 Stunden gesperrt war. 20 LKWs mussten abgeschleppt werden.
Diese Strecke habe ich schon einen halben Tag gesperrt erlebt und es war gespenstisch, wie alle LKWs bei der Brunner Ausfahrt auf Pannenstreifen und 1. Spur geparkt waren. (Damals fuhr ich noch und habe eine gewisse Beklemmung aber auch Genugtuung in der eisigen Ruhe gesehen.)
Auf dieser Autobahn hätte es mich 1991 oder 1992 auch fast einmal erwischt. Wäre ich 3 Minuten früher auf meiner Fahrspur dahergekommen, wäre ich zusammen mit meinen drei japanischen Gästen direkt in einen querstehenden Laster gedonnert – so wie 7 Autos, die es nicht geschafft hatten.
Damals standen wir dann drei Stunden am Pannenstreifen, Gott sei Dank mit genug Benzin, so dass ich heizen konnte.

Resümee:
Wir – und damit meine ich, wir alle – akzeptieren mit unserer Technik, dass es klimatisch bedingte Ausnahmesituationen gibt, in denen wir um Jahrzehnte in unserer Mobilität zurückgeworfen werden.
Es ist daher vollkommen klar, dass eine Klimakonferenz nichts ausrichten kann. Was immer an Folgeerscheinungen einer Klimaerwärmung dargestellt wird, wird als „act of god“ angesehen. Da kann man eh nichts machen. Dass dieser Trugschluss einmal zu einer irreversiblen Situation führen wird, macht mir heute nichts mehr aus. Der Mensch muss sich erneuern. Und das kann er offensichtlich nur, wenn er auf einen Bestand von weniger als 10 000 Menschen reduziert wird. Ob das durch Eiszeit oder Unwirtlichkeit der bisherigen Kontinente beeinflusst wird, ist dabei unerheblich.
Wir sind ja – als Österreicher – nicht einmal imstande, Dinge anzugreifen, bei denen prinzipielle Übereinstimmung und Notwendigkeit etwas zu tun besteht.
Gestern war ich bei einer Podiumsdiskussion, in der das Buch „Bildung in der Krise“ (Hrg. Broukal, Niederwieser) vorgestellt wurde. Die Diskussion war gar nicht schlecht, obwohl es kaum etwas zu diskutieren gibt. Die Missstände sind klar und die notwendigen Aktionen fast ebenso. Die Parteien unterscheiden sich auch im Zugang kaum.
Die Bildung muss bei den Kindern anfangen. Je früher desto besser, und das heisst auch, dass die Eltern in die Pflicht zu nehmen sind. Aber Kinder wählen nicht. Was immer man dabei erreicht, kann eine Partei frühestens in 12 Jahren lukrieren.
Unsere Politiker sind auch schon Opfer einer bildungslosen Erziehung. Zeithorizont 4 oder 5 Jahre bis zur nächsten Wahl.
Es ist klar, dass bildungspolitisch nichts passieren wird, es sei denn, es passiert eine eindeutig zuordbare Katastrophe oder die Leute gehen auf die Strasse. Das Letztere ist in Österreich nicht unmittelbar zu befürchten, weil es uns ja letztlich viel zu gut geht.
Daher bleibt das Thema Bildung ein totes Thema – politisch gesehen.
Schade, dass ich gestern nicht mehr anbringen konnte, dass wir „einen Vizekanzler statt eines Neffen“ brauchen. (Insiderwitz für Österreicher)
Trotzdem ist das Problem Bildung in Österreich gerade erst eines, wo 8 Millionen Menschen in Mitleidenschaft gezogen werden können.
Bei der Klimafrage handelt es sich um 4000 mal soviele Menschen. Und es wird auch nichts rauskommen.
Wir haben akzeptiert, dass es wiederkehrende Problemsituation gibt, die einfach zu t o l e r i e r e n sind.
In einer gewissen Weise sind wir einfach Lemminge.

Weiberschlampen

Ich stelle fest, dass mir noch einige Begriffe fehlen. Weiber ist insbesonders auf dieser Plattform positiv besetzt und kann nicht als Schimpfwort dienen. Schlampen beziehen sich auf einen Nahebereich des Sexuellen, was in diesem Fall nicht zutrifft.

Aber wie soll man ein vermutlich 17-18 jähriges Mädchen bezeichnen, welches eines der besonders literarisch hochstehenden U-Bahnblätter auf dem Geländer einer Rolltreppe entsorgt?
Wenn die nächsten Papierkörbe unmittelbar am Weg liegen?

Ich hab so ein „Das ist aber nicht die feine Art“ und „Arschloch“ vor mich hin gemurmelt, aber anscheinend zu leise. Sie dürfte es nicht gehört haben.

Aber wie soll ich sie jetzt bezeichnen?
Wenn das ein Mann gewesen wäre, hätten Frauen einfach „Männer“ sagen können. Das hat ja meistens einen negativen Anstrich, wenn Frauen mit einem gewissen Tonfall „Männer“ sagen.
Dann wäre es ein archetypisches Verhalten gewesen.

Aber ist das jetzt archetypisches emanzipatorisches Verhalten?
Vielleicht hätte ich ihr „Stehpinklerin“ nachrufen sollen…

Flughäfen

Angeregt durch einen Beitrag von Pezwo.
Ehrlich gesagt, ist die Entrüstung über die Flughafenmanager ja nicht unangebracht, speziell wenn ich an unsere Skylinkmanager denke. Aber je länger ich nachdenke, desto logischer kommt mir alles vor.

Es fängt an mit „Geiz ist geil“. Es geht zu 1€-Flügen. Die Flughafengebühren werden zwar extra verrechnet, aber die müssen sich ja auch in Grenzen halten. Sparen ist allerorten angesagt.
Bei Material, bei Personal, bei, bei, bei.
Es ist natürlich schon schön, wenn man billiger fliegt als man mit der Bahn fährt. Das war früher undenkbar. Ich frage mich, welche physikalischen Gesetze sich geändert haben, damit das jetzt möglich ist.
Auch für die Sicherheit kann man nicht mehr so viel ausgeben.
Klimawandel wird ja allgemein geleugnet. Ja, vielleicht wird es ein paar Zehntelgrad heißer. Dass das Wetter insgesamt erratischer mit mehr Extremen wird, ist noch nicht in den Köpfen verankert.

Da waren mir die Russen früher, die den Alkohol für die Tragflächenenteisun lieber selbst gesoffen haben, noch weitaus lieber. Denn die können mit Schnee und Eis umgehen.

Aber sind wir doch mal ehrlich. Verwöhnt sind wir. Welches Menschenrecht gibt es denn, dass garantiert, dass man pünktlich befördert wird. Früher sind die Leute zu Fuss gegangen. Hat auch funktioniert. In der Zeit haben Mozart und Beethoven wunderbare Werke komponiert. Von Burg Forchtenstein sind die Karossen zwei Monate nach Moskau kutschiert. Dabei wurden nur zehn Mal die Pferde gewechselt.

Übrigens sind auch Formel-1-Autos mit so einer Schneemenge überfordert. Aber das ist das Gelbe vom Ei, nicht wahr. Spitzenleistung der Automobilindustrie.

Ja liebe Leute, jetzt gibt es Facebook und Spiele, realistische Nachstellungen einer vegangenen Zeit mit Supergrafik. Mit der echten Natur werden wir nicht mehr so richtig fertig.
Solange nicht, bis die Katastrophen so häufig und heftig werden, dass wir innehalten und feststellen, es hat sich etwas geändert – in unserer Umgebung.
Vielleicht sollten wir uns auch ändern.

Entspannung

Ich bin vor drei Stunden nach Hause gekommen. Mit dem Gefühl, so jetzt habe ich alles. Um dann zu Hause festzustellen, dass ich eine Sache noch vergessen habe. Das Gefühl habe ich von früheren Jahren. Da hatte ich es aber immer erst am 24. zur selben Zeit. (Ich musste also nicht gleich noch mal raus.)
Und diese Entspannung hat dazu geführt, dass ich mich niedergelegt und drei Stunden geschlafen habe.
Wäre Frau Columbo nicht nach Hause gekommen, hätte ich wahrscheinlich die Nacht durchgeschlafen.
Jetzt geht es allerdings in Windeseile an die Hereinholung des Christbaumes (aus dem Garten, zum fünften Mal der gleiche, jetzt ist er schon ganz schon groß) und die Anfertigung des Filet Wellingtons für heute Abend.
Weihnachtsgrüße gibt es dann erst morgen:)

Weihnachten

Gestern die erste Bescherung: die Kinder aus Graz kamen am Abend und wir haben gemütlich zu Abend gegessen.
Heute in der Früh fahre ich noch mit meiner Tochter in die SCS, obwohl nur mehr Kleinigkeiten zu besorgen sind. Es ist eine Freude, ihr zuzusehen, wie sie Geschenke für die Enkelkinder einpackt.
Ich fühle mich wohl, gar nicht hektisch und nehme diese kleine Wartezeit bis wir aufbrechen wahr, um meinen Lesern hier, manche sind zu Freunden geworden, ein schönes Fest zu wünschen.
Über das beschauliche Weihnachtsfest habe ich ja schon geschrieben.

Zusätzlich wünsche ich euch, dass ihr mit euren Verwandten auf ruhigem versöhnlichen Fuss steht, wenigstens jetzt.
Also ich wünsche euch ein Weihnachten ohne Nervosität und Streit.
Ich wünsche dies den Katholiken, wie den Protestanten, wie den Juden, wie den Muslims unter euch. (Kenne allerdings keine Muslime, wenn man von einigen Taxifahrern absieht.)
Ich wünsche es auch all jenen, die sich zum Atheismus bekennen, aber die Zeit des Feierns konsumieren können.

Für mich stellt Weihnachten die Bekräftigung eines Jahresrhythmus dar. Ähnlich, wie man in den Jahreszeiten leben sollte, sollte man auch die Jahre segmentieren. Das könnte der eigene Geburtstag sein, aber es könnte auch ein Datum sein, an dem alle einen Geburtstag feiern, den fremden oder den eigenen.
Wie ihr euch denken könnt, rede ich nicht dem Konsum das Wort.
Es ist heuer noch nicht die Zeit, wo wir jemanden einladen, der alleine ist. Das kommt vielleicht noch in späteren Jahren.
Die Idee ist vorhanden. Wenn ich alleine wäre, würde ich in ein Cafè-Haus gehen, in dem ich Schach- oder Bridgepartner vorfinde. Ich brächte nicht die Kraft auf, um in ein Hospiz oder in ein Spital zu gehen, um dort einsame Menschen zu betreuen.
An ein Prinzip glaube ich allerdings – ungeachtet jedes Glaubens. Wir Menschen sind nur etwas in Beziehung zu anderen Menschen. Und zwar dann, wenn wir die Beziehung aufbauen können, ohne dem andern eins über den Schädel zu hauen.

Nein, da geht es mir auch nicht um den Weltfrieden. Frieden mit denen neben mir. Das reicht mir schon.

Also allen ein gesegnetes Fest!

französischer Weinskandal

Ich wollte eigentlich heute nichts mehr schreiben. Und versöhnlich ist dieser Eintrag auch nicht gerade.
Aber auf gut Wienerisch nenn man das „aufgelegt“.

Wer erinnert sich noch an den Weinskandal Österreich? Da wurde medienwirksam und sich über uns lustig machend der Umstand dokumentiert, dass österreichische (eigentlich burgenländische) Weine mit Gefrierschutz versetzt waren.
Wie seltsam mutet mich dann doch an, dass im Weinland Frankreich der Charles de Gaulle-Flughafen deswegen außer Gefecht gesetzt wird, weil ihnen das Enteisungsmittel ausgegangen ist.

Also ich kann darin nur die Ironie heutiger Zeitläufte erkennen. Ich will damit nicht unterstellen, dass französische Spitzenweine mit Enteisungsmittel angereichert sind.

7:20

Aus einem schönen und sogar lustigen und sexuellen Traum geholt.
Gansl-Beginn.
Nachtrag:
8:45
Gänse geputzt, getrocknet, die Fülle (Maroni, Zwiebel, Toastbrot und Gewürze) ist schon eingefüllt. Kurzes Anbraten.
9:00
Eine Gans in meinem Rohr, die zweite schon bei der Schwiegertochter. Beide mit kochendem Wasser übergossen, die Uhr auf 60 Minuten gestellt. Danach geht es weiter:)
Nun bin ich gespannt, wie sie werden…

Weihnachtsfreude

Um zehn klingelte das Telefon. Ganz ernst kam Frau Columbo zu mir. Ein Enkel hatte gestern hoch gefiebert, es schien so, als könnten er und seine Mutter nicht an der heutigen Bescherung teilnehmen.
Wo er sich doch so gefreut hatte.
Die Schwägerin sah kein Problem wegen Ansteckungsgefahr. Die übliche Grippe hatten ihre drei schon absolviert. Um 12 kam dann die Aussage, es kommen doch alle. Temperatur nur mehr bei 37 Grad. Und er hat sich ja so gefreut.

Das Mittagessen verlief unheimlich stressfrei und wie am Schnürchen. Vorher waren sowohl Frau Columbo wie auch ich etwas übernachtig, aber wir ließen keine schlechte Stimmung aufkommen. Ich sowieso nicht und ich konnte meine Gelassenheit dann auch weiter vermitteln. Die Gans, die Kartoffelknödel, das Gemüse wurde alles zeitgerecht fertig. Unseren Mittagstisch kennt man ja schon.
Doch als Abschlussfoto gibt es schon zumindest die fertige Gans:)
Die Bescherung, die ausnahmsweise schon bei Tageslicht stattfand, war von einem ruhigen Gesang einbegleitet. Ein Schwiegersohn hatte die Texte und die Erwachsenen sangen ganz klar mit. Mir kam es vor, dass wir mehr sangen als sonst.
Stille Nacht gab es heute nicht, aber zum Abschluss „es wird scho glei dumpa“ (ein Liebling von mir) und die „Putzigagerlen“, zu der es eine kileine Familienanekdote aus meiner Kindheit gibt.
Das sieht dann ungefähr so aus:
Damit aber alle fünf aufscheinen, noch ein weiteres Bildchen:
Was sich die fünf ansehen konnten, würde ich bildmäßig als der Fenstergucker titulieren:
Dieses Weihnachten war irgendwie anders. Es ist schwer zu erklären, dass es einfach ruhiger war, obwohl genauso viel getan wurde wie sonst.
Obwohl ich selbst auch sehr liebevolle Geschenke bekam, war für mich das größte Geschenk, dass es allen geschmeckt hat – scheinbar über die Erwartungshaltungen hinaus. Es war auch genug da, und manche nahmen sich noch einmal nach, die das sonst nie tun würden;)

Aber ich bin sehr müde. Ich habe schon ein Stündchen geschlafen. Aber ich bin noch immer müde. Es ist ein bisschen die Müdigkeit einer Angst. Die Angst, dass schwerere Tage kommen werden. Die Traurigkeit eines Menschen, der sich nur mehr schwer vorstellen kann, dass wir nicht bald bezahlen werden müssen. Wir werden dafür bezahlen, dass wir das Gut des Friedens nicht mehr so hoch bewerten, wie es das in den Sechzigerjahren der Fall war.




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