Archiv für Januar, 1970
Ich habe ja schon oft die Gratis-Zeitschrift „Österreich“ gelobt. Immerhin hat dieses Blatt es geschafft, die „Kronenzeitung“ zum Intellektuellenblatt zu befördern.
Selbst im CAT (diesem Höchstgeschwindigkeitszug vom Flughafen in die Stadt, sinnigerweise am Zentralfriedhof vorbeiführend) liegt „Österreich“ und „Kronenzeitung“ auf.
Jetzt wird der große Unterschied leicht und deutlich sichtbar. Im Österreich mordet eine Frau eine andere wegen 720€, in der Kronenzeitung sind es bereits 820€. Die beiden Zeitungen werden offensichtlich von unterschiedlichen Pressemitteilungen informiert. (Die Ironie ist beabsichtigt.)
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Die Chuzpe von „Österreich“ ist aber noch raffinierter. 200€ kann man sich beim Erwerb eines iPad sparen, wenn man ein Abonnement zu 19,90€ erwirbt.
Es kostet dann also ein iPad nicht mehr 600€ sondern nur mehr 419,90€. Was für ein guter Deal! Wo ich doch sonst immer an einem Ständer mit kostenlosen Exemplaren vorbeikomme.
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Aber ich vergönne es allen Menschen, die auf diesen Deal eingehen. Die 19,90€ sind nämlich das Monatsabonnement und der Käufer verpflichtet sich zu einer 24-Monate Vertragsbindung. Das sind also 477,60€ für etwas was, was ich sogar auf legale Weise gratis bekomme. Und das iPad wird damit um 277,60€ noch teurer, als es eh schon ist. Ich habe kein Mitleid mit den Menschen, die auf diesen Werbeschmäh hereinfallen. Den gleichen machen ja auch die Telefonanbieter, in Deutschland sogar noch etwas ausgefeilter als in Österreich.
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Aber nur soviel zu Zahlen und österreichischen Tageszeitungen.
An sich bin ich ja mit Rechner voll versorgt. Aber mein Linux-Rechner ist mit seinem Alter und Performance-Beschränkung nur für Linux zu verwenden und meine privaten Daten sprengen langsam die Platten.
Kurz habe ich mit einem iMac geliebäugelt, diese großen 27″-bildschirmigen, die auch einigermaßen schnell sind.
Aber rasch habe ich mich dann besonnen. Ich muss in der Firma mit Windows arbeiten. (Und mit Windows 7 konnte ich mich ganz gut anfreunden.)
Also habe ich einen PC gekauft, weil ich auf die alten Tage faul werde. Ich will mich nicht dauernd umstellen müssen.
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Das Installieren der Software braucht ja normalerweise seine Zeit.
Umso überraschter war ich, als sich ein Windows-7 Enterprise Edition in 5 Minuten installieren ließ und die Installation von Office-10 ebenfalls unter dieser Marke blieb. Der Mindmanager, der sonst auch einige Minuten dauert, war in weniger als 2 Minuten abgehandelt.
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Es ist traurig aber wahr. Wenn jetzt etwas zu langsam geht, dann bin ich selber schuld. Aber eigentlich war das schon immer so!
möchte ich ja nicht sein. Und Gott kommt bei mir auch nicht im Text vor. Doch wenn ich die Bilder in der Zeitung sehe, wo bis auf eine kleine Insel, auf der sich sichtbar nur mehr ein paar Kühe und wenige Menschen befinden, während alles andere unter Wasser ist, dann frage ich mich schon, was eigentlich noch alles passieren muss. Das Bild wird in einem Artikel gezeigt, der mit Peking, Islamabad und Dehli verortet ist.
Vielleicht hätte man mit dem Aufwand, der in diesen Ländern in die Atombomben hineingeflossen ist, doch auch ein bisschen Hochwasserschutz bauen können.
Oder vielleicht könnte man die Atombomben abwerfen. Durch die übergröße Hitze würde vielleicht das Hochwasser verdampfen.
Kollateralschäden müsste man in Kauf nehmen.
Vielleicht braucht es aber noch ein paar Tausend Jahre, bis die Menschen draufkommen, dass es angebrachter wäre, sich selbst zu schützen, als dem andern eins auf den Schädel zu haun.
Kennen Sie den Witz, in dem gefragt wird, woran man den Psychiater im Striptease-Lokal erkennt?
Er ist der einzige, der nicht auf die Bühne sondern ins Publikum schaut.
So ähnlich fühle ich mich auch. In installiere gerade Visual Studio 2010 Professional von Microsoft auf einer 64bit-Maschine. Ich tue das nicht, weil ich jetzt ein ganz tolles Programm für Windows programmieren will. Wenn ich programmiere, dann eher in Python unter einer eclipse-Umgebung.
(Doch eclipse helios (profan version 3.6) habe ich heute auch schon installiert und meine Anwendung auf einem neuen Rechner sehr schnell zum Laufen gebracht. Schneller und leichter als ich es erwartet hätte.)
Ich sehe es einfach als Verpflichtung an, mich auf neuestem Stand zu halten. Ich muss wissen, womit Programmierer heute arbeiten, mit welcher Unterstützung durch die Werkzeuge sie rechnen können.
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Da fällt mir etwas ganz „Lustiges“ auf. In einer Installationssequenz von mehr als einem Gigabyte ist das erste installierte System das „Microsoft Application Error Reporting“-System.
Das ist logisch, denn alles danach könnte praktisch bereits damit abgehandelt werden. (Das stimmt so nicht ganz, den in Wirklichkeit werden auftretende Fehler während der Installation von einem bereits auf der Maschine existierendem Error Reporting System abgehandelt.)
Als Mensch, der beruflich vorrangig mit Fehlern in der IT zu tun hat, finde ich das amüsant. Ich finde darin aber auch einen erheblichen – und wir mir scheint positiven – Paradigmenwechsel.
Man ist sich bewusst, dass Fehler auf eine bestimmte Weise behandelt gehören. Je besser das geschieht, desto weniger Kosten entstehen bei ihrer Beseitigung.
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Und offen gestanden, diese Riesenprogrammpakete sind zwar nicht fehlerfrei aber schon verdammt gut, wenn man ihren Umfang betrachtet. Man kann auch über Microsoft schimpfen, wenn man will. Die Entwicklungswerkzeuge sind sehr gut. Wie es allerdings auch das open source tool eclipse ist.
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Und so erzähle ich den Studenten dann, wie es sich in der open source Welt anfühlt, wie in der DOT-NET-Welt, wie in der SAP-Welt, wie in der JBOSS oder TOMCAT-Welt – und wenn ich einen lieben Freund etwas näher im Zugriff hätte, könnte ich ihnen auch etwas über Programmentwicklung in ORACLE erzählen.
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Programmieren ist heute genauso schwer wie vor 40 Jahren, obwohl man damals vielleicht nur auf 1000 Worte Code achten musste. Heute sind es hunderte von Megabyte oder zumindest mehr als 1 Megabyte.
Die Werkzeuge laufen der steigenden Komplexität nach.
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Müssen die Programme aber unbedingt noch komplexer werden?
Unsauberer Kommentar – Autor biss zu
So könnte die nächste Schlagzeile in der twoday community lauten.
Schließlich berichtet auch der ORF (ein Unternehmen, das sich der seriösen Nachrichtenübermittlung verpflichtet hat, also nicht Österreich, Kronenzeitung oder Bild) von folgender Begebenheit:
Sonnenschirm angefahren – Gastwirt biss zu
Genaueres dort.
Heute habe ich bei mir ziemlich merkwürdige Ausfälle, die zuerst einmal so aussehen, als ob meine Internet-Verbindung ganz langsam ist.
Nach und nach mehren sich aber die Indizien, dass andere Leute die gleichen Probleme haben. Bei twoday geht es jetzt wieder, Facebook war ziemlich matt am Abend. Und da kann ich feststellen, dass es an Facebook gelegen sein musste, weil ja auch die Mails, die direkt vom Server auf das Handy geschickt werden, nicht mehr rechtzeitig kamen.
Gut, dass das nicht gestern der Fall war. Denn da habe ich nur so die Megabyte downgeloaded. Und da ging es vergleichsweise wirklich schnell mit 4Mbit/sec.
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Weiß wer Näheres?
Es könnte sein, dass ich Gerard Depardieu das erste Mal russisch sprechen höre. Passt nicht ganz zu dem Bild von Obelix, als den ich ihn zuletzt gesehen habe.
Im Radio übertragen sie gerade „Iwan der Schreckliche“. Ich schätze ja Prokofiev sehr. Es ist allerdings das erste Mal, dass ich dieses Oratorium höre.
Das Angenehme an einem Ausländer, der russisch spricht, ist, dass ich den gesprochenen Text sogar so halbwegs verstehen kann.
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Sehr schön, das Ganze. Zu empfehlen.
Jetzt gibt es nur mehr Themen, die mich selbst interessieren und die andere auch verstehen.
Tut mir leid, wenn ich dann nicht mehr so viel schreibe:)
Überraschenderweise wurde ich auf einen Eintrag auf einer schon lange vernachlässigten Blogseite mit dem Titel „Das 37. Jahr“ angesprochen. Mittlerweile müsste es „Das 40. Jahr“ heißen, aber das tut jetzt nichts zur Sache.
Die Frage war: wie wird sich Software und mein Gebiet Test in den nächsten 37 Jahren entwickeln.
In den letzten 37 Jahren habe ich Technologien kommen und auch schon wieder gehen sehen, von denen ich als Kind nicht glauben hätte mögen, dass sie möglich sind. Eigenartigerweise waren das nicht die genauso utopistischen Dinge wie Mobile Phones oder Laptops. Vielmehr las ich kürzlich, dass das Telefax ähnlich wie das Telex in Vergessenheit geraten wird, wenn die digitale Signatur einmal allgemeine Gültigkeit und durchgängigen Gebrauch erfährt.
Die Frage richtete sich aber nach den Inhalten Qualität und Test aus.
Wird es eine Veränderung geben?
Ich sage ja.
Bis heute hält sich eine merkwürdige Konstante in der Software-Entwicklung. Es ist die Anzahl der Gesamtfehler in einem Programm bezogen auf die Große (gemessen in Code-Zeilen) oder auf die ausgelieferte Funktionalität (gemessen in Function Points).
Dies erscheint paradox, weil die Werkzeuge zur Software-Erstellung immer leistungsfähiger und vor allem hilfreicher werden. Ein allfälliger Nutzeffekt konnte aber bisher nicht lukriert werden, weil im gleichen Zeitraum die Komplexität der Programme in astronomischen Maßstäben gestiegen ist.
Jetzt könnte das Spiel endlos lange – ohne Veränderungen der Parameter – weitergehen.
Ich behaupte aber, dass die Komplexität der Programme durch eine Zunahme der Anforderungen steigt. Da denke ich nun, dass wir bald keine neuen Anforderungen mehr erfinden werden können, ohne dass die Anforderungen in Richtung verstärkte Robustheit, bessere Konnektivität und bessere Fehlerbehandlung gehen. Alle diese Merkmale wirken aber auch indirekt auf die Qualität des Codes zurück. Bei weiterhin zunehmender Werkzeugverbesserung und weniger rasant ansteigender Komplexität wird sich insgesamt die Qualität der Software erhöhen. Software Test wird allgemein verstärkt bereits im Anforderungsmanagement eingesetzt werden und die Welt wird schön werden.
Ich bin gespannt, ob ich recht gehabt haben werde.
Österreich überlasse ich künftig dem geschätzten Herrn nömix. Beim Der Standard regen mich meistens nur die Zahlen auf. In Die Presse, bei der ich noch ein Probeabonnement habe, reagiere ich empfindlicher. (Mehrere solche Vorkommnisse und es hat sich ausgeprobt.)
In der heutigen Printausgabe vom 20.8.2010 findet sich folgender Satz:
„Der Rechtsvertreter des mutmaßlichen Opfers, Michael Lang, hatte aber Nichtigkeitsbeschwerde beim OGH eingebracht.“
Während Verbrecher in der Regel mit Gustav G. oder nur mit G. G. abgekürzt werden, (wobei übrigens immer die Unschuldsvermutung zitiert wird) werden die armen Opfer mit vollem Namen ausgeschrieben. (Wo bleibt da der Opferschutz?)
Da recherchiert Die Presse schon viel genauer. Interessant ist es, dass in dem Fall ganz zufällig der Herr Anwalt ebenfalls Lang heißt.
Da der Text schon zu lang wird, schließe ich daher hier.
