Archiv für Januar, 1970

Ich bin stolz

Ich bin stolz auf etwas und wundere mich, warum ich darauf stolz sein sollte. Aber ich bin es. Es ist eine Erinnerung,die mehr als 50 Jahre zurückliegt. Ich war ein sechsjähriger Bursche, der viel Zeit im Wertheimsteinpark verbraucht hatte. Mit sechs Jahren war noch meine Mutter dabei. Später ging ich allein in den Park, um Fussball zu spielen oder mich sonst auf meinem Klein-Fahrrad herumzutreiben. Es gibt in dem Park einen Blindenabschnitt, den man dadurch findet, dass man einfach einem Kopfstein geplasterten Pfad folgt, der in der Mitte der asphaltierten Gehsteige angelegt ist.
Doch mein Stolz hängt sich an einer Erinnerung auf, die ich von viel früher habe. Es gibt in dem Park sehr nett angelegte Blumenbeete und auch Gebüsche. Und eins der Gebüsche, am Ende eines Platzes angelegt, auf dem sich auch ein Trinkbrunnen befindet. Am Fuße dieser Gebüschanlage findet sich ein kleiner Steingarten. Dieser Steingarten faszinierte mich. Für mich als Sechsjährigen war er wie ein Gebirge mit Kaminen und Rinnen. Und ich pflegte meine ein Zentimeter großen Glasmurmeln entlang den Rinnen runter kullern zu lassen und vorherzusagen, wo sie landen würden. Manchmal hing es von der Höhe ab, wo ich sie aufsetzte. Je nachdem landeten sie manchmal in einem linken oder einem rechten Abschnitt. Aber ich erinnere mich genau, dass ich mich wie ein großer Herrscher (vielleicht wie ein Gott, wenn es das Konzept damals für mich gegeben hätte) fühlte. Ich konnte die Zukunft voraussagen.
Diese natürliche Kugelbahn übte eine unheimliche Ausstrahlung auf mich aus. Später betrachtete ich diese Stelle und wunderte mich, dass sie einmal so groß auf mich gewirkt hatte.
Ich bin stolz. Stolz darauf, dass ich mich erstens daran erinnere und zweitens so genau nachvollziehen kann, was ich damals empfunden habe. Ich kann mir das Gefühl von damals ziemlich genau in Erinnerung bringen, ja echt nachempfinden. Deswegen bin ich stolz.

Und jetzt gehe ich Klavier üben

Sic transeunt res mundi

Erwin Chargaff soll gesagt haben, dass der Mensch zwei Kerne in Ruhe lassen sollte: den Atomkern und den Zellkern.
In beiden Fällen hat die „wissenschaftliche Neugier“ gesiegt.
Es gibt zwei Großtechnologien, die mit den beiden Fällen assoziert sind: die Atomtechnologie und die Gentechnologie.
Bei der Atomtechnologie hat es sich bereits herausgestellt, dass der Mensch mit der Komplexität der damit verbundenen natürlichen Gegebenheiten nicht umgehen kann. Er erkennt die Gefahren zu spät. Wahrscheinlich muss erst einmal in Deutschland ein Atomkraftwerk in die Luft gehen, damit ein Umdenken erfolgt.
Bei der Gentechnologie sind die möglichen Gefahren noch nicht so sichtbar, selbst wenn sich heute schon engagierte Gegner durchaus mit vernünftigen Argumenten teilweise durchsetzen können. In typischer Kassandra-Manier würde ich meine persönliche Meinung vertreten, dass die Retorte einmal zum Aussterben der Menschheit führen wird. Und zwar wesentlich früher als es interstellare Phänomene wie ein Meteoreinschlag oder das Erkalten der Sonne bewirken können.
Es gibt nun eine dritte Großtechnologie, die auf den ersten Blick nicht so gefährlich erscheint: die IT, die Informationstechnologie. Sie hat mit den beiden anderen etwas gemeinsam: sie definiert sich durch irreversible Vorgänge. Es gibt keine „Undo“-Funktion. Fukushima kann man nicht rückgängig machen. Eingriffe in die Ökosphäre werden eventuell zum Aussterben bestimmter Arten führen und eine entsprechende Kettenreaktion, die bis zu den Belangen des Menschen greift, wird einsetzen.
Vermutlich wird relativ bald versucht werden, die Eigenschaften von Kindern in der pränatalen Phase zu verbessern. Bei einer entsprechenden Manipulation werden andere Eigenschaften beeinflusst werden, die sich von Immunschwäche bis übertriebene Aggression auswirken können.
In der Informationstechnologie befinden wir uns jetzt an der Schwelle, an der das Privatleben des Menschen öffentlich sichtbar wird.
Selbst wenn sich der Einzelne der IT verweigert, was heute nur mehr Menschen außerhalb des Berufslebens und ab eines gewissen Mindestalters schaffen können, sind bestimmte Daten von ihm ersichtlich, selbst wenn er auf die Benutzung eines Mobiltelefons verzichtet.
Diese Einzelnen befinden sich aber bereits in der Minderzahl, wenn man die industrialisierten Nationen ansieht.
Was dabei so gefährlich anmutet, sind die Protagonisten. So wird mit dem Ausdruck „smart“ geworben, wenn es darum geht, sämtliche verfügbaren Daten für eine bessere Planbarkeit von Städten, ihrer Infrastruktur und von Ländern zu nützen. Der Ausdruck „bigdata“ wird heute in der Werbung von IT-Firmen benützt und drückt aus, dass es für die größten Datenmengen bereits Algorithmen gibt, mit denen Einzelinformationen herausgefiltert werden können. Es mutet sehr kindisch an, wenn heute noch mit dem Argument gearbeitet wird, dass die Maschine den Menschen nicht ersetzen könnte.
Obwohl ich das prinzipiell heute noch behaupten könnte, bin ich nicht sicher, ob das in einhundert Jahren noch gilt. Wenn das Fernsehprogramm nur mehr mit Blick auf die Einschaltquoten gestaltet wird, ist es ziemlich leicht, die Programmplanung dem Computer zu überlassen. Damit ist ein Beeinflussungspotential der großen Masse gegeben, mit dem viel veranlasst werden kann. Vielleicht passiert das ja bereits, ohne dass wir davon in Kenntnis gesetzt werden.
Etwas anderes ist in den letzten Jahrzehnten passiert. Ganz legal mit schriftlichen Verträgen wurden die Deutschen vom amerikanischen Geheimdienst überwacht. Das war eine Folge des verlorenen Weltkrieges und eigentlich nicht einmal unerwünscht, denn zu Zeiten des kalten Krieges war der Amerikaner der Freund und man sah mehr die Schutzfunktion als die Überwachung.
Die Aufregung, die sich aufgrund der letzten NSA-Enthüllungen ergeben hat, ist vollkommen unnotwendig. Geheimdienste operieren geheim. Wozu werden wir mit unzähligen Action-Filmen gefüttert, die wir uns mit großer Begeisterung und dem entsprechenden Griff in die Kinokartenbörse ansehen.
Ich darf hier daran erinnern, dass die IT eine Großtechnologie ist. Einmal losgetreten, ist sie nicht mehr aufzuhalten. Es gibt heute kaum mehr öffentliche Telefone. Viele Menschen haben schon das stationäre Telefon abgemeldet und sind nur mehr über das Mobiltelefon erreichbar. Diese Telefone haben heute die Leistungsfähigkeit von Computern aus dem Jahr 2003 oder 2005. Sie sind besser vernetzt als sämtliche Computer zum Zeitpunkt, als das WWW erfunden wurde. Der Anteil an intelligenter Elektronik in heutigen Autos nimmt stetig zu und wird in der Werbung freudig herausgestellt.
Die sozialen Netze zeichnen sich durch eine Verknappung der geschriebenen Texte aus. Bald werden wir uns nur mehr Emoticons zusenden. Damit kommen wir auf eine alte Kultur zurück, die der chinesischen Sprache. Während die Chinesen durch ausländische Ausbildungen auf Englisch als lingua franca zurückgreifen und auf einmal alle anderen an wissenschaftlichen Publikationen überholen oder überholen werden, reduziert sich die Ausdrucksfähigkeit unserer Jugend auf die ideogrammatischen Aussagen: „es geht mir gut“, „es geht mir schlecht“, „ich habe Hunger“.
Es ist etwas im Gange, das aufgrund der Ergebnisse in der IT, nicht mehr aufhaltbar ist.
Ich frage mich jetzt nur, was wird die nächste Großtechnologie werden?

Endlagerung

Dieselbe ist ja ein großes Problem, wenn es um verbrauchte Brennstäbe eines Atomkraftwerks geht. Aber das Problem taucht auch anderswo auf, nämlich bei einem Messie, wie ich es einer bin.
Im Laufe der letzten 22 Jahre hat sich einiges angesammelt, was ich partout nicht wegwerfen wollte. Dazu kommen noch Restbestände aus der Zeit, bevor wir in unser Haus eingezogen sind. Anlässlich eines netten Besuches habe ich jetzt den Versuch begonnen, meine Bestände zu reduzieren.
Mein Schlafzimmer verfügt jetzt bereits mindestens um 4 m² mehr, besser um 10m³ mehr, weil der Raumverbrauch ja dreidimensional berechnet werden muss. Ich muss noch mindestens 10m³ mehr Raum schaffen.
Das bedeutet Wegwerfen. Wegwerfen kann ich nicht, bzw. ich lerne es gerade. Selbstverständlich werden wöchentlich die Berge an Papierkram, die sich in der Post auch in Form von Zeitungen bilden, in den Papiermüll entsorgt.
Trotzdem bleibt viel Papier übrig.
Bücher werfe ich ja nicht weg. Die kämen höchstens auf den Bücherbasar. Aber manche Bücher will ich anderen nicht zumuten. Da kommt dann schon ein das andere einmal auf den Müll. Eine Reihe von Geschichtsbüchern habe ich gesammelt, um sie einen Ex-Chef zukommen zu lassen, für den sie vielleicht eine Unterstützung bei seinem Hobby gewesen wären. Gerade als ich wieder einmal in Entsorgungslaune war und ein Paket zusammenstellen wollte, habe ich erfahren, dass er vor wenigen Monaten gestorben ist. Also gingen zehn Bücher ratzeputz in den Müll. Jetzt habe ich nur mehr 4490. Davon die „Strudelhofstiege“ in dreifacher Ausfertigung. Den Goethe gibt es auch dreifach, sonst gibt es nur vereinzelt Dubletten. Den Joachim Kaiser, den ich jetzt gerne lesen würde, finde ich nirgends. Aber vielleicht taucht er noch auf.
Ich habe unzählige Fachjournale und Ausdrucke von interessanten Artikeln aus dem Internet aufgehoben. Davon habe ich schon die meisten entsorgt. Heute liest niemand mehr, wenn als Quellen die Ideen vor 15 Jahren genannt werden. Ich denke ja anders. Ich glaube, dass bereits vieles früher „gedacht“ wurde, was aus technischen Gründen damals nicht realisiert werden konnte. Heute würde es sich auszahlen, bestimmte Ideen noch einmal zu untersuchen. Aber ich kann das nicht mehr machen. Ich habe einen gewissen Idealismus verloren.
Dann gibt es jede Menge an Kabeln und Interfaces. Ganze Geräte wie Modems. Ist schon fast alles entsorgt. Einzelstücke hebe ich auf, wenn ich mir vorstellen kann, wofür man sie noch manchmal brauchen könnte.
Dann gibt es noch die Andenken. Unzählige Reisen haben da so einiges an Schriftwerken und anderen Artefakten hinterlassen. Was hübsch ist, kommt in die Vitrine. Die Stadtpläne und Reisebroschüren kommen weg.
Tja, es fällt mir etwas leichter, mich von diesen Dingen zu trennen. Aber das Sichten allein bereitet schon Mühe. Denn letztlich muss ich ja doch immer noch entscheiden, ob etwas bleibt oder nicht.

Weiber

Man kann behaupten, dass das Libretto von einem Mann verfasst wurde. Doch ist die Darstellung einer Frau so, wie sie auch in einigen Tageszeitungsmeldungen immer wieder einmal vorkommt. Frauen, die aktiv zu einem Verbrechen oder Mord aufrufen.

Ich hab das schon einmal geschrieben. Deswegen halte ich mich kurz. Ein Ehefrau befiehlt ihrem Ehemann, dessen Sohn töten zu lassen, weil er eine Frau einem anderen entführt hat. Jetzt muss man allerdings noch wissen, dass die Ehefrau des anderen selbst entführt und wider Willen verehelicht wurde. Trotzdem gilt sie als Eigentum des gewalttätigen Ehemanns und daher muss diese Ehe geschützt, bzw. ihre Verletzung gerächt werden.

Das passiert auch so. Und so etwas sehen sich die Leute gerne an. Ich auch. Trotz der Unlogik. Da gibt es keine Liebe. Nur Macht und Einfluss, ab und zu einmal etwas Sex.

Schon ein Wahnsinn. Und dann schreibt einer heute im Standard, was er sich alles wünscht, der Naivling, ein Schlagzeuger. Nett, wünsche ich mir auch.
Ich wünschte mir auch, dass die Menschen etwas aus dem lernen, was sie sehen, was ihnen via Kunst vorgeführt wird.

Aber da hilft kein Sophokles, kein Shakespeare, kein Wagner. Wir lieben CSI, in allen möglichen Städten der USA, wir lieben NCIS, die mit den gleichen Mitteln wie die NSA arbeitet. Und für die größten Auflagen sorgt noch immer der Gattenmord einer Eislady.

Wir wünschen uns, dass alles besser sein sollte, aber wir begeilen uns an Krimis, Mord und Totschlag. In jeder Form, in jeder Kulturform. Ich würde mir wünschen, dass das Fernsehprogramm einmal weltweit drei Tage lang ohne Krimiserien auskommt. Ja, der Wunsch ist ebenso naiv wie der des Schreiberlings.

Doch vielleicht sollten wir erkennen, dass wir das Verbrechen tief in uns tragen und nur deswegen so happy sein können, weil es andere noch viel ärger treiben.

P.S. Wer nicht weiß, worauf ich im zweiten Absatz anspiele, darf mich anschreiben;)

Weiber 2

Der Misanthrop schlägt wieder zu…
Gestern war ein wunderschöner Tag, der mich dazu motiviert hat, einmal die Donauinsel mit dem Fahrrad zu entdecken. 40 km, auf die ich stolz bin. Vielleicht werde ich mich noch steigern können.
Es war nicht sehr viel Fahrradverkehr. Ein paar Mal bin ich überholt worden, von echten Profis und von ein paar ziemlich sportlichen Frauen. Das macht mir nichts aus. Solche Frauen bewundere ich, vor allem, weil sie sich wie die Männer wieder brav vor mir rechts einreihen.
Ein etwas anderes Phänomen ist angetan, mich zu reizen. Die Radwege sind durchaus so breit, dass drei Fahrräder nebeneinander Platz haben. Eines in jede Richtung und dann noch eine Spur, um fallweise zu überholen.
Jetzt gibt es aber die Pärchenfahrer. Bei denen sind ein bis zwei Frauen involviert. Meistens sind es die Frauen, welche die mittlere Spur belegen. Zwei Frauen gemeinsam belegen normalerweise zweieinhalb Spuren. Von allen Pärchen, die mir entgegenkamen oder die ich überholen musste, war immer mindestens eine Frau im Spiel. Männer sind anscheinend disziplinierter.
Was aber noch etwas mehr aufregt, sind zwei Mädchen, die von der Brücke kommend nach rechts in den Weg einbiegen. Mit ziemlich hohem Tempo zwangen sie die Fahrerin vor mir eine Notbremsung durchzuführen. Das ging ja noch. Wenn aus der Gegenrichtung jemand gekommen wäre, hätte es einen unvermeidlichen Zusammenstoß gegeben, der möglicher bei der vorhandenen Geschwindigkeit nicht ganz glimpflich ausgegangen wäre. Nach dem Einbiegen waren sie dann ein zweieinhalb-Spure-Pärchen. Die beiden waren ca. 16-18 Jahre alt.
Vielleicht war es gestern nur eine statistische Singularität. Aber irgendwie ist es schon auffallend, wie Frauen mittlerweile die schlechtesten Eigenschaften der Männer an sich reißen, um sich zu beweisen.
Ob an der Schlagzeile etwas dran ist, dass in 2 Jahren jede zehnte Frau an Lungenkrebs sterben wird, kann ich nicht verifizieren. Aber ein bisschen passt das in das allgemeine Bild.

Weiber 3

Ausnahmsweise (!) etwas Positives.
Ein ehemaliger Arbeitskollege, der beruflich mit den Kasterln zu tun hatte, über die die Autobuschauffeure ihre Karten verkaufen, bestätigte meine Klagen einmal damit, dass die Strecken Hütteldorf-Mauerbach und Liesing-Mödling vermutlich so etwas wie Strafversetzungen bedeuten. Dort sind die blödesten Busfahrer unterwegs.
Beide Strecken kenne oder kannte ich gut und vieles scheint dafür zu sprechen. Natürlich gibt es auf der Strecke Liesing-Mödling auch sehr gute und nette Busfahrer, aber im Allgemeinen fahren sie zu früh oder zu spät, kümmern sich nicht um den Fahrplan außer an bestimmten Stellen, wo sie dann 5 Minuten stehen, weil dort allenfalls die Zeit kontrolliert wird.
In Liesing fahren sie häufig am Abend 2-3 Minuten später – ohne nennenswerten Grund, es sei denn, dass die Zigarette noch fertig geraucht werden muss. (Diese Verspätung holen sie dann durch relativ schnelles Fahren auf, aber das lässt sich schon verkraften.) Dass sie oft zu früh an den Stationen vorbeirauschen, könnte mich zwar rasend vor Wut machen, aber man gewöhnt sich ja an alles.

Wieso heißt der Titel „Weiber 3“.
Ja, das ist komisch. Die Busfahrerinnen verhalten sich alle vorbildlich. Sie fahren gut, sie fahren pünktlich, sie sind hilfsbereit und sie beweisen, dass die Fahrpläne einhaltbar sind. Zumindest an verkehrsnormalen Tagen.
Das legt den Schluss nahe, dass mehr Busfahrerinnen eingestellt gehören. Es sind auch Ausländerinnen darunter, die stehen den Einheimischen in nichts nach.
Über diese Weiber freue ich mich.

Raunzen auf hohem Niveau

„War net Wien, wenn net durt, wo ka Gfrett is, ans wurdt“ ist ein nettes und zutreffendes Zitat aus einem Gedicht Weinhebers.
Momentan ist die neue Fut, (wienerisch für das weibliche Geschlechtsorgan) fälschlicherweise als Fuzo buchstabiert, das neue Gfrett Wiens.
Die Zeitungen sind voll von Bürgermeinungen, die sich gegen die Fuzo aussprechen. Dabei ist es nicht die Fuzo allein sondern auch die Bezo, (Begegnungszone) die den Unwillen der Bevölkerung nach sich zieht. Noch schlimmer treiben es da die Fafas, (Fahrradfahrer) die eine neue Rennstrecke entdeckt haben.
Die repräsentativen Bürger Wiens regen sich über die Lebensgefahr auf, in die sie die Fafas bringen. Dabei handelt es sich ja nur eine der Problemlösungen, was unser Pensionssicherungssystem angeht. Sollte ein Fafa einen Pensionisten zu Tode fahren, gebührt ihm eine Erfolgsprämie, weil er das Pensionsversicherungssystem entlastet hat. Es gibt eh viel zu viele Wiener. Vor allem alte, wenn man sich die Statistiken ansieht.
Selbst besonnene Mariahilfler jammern über dilletantische Durchführung, wobei eines der Argumente war, dass nicht gesagt wurde, wie viel die Umstellung kosten würde. Ich habe an einigen Stellen gelesen, dass die Umstellungskosten 1,1 Millionen Euro betragen. Aber vielleicht – in Übereinstimmung der PISA-Ergebnisse, die uns Schwächen beim sinnerfassenden Lesen bescheinigen – muss man es den Leuten persönlich sagen. Es reicht nicht, wenn es geschrieben wird.
Ich gehe einmal davon aus, dass in zwei Jahren kein Hahn mehr danach kräht, was da bei der Umstellung vor sich gegangen ist.
Meine Überzeugung rührt aus zwei -mittlerweile historischen – Vorfällen, die sich während meiner eigenen Lebenszeit in Wien abgespielt haben. Das erste Ereignis war die Umwandlung der Kärntnerstrasse in eine Fut, pardon Fuzo. Sie hat tatsächlich die Futna (wienerisch Mehrzahl für Fut oder auch Huren) vertrieben, denn nicht einmal in den Nebenstrassen der Kärntnerstrasse wurden sie noch geduldet. Das zweite Ereignis war die Zweiteilung der Donau durch die Errichtung der Donauinsel.
Wer hat sich am meisten aufgeregt?
Richtig! Die Wiener. Die Wiener brauchen Aufregung, sie müssen sich ärgern. Andernfalls verschlafen sie sogar die Fuhr‘ zum Zentralfriedhof. Wenn sich jemand nicht mehr aufregt, wäre er ja tot. Zumindest in Wien.

Wenn schon denn schon

Wenn man schon fett ist, sollte man auf das Videoformat achten. Beim letzten youtube-Update muss irgendwie eine Spiegelkabinettoption eingeschaltet worden sein. Denn so lange sind meine Unterarme ja auch nicht, wie hier sichtbar.
Beethoven opus 10/3 Letzter Satz
Das ist eine Übungseinspielung, spät des Abends. Ich war schon etwas müde. Doch momentan bin ich nicht gewillt, mich drei Stunden damit abzumühen.
Es wird interessant sein, diese Aufnahme mit einer in einem Jahr oder zwei Jahren zu vergleichen.
Diese Sonate mag ich besonders gern und den letzten Satz finde ich wie einen musikalischen Scherz. Es macht Spass, ihn zu üben, auch wenn es ziemlich viel Arbeit bedeutet. Man sollte überhaupt keine Schwierigkeiten beim Anhören merken. Davon bin ich noch weit davon entfernt.

Vorsetzung

Fortsetzung kann ich ja nicht schreiben, weil ich mit dem 4. Satz begonnen habe.
Hier sind jetzt die anderen Sätze der Sonate:
Erster Satz
Zweiter Satz
Dritter Satz
und der Vollständigkeit halber noch einmal der 4.
Vierter Satz

Ich bin eigentlich zu alt …

Ich bin zu alt
Ist mir alles zu kompliziert. Nicht wirklich. Aber irgendwie schon.
Es gibt ja einige Menschen, die behaupten, dass sie sich mit dem Computer nicht auskennen. Nun, eigentlich kann ich das nicht sagen. Aber manchmal hilft auch das ganze Auskennen nichts. Ich stelle fest, dass ich wüsste, was schuld ist, wenn etwas nicht geht, aber ich kann es nicht an Ort und Stelle beheben, weil …
Und für die, die es interessiert:
Ich arbeite an einem Projekt. Die Kunden sind ein Bilder gewöhnt, die von einem Programm kommen, das ich nicht habe. Das Programm kann man auch als Open Source für den privaten Gebrauch herunter laden.
Die Installation davon dauert auch auf einem schnellen Rechner einige Minuten. Das Programm verwendet eine Datenbank.
Beim Starten des Programmes X stellt sich heraus, dass die Datenbank nicht installiert wurde.
D.h. das Datenbankprogramm wurde schon installiert, aber es wurde nicht „die Datenbank“ für das bewusste Programm installiert.
Einige Zeit suche ich. Die Datenbank läuft auf meiner Version des Betriebssystem – angeblich. Allerdings kann es sein, dass das Installationsprogramm, das von der Firma, die das X zusammen mit der Datenbank installiert, nicht auf meinem Rechner ordentlich läuft. Vermutlich läuft es mit XP oder Windows 7.
Jetzt bin ich ja ein sogenannter „Power User“. So einer lässt sich davon nicht abschrecken. Ich habe ja Windows 7 auf einer virtuellen Maschine, die auf meiner Windows 8 Plattform läuft. Also wird die virtuelle Maschine angeworfen.
Ich bekomme aber die Installationsdateien nicht auf die virtuelle Maschine. Copy und Paste scheint hier eine Größenbeschränkung zu kennen, die es sonst nicht hat.
Ich versuche noch die Laufwerke zu „sharen“, aber es ist 4 Uhr früh. Ich gehe schlafen. Am nächsten Morgen rufe ich meinen Kollegen an, um ihn über die Größenbeschränkung von copy&paste zu befragen. Die ist ihm nicht bekannt, aber er empfielt mir den Umweg über eine USB-Stick.
Ich sitze inzwischen beim Kunden. Die Lösung mit dem USB-Stick funktioniert. Die Installation auch. Plötzlich gibt es die richtige Datenbank, die vom Programm X adressiert werden kann.
Jetzt gibt es ein anderes Problem. Das Programm und/oder die virtuelle Maschine versucht, an die Laufwerke meines Laptops heranzukommen und schlägt mir einen Benutzer vor, den es auf der Maschine nicht gibt.
Interessanterweise funktioniert Programm X und ich bin fast zufrieden, bis ich feststelle, dass mein virtuelles Windows 7 noch eine Aktivierung braucht. Die virtuelle Maschine habe ich nämlich von meinem alten Rechner übertragen und daher gilt die ursprüngliche Aktivierung nicht mehr. Aktivierung über Internet ist im Prinzip keine Angelegenheit. Ich muss nur meinen Proxy aufmachen und die virtuelle Maschine auch über den Host (das ist mein Laptop) an die Außenwelt (das ist das Internet) verbinden. Die Aktivierung funktioniert nicht.
Naja, ist klar. Ich habe ja noch das Proxy-programm dazwischen und dann gibt es noch den Proxy des Kunden, über dessen Local Area Network ich angebunden bin.
Ein Kollege klärt mich auf, dass die Aktivierung sowieso nicht über einen Proxy geht sondern direkt über Ansprache der Netzwerkkarte, also im Prinzip 2 Stufen tiefer im TCI/IP-Stack. Und da hat der Proxy des Kunden etwas dagegen.
Zuhause habe ich die Aktivierung noch einmal probiert. Alles lief wie am Schnürchen. Soweit bin ich glücklich.
Aber ehrlich: – und ich bin da nicht fishing for compliments – ist das nicht alles ein bisschen kompliziert.
Da muss man der NSA ja doch ein großes Lob aussprechen. Solche Hindernisse sind für die nur peanuts.
Und dann denke ich mir, dass es schon ein Wahnsinn ist, was da alles funktioniert. Und irgendwie bleibt der Wunsch, so lange wie möglich noch alles verstehen zu können, was da mit den Computern so abläuft.




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