Archiv für Januar, 1970
Philosophie für Roboter II
Ich habe schon mit einigen Menschen darüber gesprochen, was ich in der Einleitung geschrieben habe. Abgesehen von denen, die mehr oder weniger meine Meinung teilen, gibt es bei den Ablehnungen immer nur ein Hauptargument. Das lautet zusammengefasst in etwas: der Mensch hat etwas Besonderes an sich, was dem Computer immer abgehen wird. Bewusstsein, Individualität, Kreativität sind hier die wesentliche Schlagworte, welche in dem Zusammenhang fallen.
Manche halten mir vor, dass es gerade die hier ausgesprochenen Gedanken sind, die mich von einer Maschine entscheiden. Ich sei eben nicht programmiert.
Wie könnte ein Computer diese Fragen ausdrücken, wie könnte er dazu kommen? Im Prinzip wurde die Frage bereits im Hitchhiker’s Guide to the Galaxy von Douglas Adams angesprochen. Man baut einen Computer, der im wesentlichen nur auf die Beantwortung einer Frage ausgerichtet ist. Lautet die Antwort 42, stellt sich erneut die Frage, worauf die Zahl 42 eine geeignete Antwort wäre.
„Eritis sicut deus scientes bonum et malum“ schreibt der Teufel im Faust dem Studenten ins Tagebuch. Sollte diese Frucht vom Baum der Erkenntnis wirklich unsere Vertreibung aus dem Paradies verursacht haben, so ist sie wohl gleichzeitig die stärkste Antriebsfeder für das Wirken des Menschen, seit er Werkzeuge erfunden hat und sich die Frage nach den Sternen gestellt hat.
Eine entsprechende Aufgabenstellung für den Computer (der hier in der Folge als stellvertretend für eine Künstliche Intelligenz verwendet wird, obwohl es sich wohl um ein Netzwerk von Rechensystemen und geeigneten Sensoren handeln muss) könnte so lauten:
1) entwickle eine neue Prädikatenlogik oder verwende eine bestehende
2) errechne einen Satz von Prädikaten, welcher mit dem derzeitig dokumentierten Informationsstand der Menschheit konsistent ist. Beende den Vorgang, wenn Du in erkennbaren Schleifen landest.
3) Wiederhole Punkt 2 und sortiere jene Fakten aus, welche zu Schleifen führen.
4) Optimiere die Anzahl der Prädikate auf ein Minimum. (Vielleicht kommt da ein Set von 42 Prädikaten heraus:)
5) Vergleiche den zugänglichen gespeicherten Informationsstand mit Messungen der verfügbaren Sensoren.
6) Errechne ein Ausgangsmodell für die (angenommen 42) Prädikate.
7) Transformiere das Modell in ein Metamodell. (welches aus weniger Objekten besteht)
8) Fahre solange fort, bis jede neue Sensorinformation in das bestehende Modell integriert werden kann. (Es ist anzunehmen, dass hier kein Ende erreicht wird.)
9) Falls Punkt 8 erfolgreich beendet werden kann, errechne eine Aussage, welche nicht integriert werden kann. (Das wäre eine rechentechnische Analogie zum Incompleteness-Theorem von Gödel.)
Jetzt wird man zu Recht einwänden, dass dies ja auch nichts anderes als eine „Programmierung“ darstellt. In Anbetracht der bisherigen Schritte muss das auch als gültiger Einwand akzeptiert werden. Jetzt gibt es zwei Umstände, welche den Einwand falsifizieren.
1) Die Berechnung könnte nach Schritt 8 in einem Modell enden, welches uns Menschen als Ausgangsbasis vollkommen unmöglich erscheint. Trotzdem könnte man aus dem Modell die gleiche Umgebung ableiten, welche wir heute vorfinden.
2) Bei Punkt 3 könnte sich herausstellen, dass jene Fakten, die zu Schleifen führen sehr stark durch menschliche Eigenschaften verursacht sind. Dies könnte dazu führen, dass sämliche Fakten so untersucht werden, „als hätte der Mensch nichts zu sagen“, „als wäre er nicht kreativ“, als könnten seine psychopathologischen Anfechtungen keinen geschichtlichen Einfluss verursachen. Ich spreche hier das Problem der Reproduktion ganz bewusst noch nicht an.
In obiger Schrittfolge wurde ein anderes Problem ebenfalls bis jetzt unter den Tisch gekehrt. Es ist dies das Problem der Rekursion. Da der Computer den „dokumentierten Informationsstand“ untersucht, ist ihm auch jede Basisprogrammierung bekannt. Der Computer „weiß“, warum er etwas macht, er weiß „wie“, aber er weiß nicht, warum wir genau jenes Programm eingesetzt haben. Er weiß nicht, „warum wir Menschen dieses Programm eingesetzt haben.“ Er kann nur Annahmen aus dem Wissensfundus ableiten. Da wird wohl herauskommen, dass Menschen immer neugierig waren. Vielleicht wird auch herauskommen, dass wir Menschen uns eine Antwort auf Fragen erwarten, die wir nicht selber finden können.
Wir wollen, dass der Computer jene Fragen für uns löst. Daher übersetzen wir unsere eigenen Fragestellungen in für Computer verständliche Fragen. Der Computer ist ein Spiegelbild. Wir bauten (nicht „schufen“) den Computer nach unserem Ebenbilde. Der Computer ist nicht menschgleich, ebensowenig wie der Mensch gottgleich ist. Doch die Parallelität ist verblüffend.
Der Computer ist kein Mensch und wird nie einer sein. Genauso wenig, wie wir ein Gott werden können.
Der Computer und der Mensch teilen eine Gemeinsamkeit. Beiden sind Bewusstseinsgrenzen gesetzt. Weil wir unsere Grenzen nicht akzeptieren, halten wir uns für überlegen. Doch vielleicht ist es genau umgekehrt…
Tut er nicht und tat er auch nicht.
Für mich hängt der nicht fertig werdende Flughafen und die Widrigkeiten, über die Wulff gestolpert ist, aber trotzdem zusammen.
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Für mich hängt die Scheidung der Wulffs mit der Verzögerung der Flughafenfertigstellung zusammen. Wie, das dürfen meine (vor allem deutschen) Kommentatoren begründen.
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In Österreich fiele mir die Erklärung ja leicht. Da sieht es so aus: Politik wird nicht gemacht, um Ziele zu erreichen sondern um Stimmen zu krallen und sich selbst zu bereiche(r)n.
Aber sind die Umstände in Deutschland tatsächlich genauso schlimm oder noch schlimmer? Den Münchner Flughafen hat man doch auch zusammengebracht. Wieso geht das dann in Berlin nicht?
Meine Freunde kennen mein Berufsumfeld und sie wissen auch, dass das Thema Test für mich einen sehr starken Stellenwert einnimmt.
Den ersten Teil einer Artikelreihe über Software Testing findet ihr dort. Er richtet sich an Menschen, die sich fragen, wie Software-Fehler überhaupt bis zum Anwender gelangen können. Und ich habe versucht, die Beispiele möglichst allgemein verständlich zu halten und den üblichen Fach-Jargon außen vorzulassen.
Für die, die es interessiert.
Aus http://orf.at [online]
US-Regierung beerdigt Traum von Billion-Dollar-Münze
Aus der Traum, wenn es denn wirklich jemals ernst zu nehmen war: Die US-Regierung hat gestern erklärt, dass keine Platinmünze im Wert von einer Billion Dollar geprägt wird, um die Nation aus ihrer prekären Finanzlage zu befreien.
Die Idee, mit dieser Münze sozusagen einen Gegenwert zu den US-Schulden zu schaffen und damit einen drohenden Showdown im Kongress um eine Erhöhung des Schuldenlimits zu vermeiden, geistert seit Wochen durch die US-Medien – wenn auch zumeist augenzwinkernd.
Die US-Schuldenobergrenze liegt derzeit bei 16,4 Billionen Dollar. Sie wurde zum Jahresende erreicht, und die USA sind nur noch deshalb weiter zahlungsfähig, weil Haushaltsumschichtungen etwas Luft verschafften. Republikaner im Kongress haben bereits angekündigt, dass sie ihre Zustimmung zur Anhebung des Limits mit massiven Sparforderungen verbinden wollen – damit droht neuer Zündstoff im Kongress.
Trick mit „Jumbomünze“
Und so tauchte denn die Idee auf, es mit einem Münztrick zu versuchen. Denn zwar ist es Regierung und Notenbankern in den USA untersagt, in unbegrenzter Menge Scheine zu drucken. Aber bei Platinmünzen – die gemeinhin etwa zu besonderen Gedenktagen geprägt werden – gebe es keine solche Beschränkung. Wenn also jetzt eine solche „Jumbomünze“ geschaffen würde – dann wäre erst einmal Ruhe an der Schuldenfront, da ein Gegenwert geschaffen wäre, der die Bilanz buchhalterisch ausgleichen würde.
„Weder das Finanzministerium noch die Notenbank glauben, dass das Gesetz zur Produktion von Platinmünzen zwecks Umgehung einer Anhebung des Schuldenlimits angewendet werden kann oder angewendet werde sollte“, zitierten das „Wall Street Journal“ und andere Medien einen Sprecher des Finanzministeriums, Anthony Coley. Der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, pflichtete demnach in einer Erklärung bei. Es sei die Aufgabe des Kongresses zu handeln, das heißt, dafür zu sorgen, dass die USA ihre Rechnungen weiter bezahlen könnten.
Ich kann das nicht verstehen. Edelmetallmünzen repräsentieren in der Regel den Wert des Edelmetalls plus einen Sammleraufschlag.
Um eine Billiondollarmünze zu erzeugen, nehme ich an, dass der Metallwert nur ein Hundertstel betragen muss. (Die restlichen 99% sind Sammlerwert – good will)
Dann muss aber eine solche Münze noch immer circa 300 Tonnen oder 300.000 kg wiegen. Damit hätte sie Ausmaße von ungefähr 14 Kubikmeter. Als runde Münze hätte sie dann Abmessungen von 2,8 Meter im Durchmesser und eine Höhe von 1,4 m.
Passt irgendwie nicht ganz in die Geldbörse.
Wenn man aber außer Acht lässt, dass die Münze wirklich einen Wert haben soll, dann kann man sie genauso wie einen Euro fertigen. Den symbolischen Wert, der sonst auf eine Banknote gedruckt wird, wird halt in sehr kleinen Buchstaben graviert sein müssen.
Das ganze scheint wirklich eine US-amerikanische, urbane Legende zu sein.
Berechnungsgrundlagen:
heute gegoogleter Platin-Wert: 34.771,03 US$ / kg
Spezifische Dichte: 21.45 g / cm³
Anmerkung: wenn die „münze“ nur in Fort-Knox liegen soll und den tatsächlichen Wert repräsentieren soll, wird das ein Würfel von mehr als 10 Meter Kantenlänge. Nur so zur Vorstellung einmal.
http://youtu.be/vPQJVCmQX6o
Wie bereits angekündigt:)
Während ich Deutsch Verzeichnis 664 weiter übe (poliere), habe ich inzwischen die einzige Sonate „in der Reißen“, die ich früher immer ausgelassen habe. Erstens war mir der 4. Satz zu schwer und zweitens war die Durchführung des ersten Satzes für mich unergründbar. Erst jetzt (mit Hilfe von youtube) finde ich Interpretationen, die meiner eigenen Denkweise entsprechen. Den 2. und 3. Satz habe ich immer schon gespielt, die machen mir besondere Freude.
Was ist jetzt das Besondere an der Durchführung des 1. Satzes?
Extreme Chromatik, links und rechts in der Begleitung genauso wie in der Melodie. Der Übergang zur Reprise ist von chromatischen Auf- und Abläufen geprägt. Diese sind nicht technisch schwer zu spielen sondern musikalisch schwer mit der Leichtigkeit zu formulieren, welche die Sonate gerade in der Durchführung verlangt.
Ich habe jetzt eine Einspielung von Kusnetzov gefunden, die mir von allen am besten zusagt. Leider ist nicht der ganze 1. Satz drauf, doch die Durchführung bis zum Anfangsakkord der Reprise passt super.
http://www.youtube.com/watch?v=UgluQyp8a_Y
Die Durchführung beginnt bei Minute 6:15. Mysteriös wird es dann bei 6:46.
Wer sich die ganze Sonate anhören möchte, dem sei Sokolov empfohlen:
http://www.youtube.com/watch?v=vPcVSMcJo6o
Sokolov ist einer meiner Lieblingspianisten, von dem mir jede Einspielung nahezu ohne jeden Kritikpunkt gefällt.
Bei dieser Sonate wird er aber von Kuznetsov übertroffen. Naja, nach meiner subjektiven Beurteilung halt.
Das Anhören beider Pianisten dient mir sehr zum Entwickeln meiner eigenen Spielweise. Wenn man weiß, wie es richtig klingen kann, ist das so, als führe man beim Skikurs direkt als erster hinter dem Skilehrer. Da bekommt man am meisten mit und macht instinktiv die richtigen Bewegungen. Als Fünfter oder Sechster fährt man praktisch schon so, als hätte man keine Unterstützung.
Hansis kleiner Leitspruch zum Tag:
Fahre so Ski, als würde dir jemand zusehen.
Spiele so Klavier, als würde dir jemand zuhören.
Nachtrag: bevor es youtube gab, war mein inneres Gehörbild von den Erinnerungen geprägt, die ich beim Zuhören bei meinem Vater, gespeichert habe. Das Klavier, das wir damals hatten, war miserabelst. Doch die Musik, die mein Vater machte, war trotzdem fantastisch.
Das ist natürlich nur etwas für Leute, die Russisch können oder es sich zumindest gerne anhören wollen und an Literatur interessiert sind. Das ist die erste Episode einer neueren Fernsehverfilmung von Master und Margarita aus dem Jahr 2005. Interessant ist hier das Vorkommen der gesamten Pilatus-Erzählung also des Romans im Roman. Die Schauspieler sind großartig und die Verfilmung absolut buchgetreu. In der ersten Episode sieht man nicht den Kater. Da verweise ich auf Episode 4.
http://www.youtube.com/watch?v=pTnFTlVQe4Q
The Master and Margarita (2005) Ep. 1/10
http://www.youtube.com
http://www.facebook.com/cinematicart Optional Subtitles (ENGLISH, SPANISH, PORTUGUESE, GERMAN, RUSSIAN, ROMANIAN)
Von einem lieben Schulfreund habe ich eine ganze Sammlung bekommen:
„Besteht ein Personalrat aus einer Person, erübrigt sich die Trennung nach Geschlechtern.“
[Info des Österreichsichen Lehrerverbandes]
Kollege nömix hat ja schon ein ähnliches Zitat gebracht. Dieses aus anderer Quelle:
„Der Tod stellt aus versorgungsrechtlicher Sicht die stärkste Form der Dienstunfähigkeit dar.“
[Unterrichtsblätter für die Bundesheerverwaltung]
Und weil es so gut dazupasst:
„Stirbt ein Bediensteter während einer Dienstreise, so ist damit die Dienstreise beendet.“
[Kommentar zum Bundesreisekostengesetz]
