Die Analysten sind enttäuscht!
Es werden die falschen verbrannt.
Folgende Meldung las ich gerade in orf online.
Der Nettogewinn betrug im dritten Quartal 63 Mio. Dollar (rund 45,4 Mio. Euro) und war damit deutlich niedriger als von Analysten erwartet. Nachbörslich brachen die Aktien um 14 Prozent ein. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz um 44 Prozent auf 10,88 Mrd. Dollar – erwartet wurden durchschnittlich 10,95 Milliarden. Analysten zeigten sich von den Zahlen enttäuscht.
Weil der Umsatz und ca. 1% weniger gestiegen ist (wohlgemerkt, absolut ist er ja um 44% gestiegen, aber halt nicht um 44,5%) sind die Analysten enttäuscht.
Vielleicht sind es nicht die Banker und die Politiker, die geteert und gefedert gehören.
Vielleicht sollte man die Analysten verbrennen oder ihnen irgendwas Brennendes in den Arsch schieben, weil die Armen ja so enttäuscht sind.
In der Sendung „Hart aber gerecht“ wird gerätselt, ob es um eine Billion oder um zwei geht. Es ist leicht einzusehen, dass das Vertrauen in die Diskussionsteilnehmer geschwächt ist, wenn die noch nicht einmal wissen, über welche Zahlen sie reden.
Da haben es die Analysten leichter: die wissen, über welche Zahlen sie enttäuscht sind.
Wir hatten das schon vor kurzer Zeit, damals ging es um Apple.
Diesmal geht es um Amazon.
Ich würde so gern einmal einem echten, enttäuschten Analysten in die Goschen hauen, dann hätte er wenigstens Grund, enttäuscht zu sein. Vielleicht weint er dann auch ein bisschen.

Donnerstag, Januar 1, 1970 at 12:00 am
Man könnt’s auch anders lesen:
Obwohl die Umsatzentwicklung die Prognosen beinahe auf die Kommastelle genau erreichte – es war ein Zuwachs von 44% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu verzeichnen – verschlechterte sich die Rentabilität des Kapitaleinsatzes geradezu alarmierend.
Donnerstag, Januar 1, 1970 at 12:00 am
Wär jetzt nur eine weit hergeholte Mutmaßung.
Durch derlei Katastrophenmeldungen rasseln die Aktienkurse nach unten, also wird der Kauf wieder erschwinglich. Gewinnausschüttung ist ja dann nicht vom Aktienkurs abhängig.
Möglicherweise stecken also andere Motive hinter der Berichterstattung.
Ratingagenturen sind eine üble Erfindung.
Donnerstag, Januar 1, 1970 at 12:00 am
Prozentzahlen-Lektüreempfehlung für JournalistInnen Was sehr zum Verständnis des Lesers/der Leserin solcher Wirtschaftsartikel wie von steppenhund zitiert beitrüge, ist „Das Einmaleins der Skepsis – Über den richtigen Umgang mit Zahlen und Risiken“ von Gerd Gigerenzer.
Prozentzahlen und die Ungewissheit, worauf sie sich beziehen, haben das hohe Potential der Vernebelung des Verständnisses. Das mag jetzt zwar nach Aufklärung durch Kienspan nicht mehr „100%ig“ auf diesen speziellen Fall zutreffen, ich stimme aber steppenhund in seiner Grundstimmung zu, wenn durch die nahezu missbräuchliche Verwendung von Floskeln „wie Wachstum/Verlust von 44%“ trotz vermeintlich karer Ziffern nur Unklarheit verursacht wird.
ICh denk‘ mir das „In-Die-Goschen-Haun“ halt nur.
🙂
Donnerstag, Januar 1, 1970 at 12:00 am
Die reine Logik stimmt ja: Der erwartete Gewinn war in den Kursen bereits „eingepreist“. Wenn er niedriger ausfällt, müssen deshalb die Kurse fallen, und über den Herdentrieb fallen sie stärker als nach den Zahlen gerechtfertigt. Das dahinter stehende fundamentale Problem aber bleibt bestehen: Wie um alles in der Welt bekommen wir dieses System geändert, das offensichtlich einen immer größeren Schaden auf der Welt anrichtet?
Donnerstag, Januar 1, 1970 at 12:00 am
Ich glaube, dass hier ein beschränkter Journalist die eingeschränkten Analysten nicht kapiert hat.
Donnerstag, Januar 1, 1970 at 12:00 am
Die Analysten sind halt prototypisch analfixiert.
Donnerstag, Januar 1, 1970 at 12:00 am
Beim „in d`Goschn haun“ würde ich mich herzlich gerne mit-beteiligen. Falls Sie also eine „wir hauen die Analysten“-Mannschaft zusammen stellen, vergessen Sie mich nicht, lieber Steppenhund 😉
Vor allem tät` ich gern denen von Ständard änd Murks gern die Köpf`in eine Schraubzwinge legen. Und diese…
ACHTUNG: Zartbesaitete Leser[innen] Ihres Blogs sollten nun nicht weiter lesen…. oder wenn, dann nur mit Spucknapf!
… und diese Schraubzwinge tät ich also immer weiter herunter schrauben, bis den Köpfen dieser Rätingagentur in ähnlicher Weise wie ich das vom Auspressen der Weintrauben kenne… der Kopf aufgrund des Druckes so anschwillt…. dass die aufgrund des erheblichen Drucks, der auf deren Schädeln lastete… all Ihre Schandtaten bereit willig gestehen täten. Gestünden sie nicht, so würde die Kopfpresse so weit herunter geschraubt bis sie bei der niedrigsten Ratingstufe angelangt.
Und Sie, Herr Steppenhund, dürften dann den k.o.-Schlag zur Ratingstufe „D“ ausführen.
Was für eine Genutuung wäre das – n`est-ce pas!?