Ein Graph, der den zeitlichen Verlauf von drei unterschiedlichen Objekten darstellt. Die Ereignislinien können auch den Verlauf ein und desselben Objektes beschreiben, wobei der zeitliche Bezugspunkt für den Start der Ereignislinien variiert. (Auf diese Weise kann beispielsweise dargestellt werden, dass sich die Entwicklung eines Streitgesprächs immer nach dem gleichen Muster ergibt. Dies kann so weit gehen, dass sich dabei vollkommen identische Ereigniskurven ergeben.)
Das Problem bei der Darstellung von Trilins besteht darin, dass vor allem bei unterschiedlichen Objekten, die miteinander in Beziehung stehen, eine gegenseitige Beeinflussung stattfindet. Es ist in der Praxis nicht möglich, ein Trilin aus dem Stand heraus zu zeichnen. Während des Zeichnens müssen Abhängigkeiten berücksichtigt werden, was ohne Korrekturen und Auslöschungen unmöglich ist. Sich ein Trilin gedanklich vorzustellen oder es gar als Trilin zu visualisieren ist bis auf bestimmte Ausnahmen unmöglich. Die Ausnahmen sind dann gegeben, wenn bestimmte eingrenzende Regeln existieren.
Werden die Regeln des Kontrapunkts einer bestimmten Epoche angewendet, so scheint ein Trilin durchaus möglich zu sein. Für Bach dürfte kein Problem bestanden haben. Auch von Mozart wird gesagt, dass er eine Komposition quasi auf einmal in seinem Kopf vorfand, die Musik entwickelte sich nicht erst während des Kompositionsvorganges.
Trilins sind von der Problemstellung auch mit der Dreikörperproblem in der Himmelsmechanik verwandt. Heute verwendet man Computersimulationen und Iterationen, um eine ausreichend genaue Lösung zu erarbeiten, doch eine geschlossene, formale Lösung hat man noch nicht gefunden.
Manche Wissenschaftler stellen die These auf, dass das Dreikörperproblem (oder auch Trilins) eine Lösung finden würden, wenn es etwas wie eine absolute Wahrheit gäbe. Die philosophischen und naturwissenschaftlichen Erkenntnisse des 20. Jhd. Haben aber gezeigt, dass wir eine absolute Wahrheit nicht nur nicht beschreiben können, sondern dass wir ihr uns nur asymptotisch nähern können, wobei über eine Information, wie rasch das geschehen kann, also eine Konvergenz, keine Aussage getroffen werden kann.
Eine korrekte Darstellung von Trilins würde das Aufdecken von „Teufelskreisen“ (vicious circles) erleichtern.
In der Geschichte gab es einige Personen, denen man die Fähigkeit, ein Trilin zu denken bzw. zu imaginieren, zusprechen kann. In manchen Fällen war die Fähigkeit sogar auf Quadlins erweitert. Von Leonardo da Vinci wird behauptet, dass er sogar zu Quintlets im Stande war. Ein Quintlet entspricht der Darstellung von fünf Ereignislinien, allerdings nur über eine jeweils sehr beschränkte Zeitspanne. Dass er Quadlins beherrschte, lässt sich aus seinem Nachlass mit den technischen Zeichnungen leicht ableiten.
Wer selbst ausprobieren möchte, wie es um die Schwierigkeit eines Trilins bestellt ist, versuche einmal, eine Schachpartie ohne Ansicht des Spielbrettes zu spielen. (Anmerkung: für einen halbwegs guten Schachspieler ist das keine unlösbare Aufgabe, auch wenn seine Spielstärke vielleicht etwas herabgesetzt erscheint.) Wenn dies bewerkstelligt werden kann, suche man sich drei Gegner und spiele gegen alle „blind“. Dabei muss bemerkt werden, dass es sich hier ebenfalls um eine Ausnahmeregelung (wie in der Kontrapunktik) handelt. Die Regeln beim Schachspiel sind wesentlich einfacher, als es die Regeln des wirklichen Lebens zu sein scheinen.
Die Belastung für das Gehirn kann man an der Aussage des Schachspielers Miguel Najdorf festmachen. Bei einem Rekordversuch gegen 45 Gegner hätte er nächtelang nicht schlafen können und fast den Verstand verloren.




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