Wie uns die Briten sehen

http://orf.at/stories/2213348/2213346
Der Artikel in ORF-online mokiert sich über einige Kleinigkeiten. Die Basis ist allerdings meiner Meinung nach recht ordentlich.
Der Bericht über Österreich findet sich Österreich (pdf).
Man darf kleinere Ungenauigkeiten nicht so genau nehmen. Schließlich hat auch Bernhard Shaw gesagt, dass Amerikaner kein Englisch sprechen.
Dass die Verfasser der Studie glauben, dass man im Burgtheater Dialekt spricht und nicht Deutsch klingt lustig.
Aber mit Englisch haben sie selbst ja auch ein Problem:
Zitat:
„With 154.8 mobile telephones per 100 inhabitants Austria has the
third highest mobile phone density in Europe behind Finland in Italy.“
Das „in“ sollte natürlich „and“ heißen. Aber wahrscheinlich schreiben die Engländer auch nur in irgendeinem lokalen Dialekt. Ich schreibe das hier, weil es eine pdf-Datei ist, die nur aus Bildern besteht. D.h. die Suchfunktion würde „Italy“ nicht finden. Weiß der Teufel, was die für ein pdf-Export-Programm benützt haben.

Aber im allgemeinen sind die Daten recht vernünftig und zeigen, dass es uns wirklich gut geht. (Wenn das einmal nicht von unseren Politikern sondern von extern behauptet wird.)

Was im Bericht als typisch österreichisch hingestellt wird, beunruhigt mich nicht besonders. Lauter Eigenschaften, auf die ich im Prinzip stolz wäre, selbst wenn sie zuträfen:)

Bruckner

Ich höre im Radio gerade Bruckners Sechste und werde stark an meinen Vater erinnert. Wie schon häufig erwähnt habe ich ja mit ihm die Bruckner-Symphonien als Kind alle vierhändig gespielt. Die Sechste war ein Liebling von mir, vor allem das Scherzo, das jetzt erst kommen wird. Bei Bruckner hat mir mein Vater bei gebracht, überall auf Melodie und Thema zu achten. Ich stelle fest, dass ich diese Symphonie schon sehr lange nicht mehr gehört habe. Schlagartig kommen mir wieder alle Themen in Erinnerung. – Wie traurig ist es, dass man heute keine Partner mehr findet, die am Vierhändigspiel von Orchestertransskriptionen Gefallen finden. Es ist so anders, die Strukturen selbst beim Spiel zu erfassen als sie einfach nur zu hören. Naja …

Keine Karte

Ich habe zwar keine Karte für morgen, allerdings für die anderen Konzerte des Zyklus. Andras Schiff spielt alle Beethoven-Sonaten.

Ich werde heute hingehen und auf Springerkarten hoffen. Irgendwie habe ich es noch immer geschafft, ein Konzert zu besuchen, in das ich wollte.

Und den Anfang des heutigen Konzertes habe ich gestern bei meinem Verein gespielt: den ersten Satz der ersten Sonate von Beethoven. Opus 2/1 in f-moll. Hat Spass gemacht.

Unterschiede

Nehmen wir an, Sie stellen jemand im fortgeschrittenen Alter in einer Firma an und stellen fest, dass Sie es nicht leisten können, ihn weiter zu beschäftigen.
Sie möchten ihn oder sie nach zwei Jahren kündigen und stellen fest, dass Sie eine Abfertigung zahlen müssen, die sich nach der Gesamtanzahl der Jahre richtet, die er oder sie beschäftigt waren. Dies kann bedeuten, dass Sie mehr an Abfertigung zahlen müssen, als Sie bisher insgesamt an Gehalt zahlen mussten.
Selbst wenn es sich um eine einvernehmliche Auflösung des Arbeitsverhältnisses handelt, wird für Sie eine entsprechende Summe fällig.
Werden Sie es dann riskieren, jemand über 50 überhaupt noch einzustellen? Werden Sie jemand einstellen wollen, der schon in Pension ist?
Vermutlich kaum. Zumindest nicht mehr unbefristet. Werden Sie jemand einstellen wollen, wenn man Ihnen erzählt, dass das Arbeitsgesetz in wenigen Monaten geändert wird. Nun, falls es nicht so geändert wird, dass diese Bedingung fällt, müssten Sie zumindest kurz vor Ende der Probezeit kündigen. Ihn oder sie neuanstellen geht aber dann nicht, zumindest nicht ohne eine gewisse Karenzzeit.
Bekämpfung der Korruption, Reduktion der Bürokratie und stabile, nachvollziehbare Gesetzgebung wünschen sich in etwa 90% aller österreichischen Unternehmer in Serbien. Ich wünsche mir das auch. Ich bin ja diesmal noch rechtzeitig drauf gekommen und ich habe nicht einmal das Gefühl, dass man versucht hat, mich zu übernehmen.
Aber de facto bedeutet das, dass Menschen ab einem gewissen Alter hier in „Serbien weggeschmissen“ werden. Und sei ihre fachliche Qualifikation noch so gut.

Unlustig am 5.1.

Eigentlich geht es mir sehr gut. Trotzdem hat meine Frau gefragt, ob ich irgendwelche Beschwerden habe, weil ich einen bedrückten Eindruck mache.
Meine Bedrückung rührt von einem Channel-Choke.
Vorzubereiten sind:
1) Präsentation für den 29.1.2014
2) Präsentation für den 28.3.2014
3) Offert für Workshop Serbien
4) Paper für 4/2014 – da muss ich noch recherchieren, aber langsam wird die Zeit knapp
5) Schulungsvorbereitung für Bulgarien
6) Arbeitsplanung für Serbien
7) Die Reisen definitiv buchen
Ist alles machbar und nicht unbedingt unangenehm. Am wichtigsten wären 3) und 4). Aber irgendwie will ich jetzt „in den Ferien“ nicht arbeiten. Ich weiß aber, dass heute und morgen die beste Zeit wäre, um ungestresst Recherchen zu betreiben.
Vielleicht werde ich etwas Rad fahren. Es ärgert mich, dass ich gewichtsmäßig tatsächlich auf Höchststand bin. (der von September 2013)
Naja, mal sehen…

Alle Jahre wieder

JavaException: java.lang.RuntimeException: org.jgroups.TimeoutException: TimeoutException
Kennt man ja. Und ich nehme an, dass sich andere auch darüber ärgern.

Was ich so lese

Inzwischen wieder mit WLAN ausgestattet, lese ich die Berichte über das Neujahrskonzert. Sie erfreuen mein Herz, weil ich lese, dass Barenboim den Radetzkymarsch nicht dirigiert hat.
Und in drei Zeitungen gab es dazu Angaben, dass B. wohl nicht den militärischsten aller Marsche dirigieren wollte.
Für mich ist das die Bestätigung, dass es ja doch einige gibt, die verstehen, was sich in dieser Musik finden lässt. Vollkommen zu recht wird der Marsch heueraufgeführt, (und es sollte NUR heuer sein) weil es ein WW1-Gedenkjahr ist. Ich höre darin auch diese maßlose Überheblichkeit, mit der Österreicher und Ungarn in den Krieg gezogen sind. „Den werden wir doch rasch beendet haben.“
Obwohl es mir um Großösterreich leid tut, musste es wohl dazu kommen, dass man uns gezeigt hat, wo der Bartel den Most holt.

Ich glaube ja, dass die USA hier auch noch erst eine Lernphase durchstehen müssen. Momentan glauben sie ja, dass alles geht, was im Namen Amerikas passiert.

Aber meine Verachtung für Menschen, die zum Radetzkymarsch klatschen, ist ziemlich unbeschränkt. Und hier nehme ich nicht einmal Leserinnen und Leser aus. Wer zur eigenen Untergangsmusik klatscht, hat wohl nichts Besseres verdient.

Urlaub

Es ist ja seit 2007 Brauch, dass kurz vor Weihnachten bis zum 6. Jänner meine Firma Weihnachtsurlaub feiert. Es sei denn bei einem Kunden wird gearbeitet, dann arbeitet der betreffende Mitarbeiter halt auch.
Aber heute ist mir schmerzlich bewusst geworden, dass die „Globalisierung“ auch bei mir zuschlägt. Denn heute ist der letzte Arbeitstag im Jahr und ich muss natürlich auch Gehälter für Serbien und letzte Rechnungen ausbezahlen. Das bindet mich jetzt zwar nicht ans Büro aber an zuhause, wo ich in Bälde unzählige Unterschriften, Stempelungen und Scans durchzuführen habe, damit die unterzeichneten Dokumente wieder nach Belgrad zurückgeschickt werden können.
Mit einem Trip nach Downtown wird es daher nichts. Und das obwohl ich morgen in persona nach Belgrad fliege. Aber morgen ist halt leider schon Samstag – und da arbeiten nicht einmal die Serben.
P.S:
Tja, und meine Bulgarien- und Serbienreisen für Jänner und Februar sollte ich auch wohl besser noch heute buchen. Doch das kann ich auch in der Nacht machen.

die einfachen

Wenn ich so Bilanz ziehe, dann gehen jetzt:
1,4,6,7,8,9,10,11,13,14,15
vom zweiten Heft sind einmal gegangen:
16,17,18,19,20,21,25,27,28,30,31,32
Doch in Wirklichkeit strebe ich mein Ziel ja erst nach meiner Pension an:)

Was für Tage

Obwohl ich mittlerweile dem Weihnachtsstress schon ganz gut bewältigen kann, war die Woche davor jeden Tag mit „mindestens“ einer Weihnachtsfeier verplant. Eine ließ ich dann aus. Ich hatte die Ausrede, mich um serbische Gäste kümmern zu müssen.
Samstag, Sonntag, Montag waren dann Tage, an denen ich mehr oder weniger ausschlafen konnte. Der Samstag zählte nicht so sehr als Entspannung, weil ich ja erst um halb fünf in der Früh nach Hause gekommen war.
Letzte Einkäufe am Montag gestalteten sich sehr friedlich und ohne Hektik. Auch der 24. war ziemlich locker, wenn man davon absieht, dass ich 2 kg Zwiebeln vermurkst habe. Ich probierte eine Küchenmaschine aus, die für Zwiebeln nicht geeignet ist, weil sie die Zwiebeln quetscht. Eine gute Hausfrau weiß, dass man das nicht tun darf, weil sonst die ganzen Bitterstoffe herauskommen. Weil ich gekostet habe, habe ich den Fehler noch rechtzeitig bemerkt und habe dann halt am 24. noch einmal 2kg klein geschnetzelt, weil ich sie für das heutige Essen brauchte.

DOCH AB DIESEM WEIHNACHTEN BIN ICH WIRKLICH ALT!

Am 24. haben wir die Bescherung bei meinem Sohn gefeiert. Der hat ja jetzt ein eigenes Haus und genügend Platz, um die ganze Verwandtschaft einzuladen. 13 Erwachsene, darunter eine Uroma, und 5 Kinder tummelten sich im Wohnzimmer. Ein wunderschöner Baum mit einer Unzahl von Geschenken. Danach ein kaltes Büffet, hauptsächlich mit Salaten und Zutaten, die von der Schwiegermutter meines Sohnes zubereitet worden sind.
Es war ein schönes und besinnliches Fest und der erste 24., den meine Frau und ich nicht bei uns selbst gefeiert haben. Seit über 40 Jahren.
Ich sage euch, es ist ein merkwürdiges Gefühl. Nicht ein schlechtes. Man könnte eher sagen, man lehne sich zurück und genieße es, keine Verantwortung zu haben. Auch schön. Beruflich klappt das ja noch nicht. Da ist die Verantwortung doch noch ziemlich groß.
Heute am 25. waren dann alle Kinder und Kindeskinder bei uns. Das hat jetzt auch eine gewisse Tradition, weil manche ja anreisen müssen. Auch bei uns gab es viele Geschenke, doch der Christbaum war ein ganz kleiner, der allerdings in den nächsten Jahren noch wachsen wird.
Aber auch heute wurde mit einer Tradition gebrochen: es gab heuer keine Gans, sondern Filet Wellington mit einer Rindsuppe vorweg. Bei der Suppe hatte ich gestern schon vorgekocht und mich sehr bemüht. Also mir hat sie geschmeckt. Und meine Schwiegertochter nahm sich zweimal nach. Die Gans wird morgen von meiner jüngeren Tochter abends nachgeholt. Eine Gans muss es in unserer Familie wohl geben. Tradition.
Schön ist es, wenn dann die ältere Tochter anruft und sich bedankt, weil es so schön war.
Es waren schöne Festtage. Leider verabschiedet sich die jüngere Tochter schon morgen mittags wieder nach Graz und auch ich werde am 28. in Richtung Belgrad unterwegs sein.
Aber eines kann ich schon feststellen.
Ich bin sehr friedlich gelaunt. Und das ist es ja, was ich auch allen anderen wünsche.

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