Archive for the ‘Schule’ Category

Nostalgie

Was ich vor 3 Jahren notiert habe… (Mittlerweile sind es sieben Jahre)
Ja, ich bin ein Angeber
Ich geniere mich nicht für meine Bücher. Ich lese zur Zeit zum Vergnügen Der Klavierstimmer von Pascal Mercier, ein Buch, welches mich sehr stark zu einem Kommentar reizt, den ich zu einem späteren Zeitpunkt nachbringen werde.
Ich lese auch immer wieder die Bücher, besser wäre vielleicht der Ausdruck schmökern, die ich jetzt aus der Firma geholt habe.
Ich sollte das wohl gar nicht schreiben, denn Hochmut kommt leicht vor den Fall. Doch ich stehe dazu. Ich gebe nicht mit meinen Büchern an. Ob ich ein Regal mehr oder weniger stehen habe, verändert nicht den Eindruck. Die Wohnung besteht eh nur aus Büchern.
Ich gebe vielmehr damit an, dass ich auch in die Bücher hineinschaue. Ich gebe damit an, dass ich bereit bin, die Erfahrungen anderer anzuerkennen. Ich gebe damit an, dass mich auch Bücher zum Denken anregen, die vor mehr als 30 Jahren geschrieben worden sind.
Ich gebe damit an, dass ich ein gewisses nostalgisches Gefühl entwickle, wenn ich Bücher entdecke, die mir einmal sehr teuer waren und jetzt vielleicht nicht mehr sind.
Ich gebe auch damit an, dass ich mir ein Buch kaufe, wenn ich mir nur zwei Stunden Arbeitsersparnis erhoffe.
Ich gebe nicht nur mit meinen Büchern an sondern auch mit meinen Noten. Ich gebe damit deswegen an, weil diese Noten mir es ermöglichen, frei nach Belieben einer momentanen Stimmung am Klavier Laut zu verleihen. Ich gebe damit an, dass ich überhaupt Noten lesen kann und ein Klavierspiel in der
Regel auch spielen kann, wenn ich die Noten verstehe.

Doch in Anbetracht eines kürzlichen Kommentars gebe ich auch damit an, dass nie ein Aussenstehender überhaupt sehen kann, welche Bücher ich in meinem Schlafzimmer habe. Ich gebe damit an, dass ich mir den Luxus leisten kann, mit den Büchern nicht angeben zu müssen. Mitunter finden sich Menschen, die das eine oder andere Buch auch gelesen haben und sogar die
gleiche Meinung teilen. Das bedeutet dann Freude und Genuss.
Die Bücher, die teilweise über dreißig Jahre alt sind und trotzdem noch immer wieder einmal betrachtet und genossen werden, sind beispielsweise (ein Fach von 24):
—: Fun with Chinese characters. Singapore [u.a.]: Repr. Aufl. Federal Publ, 1994. – 981-01-3004-X
CUBE, Felix von: Was ist Kybernetik?. München: Ungek. Ausg. nach der 3. Aufl., Lizenzausg. Aufl. Dt. Taschenbuchverl, 1971. – 3-423-04079-3
GRIBBIN, John: Auf der Suche nach Schrödingers Katze. München u.a: 4. Aufl. (1. Aufl. dieser Ausg.). Aufl. Piper, 1991. – 3-492-11353-2
HAHN, Hans ; MCGUINNESS, Brian ; MENGER, Karl: Empirismus, Logik, Mathematik. Frankfurt a.M: 1. Aufl. Aufl. Suhrkamp, 1988. – 3-518-28245-X
KNUTH, Donald Ervin: Seminumerical algorithms. Reading, Mass. [u.a.]: 2. ed. Aufl. Addison-Wesley, 1981. – 0-201-03822-6
KOULEN, Michael: Die Mitte des Himmels. Köln: DuMont, 1986. – 377011902-9
MORFILL, Gregor E. ; SCHEINGRABER, Herbert: Chaos ist überall. und es funktioniert. Frankfurt/Main ;Berlin: Ullstein, 1991. – 3-550-06509-4
NONAKA, Ikujiro ; TAKEUCHI, Hiro: The knowledge-creating company. New York [u.a.]: Oxford Univ. Press, 1995. – 0-19-509269-4
RHEINGOLD, Howard: Virtuelle Welten. Reinbek bei Hamburg: 1. Aufl. Aufl. Rowohlt, 1992. – 3-49805731-6
RIEDL, Rupert: Die Strategie der Genesis. München u.a: 3. Aufl., 9. – 14. Tsd. Aufl. Piper, 1984. – 3-492-00590-X
ROJAS, Raúl: Theorie der neuronalen Netze. Berlin [u.a.]: Springer, 1993. – 3-540-56353-9
WIECKMANN, J.: Das chaos computer buch. Reinbek Bei Hamburg: Rowohlt, 1988. – 3-8052-0474-4
WINSTON, Patrick Henry: Artificial intelligence. Reading, Mass. u.a: 1977. – 0-201-08454-6
ZIMMER, J. A.: Abstraction for programmers. New York: McGraw-Hill, 1985. – 0-07-072832-1

Jetzt kann ich es eigentlich glauben

Als ich 1983 in Rotchina war, installierte ich eine Messanlage an der Uni in Tianjin. Ich wunderte mich damals, dass sich auf dem Unigelände so viele Ausländer tummelten. Man erzählte mir, dass es in Tianjin einen Spezialkurs für Ausländer, sprich chinesische Analphabeten gäbe, bei dem man in einem Semester alles an Chinesisch lernen würde, was man für ein Studium benötigte, also auch die Fähigkeit, Zeitungen und komplizierte Texte zu lesen. Man sprach von 6000-8000 Schriftzeichen.
Ich hielt das zwar für fast unmöglich, aber es hätte mich immer gereizt, einmal ein halbes Jahr unbezahlten Urlaub zu nehmen und diesen Kurs zu machen. Damals hätte das vielleicht sogar mein Berufsleben beeinflusst.
Wie meine Leser ja leicht mitbekommen können, lerne ich jetzt das chinesische Vokabular auf der Plattform http://memrise.com.
Nach einer Woche kann ich folgende Überlegungen anstellen:
Bei intensivem Lernen kann man da schon einiges umsetzen.
(Momentan betreibe ich das ja nur tröpferlweise in meiner Freizeit.)
Ein englischsprachiger Student, (MonkeyKing) der in China lebt, hat jetzt bei einer Punkteanzahl von etwas über 600.000 ca. 2000 Worte intus. Das bedeutet, dass man beim Üben eines Wortes ca. 300 Punkte umsetzen muss. (Das entspricht im Durchschnitt 20 Wiederholungen.)
Das entspricht durchaus den Erfahrungen der letzten Woche. In einer Stunde kann ich 10 neue Wörter lernen und ungefähr 3000 Punkte machen. Vielleicht sogar mehr, wenn ich konsequent dabei bleibe.
Das macht bei einem 12 Stundentag 120 Worte pro Tag. Für 6000 Worte benötigt man dann also 50 Tage.
Die gehen für das Vokabular auf. Dazu kommt noch Grammatik und Schreiben. Das Schreiben ist eigentlich leichter, wenn man ein paar Grundregeln kennt und das Vokabular so gelernt hat, wie es auf memrise angeboten wird.
Und dann kommt noch das Training der Aussprache dazu. Dazu meine ich aber, dass bei „Total Immersion“ im Land selbst tatsächlich relativ leicht die richtige Aussprache „erhört“ werden kann. Wenn ich also die 50 Tage verdopple, käme ich mit etwas mehr als 3 Monaten durch.
6000 Wörter müssten also in einem Semester zu schaffen sein.

Wesentlich leichter muss dann das Japanisch fallen, welches wirklich mit 1843 chinesischen Schriftzeichen auskommt und keinerlei Aussprache schwierigkeiten aufweist. (Das gleiche Zeichen wird auf Chinesisch und Japanisch unterschiedlich ausgesprochen. Dasselbe gilt auch für Chinesisch und Chinesisch. Was auf Kantonesisch „Kü“ ausgesprochen wird, lautet in Mandarin vielleicht „Ha“ oder umgekehrt.)

Das wirklich Faszinierende dabei ist, wie man sich selber beim Lernen beobachten kann. Die Zeichen haben alle eine kleine Geschichte und nach einer gewissen Zeit verweben sie sich quasi zu einem Netz. Ich denke, das funktioniert ähnlich wie die chemischen Formeln, wenn sie ein Chemiker lernen muss.

Für mich ist das ja jetzt eine Spielerei und Entspannung. Aber es ist auch erfreulich, dass ich überhaupt noch etwas behalte. Also selbst als alter Trottel kann man noch Vokabeln lernen.
Wie viel leichter müssten es da die Schüler in der Mittelschule haben. Und was machen sie daraus?

Siegen wollen

Nun so richtig siegen kann man auf memrise nicht wirklich. Oder man siegt sowieso immer, weil man den inneren Schweinehund bekämpft und etwas „tut“. Aber dann gibt es die Vergleichswut: wie gut sind die anderen, wie „schnell“ lernen sie? Wieviel Zeit wenden sie überhaupt auf?
Ich bin ja momentan durchaus viel mit dem Beruf beschäftigt, weil ich zur Zeit wieder in Serbien weile. Doch zur Entspannung spiele ich mich zeitig in der Früh und spät am Abend noch mit meinem Mandarinkurs herum und mache nebenbei ein bisschen Serbisch, was allerdings keinen großen Sex-Appeal hat. Irgendwie glaube ich nicht, dass ich die Worte wie abwaschen oder staubsaugen im täglichen Leben oft verwenden werde.
Doch bei Chinesisch geht die Post ab. Eben ist ein Tag abgelaufen. (midnight at Greenwich meantime without summertime)
Ich schneide bei meinen Konkurrenten, die ungefähr gleichzeitig begonnen haben, ziemlich gut ab. In allen Zeiteinheiten glänze ich an erster Stelle.
Interessanter sind aber die absoluten Zahlen:
Es gibt einen täglichen Wettbewerb, da schneide ich als 34. zwar ganz gut ab, ich war aber in der Früh schon einmal 15. Da sieht man, wie eine Statistik missbraucht werden kann.
In der Wochenübersicht dürfte ich nicht eine ganze Woche zur Verfügung gehabt haben. Daher schleiche ich mich auf Platz 177 umher. Das sollte in einer Woche schon unter 100 sein. Das wäre ein Wochenziel.
In der Monatsübersicht stehe ich an 1094. Stelle. Da werde ich in den kommenden Tagen sicher noch dreistellig werden. In der All-time-Übersicht stehe ich derzeit an 4723. Stelle. Da frage ich mich, wann ich unter die 4000 komme.
Da ich nicht unendlich viel Zeit habe, absolviere ich die Fragerunden immer so schnell wie möglich, also dort wo ich die Vokabeln kenne, bin ich nach 2 Sekunden bereits bei der nächsten Frage. Bei Aussprachefragen dauert es länger. Wenn man acht Felder mit chinesischen Schriftzeichen lesen muss, dauert das Lesen schon einige Zeit, selbst wenn man dann nur klicken muss.
Aber für 40 Worte brauche ich zwischen 10 und 12 Minuten. Und die bringen dann in der Regel zwischen 1000 und 1500 Punkte. Da freut sich der kleine Hansi.
Und jetzt wundere ich mich schon nicht mehr, wenn ich für you2 bereits drei verschiedene Bedeutungen kenne oder für er2 ebenfalls mindestens zwei.
Das Schönste ist allerdings, wenn ich eine Frage bekomme und den Eindruck habe, dass ich total auf der Leitung stehe. Und fünf Sekunden vor Ablauf der Zeit schreibe ich dann etwas, was ich nur als geraten ansehen kann, – und es stimmt haargenau.
Also das Unterbewusstsein arbeitet da ganz schön mit. Und leider manchmal auch gegen mich, denn z.B. das Wort „jeder“ habe ich immer wieder falsch, selbst wenn ich es genau weiß.
Den Überlebenswortschatz habe ich fast geschafft. Ob man damit wirklich überleben kann, bezweifle ich. Doch die besten Gerichte in den Lokalen aussuchen, müsste schon recht gut klappen. Da waren bis jetzt mindestens 10 Beispiele einer Speisekarte dabei.
Auch die Pekingente kann ich jetzt lesen und das nächste Mal bestelle ich mir unbedingt etwas, das am Anfang mit „fish fragrant“ geschrieben wird.
Es muss nicht unbedingt Fleisch sein, es gibt auch eine „fish fragrant aubergine“.
Vielleicht sollte ich doch wieder einmal nach Asien fahren…

Leichtes Aufflammen

letzter Geistesblitze …
Nein, das ist es nicht. Mein Sohn hat mir einen ausgezeichnet geschriebenen Artikel über „Code“ geschickt. (Code, was ist das wohl?)
Und da gab es eine Zeile, die so lautet:
: gcd ( a b — n ) begin dup while tuck mod repeat drop ;
Sie ist in einer Programmiersprache geschrieben, die sich FORTH nennt und auch heute noch angeblich mit 40% in allen Geräten verwendet wird, die sich mit Forschung in Weltraumsatelliten beschäftigen.
gcd ist die Abkürzung für „greatest common divisor“ und die Funktion berechnet den größten gemeinsamen Teiler nach dem Euklid’schen Algorithmus. Den lernt man in der Mittelschule vermutlich im dritten Jahr oder noch früher, spätestens dann, wenn man sich mit der Bruchrechnung beschäftigen muss.
Die restlichen acht Worte (zwischen den Klammern steht nur ein Kommentar) berechnen das Ergebnis. BEGIN und REPEAT klammern die Schleife, die solange wiederholt wird, bis die Division zweier Zahlen den Rest 0 ergibt.
Ich schreibe hier darüber, weil es ein so gutes Beispiel (für mich selber) ist, wie blöd ich langsam werde. Ich musste mir das genau überlegen und anhand eines Beispiels nachvollziehen, bis ich den Algorithmus erkannte.
Allerdings ist es heute erschreckend, dass Maturanten die relativ einfache Methodik nicht mehr kennen. (Brauchen sie auch nicht, denn bessere algorithmische Taschenrechner zu ca. 100 € rechnen das bereits mit eingebauten Funktionen aus.) Fürchterlich ist allerdings etwas anderes. Wenn Maturanten die eh schon leichter werdenden Maturaarbeiten nicht lösen können und sich externe Hilfe via Handy erschmuggeln, könnte ich die Schummelei noch als gewisse geistige Leistung anerkennen.
Wenn sie dann aber damit im Internet (z.B. Facebook) prahlen, geht es mir nicht mehr um das Nichtkönnen von einfacher Mathematik. Es geht mir darum, dass für diese Schüler einfach ein „Reifegrad“ noch nicht erfüllt ist.
Ich persönlich würde keine Nachprüfung gestatten sondern eine Klasse wiederholen lassen.

Siegen wollen

Nun so richtig siegen kann man auf memrise nicht wirklich. Oder man siegt sowieso immer, weil man den inneren Schweinehund bekämpft und etwas „tut“. Aber dann gibt es die Vergleichswut: wie gut sind die anderen, wie „schnell“ lernen sie? Wieviel Zeit wenden sie überhaupt auf?
Ich bin ja momentan durchaus viel mit dem Beruf beschäftigt, weil ich zur Zeit wieder in Serbien weile. Doch zur Entspannung spiele ich mich zeitig in der Früh und spät am Abend noch mit meinem Mandarinkurs herum und mache nebenbei ein bisschen Serbisch, was allerdings keinen großen Sex-Appeal hat. Irgendwie glaube ich nicht, dass ich die Worte wie abwaschen oder staubsaugen im täglichen Leben oft verwenden werde.
Doch bei Chinesisch geht die Post ab. Eben ist ein Tag abgelaufen. (midnight at Greenwich meantime without summertime)
Ich schneide bei meinen Konkurrenten, die ungefähr gleichzeitig begonnen haben, ziemlich gut ab. In allen Zeiteinheiten glänze ich an erster Stelle.
Interessanter sind aber die absoluten Zahlen:
Es gibt einen täglichen Wettbewerb, da schneide ich als 34. zwar ganz gut ab, ich war aber in der Früh schon einmal 15. Da sieht man, wie eine Statistik missbraucht werden kann.
In der Wochenübersicht dürfte ich nicht eine ganze Woche zur Verfügung gehabt haben. Daher schleiche ich mich auf Platz 177 umher. Das sollte in einer Woche schon unter 100 sein. Das wäre ein Wochenziel.
In der Monatsübersicht stehe ich an 1094. Stelle. Da werde ich in den kommenden Tagen sicher noch dreistellig werden. In der All-time-Übersicht stehe ich derzeit an 4723. Stelle. Da frage ich mich, wann ich unter die 4000 komme.
Da ich nicht unendlich viel Zeit habe, absolviere ich die Fragerunden immer so schnell wie möglich, also dort wo ich die Vokabeln kenne, bin ich nach 2 Sekunden bereits bei der nächsten Frage. Bei Aussprachefragen dauert es länger. Wenn man acht Felder mit chinesischen Schriftzeichen lesen muss, dauert das Lesen schon einige Zeit, selbst wenn man dann nur klicken muss.
Aber für 40 Worte brauche ich zwischen 10 und 12 Minuten. Und die bringen dann in der Regel zwischen 1000 und 1500 Punkte. Da freut sich der kleine Hansi.
Und jetzt wundere ich mich schon nicht mehr, wenn ich für you2 bereits drei verschiedene Bedeutungen kenne oder für er2 ebenfalls mindestens zwei.
Das Schönste ist allerdings, wenn ich eine Frage bekomme und den Eindruck habe, dass ich total auf der Leitung stehe. Und fünf Sekunden vor Ablauf der Zeit schreibe ich dann etwas, was ich nur als geraten ansehen kann, – und es stimmt haargenau.
Also das Unterbewusstsein arbeitet da ganz schön mit. Und leider manchmal auch gegen mich, denn z.B. das Wort „jeder“ habe ich immer wieder falsch, selbst wenn ich es genau weiß.
Den Überlebenswortschatz habe ich fast geschafft. Ob man damit wirklich überleben kann, bezweifle ich. Doch die besten Gerichte in den Lokalen aussuchen, müsste schon recht gut klappen. Da waren bis jetzt mindestens 10 Beispiele einer Speisekarte dabei.
Auch die Pekingente kann ich jetzt lesen und das nächste Mal bestelle ich mir unbedingt etwas, das am Anfang mit „fish fragrant“ geschrieben wird.
Es muss nicht unbedingt Fleisch sein, es gibt auch eine „fish fragrant aubergine“.
Vielleicht sollte ich doch wieder einmal nach Asien fahren…

Was mich dann doch gefreut hat

Planung ist gut, Improvisation ist besser. Mein ursprünglicher Lehrplan musste gestrafft werden. Die neuen Vorlesungen habe ich noch nicht gebracht. Dafür wurden die einzelnen Teile auf 5 Tage aufgeteilt.
Ich war gesundheitlich eh ein bisschen angeschlagen und daher kam mir die Reduktion des Aufwandes durchaus gelegen.
Ich pflege in der Regel zu Beginn Fragen zu stellen:
„Warum studieren Sie ‚dieses‘ Fach?“, „Was möchten Sie einmal arbeiten?“ Die Kontrollfragen, was die Studenten bereits wissen, kommen dann später.
Am ersten Tag saßen alle ganz verhuscht herum und trauten sich offensichtlich nicht aufzuzeigen. Die Mitarbeit wurde aber von Tag zu Tag besser. Besonders erfreulich war es, dass ich auf einige Fragen ganz saubere und deutliche Antworten bekam. Bei den Übungen wurde mir dann schon manchmal widersprochen.
Dabei waren nicht nur Masterstudien-Studenten sondern auch Baks dabei.
Bei der Verabschiedung habe ich sie wegen ihrer Mitarbeit gelobt und gemeint, dass ich nichts davon halte, 50 Minuten draußen zu stehen, vorzutragen, Aufgaben zu verteilen und dann „das war’s“ zu sagen. „Ich weiß auch, dass das einige durchaus so machen.“

„Fast alle!“ kam eine Antwort.

Ich habe mir überlegt, dass zu meiner Zeit, die Professoren in der Regel auch frontal vortrugen. Aber an wen erinnere ich mich am liebsten. An den Paschke (der war später Dekan) und kam gerade aus der Industrie zurück. Der hatte einen Vortrag, der einfach spannend war.

Ich hätte diesmal noch mehr aus der ganzen Sache machen wollen. Doch der ständige Husten und kurze Zeit auch Schnupfen hat für ausreichend Erschwernis gesorgt.
Jetzt bin ich wieder ganz froh, zuhause zu sein.

Das elektronische Freudenhaus

Wenn ich mir ein Freudenhaus vorstelle, (oder das Paradies mit den sattsam bekannten Jungfrauen, die ueber Nacht wieder zuwachsen, Brrrr!) dann geht es nicht nur um den Akt an sich sondern mehr um die freie Wahl. Vielleicht ist es gerade die Auswahlmoeglichkeit, die einen bestimmten Kitzel hervorruft. Ich gehe allerdings davon aus, dass nicht alle Maenner sich dies als Paradies vorstellen, wie ja paradiesische Vorstellung ueberhaupt sehr unterschiedlich sein koennen.
Eine andere paradiesische Vorstellung habe ich heute erlebt, die ich gerne teilen moechte, obwohl ich nicht weiss, ob nicht schon aufgrund der Menge des verarbeitbaren Materials der Lesestoff zu ausschweifend wird.
Es fing eigentlich ganz simple mit einem Artikel im Standard an, bei dem ein Buch ueber den Braun-Designer Rams beschrieben wurde. In dem beigefuegten Foto konnte ich die Kuechenmaschine meiner Mutter entdecken, jedoch nicht den Elektronikbaukasten der Firma Braun, der ein ganz spezielles Design aufwies. Der war, wie ich spaeter las, auch nicht von Rams gestaltet worden sondern von Ing. Georg Greger. Doch das ist jetzt nicht so wichtig. Tatsache ist, dass der Baukasten bereits 1966 entworfen wurde, speziell die Art, Versuchsschaltungen aufzubauen. 1969 durfte ich einen benutzen, um meine Physikpruefung zu absolvieren. (Dazu gibt es eine wirklich lustige Geschichte, die hier aber zu lange waere.)
Und jetzt finde ich im Internet eine Liebeserklaerung an dieses System und einen weiteren Link http://www.lectron.de der mir zeigt, dass das System noch im Jahr 2012 und sicher auch heuer verkauft wird. Teilweise unveraendert, doch ergaenzt um spezielle Systeme, die sowohl preismaessig aber auch leistungsmaessig in hoehere Ebenen aufsteigen.
So gibt es mittlerweile schon eine 2. Auflage des Ausbausystems Neurophysiologie, mit dessen Experimenten sogar ein EKG vermessen werden kann. Ich selbst habe jetzt keine Zeit, um mich damit zu beschaeftigen. Doch ich bin schon ganz gespannt, ob ich mich in meiner Pension zurueckhalten werde koennen.
Ich gestehe, ich bin in meinem Herzen ein Techniker geblieben. Meine ganze Lebenskarriere fusst ja auf den Gegebenheiten, dass ich einmal ein leidlicher Elektronikentwickler war, dessen Patente mir ein paar weitere Tueren geoeffnet haben. Nicht jeder muss sich dafuer interessieren. Doch frage ich mich, ob der Computer-Fanatismus wirklich das reale Leben so stark verdraengen muss, dass man gar nichts mehr wirklich „angreifen“ will. Experimentierbaukaesten gibt es ja auch fuer Chemie, fuer Biologie, fuer alles Moegliche. Doch das Handy verdraengt alles.
Die alten Griechen kannten zwei Wissenschaften: Medizin und Techne (Technik). Die eine diente dazu, um den Koerper am Leben zu erhalten, die andere, um dem Koerper das Leben zu erleichtern. In meiner effizientesten beruflichen Zeit verwendete ich die Technik, um der Medizin zu dienen. Die Grundlagen dazu wurden bereits in meiner SchulZeit gelegt. Obwohl — der Braun Experimentierbaukasten war viel zu teuer fuer unsere Familie, aber der Philips- oder besser die Philipsbaukaesten lieferten den gleichen Anreiz. Halt nicht ganz so schoen gestylt.

Lehrplan

Das wäre mein Lehrplan, nachdem ich heute in der Presse lese, dass die Bildungsreform im Kreis läuft. Er schließt ein Modulsystem nicht aus, was etwas durch die Nullen in manchen Jahren belegt ist.
Freigegenstände sind nicht berücksichtigt, da Turnen und Theater hauptsächlich am Nachmittag anzusiedeln wären. Also quasi eine Dreivierteltagsschule.
Betont sind Deutsch und Mathematik, sowie Englisch. Außerdem werden manche Fächer, die sonst erst in der Oberstufe vorkommen, bereits in der Unterstufe erstmalig behandelt.
Einige Fächer, die vor allem enzyklopädisches Wissen vermitteln, sind im Stoff reduziert.
Grundzüge der Demokratie, Geschäftswesen und Informatik sind neu hinzugekommene Gegenstände. (In Amerika heißt es „Problems of Democracy“ und ist ein absoluter Pflichtmodul für die erfolgreiche Matura)
Die Betonung auf Deutsch und Mathematik soll den Bedarf an Nachhilfe reduzieren.
Latein kommt nicht vor, wäre aber in meinen Augen der wichtigste Freigegenstand mit 0,0,2,2,2,2,2,2 Wochenstunden in den Klassen.
Danach kommen die anderen Fremdsprachen.
Natürlich würde ich Latein als Vorbedingung fürs Studium ansehen, jedes Studium.
Naja, sagen wir einmal so. Ich wäre froh, wenn meine Enkel das lernen müssten. Wenn sie dazu noch die Praktika machen, wie das in der Waldorfschule üblich ist, halte ich die Erziehung für ausreichend. Der Rest muss von den Eltern kommen.

Es geht auch anders

Es muss nicht unbedingt die Waldorfschule sein. Es gibt Schulversuche in öffentlichen Schulen, die ganz erstaunliche Auswirkungen zu haben scheinen.
Heute sitze ich in der S-Bahn. Rund um mich 5 junge Schülerinnen, 3. Klasse Mittelschule, die sich gegenseitig die griechischen und römischen Götter und Göttinnen abfragen.
Die können sie ziemlich gut, sehr gut sogar. Ich frage, in welchem Gegenstand sie das lernen. „Nicht wirklich in einem Gegenstand. Ist so Allgemeinbildung.“ Neben mir sitzt, nicht viel größer als die Mädchen, eine Lehrerin. „Es gibt schon eine Lehrerin, bei der sie das lernen, aber es gehört nicht wirklich zu einem Lehrstoff.“ Ich entdecke, dass sie Mathematikarbeiten überprüft. Ich zeige mich beeindruckt und frage nach der Schule.
http://www.bgmoedling-keim.ac.at/profil/begabtenfoerderung/hochbegabtenklassen.pdf
Sichtlich voller Stolz erzählt mir die Lehrerin, dass ein Durchlauf in sieben Jahren bis zur Matura geplant ist. Manche Schüler hätten auch schon in der Volksschule ein Jahr übersprungen.
Die Kinder sind sichtlich mit Freude beim Thema. Was lernen sie in Mathematik in der 3. Klasse.
„Eigentlich den Stoff der vierten. Anfänge der Statistik und Pyramiden.“ Ich frage nach der technischen Unterstützung. Taschenrechner dürfen sie in der Unterstufe benützen. In der Oberstufe gibt es das Notebook und das Programm „Mathcad“. Ich frage, wie es denn mit den Schätzkenntnissen aussieht. Wird 10 x 100 eingetippt. „Nein, die meisten verwenden den Taschenrechner gar nicht. Dauert ihnen zu lange, das Tippen ist ihnen zu umständlich.“
Wir unterhalten uns noch ein bisschen über Sprachen und dann müssen wir aussteigen.
Jetzt werden einige gleich schreiben. Ja, das sind hochbegabte Kinder, da ist alles leichter. Ich behaupte, dass die meisten Kinder hochbegabt sind, wenn ihre Eltern sie nur ganz normal behandeln. Wie aus dem Link hervorgeht, sind die Eltern ja in diesen Schulversuch voll eingebunden.
Es ist schön zu sehen, dass es auch so geht. Ohne Überspringen von Klassen sollte das auch für Normalbegabte möglich sein.
Aber wie gesagt: die Eltern müssen wollen. Sonst läuft da gar nichts.

Übung

Aus gegebenem Anlass möchte ich eine Übung vorschlagen:
Erklären Sie mir:
Was ist ein Modell?
Ich stelle immer wieder fest, dass Menschen, die dieses Wort durchaus kennen, (auch in der Form der zweibeinigen, zwei Meter großen Ausführung) große Schwierigkeiten haben, mir den Begriff in eigenen Worten zu erklären.
Bei Wikipedia nachsehen ist natürlich möglich. Doch probieren Sie es einmal ohne Hilfe!

Und probieren Sie es mit anderen Begriffen…




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