Archive for the ‘MUSIK’ Category

unbeschreiblich

Den Beitrag habe ich auf Facebook zu einem Foto eingestellt.
(Er geht allerdings im Umfang über die Facebook-verträgliche Länge hinaus, daher erfolgt hier die Kopie.)

Am Donnerstag spielte Andras Schiff wieder aus seinem Beethoven-Sonaten-Zyklus 5 Beethovensonaten. Dabei gab es einige Besonderheiten. Nachdem er opus 54, die 22. Sonate, gespielt hatte, stand er auf und meinte, die Sonate würde nur ganz selten gespielt. Er würde sie wiederholen – und das hoffentlich besser. (Es waren tatsächlich ein oder zwei Ausrutscher passiert, die man allerdings nur dann hören kann, wenn man die Sonate vom Notenbild genau kennt.) Tatsächlich war aber die zweite Version noch etwas besser um nicht zu sagen fantastischer. Das Allegretto spielte er mit einer Leichtigkeit und atemberaubenden Schnelligkeit, die ich so noch nie gehört habe.
Dann folgte die Appassionata und nach der Pause 24,25,26 („Le Adieux“). Über Nr. 24, die einzige Sonate in Fis-Dur, hat er einmal gesagt, dass sie selten gespielt wurde, weil es zu Beethovens Zeit üblich war, die Sonaten vom Blatt zu spielen. (Kann man sich ja kaum vorstellen, aber die Leute haben vermutlich wirklich mehr gekonnt.) Die sechs Kreuz sind dann schon etwas hinderlich, was mir Klavierspieler hinsichtlich des Blattspielens bestätigen werden können.
Tobender Applaus, stehende Ovationen.
Schiff geht noch einmal zur Klaviatur und sagt: „Das wird jetzt etwas länger dauern, – für die Leute, die keine Zeit haben.“ Er setzt sich hin und spielt das Thema. Das Thema der Diabelli-Variationen. Ich wusste, dass darauf noch 32, bzw. 33 Variationen folgen. Die dauern mindestens 50 Minuten. Und er hat alle gespielt. Traumhaft.
Hier möchte ich für Musikinteressierte etwas anfügen, dass mir selbst nicht klar war. (Und arrogant wie ich bin, nehme ich an, dass es da noch weitere gibt, die das Werk nicht so gut kennen.) Die Diabelli-Variationen haben die Opuszahl 120. Sie sind also nach der „berühmten Opus 111“ entstanden. Man könnte, wenn es nicht despektierlich wäre, das Werk als Readers‘ Digest-Version des gesamten Beethoven-Klavierwerks bezeichnen. Inzwischen gelten sie als eines der großen Klavierwerke der Musikliteratur, auf einer Ebene mit den Bach’schen Goldbergvariationen.
Das Konzert hat insgesamt drei Stunden gedauert. Nach der „Zugabe“ war das Klatschen recht schnell zu Ende. Ich kann nur „danke“ an Andras Schiff sagen. Es war ein herausragender Musikabend. Mir schien auch, dass er an diesem Abend an seine eigenen Grenzen gegangen ist. Die Dichte bei „Le Adieux“ kann kaum übertroffen werden.

Leitspruch

Während ich Deutsch Verzeichnis 664 weiter übe (poliere), habe ich inzwischen die einzige Sonate „in der Reißen“, die ich früher immer ausgelassen habe. Erstens war mir der 4. Satz zu schwer und zweitens war die Durchführung des ersten Satzes für mich unergründbar. Erst jetzt (mit Hilfe von youtube) finde ich Interpretationen, die meiner eigenen Denkweise entsprechen. Den 2. und 3. Satz habe ich immer schon gespielt, die machen mir besondere Freude.
Was ist jetzt das Besondere an der Durchführung des 1. Satzes?
Extreme Chromatik, links und rechts in der Begleitung genauso wie in der Melodie. Der Übergang zur Reprise ist von chromatischen Auf- und Abläufen geprägt. Diese sind nicht technisch schwer zu spielen sondern musikalisch schwer mit der Leichtigkeit zu formulieren, welche die Sonate gerade in der Durchführung verlangt.
Ich habe jetzt eine Einspielung von Kusnetzov gefunden, die mir von allen am besten zusagt. Leider ist nicht der ganze 1. Satz drauf, doch die Durchführung bis zum Anfangsakkord der Reprise passt super.
http://www.youtube.com/watch?v=UgluQyp8a_Y
Die Durchführung beginnt bei Minute 6:15. Mysteriös wird es dann bei 6:46.
Wer sich die ganze Sonate anhören möchte, dem sei Sokolov empfohlen:
http://www.youtube.com/watch?v=vPcVSMcJo6o
Sokolov ist einer meiner Lieblingspianisten, von dem mir jede Einspielung nahezu ohne jeden Kritikpunkt gefällt.
Bei dieser Sonate wird er aber von Kuznetsov übertroffen. Naja, nach meiner subjektiven Beurteilung halt.
Das Anhören beider Pianisten dient mir sehr zum Entwickeln meiner eigenen Spielweise. Wenn man weiß, wie es richtig klingen kann, ist das so, als führe man beim Skikurs direkt als erster hinter dem Skilehrer. Da bekommt man am meisten mit und macht instinktiv die richtigen Bewegungen. Als Fünfter oder Sechster fährt man praktisch schon so, als hätte man keine Unterstützung.
Hansis kleiner Leitspruch zum Tag:
Fahre so Ski, als würde dir jemand zusehen.
Spiele so Klavier, als würde dir jemand zuhören.
Nachtrag: bevor es youtube gab, war mein inneres Gehörbild von den Erinnerungen geprägt, die ich beim Zuhören bei meinem Vater, gespeichert habe. Das Klavier, das wir damals hatten, war miserabelst. Doch die Musik, die mein Vater machte, war trotzdem fantastisch.

unbeschreiblich

Den Beitrag habe ich auf Facebook zu einem Foto eingestellt.
(Er geht allerdings im Umfang über die Facebook-verträgliche Länge hinaus, daher erfolgt hier die Kopie.)

Am Donnerstag spielte Andras Schiff wieder aus seinem Beethoven-Sonaten-Zyklus 5 Beethovensonaten. Dabei gab es einige Besonderheiten. Nachdem er opus 54, die 22. Sonate, gespielt hatte, stand er auf und meinte, die Sonate würde nur ganz selten gespielt. Er würde sie wiederholen – und das hoffentlich besser. (Es waren tatsächlich ein oder zwei Ausrutscher passiert, die man allerdings nur dann hören kann, wenn man die Sonate vom Notenbild genau kennt.) Tatsächlich war aber die zweite Version noch etwas besser um nicht zu sagen fantastischer. Das Allegretto spielte er mit einer Leichtigkeit und atemberaubenden Schnelligkeit, die ich so noch nie gehört habe.
Dann folgte die Appassionata und nach der Pause 24,25,26 („Le Adieux“). Über Nr. 24, die einzige Sonate in Fis-Dur, hat er einmal gesagt, dass sie selten gespielt wurde, weil es zu Beethovens Zeit üblich war, die Sonaten vom Blatt zu spielen. (Kann man sich ja kaum vorstellen, aber die Leute haben vermutlich wirklich mehr gekonnt.) Die sechs Kreuz sind dann schon etwas hinderlich, was mir Klavierspieler hinsichtlich des Blattspielens bestätigen werden können.
Tobender Applaus, stehende Ovationen.
Schiff geht noch einmal zur Klaviatur und sagt: „Das wird jetzt etwas länger dauern, – für die Leute, die keine Zeit haben.“ Er setzt sich hin und spielt das Thema. Das Thema der Diabelli-Variationen. Ich wusste, dass darauf noch 32, bzw. 33 Variationen folgen. Die dauern mindestens 50 Minuten. Und er hat alle gespielt. Traumhaft.
Hier möchte ich für Musikinteressierte etwas anfügen, dass mir selbst nicht klar war. (Und arrogant wie ich bin, nehme ich an, dass es da noch weitere gibt, die das Werk nicht so gut kennen.) Die Diabelli-Variationen haben die Opuszahl 120. Sie sind also nach der „berühmten Opus 111“ entstanden. Man könnte, wenn es nicht despektierlich wäre, das Werk als Readers‘ Digest-Version des gesamten Beethoven-Klavierwerks bezeichnen. Inzwischen gelten sie als eines der großen Klavierwerke der Musikliteratur, auf einer Ebene mit den Bach’schen Goldbergvariationen.
Das Konzert hat insgesamt drei Stunden gedauert. Nach der „Zugabe“ war das Klatschen recht schnell zu Ende. Ich kann nur „danke“ an Andras Schiff sagen. Es war ein herausragender Musikabend. Mir schien auch, dass er an diesem Abend an seine eigenen Grenzen gegangen ist. Die Dichte bei „Le Adieux“ kann kaum übertroffen werden.

Musik

Vor einigen Wochen hatten wir schon geplant, uns die „neue“ Einspielung des Boris Godunov in der Wiener Staatsoper anzusehen. (Hoffentlich klappt das noch mit den Karten, denn ich kann erst montags mich darum kümmern.) Als ich heute etwas früher als gewohnt nach Hause komme, sitzt Frau Columbo in der Küche und liest – und hört Musik. Ich meine, die Musik zu erkennen und frage, ob sie weiß, was sie hört. „Boris, glaube ich“ sagt sie. Ja, es ist der Boris, allerdings in einer ungewohnten Form. Die Ur-, ur-, ur-Fassung, wirklich die erste, wo es noch nicht einmal eine Marina gibt.
Während ich das schreibe, geht die Oper gerade zu Ende, das Publikum jubelt. Viel kürzer als gewohnt.
Ich mag diese Fassung. Leider konnte ich nur zuhören, meinen Klavierauszug habe ich nicht gefunden. Aber die Musik ist in dieser Fassung noch überzeugender.
Weil ich mich wunderte, dass ich keine Marina gehört hatte, schlug ich in Wikipedia nach und fand folgendes Zitat:
„Nächst Richard Wagners Tristan und Isolde hat kaum ein anders Werk so zukunftweisend und anregend auf die Entwicklung der Oper gewirkt wie Boris Godunow. Mussorgskij ist eine ebenso elementare musikalische wie dramatische Begabung. Im Grunde wurzelt er in der russischen Volksweise mit ihren mannigfachen Beziehungen zur asiatischen Musik und deren Harmonik. Aber das Geheimnis seiner Tonsprache und ihrer faszinierenden Wirkung wird damit noch nicht völlig erklärt. Es kommt etwas Eigenstes hinzu, das sich rein verstandesmäßiger Deutung entzieht. Staunenswert ist die Spannweite dieser Musik, die von der naiven Kinderweise bis zu wildester Leidenschaft, vom derbsten Humor bis zu keuschester Verinnerlichung, vom Dämonischen bis zu himmlischer Verklärung reicht und für alles den natürlichsten, treffendsten Ausdruck findet“ (Wilhelm Zentner in: Reclams Opernführer. 32. Aufl. 1988, S. 333)
Ich kannte diese Beschreibung nicht und kann sie auch nicht genau nachvollzienen. Aber es reicht mir, dass durch das Anhören des Boris eine ganz wesentliche Lebensentscheidung beeinflusst wurde. Ich spreche nicht vom heutigen Zuhören sondern von dem Zuhören, dass ich als Kind erlebte, als mein Vater den Boris studierte und unzählige Male abspielte. Ich mochte die Musik und ich mochte den Klang der Sprache.
Zwanzig Jahre später nahm ich ein Stellenangebot an, dass mich als Exportmanager nach Russland führen sollte. Damals wurde die Bereitschaft, beruflich in der Sovjetunion zu tun zu haben, noch mit einem Gehaltsplus von ungefähr 1000 € belohnt, was mich sehr reizte. Aber noch mehr reizte mich die Möglichkeit, die Sprache im Original, in High Fidelity, hören zu können. Ich war von dem Satz: „Achtung, die Türen schließen sich. Nächste Station [z.B.] Prospekt Mira“ so begeistert, dass ich ihn jederzeit im Schlaf aufsagen könnte. Ich habe dann ja auch Russisch gelernt und manchmal sogar im Traum russisch geträumt.
Aber der Boris war letzlich der Auslöser gewesen.
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Jetzt momentan wird die verbleibende Zeit noch mit einer orchestrierten Fassung der „Bilder einer Ausstellung“ aufgefüllt. Sehr schön. Ist aber nicht mein Ding. Und einige, die bei meiner Geburtstagsfeier dabei waren, können vielleicht bezeugen, dass die originale Klavierfassung eines Moussorgski besser ist, selbst wenn sie nur von einem Dilletanten geklimpert wird.

Scheißwetter

Das Wetter verschlechtert sich zunehmend auf Pfingsten hin. Das wäre mir eigentlich gleichgültig, aber mittlerweile spüre ich das Wetter in meiner linken Schulter, die bei solchen Wetterumschwüngen rheumatisch zu schmerzen beginnt. Das ist die Folge einiger Titanstückchen, die mir einmal anlässlich eines Schlüsselbeinbruchs eingesetzt wurden.
Heute musste ich eine Übungssession nach 30 Minuten abbrechen, weil mir die Schulter zu weh tat. Das ist natürlich auch durch den Schweregrad des Stückes bedingt, bei dem der linke Arm sowohl schnell als auch heftig bewegt werden muss.
Irgendwann fangt es dann halt an zu schmerzen.
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Einen Trost gibt es: wird das Wetter wieder besser, gehen die Beschwerden fast komplett zurück.

Das gute Beispiel

Wie man ja in unzähligen Biographien berühmter Leute nachlesen kann, scheinen sehr oft Musiker Eltern gehabt zu haben, die ihnen die Musik nahe brachten.
Ich bin oft gefragt von Eltern gefragt worden, was denn ein gutes Rezept wäre, damit ihre Kinder anständig Klavier spielen lernen könnten. Meine Antwort darauf lautet auch heute noch: am besten selber spielen. Doch wenn das nicht geht, viel Musik hören – und zwar die Musik, die das Kind spielen soll. Also entweder klassische oder guten Jazz, z.B. Oscar Peterson…
Ich habe ja schon früher berichtet, dass die Ausdauer, die mich über die schwierige Zeit der Pubertät hinweg Klavier üben ließ, durch das Spiel meines Vaters induziert wurde. Mir hat das einfach so gut gefallen, dass ich es selbst spielen können wollte.
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Der Mechanismus funktioniert noch heute. Ich habe nunmehr sehr viele Klavierstücke gehört. Manche sind so schwer, dass ich sie ganz bewusst nicht in Angriff nehme, andere sind leichter als sie sich anhören.
Ich habe auch sehr viele Noten, die ich noch nie gespielt habe. In Russland habe ich mir z.B. 4 Sammelbände Prokofiev gekauft, wobei leider die Sonaten nicht vorkommen. Gab es gerade nicht im Geschäft. Nun sind aber in einem der Sammelbände eine Reihe von Klavierstücken notiert, die ich teilweise sogar als Jugendlicher gespielt habe. Bei anderen schaut mir das Notenbild nicht so attraktiv aus.
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Das täuscht allerdings gewaltig. (Das beweist wiederum, dass meine Entscheidung, nicht eine musikalische Laufbahn einzuschlagen, die für mich richtige war. Ich hätte nie meinen eigenen Ansprüchen genügt.) In meinem vorigen Beitrag habe ich einen Walzer aus Cinderella eingestellt, der ja ganz entzückend ist.
Aus den Noten konnte ich das nicht so ohne weiteres heraus lesen, doch die Interpretation von Svatoslav Richter ist sicher geeignet, die Delikatesse ins richtige Licht oder Gehör zu setzen.
Heute habe ich in meinen Noten gekramt. Ja, das Stück war enthalten und ich habe mich gleich daran gemacht, es zu probieren. Die erste Hälfte kann man einfach herunterspielen, wenn man die Melodie und den Gesamteindruck im Ohr hat.
Es macht große Freude.
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Es scheint also ein gutes Rezept zu geben:
1) Anhören (ein guter Pianist sollte es schon sein.)
2) Noten besorgen (falls man sie nicht schon hat)
3) Probieren, ob die Technik nicht zu fordernd ist
4) Üben
5) Sich daran erfreuen.
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So kann das Leben Spass machen. Das Rezept lässt sich durchaus auch auf andere Agenden des Lebens übertragen.
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Bei Romeo und Julia habe ich allerdings kein Vorbild gebraucht. Da ist das Spielen so wie Marzipan essen…

Manchmal glaube ich, dass das zu spielen noch besser als Sex ist;)

SWOT

Ein Begriff aus dem Management. Die ersten beiden Buchstaben stehen für Strengths (Stärken) und Wekanesses (Schwächen), Opportunities und Threats bleiben heute außen vor.
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Schwächen: Faktum ist, dass mein Hirn schwächer wird. Liebevolle Freunde trösten mich mit dem Übergang von fluider zu kristalliner Intelligenz, mit der Kompensation von mehr Erfahrung. Ich selber tröste mich mit vergrößerter Zugriffszeit bei vergrößtertem Datenvolumen. Aber es ist eine Tatsache, dass ich heute im Denken langsamer geworden bin. Einfach langsamer.Ich komme noch zu den gleichen Resultaten.
Aber die Denkfortschritte sind mit (von mir selbst erkennbaren!) Fehlern durchsetzt und der reine Vorgang einer Ableitung dauert länger. Das mit dem blitzartigen Begreifen ist nicht mehr.
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AUSSER EINEM KLEINEN GALLISCHEN DORF, … (man kennt das.)
Es gibt noch ein Refugium, wo das Denken und Erfassen schneller und besser funktioniert, obwohl es absolut unglaublich erscheint.
Dieses Refugium ist die Musik, insbesonders das Klavierspiel.
Ich erfasse mehr und darüber hinaus schneller. Das war auch so, wenn ich lange nicht gespielt hatte, – wenn man doch eigentlich wieder etwas Übung benötigte. Dabei sehe ich schlechter und brauche gute Beleuchtung. Der Zusammenhang zwischen der Zeit, die es braucht, um einen ungewöhnlichen Akkord zu erfassen, ist umgekehrt proportional zu der vorhandenen Helligkeit der Beleuchtung. Die Verbindung zwischen Augen und Fingern funktioniert besser, und das, obwohl ich oft eine Woche lang nicht zum Spielen komme, wenn ich auf Reisen bin.
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Es ist sonderbar, aber schlecht ist es nicht:)

Surprise

Forgetfulness
I have a friend in Belgrade. She has „inherited“ my Clavinova which I used to practice when I had my office in Belgrade. Today, I wanted to do a recording and forgot to press the „record“ button. I was very surprised to listen to some recorded piece, which I considered to be the recording of a pianist.
I asked the lady who was using the piano in the meanwhile. She meant that no one had played the piano since my last visit. So I ran the recording again and she meant that I had recorded that. Contemplating that for a while I faintly remembered that I „might“ have recorded it. It is an easy piece if one can say so about anything by Scrjabin.
But I had to look it up because I could not remember what it was.
Eventually I found it, it was
skjabin preludes No. 04 in E minor – Lento
Not so difficult. I am only wondering where I got the scores.
For those who are interested, here is a link to a performance of a Novosibirsk pianist: Evgeny Zarafiants.
op 11 #4

Messie

Dass ich einer bin, ist unbestritten. Aber in einigen Dingen halte ich Ordnung. Meine Ordnung halt.
Daher kommt es, dass ich bestimmte Noten trotz Suchens nicht gefunden habe. (Weil ich nicht dort suche, wo sie nach meiner Ordnung nicht sein dürften.)
Ich habe die Beethoven Sonaten mindestens dreimal. Trotzdem konnte ich keine Noten der mittleren finden. Ich habe alles durchsucht. Nichts zu finden.
Gestern fällt mein Blick auf einen Stoss Noten, wo ich nie gesucht habe. Dort befindet sich nämlich nur Kammermusik. Aber der Umschlag eines Bandes fiel mir auf.
Da ist ja der eine Sammelband: die ersten 15 Sonaten. Und dann war der zweite auch leicht zu finden. Ebenso dort etwas weiter unterhalb.
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Also ich habe die dort bestimmt nicht hingetan. Oder halt einmal als schnell für ein Kinderfest aufgeräumt werden musste.
Nun gut. Jetzt habe ich sie ja wieder.
Daraufhin habe ich heute losgelegt: neben dem Üben der drei Sonaten op 10, bekannterweise momentan meine Favoriten für den nächsten Vortrag, habe ich mir heute die Mondscheinsonate gegeben, dann #15 in D-Dur und noch die Es-Dur und B-Dur, die zwischen Pathetique und Mondscheinsonate liegen. Stimmt nicht: die B-Dur ist die der Mondscheinsonate nachfolgende.
–
Bemerkenswert: wenn man nicht mehr so oft vögeln kann, ist man froh, dass man beim Spielen keine Beschränkung kennt. Aber es gibt dann doch einen markanten Erschöpfungszeitpunkt. Irgendwann lässt die Konzentration auf eine Weise nach, dass man z.B. die letzte Seite von 30 Seiten nicht mehr spielen kann. Plötzlich reißt der Faden ab. Der Faden ist die Verbindung zwischen Hirn und Fingern. Es ist unglaublich, wie ich dann plötzlich das Gefühl kenne, überhaupt nicht Klavier spielen zu können. Bums aus.
–
Nach einer halben Stunde geht es dann wieder.
Momentan tritt dieser Erschöpfungszeitpunkt nach ungefähr eineinhalb Stunden ein, bei Stücken von etwas gehobeneren Schwierigkeitsgrad.
–
Da gibt es nichts zu rütteln: Klavierspielen ist anstrengend.

Zufall #2

In einem Sammelband russischer Musik habe ich das entdeckt:
(allerdings nur das erste Stück, die Serenade)

Das gefiel mir und ich habe es für eine russische Gesellschaft geübt, allerdings noch nicht aufgeführt.
Auf youtube habe ich dann andere Stücke der petit suite von Borodin gehört, die mir auch gefielen. Am Freitag hab ich bei Doblinger angerufen, ob sie die Noten haben. Nicht lagernd.
–
Heute sprach jemand vom Klavierauszug der Unvollendeten von Schubert. Ich hatte den, allerdings finde ich nur mehr einen Teil der Noten. Irgendwann war da der Hund (im wahrsten Sinne des Wortes) im Spiel. Während ich aber noch den Rest der Noten suchte, fiel mir die Petite Suite in die Hände. Ich hatte die Noten sogar.
Sofort setzte ich mich hin und nach einer Stunde hatte ich die Suite so recht und schlecht zweimal durchgespielt. Sofronitsky spielt die Mazurka 1 wesentlich schneller, als ich es für richtig empfinde. Leider habe ich den zweiten Teil seiner Einspielung nicht gefunden.
Aber das ist eine ganz allerliebste Reihe von Stücken. Das macht großen Spass es zu spielen.

Das sind die ersten drei Stücke davon. Jetzt fehlt also noch die Mazurka 2 und die Reverie. Aber um sich vorzustellen, wie der Stil der Stücke ist, reicht das Muster schon ganz gut.


Und das ist mein persönlicher Luxus, dass ich das erstens fast vor Mitternacht und zweitens praktisch vom Blatt spielen kann. Meine Freunde wissen, dass ich das nicht übertreibe.




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