Archive for the ‘Lesen’ Category
Im Jahr 2007 traf ich bei einer Konferenz und der damit verbundenen Herstellerausstellung auf eine Firma, die ein sehr hübsches Give-Away hatte. Keine Zuckerln, Kugelschreiber oder Mozartkugeln, wie wir selbst sie immer dabei haben, sondern ein sehr empfehlenswertes Buch von Marco Wehr Welche Farbe hat die Zeit?. (ISBN 978-3-8218-5793-0) Es tat nichts zur Sache, dass dich das Buch gerade erst vor kurzem gekauft hatte, da es im Radio beschrieben war.
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Um ganz andere Farben geht es beim Anlass zu diesem Beitrag. Vor wenigen Tagen sah ich im Fernsehen einen Film, von dem ich den Text nicht verstand, weil ich den Ton nicht hören konnte, die Untertitel aber auch nicht verstehen konnte. Trotzdem war ich ziemlich sicher, dass es sich um eine Verfilmung eines Terry Pratchett-Romans handeln musste. Als ich dann auf kyrillisch „Rhincewind“ ausmachen konnte fand ich meine Bestätigung.
Heute schalte ich zufällig auf ATV und finde den gleichen Film im österreichischen Fernsehen. (Er wurde 2008 als Zweiteiler für Sky gedreht.)
Ich habe keine Zeit, ihn mir in Ruhe anzusehen. Ich sollte eigentlich schon längst in der Firma sein.
Doch erinnere ich mich mit Vergnügen daran, mit welcher Begeisterung ich die ersten Romane von der Scheibenwelt gelesen habe. Die ersten zehn habe ich verschlungen, später war ich nicht mehr ganz so gefesselt, obwohl sich am Stil nicht viel verändert hatte.
Sehr hübsch ist im Film die laufende Truhe gezeigt, die ich mir auch wirklich so vorgestellt hatte.
Der erste Roman von der Scheibenwelt heißt Die Farben der Magie und ist als Einstieg auch hervorragend geeignet um sich mit dem Stil des Autors anzufreunden.
Aber wem schreibe ich das. Ich denke, dass die meisten meiner Leserinnen und Leser einige Bücher Pratchetts kennen werden.
fröhliche Feiertage und eine gute „Jahresüberwindung“ wünsche ich meinen Leserinnen und Lesern.
Im Prinzip gilt das allen mit zwei Ausnahmen.
Ausnahme 1: BonanzaMargot, dem die Feiertage laut wiederholten Einträgen irgendwo vorbeigehen. Es ist traurig, bei ihm über soviel Resigniertheit zu lesen.
Ausnahme 2: Elsa Laska. Diese Frau versprüht derartig viel bösartiges Gedankengut innerhalb einer an sich positiv anmutenden Gemeinschaft, dass ich sie da nicht einschließe. (Wobei sie wahrscheinlich eh nicht bei mir liest.)
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Jetzt kommt aber noch die Ausnahme von den Ausnahmen: man kann Weihnachten nicht feiern, (selbst wenn man bestimmten christlichen Auswüchsen negativ gegenübersteht) wenn man nicht einen Frieden gefunden hat. Und der Frieden gestattet es nicht, irgendjemand davon auszuschließen. Daher sind die obigen zwei Ausnahmen ebenfalls in die Festtagswünsche inkludiert. (Einfach zwangsweise:), weil mir bestimmte Erkenntnisse wichtiger sind als meine eigenen Aversionen.
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Und wer die Wünsche nicht annehmen will, mag selber entscheiden, wie er sie entsorgt:)
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Für all diejenigen, die normalerweise immer ein Weihnachtsschreiben von mir bekommen haben, entschuldige ich mich für heuer. Es wird in absehbarer Zeit einen Todesfall geben und es fällt mir schwer, hier einfach über die Belanglosigkeiten des täglichen Lebens zu schreiben.
Ich werde diese Weihnachtsschreiben vielleicht noch nachholen.
Vor 50 Jahren ist Anna Achmatowa gestorben
Sie schreibt über ihre Begegnung mit Robert Frost zu einem Zeitpunkt,als sie wieder „fast“ präsentabel war.
„Bei mir zu Hause durfte ich ihn doch nicht empfangen. Das Potjomkinsche Dorf wurde in der Datscha des Akademiemitglieds Alexejew errichtet. Ich weiß nicht mehr, woher man diese feine Tischdecke, das Kristall geholt hatte. Ich wurde festlich frisiert, elegant gekleidet… Und dann erscheint ein alter Mann. Ein amerikanischer Opa, aber so einer, wissen Sie, der schon langsam zu einer Oma wird: rötliche Backen, weiße Haare, sehr munter. Wir sitzen nebeneinander in Korbsesseln, man legt uns allerlei Leckerbissen vor, schenkt uns verschiedene Weine ein. Wir unterhalten uns in aller Ruhe. Aber ich denke immerzu: Du, mein Lieber, bist also ein Nationaldichter, jedes Jahr, jedes Jahr bringt man deine Bücher heraus, und natürlich gibt es bei dir keine Gedichte, die nur „für die Schublade“ geschrieben wurden. Alle Zeitungen und Zeitschriften rühmen dich, in den Schulen hören die Schüler von dir, der Präsident empfängt dich als Ehrengast. Dir sind alle denkbaren Ehrungen, Reichtum und Ruhm zuteil geworden. Und ich? Welche Hunde hat man nicht auf mich gehetzt! In welchen Dreck hat man mich nicht getreten?!
Alles gab es – Armut, Elendsschlangen vor den Gefängnissen, Angst, Gedichte, die man nur auswendig kannte, nur im Kopf hatte, und verbrannte Gedichte. Demütigungen und Leid, immer wieder Leid… Nichts von all dem weißt du und würdest es auch nicht verstehen, wenn ich davon erzählte… Aber nun sitzen wir nebeneinander, zwei alte Menschen in Korbsesseln. So als ob es keine Unterschied gäbe. Und das Ende wird für uns beide das gleiche sein. Aber vielleicht ist der Unterschied auch nicht so groß?“
Und zwei Gedichte:
Der nicht gegangene Weg
Zwei Wege trennten sich im fahlen Wald
und, weil ich nicht auf beiden konnte gehn
und einer bleiben, macht‘ ich lange Halt
und schaute auf des einen Wegs Gestalt,
soweit ich durch die Büsche konnte sehn.
Ging dann den andern – der, genauso schön,
den größer’n Anspruch hatte auf Gebrauch,
denn Gras wuchs drauf und brauchte Drübergehn –
obgleich die Wand’rer, muß ich schon gestehn,
gebrauchten einen wie den andern auch.
Sie lagen vor mir, beide gleich, zuhauf
mit Blättern, die kein Tritt noch aufgestört.
Ich hob mir einen Weg für später auf!
Doch Wege führ’n zu and’rer Wege Lauf:
Ich wußte wohl, daß keiner wiederkehrt.
Und seufzend werd‘ ich einmal sicherlich
es dort erzählen, wo die Zeit verweht:
Zwei Waldeswege trennten sich und ich –
ich ging und wählt‘ den stilleren für mich –
und das hat all mein Leben umgedreht.
[nicht von Achmatowa und den Übersetzer kenne ich nicht 🙂 ]
Aber das Gedicht ist eines der berühmtesten, welche die Studenten bestimmter Studienrichtungen einfach auswendig kennen müssen.
Und ein ganz anderes:
Die Rauhnächte waren von Feuern erwärmt,
Es rollten die Kutschen dicht über die Brücken.
Die in Trauer gekleidete Stadt
Schwamm mit unbekannter Bestimmung
Die Newá hinab oder gegen den Strom, −
Nur fort von den Gräbern.
Es dunkelte der Galernaja Bogen,
Im Sommergarten die Wetterfahne
Sang im Falsett, und der silberne Mond
Fror hell überm Silber der Zeit.
Und weil sich auf allen Wegen
Und bis zu allen Schwellen hin
Zu langsam der Schatten genähert,
Riß der Wind von der Wand die Plakate,
Tanzte der Wind auf dem Dach Kasatschok,
Roch der Flieder nach Friedhof.
Und, verflucht von der Zarin Awdotja,
Versank in ihrem Nebel die Stadt,
Das dämonische Petersburg Dostojewskis.
Und aus der Finsternis sah
Wieder der alte versoffene Piter,
Wie vor der Hinrichtung schlug eine Trommel…
Und in der frostigen Schwüle des Vorkriegs,
In der verbuhlten und drohenden, hörte
Man immer ein künftiges Grollen.
Doch damals wars dumpfer zu hören,
Obwohl: die Seelen hats kaum gestört,
Es versank in den Schneewächten an der Newá.
Aber so wie ein Mensch im Spiegel der Nacht
Wie ein Besessener tobt und sich nicht
Wiedererkennt, näherte sich auf dem Kai,
Dem legendären, das nicht reguläre −
Das wirkliche neue Jahrhundert.
[Übersetzt von Heinz Czechowski]
Wenn ein Eintrag fünf unterschiedliche Kommentare von mir hervorruft, könnte er vielleicht von allgemeinem Interesse sein, vor allem, weil der Eintrag selbst recht kurz formuliert ist.
Nein, das wird keine Hommage.
Das ist ein einfacher Tagebuch-Eintrag.
Was sich allerdings auf Bloggen etc. bezieht, habe ich für ökonomische LeserInnen fett hervorgehoben.
Ich war ja eigentlich nicht da. Ich hatte mich schon lange vorher für allfälliges Fernbleiben entschuldigt. Von einer Nürnbergreise zurückkommend wäre es sich nicht ausgegangen. Ich hätte hingewollt und hätte auch die beiden anderen Termine, die ich an dem Abend hatte, (schließlich war es ein Donnerstag) zugunsten eines Besuchs geopfert.
Und dann gab es noch weitere Hindernisse.
Zwar konnte Zugreise zurück nach Wien früher angetreten werden als ursprünglich vorausgesehen. Trotzdem war ich von dem Tag und dem Tag davor saumüde. Vieles sprach dafür, vom Westbahnhof direkt nach Hause zu fahren und mich einfach niederzulegen.
Dann lockte die Möglichkeit. Nun war ich allerdings zu früh dran, also ließ ich mich von meinem Chef nach Hause einladen. Dort waren Kinder und eine weitere Mutter eines Schulkollegen des Sohnes meines Chefs.
Ich durfte mir die neuen Märklin-Lokomotiven ansehen. Doch als ich termingerecht wegmusste, war ich bereits als Vorleser von mindestens einem Astrid Lindgren-Buch verhaftet. Zum fantastischen Abendessen wurde ich genötigt.
Ich raffte mich dennoch auf, bestieg ein Taxi und fuhr in den zweiten Bezirk. Den Ort fand ich wohl, doch die Haustür war zugesperrt. Das hindert mich im allgemeinen nicht, trotzdem einen Einlass zu finden. Aber ich war hundsmüde, jetzt erst recht. Fünf Minuten gab ich mir noch, dann würde ich mich heimwärts trollen. Doch es öffnete sich die Tür und B.K. kam heraus, die mich begrüsste und darauf hinwies, dass es eine Überraschung gäbe.
Und dann war ich plötzlich mitten im Geschehen, günstigerweise war ich gerade in der Pause gekommen und konnte den zweiten Teil ungestört genießen.
Ich ging sogar noch mit zum Aprés-ski, doch dann siegte die Vernunft und ich verließ eine fröhliche Runde bereits vor Mitternacht. Es war nicht die letzte U-Bahn, die mich heimwärts führte. Ich war recht aufgedreht von den vergangenen Stunden. Der Nachtschlaf wurde durch das Wecken meiner Frau unterbrochen, die mir zum Hochzeitstag gratulierte. Feiern werden wir morgen. Den Hochzeitstag hatte ich nicht vergessen, aber ich war noch total benommen, als ich in der Früh aufwachte. Unter der Dusche stehend fiel mir ein, dass da ja noch etwas war. Genau. In einer Stunde sollte ich eine bzw. zwei Vorlesungen halten. Und meinen Rechner hatte ich beim Chef gelassen.
Trotzdem ging sich noch alles aus. Die Vorlesungen habe ich auch auf einem USB-Stick.
Weiter ging es am Nachmittag mit dem allgemeinen Jourfixe in unserer Firma, üblicherweise am ersten Freitag des Monats. Jetzt bin ich zuhause.
Die letzten Tage waren intensiv.
Aber was war denn jetzt gestern wirklich los?
Das ist dort, dort und dort viel besser beschrieben.
Mir bleibt ein autorisiertes Bild und die Erinnerung an einen Brief, den ich zwar hier schon gelesen hatte, welcher durch den Vortrag aber sehr an Dichte und Präsenz gewonnen hat. Durch das Lesen der Autorin wurde aus einer guten Geschichte eine Botschaft, die sich nicht nur an das adressierte Kind richtet. Wenn ich eine Empfehlung aussprechen darf, so sollte die Geschichte noch einmal gelesen und aufgenommen werden. Sound allein reicht durchaus. Und dann als Podcast veröffentlicht.
Vielleicht trifft das sogar auf alle Geschichten des gestrigen Abends zu. Doch bei dieser einen speziellen Geschichte wirkt das Vorlesen so, als würde eine Sonne aufgehen. Eine äthiopische, keine Tiroler oder Wiener. So eine richtig warme.
Untertitel: Was ich so lese
Als ich jung war, las ich sehr gerne Entwicklungsromane.
Es waren meistens Männer, die sich entwickelten. Ich erinnere mich noch sehr gut an meine Begeisterung vo Arrowsmith (Sinclair Lewis) oder „Of Human Bondage“ (W.S.Maugham). Ebenso gehörte der „Wilhelm Meister“ (s Lehrjahre) zu meiner Jugendlektüre und in Mignon muss ich wohl ebenso verliebt gewesen sein wie in Dostojewskis Sonja.
Als Kind las ich aber auch begeistert die Nesthäkchen-Bücher. Ich weiß nicht einmal, ob man das heute zugeben darf. Da wird sicher jemand Vorläufertum zum Nationalsozialismus zuordnen. Oder halt eine „heile, rechte Welt des Establishments.“
Je älter ich wurde desto häufiger waren die Hauptpersonen Frauen. Es war interessant zu lesen, wie Frauen ihr Leben erleben. Jane Austin war nicht so mein Fall, trotzdem fand ich nach dem Ansehen des Films „Stolz und Vorurteil“, dass ich etwas dazu gelernt hatte. Frauen haben mich immer sehr interessiert und ich hatte Glück, eine sehr tolerante Ehefrau an meiner Seite zu haben.
Diese brachte nun wieder andere Literatur in mein Leben. Eines der letzten Bücher, die ich in einem Sitz bis zum Ende durchlas, war „das Schloss aus Glas“ von Jeannette Walls.
Jetzt habe ich über dieses Medium hier ein weiteres Buch gefunden, es heruntergeladen und gestern nach der Arbeit in einem Zug durchgelesen. Es ist „Wegen der Schuld“ von Yenta E.
Das Buch hat bei mir eine Stimmung wie „Die andere Seite“ von Kubin ausgelöst. Eine zunächst nicht so schlimm erscheinende Gesamtsituation wird durch die Schilderung der Psychotherapie zu einem Albtraum transformiert.
Es kommt immer noch schlimmer.
Würde ich das Buch ohne Begleitinformation lesen, hätte ich vielleicht irgendwann zum Lesen aufgehört. Es wurde schlimmer und schlimmer und unvorstellbar, wie die Protagonistin, (wenn man sie überhaupt so nennen kann) die Kurve kratzen könnte.
Offensichtlich hat sie das geschafft, denn die Geschichte endet mit einem Nachwort, was zehn Jahre nach dem Geschehen spielt oder vielleicht überhaupt erst nach einer viel längeren Periode verfasst wurde. Das Überleben ist also geglückt.
Die Autorin hat geschrieben, dass sie den 2. Abschnitt stark gekürzt hat, um den roten Faden nicht zu zerstören. Vielleicht wird aus dem doch noch ein separates Buch.
Es ist schwer zu sagen, ob sich das Buch verkaufen wird. Alles ist möglich: vom Bestseller zum Ladenhüter.
Für mich finde ich ein Attribut dafür: „packend“.
Gegen dem Ende zu sind ein paar psychologische Befunde angeführt, deren Textierung einem die Haare aufstellen lässt.
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Und wie es im Nachwort heißt: es ist leider möglich, an sehr schlechte Psychiater zu geraten. Wie sehr sie ein Leben beeinflussen können, ist hier deutlich genug geschildert.
Nachsatz: Im Buch sind einige Vorfälle geschildert, die ich in meiner Jugend nie für möglich gehalten hatte. Oder jedenfalls als sehr selten angesehen hätte. Mittlerweile kenne ich Statistiken über inzestuösen Missbrauch und bin überhaupt nicht skeptisch, wenn ich Berichte darüber lese. Aber manchmal ist es für mich unvorstellbar, was sich Menschen gefallen lassen. Wirklich unglaublich.
Ein alter Beitrag aus dem Jahr 2005, der sonst hier stehen würde:
Eine Fabel
Die Leser meiner Wassergeschichte muss ich noch etwas vertrösten, zwar hat sich der Inhalt schon recht nett weiter entwicklelt, doch die Ausformulierung erfordert einen Grad an Ruhe, den ich zur Zeit nicht hatte. Ich glaube, dass bald wieder neue Kapitel erscheinen werden. Die Ordnung im Blog ist bereits verbessert und die Kapitel können einzeln angewählt werden.
Die Fortsetzung der Wassergeschichte finden künftig dort statt.
Neues Kapitel: Erinnerungen.
Neues Kapitel: Telefon.
Neues Kapitel: Simultandenken
Neues Kapitel: die Pleite
Neues Kapitel: Im Restaurant
Neu: Ein weiterer Eintrag zu >>>Paralipomena
– dort dem Link folgen;)
Neues Kapitel: Vera
Neues Kapitel: Otto
Neues Kapitel: Gibt es Zufälle ?
Neues Kapitel: Darf man darüber reden ?
Zusätzlich neu gibt es etwas über einen ziemlich unbekannten Komponisten: >>>George Onslow.
Und für die, welche es interessiert, ein bisschen etwas über meine derzeitige Tätigkeit in Belgrad. (auf englisch) Die zukünftigen Mitarbeiter arbeiten begeistert mit.
Hier geht es zur ersten Seite nach dem Umzug:
>>>Umzug
Kinder fragen. Gerne und oft. Wie sollen sie sonst an Information herankommen.
„Gib a Rua!“
„Das brauchst Du noch nicht wissen.“
„Ich hab jetzt keine Zeit.“
„Dazu bist Du noch zu klein.“
…
Die Liste kann beliebig fortgesetzt werden.
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Kann das schuld sein?
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P.S.
Ich kann mich nicht erinnern, dass mein Vater je so reagiert hätte. Später hat er gesagt, dass ich für bestimmte Dinge noch zu jung wäre, aber dann hat er doch versucht, mir den Faust zu erzählen und die Vektorrechnung zu erklären. Ich war einfach neugierig.
Das ist natürlich nur etwas für Leute, die Russisch können oder es sich zumindest gerne anhören wollen und an Literatur interessiert sind. Das ist die erste Episode einer neueren Fernsehverfilmung von Master und Margarita aus dem Jahr 2005. Interessant ist hier das Vorkommen der gesamten Pilatus-Erzählung also des Romans im Roman. Die Schauspieler sind großartig und die Verfilmung absolut buchgetreu. In der ersten Episode sieht man nicht den Kater. Da verweise ich auf Episode 4.
http://www.youtube.com/watch?v=pTnFTlVQe4Q
The Master and Margarita (2005) Ep. 1/10
http://www.youtube.com
http://www.facebook.com/cinematicart Optional Subtitles (ENGLISH, SPANISH, PORTUGUESE, GERMAN, RUSSIAN, ROMANIAN)
Der Beginn findet sich dort.
Die Regeln
Währenddessen spielte sich anderswo eine heftige Diskussion ab. Die Heftigkeit zeigte sich nicht durch Lautstärke oder Körpereinsatz. Es wurde ganz ruhig gesprochen. Doch die Aussagen waren so konträr und die dazu gehörenden Beweisführungen so kompliziert, dass es schien, als würden sich die Aussagen ins Wort fallen und der eine nicht warten, bis der andere zu Ende gesprochen hatte.
Für einen, der die Hintergründe nicht verstand, hörte es sich ungefähr so an:
„Wir betrachten die Phase 2000. Unschärfen sind erlaubt und werden akzeptiert werden.“ Dieser Satz wurde durch eine Reihe von Zitaten begleitet, welche alle auf bestimmte Unlösbarkeiten, die der Mensch im Zuge der Zeit gefunden hatte, eingingen.
„Wir können nicht das Absolute darstellen und dann würfeln, ob wir zu einer Frage ja oder nein sagen.“ Diese Aussage wurde von dogmatischen Beispielen untermalt, die den Beweis erbringen sollten, dass der Glaube Berge versetzt.
Die Debatte verlief einige Zeit, bis einer, der bis dahin nichts gesprochen hatte, sich einmischte.
„Wir können die Frage nicht beantworten. Wenn wir aber jetzt eine Entscheidung treffen, muss sie auch später noch begründbar sein. Wir müssen also irgendwann die Möglichkeit haben, festzustellen, ob wir heute richtig waren oder nicht. Dazu benötigen wir ein Orakel, welches die Frage von einer anderen Seite beleuchtet. Dieses Orakel haben wir nicht. Es bleibt uns also nichts Anderes übrig, als zusätzliche Daten zu sammeln und die Untersuchung auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen.“
„Das haben wir doch auch schon früher so gemacht und das Resultat war immer dasselbe. Dann können wir das Resultat jetzt aufgrund der früheren Erfahrungen festlegen.“
Es ging noch einige Zeit hin und her. Die Meinung der momentanen Unentscheidbarkeit setzte sich durch. Doch jetzt ging die Diskussion in eine andere Richtung.
„Soll er wieder Wasserträger werden? Die meisten gehen bereits an einem Glas zugrunde.“
„Wenn wir die Frage beantwortet haben wollen, so muss er wieder Wasserträger sein. Sonst werden wir keine hinreichende Auskunft bekommen.“
„Wenn er sofort stirbt, werden wir nicht mehr wissen als jetzt.“
„Dieses Problem lässt sich leicht behandeln. Er bekommt kein neues Wasser. Wir nehmen das, welches bereits in ihm ist.“
Ein neuer Anfang
…
