Archive for the ‘Lesen’ Category

Wasser – Fortsetzung

Der Beginn findet sich dort.
Die Regeln
Währenddessen spielte sich anderswo eine heftige Diskussion ab. Die Heftigkeit zeigte sich nicht durch Lautstärke oder Körpereinsatz. Es wurde ganz ruhig gesprochen. Doch die Aussagen waren so konträr und die dazu gehörenden Beweisführungen so kompliziert, dass es schien, als würden sich die Aussagen ins Wort fallen und der eine nicht warten, bis der andere zu Ende gesprochen hatte.
Für einen, der die Hintergründe nicht verstand, hörte es sich ungefähr so an:
„Wir betrachten die Phase 2000. Unschärfen sind erlaubt und werden akzeptiert werden.“ Dieser Satz wurde durch eine Reihe von Zitaten begleitet, welche alle auf bestimmte Unlösbarkeiten, die der Mensch im Zuge der Zeit gefunden hatte, eingingen.
„Wir können nicht das Absolute darstellen und dann würfeln, ob wir zu einer Frage ja oder nein sagen.“ Diese Aussage wurde von dogmatischen Beispielen untermalt, die den Beweis erbringen sollten, dass der Glaube Berge versetzt.
Die Debatte verlief einige Zeit, bis einer, der bis dahin nichts gesprochen hatte, sich einmischte.
„Wir können die Frage nicht beantworten. Wenn wir aber jetzt eine Entscheidung treffen, muss sie auch später noch begründbar sein. Wir müssen also irgendwann die Möglichkeit haben, festzustellen, ob wir heute richtig waren oder nicht. Dazu benötigen wir ein Orakel, welches die Frage von einer anderen Seite beleuchtet. Dieses Orakel haben wir nicht. Es bleibt uns also nichts Anderes übrig, als zusätzliche Daten zu sammeln und die Untersuchung auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen.“
„Das haben wir doch auch schon früher so gemacht und das Resultat war immer dasselbe. Dann können wir das Resultat jetzt aufgrund der früheren Erfahrungen festlegen.“
Es ging noch einige Zeit hin und her. Die Meinung der momentanen Unentscheidbarkeit setzte sich durch. Doch jetzt ging die Diskussion in eine andere Richtung.
„Soll er wieder Wasserträger werden? Die meisten gehen bereits an einem Glas zugrunde.“
„Wenn wir die Frage beantwortet haben wollen, so muss er wieder Wasserträger sein. Sonst werden wir keine hinreichende Auskunft bekommen.“
„Wenn er sofort stirbt, werden wir nicht mehr wissen als jetzt.“
„Dieses Problem lässt sich leicht behandeln. Er bekommt kein neues Wasser. Wir nehmen das, welches bereits in ihm ist.“
Ein neuer Anfang

Dort, wo man nicht ist

Nein, das wird keine Hommage.
Das ist ein einfacher Tagebuch-Eintrag.
Was sich allerdings auf Bloggen etc. bezieht, habe ich für ökonomische LeserInnen fett hervorgehoben.

Ich war ja eigentlich nicht da. Ich hatte mich schon lange vorher für allfälliges Fernbleiben entschuldigt. Von einer Nürnbergreise zurückkommend wäre es sich nicht ausgegangen. Ich hätte hingewollt und hätte auch die beiden anderen Termine, die ich an dem Abend hatte, (schließlich war es ein Donnerstag) zugunsten eines Besuchs geopfert.
Und dann gab es noch weitere Hindernisse.
Zwar konnte Zugreise zurück nach Wien früher angetreten werden als ursprünglich vorausgesehen. Trotzdem war ich von dem Tag und dem Tag davor saumüde. Vieles sprach dafür, vom Westbahnhof direkt nach Hause zu fahren und mich einfach niederzulegen.
Dann lockte die Möglichkeit. Nun war ich allerdings zu früh dran, also ließ ich mich von meinem Chef nach Hause einladen. Dort waren Kinder und eine weitere Mutter eines Schulkollegen des Sohnes meines Chefs.
Ich durfte mir die neuen Märklin-Lokomotiven ansehen. Doch als ich termingerecht wegmusste, war ich bereits als Vorleser von mindestens einem Astrid Lindgren-Buch verhaftet. Zum fantastischen Abendessen wurde ich genötigt.
Ich raffte mich dennoch auf, bestieg ein Taxi und fuhr in den zweiten Bezirk. Den Ort fand ich wohl, doch die Haustür war zugesperrt. Das hindert mich im allgemeinen nicht, trotzdem einen Einlass zu finden. Aber ich war hundsmüde, jetzt erst recht. Fünf Minuten gab ich mir noch, dann würde ich mich heimwärts trollen. Doch es öffnete sich die Tür und B.K. kam heraus, die mich begrüsste und darauf hinwies, dass es eine Überraschung gäbe.
Und dann war ich plötzlich mitten im Geschehen, günstigerweise war ich gerade in der Pause gekommen und konnte den zweiten Teil ungestört genießen.
Ich ging sogar noch mit zum Aprés-ski, doch dann siegte die Vernunft und ich verließ eine fröhliche Runde bereits vor Mitternacht.
Es war nicht die letzte U-Bahn, die mich heimwärts führte. Ich war recht aufgedreht von den vergangenen Stunden. Der Nachtschlaf wurde durch das Wecken meiner Frau unterbrochen, die mir zum Hochzeitstag gratulierte. Feiern werden wir morgen. Den Hochzeitstag hatte ich nicht vergessen, aber ich war noch total benommen, als ich in der Früh aufwachte. Unter der Dusche stehend fiel mir ein, dass da ja noch etwas war. Genau. In einer Stunde sollte ich eine bzw. zwei Vorlesungen halten. Und meinen Rechner hatte ich beim Chef gelassen.
Trotzdem ging sich noch alles aus. Die Vorlesungen habe ich auch auf einem USB-Stick.
Weiter ging es am Nachmittag mit dem allgemeinen Jourfixe in unserer Firma, üblicherweise am ersten Freitag des Monats. Jetzt bin ich zuhause.
Die letzten Tage waren intensiv.
Aber was war denn jetzt gestern wirklich los?
Das ist
dort, dort und dort viel besser beschrieben.
Mir bleibt ein autorisiertes Bild und die Erinnerung an einen Brief, den ich zwar hier schon gelesen hatte, welcher durch den Vortrag aber sehr an Dichte und Präsenz gewonnen hat. Durch das Lesen der Autorin wurde aus einer guten Geschichte eine Botschaft, die sich nicht nur an das adressierte Kind richtet. Wenn ich eine Empfehlung aussprechen darf, so sollte die Geschichte noch einmal gelesen und aufgenommen werden. Sound allein reicht durchaus. Und dann als Podcast veröffentlicht.
Vielleicht trifft das sogar auf alle Geschichten des gestrigen Abends zu. Doch bei dieser einen speziellen Geschichte wirkt das Vorlesen so, als würde eine Sonne aufgehen. Eine äthiopische, keine Tiroler oder Wiener. So eine richtig warme.

Bücher

Bei KittyKoma gibt es einen wunderbaren Bücherfragebogen.
Ich fange also auch einmal mit der Beantwortung an:
(Anmerkung für Eilige und/oder Gäste aus Deutschland: bitte zuerst einmal zur Frage 31 scrollen! 🙂 )
1. Das Buch, das du zurzeit liest
Zur Zeit lese ich kein Buch, ich blogge gerade.
Das letzte Buch, was ich gerade zu Ende gelesen habe, war Cornelia Funkes Reckless, Steineres Fleisch. Das hatte ich an sich für meine Tochter gekauft.
Zurzeit lese ich, was am Häusl zu oberst liegt: „Lass Los“ von Penny McLean und „Objektorientierte Programmierung mit Python 3“ von Michael Weigend.
2. Das Buch, das du als nächstes liest/lesen willst
Da gab es was. Irgendwas über Requirement-Management und allenfalls etwas über ATAM. Ich muss mich für meine nächste Vorlesung vorbereiten.
3. Dein Lieblingsbuch
Da gibt es so viele, dass es unfair wäre, irgendwie eine Reihung vorzunehmen. Lange Zeit war es der Steppenwolf von Hermann Hesse, aber das trifft heute nicht mehr zu. Ich bin schon älter als der Protagonist. „Master und Margarita“ von Bulgakov könnte zutreffen oder auch die Strudelhofstiege von Heimito von Doderer. Und dann gibt es auch Fachbücher, die zu meinen Lieblingsbüchern zählen. „Forth“ von Leo Brodie oder „Code Complete“ von Steve McConell oder, oder …
4. Dein Hassbuch
kann ich nicht beantworten. Hassbücher würde ich nach wenigen Seiten weglegen. Vielleicht sollte ich die Bibel oder den Koran nennen, oder „mein Kampf“ oder „das Kapital“.
Nein, es gibt kein Hassbuch für mich.
5. Ein Buch, das du immer und immer wieder lesen könntest
Da gibt es einige, weil ich ja tatsächlich manche Bücher immer wieder und wieder lese. Siehe unter 3 Lieblingsbücher.
„Das Ende einer Affäre“ von Graham Greene. Und früher einmal „The Pearl“, die aber aus anderen Gründen.
6. Ein Buch, das du nur einmal lesen kannst (egal, ob du es hasst oder nicht)
Z.B. DaVinci-Code. Da kann ich nicht nur das Buch nur einmal lesen, sondern auch der Autor ist damit für mich gestorben.
7. Ein Buch, das dich an jemanden erinnert
Da gibt es viele. Aber ich nenne einmal „Die Vielgeliebte“ von Jörg Mauthe. Das erinnert mich an eine Jugendliebe von mir, die Ähnlichkeiten mit der Hauptfigur aufwies.
8. Ein Buch, das dich an einen Ort erinnert
„Die Strudelhofstiege“ ist unlösbar mit der Semmeringgegend verbunden.
„Hotel New Hampshire“ ist mit meiner Amerika-Zeit verbunden.
9. Das erste Buch, das du je gelesen hast
Keine Ahnung. Vielleicht „Florians wunderbare Reise über die Tapete“ von Ginzkey. Das hat mir meine Schwester vorgelesen und es könnte sein, dass es das erste ist, wo ich die Buchstaben mit dem Text in Verbindung brachte. Sicher bin ich aber nicht.
10. Ein Buch von deinem Lieblingsautoren/deiner Lieblingsautorin
Es gibt keinen Lieblingsautor oder Autorin. Es wäre unfair, zu reihen.
11. Ein Buch, das du mal geliebt hast, aber jetzt hasst
Fällt mir keines ein.
12. Ein Buch, das du von Freunden/Bekannten/… empfohlen bekommen hast
Da fällt mir „Die Eleganz des Igels“ von Muriel Barbery ein, empfohlen von einer schreibenden Bloggerin.
13. Ein Buch, bei dem du nur lachen kannst
Die Bücher von Thomas Sharpe, bei denen ich solche Lachanfälle bekam, dass sich einer der Passagiere, der hinter mir im Flugzeug saß, zu mir nach vorne beugte und fragte: „Are you quite ok, Sir?“ –
„Yes, I am just reading Porterhouse Blue by Tom Sharpe.“ – Oh yes, I see!“ chuckle, chuckle, chuckle. And both guys behind me started an hilarious laughter.
14. Ein Buch aus deiner Kindheit
Rose, Linde, silberner Stern. Ich habe gesehen, dass dieses Buch wieder verfügbar ist, aber ich habe es mir noch nicht besorgt. Ich weiß nur, dass ich es wunderbar fand.
15. Das 4. Buch in deinem Regal von links
16. Das 9. Buch in deinem Regal von rechts
So, bitte welches Regal soll das sein. Ich habe nur Regale und Kästen. Ich nehme einmal das Regal neben meinem Bett. Welche Reihe?
Also zweitoberste Reihe:
ad 15: „Die Kindheit des Zauberers“ von Hermann Hesse
ad 16: „Madame Curie“ von Eve Curie (ihrer Tochter)
17. Augen zu und irgendein Buch aus dem Regal nehmen
„Das sterbende Tier“ von Philip Roth
18. Das Buch mit dem schönsten Cover, das du besitzt
Keine Ahnung. Hängt von meiner Stimmung ab. Irgendeines der Kunstbücher.
19. Ein Buch, das du schon immer lesen wolltest
Wenn ich ein Buch lesen will, dann lese ich es auch. Aber vielleicht kann ich hier den „Mann ohne Eigenschaften“ von Musil anführen, denn durch den habe ich mich noch nie vollständig durchgekämpft.
20. Das beste Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast
Faust? – Was für eine blöde Frage. Was heisst „das beste“?
21. Das blödeste Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast
Es gab sicher eines, aber das habe ich aus genau dem Grund bereits verdrängt.
22. Das Buch in deinem Regal, das die meisten Seiten hat
Ich glaube, dass in dem bewussten Regal die „Strudelhofstiege“ mit über 1000 Seiten oder „die Dämonen“ gewinnen wird.
23. Das Buch in deinem Regal, das die wenigsten Seiten hat
Ein Abriss: „Was Sie nach 50 noch für Ihr Sexleben tun können“
24. Ein Buch, von dem niemand gedacht hätte, dass du es liest/gelesen hast
Ich glaube, man traut mir alles zu. Aber vielleicht glauben die Blogger nicht, dass ich die Mutzenbacherin (von Felix Salten) fast auswendig kann;)
25. Ein Buch, bei dem die Hauptperson dich ziemlich gut beschreibt
Das habe ich früher von vielen Büchern gedacht. Ich habe mich immer sehr gut identifizieren können.
Keine Ahnung, wen ich da anführen sollte.
26. Ein Buch, aus dem du deinen Kindern vorlesen würdest
„Der kleine Prinz“ von St. Exupery.
27. Ein Buch, dessen Hauptperson dein „Ideal“ ist
Ich nehme an, dass dies früher einmal eine Biografie über Sauerbruch war.
28. Zum Glück wurde dieses Buch verfilmt!
Es ist ein Verbrechen, Bücher zu verfilmen. (Ausgenommen Drehbücher)
„Eine Frau zu ficken ist gut. Wie viel besser ist es, sie in den Arsch zu ficken“. Nein, praktisch jede Verfilmung ist in Wirklichkeit von pornografischem Charakter geprägt.
Aber einmal positiv betrachtet:
„Wenn die Gondeln Trauer tragen“ war eine wunderbare Verfilmung eines Romans von Daphne du Maurier.
Und dann erinnere ich mich an „die Marquise von O“ von Kleist. In der Verfilmung hat Bruno Ganz eine Glanzleistung geliefert. Es gibt ein paar gute Filme. Doch sie können nicht an den Film in meinem Kopf heranreichen, wenn ich ein Buch lese.
29. Warum zur Hölle wurde dieses Buch verfilmt?
Welches Buch? Besser wäre zu fragen, welche Bücher?
30. Warum zur Hölle wurde dieses Buch noch nicht verfilmt?
Also da nenne ich einmal „die letzten Tage der Menschheit“ Band 1 und Band 2 von Karl Kraus. Dann würden die Menschen vielleicht sich selbst im Spiegel sehen. Und sie müssten festgebunden werden, damit sie die 22 Stunden dauernde Verfilmung auch bis zu Ende sehen, mit allen Auswüchsen, zu denen der Mensch fähig ist.
31. Das Buch, das du am häufigsten verschenkt hast
Soweit ich mich erinnern kann, war das entweder „Flow“ von Mihaly Csikszentmihalyi oder „Payback“ von Frank Schirrmacher.
Aber natürlich ist das falsch, denn in Wirklichkeit habe ich am häufigsten (beruflich und privat) den Bildband mit den Wiener Photograhien, die der Partner einer Bloggerin, Heinz Szolarz, gemacht hat, verschenkt.
Und zwar so oft, dass ich erst seit heute wieder ein eigenes Exemplar dieses Buches habe. Bitte dort nachfragen.

Jugendgeschichte 1784

Im Nachlass meines Großvaters fand sich einst eine Geschichte, mit einer alten Schreibmaschine getippt, auf so dünnem Papier, dass es sogar den Mäusen gut geschmeckt zu haben scheint.
Ich selbst habe schon einmal die erste Seite auf einer der ersten mit speicher versehenen Schreibmaschinen (ich glaube, es war eine Philips) abgetippt. Damals blieb es dabei. Die Geschichte ist aber einfach zu urig, um in Vergessenheit zu geraten.
Es handelt sich um meine Vorfahren und die Geschichte selbst hat auch einiges zu bieten.
Ich tippe sie jetzt ab und behalte dabei sowohl die Schreibweise als auch einige Fehler, die vermutlich unbeabsichtigt beim ersten Tippen vor vielleicht 60 Jahren entstanden sind. Ebenso behalte ich gesperrte Namen bei. Die einzige Änderung, die ich mir erlaubt habe, ist das Anfügen eines Leerzeichens nach Beistrichen, von denen einige auch einmal fehlen.
Viel Spass beim Lesen.

Seite 1 und 2 von 33.
Jugendschichte
Unserer theuren Mutter
J O S E F A S W O B O D A, geborene H A A S,
zu W e i l e r bei Bregenz
Vorarlberg’schen am 20. November 1784 geboren. –
Ihren Nachkommen erzählt in schlichter, wahrgetreuer Weise von ihrem sie hochverehrenden Sohne L O U I S.
I.
E i n l e i t u n g .
An einem heissen Sommer-Mittage des Jahres 1762 trat ein hübscher Bursche mit einem Ränzel am Rücken in die Gaststube des Brauhauses zu Weiler, einem Marktflecken bei Bregens im Vorarlbergischen.
Hitze und Müdigkeit liessen ihn kaum die schmucke Dirne beachten, die ihm das auf seinen Wunsch frisch aus dem Keller geholte Bier kredenzte. Erst, nachdem er seinen Durst genügend gestillt, weidete sich sein Auge an dem hübschen Gesichtchen und den gefälligen Formen des geschäftigen Mädchens, und bard ward die Bekanntschaft näher gemacht.
Die schöne Dorfhebe war die Tochter des reichen Braumeisters Linder, Anastasia, der Fremde dagegen nannte sich Haas und gab vor, Handel mit allerlei Artikel zu treiben, was auch der Zweck seiner Ankunft im Flecken wäre.
Des fremden Händlers Anwesenheit im Dorfe verlängerte sich nun sonderbarer Weise über die Massen; oft sprach er im Brauhause ein, und wusste sich bald das Wohlwollen Aller von der Wirthschaft, besonders aber Stasels zu erwerben. Als er nun gar dem alten Linder erzählte, sein Bruder sei ein reicher Lederermeister in Wien, der ihn, seinen nächstem und einzigen Verwandten, bei einer allfallsigen Wendung seiner Verhältnisse nicht im Stiche lassen würde, als er endlich mit der Farbe herausrückte, und förmlich um die Hand der schönen Stasel anhielt, da lugte der Vater seitwärts zur lauschenden hocherröthenden Tochter, dann gab er lächelnd und freudig seine Einwilligung, seinen Segen. Haas nahm nun wirklich von seinem Bruder in Wien die für die damalige Zeit grosse Summe von achthundert Gulden zu leihen, und eröffnete unweit seines künftigen Schwiegervaters Hause ein Wirthsgeschäft, dass er zur „K r o n e“ nannte.
Bald wurde Hochzeit gefeiert, zum nicht geringen Aerger der Dorfburschen, denen der fremde Hoorzopfer, wie sie Haas seines gewaltigen Zopfes wegen nannten, das schönste Sputele weit und breit wegkaperte.
Die erste Zeit ihres Ehestandes schwand dem neuen Paare in Wonne und Freude dahin, bald jedoch wurde dem Manne die Stube zu enge, die alte Gewohnheit des Wanderns von einem Orte zum andern machte sich abermals geltend. Er fieng seinen Handel wieder an, mit Käse, Schnecken u.s.w., die er nach Wien in einem Flosse auf der Donau transportirte, und dort gut absetzte: sein Fahrzeug verkaufte er dann und machte die Heimreise meist zu Fuss.
Da er jedoch dabei selbst viel verbrauchte, unter welchen Ausgaben der Wein nicht die kleinste Rolle spielte, so trugen diese Reisen wenig Gewinn.
Auch nahm er öfters Leute, die nach Wien zu reisen wünschten, in seiner Zille gegen geringes Entgeld mit. So brachte er auch unter andern den durch sein tragisches Ende bekannten Abbé B l a n k, seinen nächsten Nachbar in Weiler, an dessen unglückseligen Bestimmungsort.
Sein junges Weibchen versah indessen recht gut die Wirthschaft. Von den damaligen und dortigen Gasthaus-Zuständen kann man sich einen Begriff machen, wenn man hört, dass die „Krone“ mit einem Eimer Wein ein Vierteljahr versorgt war, und wenn Jemand ein Glas Bier holte, gefragt wurde, ob zu Hause ein Kranker wäre der Bier brauchte. Jetzt ist diess freilich anders geworden.
Einstmals überredete er seine Frau mit ihm nach Wien zu fahren, da der Bruder ohnediess neugierig wäre, seine neue Schwägerin kennen zu lernen, wozu sie sich auch gerne bereit erklärte.
Sie kamen einige Tage vor dem Rohnleichnams-Feste in der grossen Stadt an, und wohnten dieser Feier auch bei, nachdem ihnen der Schwager einen recht guten Platz „zum Sehen“ verschafft hatte.
Als Kaiser Josef II. hart an ihnen vorüberging, blieb er, angenehm überrascht beim Anblick seiner in ihrem schönsten Schmucke, im knappen brennrothen Mieder mit silbernen Spangen eingezwängten wunderhübschen Unterthanin einen Moment stehen, worüber diese über und über erröthete, und in ihrer Einfalt schon glaubte, der Monarch wolle sich in eine Unterredung mit ihr einlassen.
Dass alle diese früher nie gesehenen Herrlichkeiten viel und auf lange Zeit Stoff zur Unterhaltung nach ihrer Rückkehr gab, kann man sich leicht vorstellen.
Eines Morgens sah man in Weiler Jung und Alt an einer Mauerecke stehen, und auf ein beschriebenes Blatt Papier gaffen.
Sobald wieder ein neuer Ankömmling die Versammlung zahlreicher machte, und des Lesens unkundig, die Nächststehenden neugierig befragte, was auf dem Zettel dadroben stehe, wurde ihm angedeutet, es werde nächsten Sonntag in der Kirche Komödie gespielt. Ein Schöngeist, der sich besonders wichtig zu machen bemüht war, las alsbald mit lauter Stimme die Anzeige dem Volke vor: „Sonntag den so und so vielten, wird in der Kirche zu Weiler aufgeführt die schöne aber furchtbare Geschichte aus dem alten Testamente von J u d i t h und H o l o f e r n e s.“
Die gottgefällige Mörderin gab ein schönes, junges Weib aus dem Dorfe, unserer Stasel war Episonden-Rolle der verführerischen Welt zugedacht. Wunderbar schön, mit aufgelöstem Haar, mit Flitter aller Art bedeckt, trat letztere Sonntags bei gedrängt vollem Gotteshaus vor den Sünder Philotea, der, ein blasser Jüngling, mit Rosenketten an den Stuhl gebunden, mit wehmüthiger Stimme sang:
„Ach wie hart bin ich gebunden
Durch des Teufels Kett‘ und Band‘,
Wenn Einer meint, er woll‘ nur scherzen
Bring lauter Gift, bringt lauter Schmerzen.“
„Steh‘ auf, Philotea,“ lockte die Verführerin, steh auf vom Schlafe Deiner Sünden, wir wollen unsere Häuser mit Raub füllen, wir werden Alles Köstliche und Gut’s geniessen, wag’s mit uns, es soll uns Allen Ein Säckel sein.“ Dabei schüttelte sie einen Beutel mit Spielpfennigen gefüllt, hoch in der Luft ober ihrem Kopfe.
Ein Schauder durchlief bei diesen Worten das Publikum, und als dann Judith erschien mit dem blutigen Haupte des Holfernes, als ihre Dienerin vor ihr niedersinken wollte, und Judith deren Ueberschwenglichkeit mit den Worten Einhalt that: „Schweig Afra, nicht ich, sondern die Hand Gottes hat es gethan,“ da brach der Beifallssturm von allen Seiten los, und wollte schier kein Ende nehmen.
Und einstimmig wurde die Wiederholung an dem nächsten heiligen Tag verlangt; anders jedoch war es im Rathe zu Bregenz beschlossen. Von dort gelangte ein Befehl in die Gemeinde, wornach jede fernere Schaustellung aus Sittlichkeitsrücksichten zu unterbleiben hat.

Fortsetzung

Die Auswirkungen des Bachmannpreises

Bei TeresaHZW habe ich einen Kommentar hinterlassen, dass mich die Frustration über die heutigen Themen fast veranlassen, selber etwas zu schreiben, obwohl es Berufenere gibt.
Jetzt habe ich aber einen Kompromiss gefunden. Ich hatte schon einmal etwas veröffentlicht, dann aber nicht fortgeführt. Wenn ich den Text jetzt lese, könnte ich glauben, dass ich das ursprüngliche Sujet gar nicht mehr im Kopf habe. Tatsächlich sollte sich die Geschichte ja erst während des Schreibens entwickeln.

Aber als ich den Text gelesen habe, dachte ich mir, zumindest mir gefällt es. Also stelle ich ihn wieder ein. Vielleicht schreibe ich auch einmal weiter. Ich habe zwar nicht 32 Jahren nichts getan sondern nur 8 Jahre. Doch ich weiß genau, wo ich hin wollte. Und der Text erinnert mich nicht nur an die Story sondern auch an Wünsche und Pläne.

Wasser
Kann man dies Geschenk nennen?
Er saß in einem Kaffeehaus und blätterte durch die Illustrierten. Er belächelte die Gesellschaftsspalten, ließ die gerade in der Hand befindliche Illustrierte sinken und verlor sich in Gedanken. Eine Stimme weckte ihn auf. „Ich habe ein Geschenk für dich. Du wirst nie mehr Durst haben.“ Er sah auf und erblickte vor sich ein Glas Wasser. Es war ein ganz normales Wasserglas bis circa einen Zentimeter unter dem Rand mit Wasser gefüllt. So schien es. Er glaubte, dass ihm die Kellnerin das Glas hingestellt hatte und hob es an die Lippen. Er trank von dem Glas und stutzte. Es schmeckte wie Wasser, aber das war nur der erste Eindruck. Es war kein Wasser. Es schmeckte wie eine Mischung aus allen Getränken, die man sich gerade hätte wünschen können. Als er das Glas absetzte, bemerkte er, dass die Flüssigkeit nicht weniger geworden war. Das Glas erschien genauso gefüllt wie bisher. „Du darfst nur aus diesem Glas trinken. Du darfst das Wasser des Lebens nicht vergießen.“ hörte er die gleiche Stimme.
Er sah sich um, konnte aber niemanden sehen. Er nahm das Glas noch einmal hoch und betrachtete es aus der Nähe. Es fiel ihm aus, dass die Flüssigkeit eigentlich fest wirkte. Wenn er das Glas schief hielt, floss nichts heraus. Es war so, als wäre die Flüssigkeit plötzlich gefroren. Er hielt das Glas an seine Lippen und neigte es. Prompt floss die Flüssigkeit in seinen Mund. Der gleiche Geschmack wie vorher. Nein, das konnte man nicht sagen. Der Geschmack war unbeschreiblich. Er erfüllte den Trinkenden mit einer unsagbaren Befriedigung. Es war kein suchterzeugender Reiz. Man konnte sich nicht vorstellen, wie das Wasser schmecken würde, bevor man es tatsächlich über die Zunge zum Rachen rinnen ließ.
Er erbat sich von der Kellnerin eine Plastiktasche und stellte vorsichtig das Glas hinein. Indem er das Glas indirekt über die Plastiktasche angriff, versuchte er noch einmal Flüssigkeit durch Kippen auszuschütten. Das gelang nicht. Die Gesetze der Schwerkraft schienen ausgeschaltet zu sein. Er faltete die Plastiktasche so, als müsste er das Glas besonders gut schützen und steckte sie in seine Aktentasche. Daraufhin zahlte er und fuhr nach Hause, vorsichtig bemüht die Tasche nicht zu kippen und damit zu riskieren, dass die Flüssigkeit vielleicht doch noch vergossen würde.
Die Sorge war unbegründet. Als er die Tasche zu Hause entpackte und das Glas aus der Plastiktasche nahm, erschien die Flüssigkeit unverändert und es gab auch keinerlei Benetzung des Glasrandes. Jetzt versuchte er noch einmal zu trinken. Der gewohnte Effekt stellte sich ein.
Er nahm das Glas und stellte es in den Kühlschrank. Es erschien ihm logisch, dies zu tun, denn vielleicht würde das Wasser schal werden, wenn es nur offen im Raum stehen würde. Zuvor nahm er noch einen kleinen Schluck. Er empfand es als interessant, dass er kein Bedürfnis verspürte, es auszutrinken, wie er es sonst gewohnt war. Ja keine kleinen Reste stehen lassen.
Er setzte sich an den Schreibtisch und überlegte, an welche Arbeit er sich wohl machen sollte. Es gab ziemlich viel zu tun und in der letzten Zeit hatte er das Gefühl, dass ihn dieses Zuviel blockierte, obwohl er mit jeder der anstehenden Aufgaben sehr vertraut war und es ihm Spaß machte, die verschiedenen Probleme zu lösen.
Er sinnierte: „Das Wasser des Lebens“. Soviel er wusste, war das eine Umschreibung für einen regenerativen Trank, der den Alterungsprozess aufhalten sollte. In Märchen und Sagen war dieser Ausdruck geläufig. In Kaffeehäusern mit Wirtschaftszeitungen und Boulevardillustrierten eher nicht. Und was sollte es für ihn bedeuten? Er hatte keine Angst vor dem Altwerden. Noch nicht. Er konnte sich auch nicht vorstellen, wie das je passieren sollte. Er hatte Angst vor Schmerzen und vor dem Verlust seiner geistigen Präsenz. Aber würde ihn das Wasser davor schützen können? Wer hatte es ihm überhaupt gegeben?
Der Umstand, dass sich der Flüssigkeitsstand auch nach dem Trinken nicht verringerte, machte ihm nicht so sehr zu schaffen. Aber dass diese Frage ihn nicht beunruhigte, brachte seine Gedanken auf Trab. Er war ein Verfechter der Gültigkeit von Erhaltungssätzen. Wenn etwas von einer Sache weggenommen wurde und die Sache blieb vollständig, dann bedeutete das, dass die Sache eine unendliche Dimension hatte. Diese Dimension musste eine sein, die ihm verborgen blieb. Das Glas war in den drei räumlichen Dimensionen beschränkt. Man konnte nicht sehen, dass es von oben nachgefüllt wurde. Das Wasser erneuerte sich aus sich selbst heraus.
Das Wasser konnte das Glas nicht verlassen, es sei denn durch seinen Körper. Er konnte trinken. Würde er es ausscheiden können? Als er daran dachte, fiel ihm ein, dass der Umstand, dass er das Wasser aufnehmen konnte, ein Beweis war, dass auch er in dieser unbekannten Dimension außerhalb des Raumes eine Ausprägung hatte. Er selbst musste auch unendlich sein. Das stimmt nicht, dachte er, unendlich muss ich nicht sein. Es bedeutet nur, dass ich in dieser Dimension eine Ausdehnung besitze, von der ich bisher noch nichts wusste. „Stimmt“. Die körperlose Stimme hatte sich wieder gemeldet.
„Wie lautet die Erklärung für das Wasser“ fragte er. Seine Stimme schien unterdrückt. Vielleicht hatte er die Frage auch nur gedacht.
„Es gibt keine Erklärungen, es sei denn sie sind in dir selbst enthalten.“ “
Gibt es etwas, das ich darüber lesen kann?“ – „Alles, was du selber aufschreibst, wirst du später lesen können. Darüber hinaus gibt es nichts.“ Er versuchte darüber nachzudenken und schlief darüber ein. Als er wieder aufwachte, sah er, dass er vor dem Einschlafen zwei Worte geschrieben hatte: „Lebe ich?“
Vor seinen Augen verwandelten sich die Buchstaben in ein: „Habe ich gelebt?“ Er fragte sich, wie lange er geschlafen hätte. Er befand sich nicht mehr vor seinem Schreibtisch. Er befand sich in einem Zug. Sein Sitzplatz hatte einen Tisch vor sich, auf dem sich sein Laptop befand, auf dem sich die getippten Worte verwandelt hatten.
Er fuhr an einem Badesee vorbei und konnte aufgrund der Ortsnamen erkennen, dass er gerade durch seine Geburtsstadt durchgefahren sein musste. Dort hielten aber alle Züge. Er hatte offensichtlich tief geschlafen. Wo war er, wo war das Wasser geblieben? Er hatte es doch in einen Kühlschrank gestellt. Wie war er in den Zug gekommen?
Als er die Worte betrachtete, die da vor ihm getippt standen, bemerkte er, dass die Worte nicht der Anfang eines Textes waren sondern am Ende eines Dokumentes standen. Er blätterte zurück und wollte an den Anfang des Textes kommen. Nachdem er einige Seiten zurückgeblättert hatte, bemerkte er, dass der Zeiger, der seine Orientierung im Text markierte noch immer am Ende stand. Nun sah er genauer hin. Er befand sich auf Seite 14 547 von 14560 Seiten. Der Zug, in dem er saß, fuhr gerade durch einen Tunnel. Er suchte nach einer Funktion, mit der er an den Anfang des Textes gelangen konnte. Als er die Tasten betätigte, von denen er glaubte, dass sie es bewerkstelligen würden, bemerkte er, dass der gesamte Text ausgewählt war. Offensichtlich war er noch an ein Taste angekommen und es erschien eine Frage: „Sie sind im Begriff, ihren gesamten Text zu löschen. Aufgrund der Größe des ausgeschnittenen Textes ist eine Wiederherstellfunktion unmöglich. Möchten Sie wirklich löschen?“ Die Frage wies nur eine mögliche Beantwortung auf: „Ja“. Es gab kein „Abbrechen“, kein „Nein“ oder irgend eine Möglichkeit, seine vorherige Aktion zurückzunehmen.
Seine Unachtsamkeit hatte dazu geführt, dass er einen Text gelöscht hatte, von dem er jetzt plötzlich wusste, dass er die Antwort auf all die Fragen aufweisen musste, die ihn sein ganzes Leben beschäftigt hatten. Wenn er Pech hatte und gleich, nachdem er die Frage quittiert hätte, eine automatische Speicherung erfolgen würde, hätte er keine Gelegenheit mehr, an seinen Text heranzukommen.
Er stellte den Laptop senkrecht auf und entfernte den Akku. Er wusste zwar, dass dies eine riskante Operation war und möglicherweise alle Daten vernichten könnte, die für ihn wichtig schienen, aber er hoffte, dass das Dokument noch einmal aufrufbar war und er an die ursprünglichen Seiten herankommen würde. Erwartungsgemäß erloschen alle Kontrollleuchten und der Rechner erschien abgeschaltet. Er setzte den Akku wieder ein und drückte auf die Einschalt-Taste. Beim Hochfahren kamen eine Reihe von Fehlermeldungen bzw. Warnungen, die alle darauf hindeuteten, dass das System nicht ordentlich niedergefahren worden war. Als der Rechner wieder betriebsbereit war, durch das Fenster konnte er gerade einen Bagger Schrott schaufeln sehen, wollte er die bewusste Datei öffnen. Er wusste nicht, wie sie hieß. Er verwendete die Volltextsuche und gab „Habe ich gelebt“ ein. Das müsste ausreichen, um die Datei eindeutig zu identifizieren.
Nachdem er fünf Minuten gewartet hatte und die Suche als beendet markiert war, war keine einzige Datei gefunden worden, die diesen Inhalt hatte.
Er versuchte es noch einmal mit den Worten „Lebe ich“. Auch hier gab es kein Resultat. Da fiel ihm das Wasser ein. Er suchte nach dem Dokument „Wasser.*“. Dieses gab es. Er wollte auf das Erstellungsdatum sehen, aber das konnte er nicht aus der Dateibeschreibung herauslesen. Es war nur das Datum der letzten Änderung angeführt. Aber dieses Datum lag dreißig Jahre in der Zukunft. Das konnte durch das harte Abschalten des Rechners passiert sein. Aber die Datei ließ sich nicht öffnen. Sie war mit einem Passwort geschützt. Er versuchte sie zu öffnen, in dem er alle Passwörter ausprobierte, die er je verwendet hatte und an die er sich noch erinnern konnte.
Er blieb erfolglos. Der Zug fuhr durch einen weiteren Tunnel. Der Tunnel war ziemlich lange. Er konnte sich nicht erinnern, dass auf der Strecke zwischen seiner Geburtsstadt und dem Zielort so ein langer Tunnel war. Er sah hinaus. Alles erschien auf den ersten Blick normal. Gebäude, Wiesen, Wälder, Strassen und Autos. Und doch hatte alles einen seltsamen Anstrich. Sie fuhren über eine kleine Brücke. In der Schnelligkeit konnte er nicht so genau sehen aber er bildete sich ein, dass das Flussbett leer war. Er schaute rund um sich im Abteil. Es gab in dem ganzen Abteil keinen anderen Menschen. Jetzt konnte er sehen, dass sie an einem Stift vorbei fuhren. Schon ging es wieder in einen Tunnel. Außer dem gleichmäßigen Fahrgeräusch war nichts zu hören. Jetzt bremste der Zug stark und es ergab sich die Gelegenheit genauer hinaus zu sehen. Es gab keine Menschen. Es gab kein sichtbares Wasser. Die Autos bewegten sich alle mit gleicher Geschwindigkeit, als wären sie ferngesteuert und von Maschinen kontrolliert. Der Himmel war in ein fahles Blau getaucht. Wolkenlos, aber nicht das Blau eines wolkenlosen Tages, sondern ein stechendes Lichtblau mit einem Stich ins Gelbliche. Es war heiß, obwohl der Waggon offensichtlich eine Klimaanlage hatte. Wieder ein Flussbett ohne Wasser. In seiner Konzentration war er jetzt irritiert. Einerseits suchte er noch „seine“ Datei, andererseits machte ihm der Anblick, den er durch die Fenster sah, Unbehagen.
Eine menschenleere Landschaft, die aber lebte, auch wenn es kein Wasser gab. Er würde bald ankommen. Dort musste es Menschen geben. Er fuhr durch die Vororte der großen Hauptstadt. Noch immer konnte er keine Menschen sehen. Als der letzte Nebenbahnhof passiert war, erwartete er ein Langsamerwerden des Zuges. Aber der Zug fuhr mit unverminderter Geschwindigkeit weiter. Statt in den Kopfbahnhof einzufahren verschwand der Zug erneut in einem Tunnel. Dieser war über zehn Kilometer lang und zog sich unter der gesamten Stadt hin. Jetzt hielt es ihn nicht länger. Er stand von seinem Sitz auf, packte den Rechner unter den Arm, er wollte ihn trotz der Menschenleere nicht unbeaufsichtigt lassen und machte sich in Richtung Speisewagen auf. Er hatte die Richtung verwechselt, denn er befand sich im letzten Waggon und konnte die Gleise in rasender Schnelle aus dem Wagon förmlich herausgleiten sehen. Eine Zeit lang schaute er den Gleisen zu, wie sie da abgespult wurden, dann ging er in den Waggon zurück, um zu den restlichen zu gelangen. Am anderen Ende des Waggons gab es aber auch keinen Durchgang. Mächtig und rot konnte er durch das kleine Stirnfenster in der Durchgangstür die Lokomotive erkennen. Kein Wunder, dass der Zug so schnell unterwegs war. Er bestand nur aus Lokomotive und einem Waggon.
„Wohin bringt mich dieser Zug?“ sinnierte er, als er wieder auf seinem Platz saß. „Wie lange wird die Fahrt noch dauern?“ Im gleichen Augenblick fuhr der Zug in einen weiteren Tunnel. Im Gegensatz zu den vorherigen, war dieser Tunnel nicht ganz dunkel. Zu Beginn war es ein gewöhnlicher Tunnel. Aber die Wände begannen lichter zu werden und der Tunnel war erleuchtet. Die Beleuchtung nahm zu. Es wurde heller und heller. Die Wände wichen auseinander und der Zug fuhr jetzt in eine Halle ein, in der er mit quietschenden Bremsen zu einem Halt kam.
„N.N. Endstation“ N.N. war sein Name. Er wurde etwas undeutlich ausgesprochen. „Der Reisende wird gebeten, keine Habseligkeiten im Zug zurückzulassen.“ Er fühlte sich entsetzlich schwer. Er packte den Rechner in seine Aktentasche, nachdem er in kontrolliert abgeschaltet hatte. Er stand von seinem Sitz auf. Das Gefühl war sehr irritierend. Er fühlt sich ganz schwer, aber das Gehen schien wie ein Hüpfen, als wäre er in einem Gebiet geringer Schwerkraft. Als er aus dem Zug ausgestiegen war, wurde er durch Schilder zum Ausgang geleitet. Der Ausgang wies ähnlich wie bei Flughäfen eine Kontrollstation zur Passage auf.
Es gab zwei Gruppen von Ausgängen, die mit „Wasserträger“ und „Sonstige“ beschrieben waren. Er betrat die Zugangsspur zu „Sonstige“. Er war der einzige Mensch im Raum. Die Person, die seinen Durchgang kontrollierte, war von ihm durch eine dunkle Rauchglasscheibe getrennt. Die Überwachung fand mit Video statt. Es erschien eine Leuchtschrift: „Sie haben sich falsch eingereiht. Sie sind Wasserträger. Bitte reihen sie sich am richtigen Ausgang ein.“
Er verließ seine Spur und ging zu der Wasserträgerspur. Die Leuchtschrift an dieser Kontrollstation sagte nur: „Bitte übergeben sie die Wasserträgerdatei.“ Da er nicht wusste, was er tun sollte, packte er seinen Rechner aus und legte ihn in eine Schale, die sofort nachdem das Gewicht registriert wurde, fortbewegt wurde. Die Leuchtschrift wechselte zu „Bitte warten Sie eine kleine Ewigkeit.“ Er sah sich um, ob er sich irgendwo hinsetzen könnte, aber schon ging die Türe auf, die die weitere Passage blockiert hatte und veranlasste ihn, einzutreten. Dort befand sich ein Schreibtisch, hinter der eine zeitlos erscheinende, elegante Dame saß. Sie trug einen weißen Anzug. Alles an ihr war weiß. Der Teint sehr hell und die Haare silbergrau, obwohl die Gesichtszüge auch zu einer Dreißigjährigen gepasst hätten.
„Guten Tag“ begrüßte sie ihn. „Da ist ja einiges schief gelaufen.“ Er wusste nicht, was er sagen sollte.
„Du hast zweiunddreißig Jahre deines Lebens bewusstlos verbracht. Zusätzlich zu den zweiundfünfzig Jahren davor. Wir sprechen nicht von den 52 Jahren. Die meisten Menschen verbringen ihr ganzes Leben bewusstlos. Aber nicht die Wasserträger. Die haben Verpflichtungen.“
Sie bediente eine sehr flache Tastatur vor sich auf dem Tisch. Er konnte nicht sofort erkennen, wo der Bildschirm war, bis er darauf kam, dass rund um ihn die Wände mit wechselnden Informationen bestrahlt wurden. Er befand sich innerhalb eines Raumes, der nur von Großwandmonitoren begrenzt war.
„Wasserübergabe erfolgte im Jahr 2002. Kein bewusstes Leben seither. Die Wasserdatei ist leer.“ Wenn er sich nicht so schwer vorgekommen wäre, hätte er aufbegehrt. Er fühlte sich ungerecht behandelt. Irgend etwas war an ihm vorbei gelaufen, ohne dass er eine Chance gehabt hätte, einzugreifen.
„Hatte ich den irgendeine Chance?“ fragte er sich still.
„Verwendung des Wassers während zwei Stunden!“ diagnostizierte die Frau. „Hat man dir denn nicht über die Wichtigkeit Bescheid gegeben?“ Er schüttelte den Kopf. Er konnte sich nicht einmal an die Umstände der Wasserübergabe erinnern. Das war im Kaffeehaus gewesen. Dumpf erinnerte er sich, dass man das Wasser nicht ausschütten konnte. Was hätte er damit tun sollen?
„Trinken. Trinken und ich dich hineinhören.“ schien die Frau seine Gedanken zu lesen.
Er schien noch schwerer zu werden. Es hatte keinen Sessel in dem Raum auf seiner Seite des Schreibtisches gegeben, als er hereingekommen war. Jetzt befand sich hinter ihm ein bequemer weißbezogener Lederstuhl. „Setz dich ruhig hin.“ wies sie ihn an. „Du wirst noch schwerer werden.“
Sie betätigte einige Tasten und die Bilder auf den Wänden veränderten sich. Schemenhaft konnte er Verwandte und Freunde erkennen. Seine Kinder. Auf einem Schirm erschien eine Formel. Klar leserlich, nicht verschwommen, ihm aber unverständlich. Er versuchte sie zu analysieren, aber einige der Zeichen blieben für ihn bedeutungslos. Sie schaute ihm aufmerksam zu und meinte schließlich: „Nie gesehen, oder?“ Er schüttelte erneut den Kopf.
„Das ist deine Formel. Du hättest sie entdecken sollen. Aber statt dessen hast du geschlafen.“ Aber er konnte doch nichts dafür. Er war einfach eingeschlafen. Es ist doch nicht üblich, dass man am Schreibtisch einschläft und dreißig Jahre später in einem Zug aufwacht. Was sollte die Formel. Sie schien aus der Physik zu stammen, aber für das Verständnis fehlten im praktisch alle Grundlagen.
Sie tippte weiter auf ihrer dünnen Tastatur. Auf einer Wand erschien in großen Ziffern „-0.2 +/- 1.3“. Sie runzelte die Stirn und tippte etwas längere Passagen ein. Die Zahlen wechselten zu „-0.15 +/- 1.25“. Sie schien noch immer nicht befriedigt. Sie sah ihn jetzt aufmerksam an, aber im Unterschied zu vorhin schien jene gewisse Verachtung gewichen zu sein, die vorher die Herablassung getragen hatte. Er fühlte sich ziemlich unbehaglich unter ihrem Blick, obwohl dieser jetzt viel freundlicher war. Offensichtlich konnte sie in ihn hineinsehen, so wie sie vorher schon seine Gedanken lesen konnte. Aus der Tischplatte kam ein Telefon heraus. Ohne zu wählen und ohne dass es klingelte hob sie den Hörer ab: „Ich habe hier einen Eins-Sigma. Was soll ich tun?“
Die Gegenstimme konnte man nicht hören, aber sie las die letzten Zahlen von der Wand ab. Es gab eine längere Pause.
„Übergabe ist vor dreißig Jahren erfolgt.“ Nach der offensichtlich kurzen Antwort fuhr sie fort: „Ja, ich weiß selber, dass das unmöglich ist. Ich habe es aber kontrolliert.“
Er war inzwischen so schwer geworden, dass sich die Seitenteile des Fauteills gebogen hatten, da sie zusätzlich sein Gewicht über die Tapezierung mit aufnehmen mussten. Die Frau hatte das offensichtlich bemerkt. „Ich muss rasch eine Entscheidung haben, sonst verlieren wir ihn. Er sitzt schon auf dem Fußboden.“
„Und wer autorisiert diese Entscheidung?“ Das Telefon, das wie der Rest des Raumes weiß war, blinkte drei mal blau auf. Die Frau legte den Hörer auf und tippte eine Reihe von Eingaben in die Tastatur. Die Bilder auf den Wänden verschwanden und er konnte spüren, dass die Gewichtszunahme aufgehört hatte. Nunmehr in rasendem Tempo klickten die Tasten.
„Ich kann dich nur stabilisieren. Leider musst du dich an das Gewicht, dass du jetzt hast, gewöhnen, bis eine Entscheidung herbeigeführt ist.“
„Ich habe doch gar keine Chance gehabt, das Wasser zu ‚verwerten’. Ich bin sofort nach der Übergabe eingeschlafen und erst heute wieder aufgewacht.“
„Das spielt keine Rolle. In den zwei Stunden, in denen du noch wach warst, hättest du alles Notwendige erreichen können. Der Schlaf ist keine Entschuldigung.“ Sie hatte zu ihrer früheren Herablassung zurückgefunden. Sie schien ihn absolut nicht zu mögen.
Sie saßen nun beide still und warteten auf etwas, wovon er nicht wusste, was es war. Er spürte nur ein leises Frohlocken, dass sie mit ihm nicht so verfahren konnte, wie sie es wohl gerne getan hätte.
Es verging eine Zeit, die ihm wie zwei Stunden erschienen. Wer konnte das aber sagen, wenn er vorher dreißig Jahre lang geschlafen zu haben schien. Vielleicht verging in dieser Zeit ein Sonnenjahr.
Die Regeln

(2003 (c) Steppenhund

polymorph pervers

Auf meinen letzten Beitrag habe ich sehr liebe Kommentare bekommen. Doch bis auf Jossele kennen mich ja alle persönlich und haben daher die Gehirnwäsche des REAL LIFE über sich ergehen lassen müssen.
Da können keine objektiven Urteile mehr gebildet werden:)

Und überhaupt habe ich festgestellt, dass ich polymorph pervers bin.
Warum ich das heute so genau weiß?
Da habe ich doch nach der Lektüre dieses Beitrages mir ein nettes pornografisches Werk kaufen wollen. Und was kam dabei heraus?
Statistik von Kopf bis Fuss.
Ich mag diese „Kopf bis Fuss“-Bücher, die in einem ganz eigenem und didaktisch anregendem Stil verfasst sind.
Also Leute, mit so einem Spinner wollt ihr nicht wirklich etwas zu tun haben!

aufgezappt

„Es ist eine Schmerzhafte und… Zeit.“ berichtet die Ehefrau eines nicht Unbekannten über den derzeitigen Zustand.

Aufgeschnappt im Frühstücksfernsehen im Puls 4. Es ist das erste Mal, dass ich in einem Untertitel einen so „gravierenden“ Fehler entdecke.
Im Allgemeinen entdecke ich im Schriftverkehr oft eine unangebrachte Großschreibung eines Adjektivs. Ich selber bin manchmal zu faul, sie in einem SMS, wo sie sich aufgrund einer Vervollständigungsautomatik einschleicht, auszubessern.
Ist Ja In wirklichkeit Scheisegal!

Gib a Rua!

Kinder fragen. Gerne und oft. Wie sollen sie sonst an Information herankommen.
„Gib a Rua!“
„Das brauchst Du noch nicht wissen.“
„Ich hab jetzt keine Zeit.“
„Dazu bist Du noch zu klein.“

Die Liste kann beliebig fortgesetzt werden.

Kann das schuld sein?


P.S.
Ich kann mich nicht erinnern, dass mein Vater je so reagiert hätte. Später hat er gesagt, dass ich für bestimmte Dinge noch zu jung wäre, aber dann hat er doch versucht, mir den Faust zu erzählen und die Vektorrechnung zu erklären. Ich war einfach neugierig.

Fundstück

Das ist natürlich nur etwas für Leute, die Russisch können oder es sich zumindest gerne anhören wollen und an Literatur interessiert sind. Das ist die erste Episode einer neueren Fernsehverfilmung von Master und Margarita aus dem Jahr 2005. Interessant ist hier das Vorkommen der gesamten Pilatus-Erzählung also des Romans im Roman. Die Schauspieler sind großartig und die Verfilmung absolut buchgetreu. In der ersten Episode sieht man nicht den Kater. Da verweise ich auf Episode 4.
http://www.youtube.com/watch?v=pTnFTlVQe4Q
The Master and Margarita (2005) Ep. 1/10
http://www.youtube.com
http://www.facebook.com/cinematicart Optional Subtitles (ENGLISH, SPANISH, PORTUGUESE, GERMAN, RUSSIAN, ROMANIAN)

Bücher

Bei KittyKoma gibt es einen wunderbaren Bücherfragebogen.
Ich fange also auch einmal mit der Beantwortung an:
(Anmerkung für Eilige und/oder Gäste aus Deutschland: bitte zuerst einmal zur Frage 31 scrollen! 🙂 )
1. Das Buch, das du zurzeit liest
Zur Zeit lese ich kein Buch, ich blogge gerade.
Das letzte Buch, was ich gerade zu Ende gelesen habe, war Cornelia Funkes Reckless, Steineres Fleisch. Das hatte ich an sich für meine Tochter gekauft.
Zurzeit lese ich, was am Häusl zu oberst liegt: „Lass Los“ von Penny McLean und „Objektorientierte Programmierung mit Python 3“ von Michael Weigend.
2. Das Buch, das du als nächstes liest/lesen willst
Da gab es was. Irgendwas über Requirement-Management und allenfalls etwas über ATAM. Ich muss mich für meine nächste Vorlesung vorbereiten.
3. Dein Lieblingsbuch
Da gibt es so viele, dass es unfair wäre, irgendwie eine Reihung vorzunehmen. Lange Zeit war es der Steppenwolf von Hermann Hesse, aber das trifft heute nicht mehr zu. Ich bin schon älter als der Protagonist. „Master und Margarita“ von Bulgakov könnte zutreffen oder auch die Strudelhofstiege von Heimito von Doderer. Und dann gibt es auch Fachbücher, die zu meinen Lieblingsbüchern zählen. „Forth“ von Leo Brodie oder „Code Complete“ von Steve McConell oder, oder …
4. Dein Hassbuch
kann ich nicht beantworten. Hassbücher würde ich nach wenigen Seiten weglegen. Vielleicht sollte ich die Bibel oder den Koran nennen, oder „mein Kampf“ oder „das Kapital“.
Nein, es gibt kein Hassbuch für mich.
5. Ein Buch, das du immer und immer wieder lesen könntest
Da gibt es einige, weil ich ja tatsächlich manche Bücher immer wieder und wieder lese. Siehe unter 3 Lieblingsbücher.
„Das Ende einer Affäre“ von Graham Greene. Und früher einmal „The Pearl“, die aber aus anderen Gründen.
6. Ein Buch, das du nur einmal lesen kannst (egal, ob du es hasst oder nicht)
Z.B. DaVinci-Code. Da kann ich nicht nur das Buch nur einmal lesen, sondern auch der Autor ist damit für mich gestorben.
7. Ein Buch, das dich an jemanden erinnert
Da gibt es viele. Aber ich nenne einmal „Die Vielgeliebte“ von Jörg Mauthe. Das erinnert mich an eine Jugendliebe von mir, die Ähnlichkeiten mit der Hauptfigur aufwies.
8. Ein Buch, das dich an einen Ort erinnert
„Die Strudelhofstiege“ ist unlösbar mit der Semmeringgegend verbunden.
„Hotel New Hampshire“ ist mit meiner Amerika-Zeit verbunden.
9. Das erste Buch, das du je gelesen hast
Keine Ahnung. Vielleicht „Florians wunderbare Reise über die Tapete“ von Ginzkey. Das hat mir meine Schwester vorgelesen und es könnte sein, dass es das erste ist, wo ich die Buchstaben mit dem Text in Verbindung brachte. Sicher bin ich aber nicht.
10. Ein Buch von deinem Lieblingsautoren/deiner Lieblingsautorin
Es gibt keinen Lieblingsautor oder Autorin. Es wäre unfair, zu reihen.
11. Ein Buch, das du mal geliebt hast, aber jetzt hasst
Fällt mir keines ein.
12. Ein Buch, das du von Freunden/Bekannten/… empfohlen bekommen hast
Da fällt mir „Die Eleganz des Igels“ von Muriel Barbery ein, empfohlen von einer schreibenden Bloggerin.
13. Ein Buch, bei dem du nur lachen kannst
Die Bücher von Thomas Sharpe, bei denen ich solche Lachanfälle bekam, dass sich einer der Passagiere, der hinter mir im Flugzeug saß, zu mir nach vorne beugte und fragte: „Are you quite ok, Sir?“ –
„Yes, I am just reading Porterhouse Blue by Tom Sharpe.“ – Oh yes, I see!“ chuckle, chuckle, chuckle. And both guys behind me started an hilarious laughter.
14. Ein Buch aus deiner Kindheit
Rose, Linde, silberner Stern. Ich habe gesehen, dass dieses Buch wieder verfügbar ist, aber ich habe es mir noch nicht besorgt. Ich weiß nur, dass ich es wunderbar fand.
15. Das 4. Buch in deinem Regal von links
16. Das 9. Buch in deinem Regal von rechts
So, bitte welches Regal soll das sein. Ich habe nur Regale und Kästen. Ich nehme einmal das Regal neben meinem Bett. Welche Reihe?
Also zweitoberste Reihe:
ad 15: „Die Kindheit des Zauberers“ von Hermann Hesse
ad 16: „Madame Curie“ von Eve Curie (ihrer Tochter)
17. Augen zu und irgendein Buch aus dem Regal nehmen
„Das sterbende Tier“ von Philip Roth
18. Das Buch mit dem schönsten Cover, das du besitzt
Keine Ahnung. Hängt von meiner Stimmung ab. Irgendeines der Kunstbücher.
19. Ein Buch, das du schon immer lesen wolltest
Wenn ich ein Buch lesen will, dann lese ich es auch. Aber vielleicht kann ich hier den „Mann ohne Eigenschaften“ von Musil anführen, denn durch den habe ich mich noch nie vollständig durchgekämpft.
20. Das beste Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast
Faust? – Was für eine blöde Frage. Was heisst „das beste“?
21. Das blödeste Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast
Es gab sicher eines, aber das habe ich aus genau dem Grund bereits verdrängt.
22. Das Buch in deinem Regal, das die meisten Seiten hat
Ich glaube, dass in dem bewussten Regal die „Strudelhofstiege“ mit über 1000 Seiten oder „die Dämonen“ gewinnen wird.
23. Das Buch in deinem Regal, das die wenigsten Seiten hat
Ein Abriss: „Was Sie nach 50 noch für Ihr Sexleben tun können“
24. Ein Buch, von dem niemand gedacht hätte, dass du es liest/gelesen hast
Ich glaube, man traut mir alles zu. Aber vielleicht glauben die Blogger nicht, dass ich die Mutzenbacherin (von Felix Salten) fast auswendig kann;)
25. Ein Buch, bei dem die Hauptperson dich ziemlich gut beschreibt
Das habe ich früher von vielen Büchern gedacht. Ich habe mich immer sehr gut identifizieren können.
Keine Ahnung, wen ich da anführen sollte.
26. Ein Buch, aus dem du deinen Kindern vorlesen würdest
„Der kleine Prinz“ von St. Exupery.
27. Ein Buch, dessen Hauptperson dein „Ideal“ ist
Ich nehme an, dass dies früher einmal eine Biografie über Sauerbruch war.
28. Zum Glück wurde dieses Buch verfilmt!
Es ist ein Verbrechen, Bücher zu verfilmen. (Ausgenommen Drehbücher)
„Eine Frau zu ficken ist gut. Wie viel besser ist es, sie in den Arsch zu ficken“. Nein, praktisch jede Verfilmung ist in Wirklichkeit von pornografischem Charakter geprägt.
Aber einmal positiv betrachtet:
„Wenn die Gondeln Trauer tragen“ war eine wunderbare Verfilmung eines Romans von Daphne du Maurier.
Und dann erinnere ich mich an „die Marquise von O“ von Kleist. In der Verfilmung hat Bruno Ganz eine Glanzleistung geliefert. Es gibt ein paar gute Filme. Doch sie können nicht an den Film in meinem Kopf heranreichen, wenn ich ein Buch lese.
29. Warum zur Hölle wurde dieses Buch verfilmt?
Welches Buch? Besser wäre zu fragen, welche Bücher?
30. Warum zur Hölle wurde dieses Buch noch nicht verfilmt?
Also da nenne ich einmal „die letzten Tage der Menschheit“ Band 1 und Band 2 von Karl Kraus. Dann würden die Menschen vielleicht sich selbst im Spiegel sehen. Und sie müssten festgebunden werden, damit sie die 22 Stunden dauernde Verfilmung auch bis zu Ende sehen, mit allen Auswüchsen, zu denen der Mensch fähig ist.
31. Das Buch, das du am häufigsten verschenkt hast
Soweit ich mich erinnern kann, war das entweder „Flow“ von Mihaly Csikszentmihalyi oder „Payback“ von Frank Schirrmacher.
Aber natürlich ist das falsch, denn in Wirklichkeit habe ich am häufigsten (beruflich und privat) den Bildband mit den Wiener Photograhien, die der Partner einer Bloggerin, Heinz Szolarz, gemacht hat, verschenkt.
Und zwar so oft, dass ich erst seit heute wieder ein eigenes Exemplar dieses Buches habe. Bitte dort nachfragen.




  • Neueste Beiträge

  • Tage mit Einträgen

    März 2026
    M D M D F S S
     1
    2345678
    9101112131415
    16171819202122
    23242526272829
    3031  
  • Was einmal war