Archive for the ‘Leben’ Category

PISA-Test und Menschenbilder

Eben höre ich „Menschenbilder“, eine Serie, in der Ö1 bestimmte Personen vorstellt. Manchmal stelle ich mir vor, dass dies ein Lebensziel sein könnte, – ein reduziertes. Nicht den Nobelpreis zu erringen, aber in Menschenbilder vorzukommen.
Heute mit Elfriede Schweiger: ehemalige Mathematiklehrerin führt Jugendliche dem Theater zu. „Jugendliche Freude der Salzburger Festspiele“
Bis jetzt habe ich noch kein einziges Menschenbild gehört, wo ich mir nicht gedacht habe, „das könnte ich nicht vorweisen.“ (Doppelte Verneinung: heißt soviel, zu allen kann ich nur ehrfürchtig aufschauen.)
Aber es gibt ja noch ein Leben nach dem Beruf, wie ich jetzt gerade höre. Vielleicht kann ich einmal ähnlich wie mein Vater, junge Leute zu klassischer Musik hinführen – oder auch ältere.

Aber eigentlich wollte ich über PISA schreiben. In der heutigen „Presse“ ist ein „PISA-Test zum Selbermachen“ vorgestellt, der neun Fragen beinhaltet. Die Fragen sind nicht die echten PISA-Fragen, sollen aber angeblich im Schwierigkeitsgrad entsprechen. Die Fragen richten sich an 15-16-Jährige. Also offengestanden musste ich selber genau nachdenken, wie die Lösungen aussehen.
Bei der Mathematikaufgabe #2 finde ich die zweite Frage etwas gemein. Man könnte da durchaus zwischen zwei Lösungen schwanken.
Die Lese-Kompetenz wird mit einer sehr netten Geschichte getestet. Die Frage B ist entweder ganz einfach, oder für manche vermutlich nicht lösbar:)
Die naturwissenschaftlichen Fragen (3 Stück) betreffen Impfung. Sie sind nicht schwer, aber es hängt wirklich davon ab, ob es bereits in Naturwissenschaft gelehrt wurde, oder ob das Elternhaus diese Art von Wissen aus dem täglichen Leben aktiv fördert.
Ich würde mich folgendes zu behaupten trauen:
Von meinen Studenten, die aus HTLs kommen, sind mindestens 30% nicht in der Lage, alle neun Fragen fehlerfrei zu beantworten.
Und es kommt mir so vor, dass auch die Fragen aus Mathematik und Naturwissenschaft in erster Linie mit Leseschwäche zusammenhängen.

In einem anderen Kontext möchte ich einmal darüber nachdenken, wie die Themen Migration, Armut, Bildung, Politik und Demokratie kausal zusammen hängen.
Für mich stellt sich das so dar, dass die Armut vielleicht im Migrantenumfeld stärker besetzt ist, dass aber auch bei „natives“ die Armut sämtliche anderen Aspekte beeinflusst, bis hin zu dem Effekt, dass Demokratie sich wieder mit Migration beschäftigen muss.
Damit kommen wir in einen Teufelskreis. Das bedeutet nun nicht, dass Migration das Problem darstellt. Es geht um einen Gleichgewichtszustand und der betrifft sowohl Geld als auch Bildung. Ein Land wie Österreich könnte da sehr viel erreichen und verscheisst sich eine Chance nach der anderen.
So schaut es aus!

Begriffsstützig

Heute lese ich beim Frühstück die Presse und habe dabei ein sonderbares Deja-vu-Erlebnis. Obwohl es eigentlich mit Deja-vu nichts zu tun hat.
Auf der linken Seite gibt es einen Artikel über den ersten Türken, der in Österreich „sub auspiciis presidentis“ promoviert hat. (hier)
Es wird erklärt, was es mit dieser Auszeichnung auf sich hat. (Ich muss ganz schön blöd gewesen sein, mein Studium abzubrechen, denn bis dahin hätte ich die Bedingungen erfüllt. Genauso hatte ich mich meine Diplomarbeit zu einer Assistentenstelle gebracht. Etc. etc.)
Ich freue mich für den „Kollegen“, denn er hat auch Nachrichtentechnik studiert. Er beschreibt sehr gut die Schwierigkeiten, überhaupt ins Gymnasium zu kommen anhand seines Bruders.
Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es einen Artikel über die Karriere-Aufstiegschancen. (hier)
Die Grafik, welche die Zusammenhänge darstellt, habe ich zuerst überhaupt nicht verstanden. Bin ich zu blöd, um eine statistische Darstellung zu verstehen, mit deren Form ich oft konfrontiert werde.
Nein, ich habe meine Schwierigkeit kapiert. Auf beiden Achsen wird das Ordnungsprinzip verletzt. Normalerweise liegt der Schnittpunkt der Achsen auf 0/0. Der Wert, der entlang der Achse dargestellt wird, sollte normalerweise zunehmen, ge weiter man nach rechts oder nach oben wandert.
Bei dieser Grafik ist es umgekehrt. Daher liegen die nordischen Länder, die den „positivsten“ Fall darstellen, ganz in der Nähe des Nullpunkts.
Ich weiß schon, dass diese Quadrantengrafiken kein numerisches Ordnungsprinzip kennen. Aber es zeigt mir wieder, wie schwach das mathematische Verständnis mancher Soziologen ist, welche die Ergebnisse dargestellt haben. (Quelle: irgendwo in Ottawa)

Aber was soll’s? Wen interessiert das Thema schon wirklich?
Es geht übrigens um den Gini-Koeffizienten…

Sic transeunt res mundi

Erwin Chargaff soll gesagt haben, dass der Mensch zwei Kerne in Ruhe lassen sollte: den Atomkern und den Zellkern.
In beiden Fällen hat die „wissenschaftliche Neugier“ gesiegt.
Es gibt zwei Großtechnologien, die mit den beiden Fällen assoziert sind: die Atomtechnologie und die Gentechnologie.
Bei der Atomtechnologie hat es sich bereits herausgestellt, dass der Mensch mit der Komplexität der damit verbundenen natürlichen Gegebenheiten nicht umgehen kann. Er erkennt die Gefahren zu spät. Wahrscheinlich muss erst einmal in Deutschland ein Atomkraftwerk in die Luft gehen, damit ein Umdenken erfolgt.
Bei der Gentechnologie sind die möglichen Gefahren noch nicht so sichtbar, selbst wenn sich heute schon engagierte Gegner durchaus mit vernünftigen Argumenten teilweise durchsetzen können. In typischer Kassandra-Manier würde ich meine persönliche Meinung vertreten, dass die Retorte einmal zum Aussterben der Menschheit führen wird. Und zwar wesentlich früher als es interstellare Phänomene wie ein Meteoreinschlag oder das Erkalten der Sonne bewirken können.
Es gibt nun eine dritte Großtechnologie, die auf den ersten Blick nicht so gefährlich erscheint: die IT, die Informationstechnologie. Sie hat mit den beiden anderen etwas gemeinsam: sie definiert sich durch irreversible Vorgänge. Es gibt keine „Undo“-Funktion. Fukushima kann man nicht rückgängig machen. Eingriffe in die Ökosphäre werden eventuell zum Aussterben bestimmter Arten führen und eine entsprechende Kettenreaktion, die bis zu den Belangen des Menschen greift, wird einsetzen.
Vermutlich wird relativ bald versucht werden, die Eigenschaften von Kindern in der pränatalen Phase zu verbessern. Bei einer entsprechenden Manipulation werden andere Eigenschaften beeinflusst werden, die sich von Immunschwäche bis übertriebene Aggression auswirken können.
In der Informationstechnologie befinden wir uns jetzt an der Schwelle, an der das Privatleben des Menschen öffentlich sichtbar wird.
Selbst wenn sich der Einzelne der IT verweigert, was heute nur mehr Menschen außerhalb des Berufslebens und ab eines gewissen Mindestalters schaffen können, sind bestimmte Daten von ihm ersichtlich, selbst wenn er auf die Benutzung eines Mobiltelefons verzichtet.
Diese Einzelnen befinden sich aber bereits in der Minderzahl, wenn man die industrialisierten Nationen ansieht.
Was dabei so gefährlich anmutet, sind die Protagonisten. So wird mit dem Ausdruck „smart“ geworben, wenn es darum geht, sämtliche verfügbaren Daten für eine bessere Planbarkeit von Städten, ihrer Infrastruktur und von Ländern zu nützen. Der Ausdruck „bigdata“ wird heute in der Werbung von IT-Firmen benützt und drückt aus, dass es für die größten Datenmengen bereits Algorithmen gibt, mit denen Einzelinformationen herausgefiltert werden können. Es mutet sehr kindisch an, wenn heute noch mit dem Argument gearbeitet wird, dass die Maschine den Menschen nicht ersetzen könnte.
Obwohl ich das prinzipiell heute noch behaupten könnte, bin ich nicht sicher, ob das in einhundert Jahren noch gilt. Wenn das Fernsehprogramm nur mehr mit Blick auf die Einschaltquoten gestaltet wird, ist es ziemlich leicht, die Programmplanung dem Computer zu überlassen. Damit ist ein Beeinflussungspotential der großen Masse gegeben, mit dem viel veranlasst werden kann. Vielleicht passiert das ja bereits, ohne dass wir davon in Kenntnis gesetzt werden.
Etwas anderes ist in den letzten Jahrzehnten passiert. Ganz legal mit schriftlichen Verträgen wurden die Deutschen vom amerikanischen Geheimdienst überwacht. Das war eine Folge des verlorenen Weltkrieges und eigentlich nicht einmal unerwünscht, denn zu Zeiten des kalten Krieges war der Amerikaner der Freund und man sah mehr die Schutzfunktion als die Überwachung.
Die Aufregung, die sich aufgrund der letzten NSA-Enthüllungen ergeben hat, ist vollkommen unnotwendig. Geheimdienste operieren geheim. Wozu werden wir mit unzähligen Action-Filmen gefüttert, die wir uns mit großer Begeisterung und dem entsprechenden Griff in die Kinokartenbörse ansehen.
Ich darf hier daran erinnern, dass die IT eine Großtechnologie ist. Einmal losgetreten, ist sie nicht mehr aufzuhalten. Es gibt heute kaum mehr öffentliche Telefone. Viele Menschen haben schon das stationäre Telefon abgemeldet und sind nur mehr über das Mobiltelefon erreichbar. Diese Telefone haben heute die Leistungsfähigkeit von Computern aus dem Jahr 2003 oder 2005. Sie sind besser vernetzt als sämtliche Computer zum Zeitpunkt, als das WWW erfunden wurde. Der Anteil an intelligenter Elektronik in heutigen Autos nimmt stetig zu und wird in der Werbung freudig herausgestellt.
Die sozialen Netze zeichnen sich durch eine Verknappung der geschriebenen Texte aus. Bald werden wir uns nur mehr Emoticons zusenden. Damit kommen wir auf eine alte Kultur zurück, die der chinesischen Sprache. Während die Chinesen durch ausländische Ausbildungen auf Englisch als lingua franca zurückgreifen und auf einmal alle anderen an wissenschaftlichen Publikationen überholen oder überholen werden, reduziert sich die Ausdrucksfähigkeit unserer Jugend auf die ideogrammatischen Aussagen: „es geht mir gut“, „es geht mir schlecht“, „ich habe Hunger“.
Es ist etwas im Gange, das aufgrund der Ergebnisse in der IT, nicht mehr aufhaltbar ist.
Ich frage mich jetzt nur, was wird die nächste Großtechnologie werden?

Über jedem Himmel gibt es einen Himmel

Diese sehr schöne Weisheit aus dem Chinesischen, die ich im Rahmen meiner Beschäftigung mit dem Go-Spiel gelernt habe, kann ich ummünzen: jeder Höhepunkt kann noch übertroffen werden.
Heute hat es beim Zahnarzt so richtig weh getan.
Anscheinend hängt das mit meinem Metabolismus zusammen, der das Anästhetikum sehr rasch abbaut. Und so habe ich die Fitzelei am Zahnfleisch doch mehr als vorhergesagt mitbekommen.
Zweieinhalb Stunden.
Heute wurden die Abdrucke fürs Labor gemacht. Also schön langsam bin ich froh, dass sich die Arbeit dem Ende zuneigt. Aber mittlerweile hoffe ich nicht mehr, dass es nur Kleinigkeiten sind. Dreimal werde ich wohl noch leiden müssen.
Jetzt hab ich mir jedenfalls 600mg Ibuprofen verordnet und betäube mich zusätzlich mit Ballantines. Ich ziehe zwar Single Malt vor, aber ich muss nehmen, was ich kriege.
Ich habe auch schöne Fotos gemacht. Aber die erspare ich euch lieber:)

Wem geht es noch so?

Ich beschwere mich ja nicht über Arbeit. Manchmal suche ich sie sogar.
Aber es fällt mir auf, dass es mir immer leichter fällt zu prokrastinieren.
Wenn ich dann endlich anfange, etwas zu tun, habe ich Spass, bin neugierig, entdecke, wundere mich, was es alles zu entdecken gibt und frage mich zuletzt, warum ich nicht schon früher angefangen habe.
Aber da hat sich mittlerweile ein echtes Verhaltensmuster eingraviert. Es muss doch möglich sein, etwas zu tun, wenn man nicht unter Druck agiert.

Was ich sonst so mache …

Es bedeutet Arbeit und relativ wenig Geld, aber ich mache das gerne. Wird unter das Kapitel Image-Werbung verbucht.
Nächstes Seminar
Immerhin ist es schon eine Fortsetzung des ersten Seminars an der Akademie der Wissenschaften und der Kunst in Belgrad.

Erfolg

Heute nach zwei Wochen Arbeit im neuen Projekt explizit vom Auftraggeber gelobt.
Bei der Geburtstagsfeier eines alten Schulfreundes eine Beethoven-Sonate gespielt und großes Lob eingeheimst.

Manchmal tut es ganz gut, eine positive Rückmeldung zu erfahren, die man nicht selbst manipuliert hat:)
Allerdings lege ich mich momentan wirklich sehr ins Zeug, weil mir das Unterrichten so viel Spass macht.

Beamtendeutsch II

Kollege nömix hat ja schon ein ähnliches Zitat gebracht. Dieses aus anderer Quelle:
„Der Tod stellt aus versorgungsrechtlicher Sicht die stärkste Form der Dienstunfähigkeit dar.“
[Unterrichtsblätter für die Bundesheerverwaltung]
Und weil es so gut dazupasst:
„Stirbt ein Bediensteter während einer Dienstreise, so ist damit die Dienstreise beendet.“
[Kommentar zum Bundesreisekostengesetz]

Generation Facebook

Da gibt es eine Generation davor, die zur Zeit in Facebook beschrieben wird. Die ohne Handys oder MP3. Und diese Generation stellt vermutlich auch einen großen Teil der Facebook-Teilnehmer dar.
Ich habe meine eigene Version verfasst. Bei Facebook gehöre ich einer Minderheit an. Aber lesen Sie selbst:

Ich wurde in den 50er Jahren geboren, wuchs in den 60er Jahren auf. Wir sind die letzte Generation, die noch den Wert einer Banane kennt, die erste, die nicht den Hunger nach den Krieg kennen gelernt hat. Wir sind die Letzten, die noch Singles gekauft haben (45 rpm) und wir waren die ersten, die mit kleinen Transistorradios herumliefen, damit wir Musik auch am Strand hören konnten. Wir hatten in der Regel kein Fernsehen. In der Schule hörten wir voll Andacht denjenigen zu, deren Eltern eines hatten und die daher den letzten Maigret oder Wallace gesehen hatten. Telefon war nicht selbstverständlich. Dafür spielten wir im Park und in der noch unverbauten Wildnis mitten in der Stadt. Wir konnten uns nicht einmal vorstellen, dass es je etwas wie Handys, Flachbildschirme, iPods oder Facebook geben könnte. Die Utopie unserer Zukunft blieb in Perry Rhodan-Romanen versteckt. Doch unsere Kindheit war noch von Träumen getragen, was wir einmal werden würden. Wir hatten unsere Traumberufe, in denen wir auch Arbeit bekommen würden. Die Schule war noch etwas Besonderes und die Quelle aller Information, die nicht von den Eltern kam. Nur eine Information kam von den Gleichaltrigen. Denn wie ein Busen aussehen würde, konnte man allenfalls in National Geographic nachsehen.
Aber das Beste an unserer Jugend war, dass unser eigener Status nicht davon geprägt war, ob wir Markenschuhe oder das neueste Handy hatten. Coolness hatte noch eine andere Bedeutung, manchmal einfach die, wie gut einer Fußball spielen konnte.
Wir waren eine Generation, für die Ausländer willkommen waren. Wir konnten uns noch in das Schicksal der ungarischen Flüchtlinge 1956 hineindenken.
Und ich glaube, dass wir glücklicher waren, als es die heutige Generation ist.

ESSENSEINLADUNG

Zeitpunkt: Heute, nicht all zu spät (Beginn 20:00 bis 21:00)
Ort: irgendein sehr gutes Lokal Nähe Stadtzentrum (haben ja nicht alle offen)
Die Einladung richtet sich sowohl an Damen wie an Herren, geistreiche Unterhaltung wird angestrebt.

Hintergrund: ich muss entweder heute noch in die Stadt oder morgen vor dem Flughafen. Da würde ich lieber das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.
Anmerkung: Anreise muss selbst organisiert werden, ich bin öffentlich unterwegs.
Mal sehen, wer spontan ist:)))




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