Archive for the ‘Leben’ Category
Heute ist das richtige Geburtstagsdatum. Gestern hatte ich schon den ersten Tag Workshop zu halten und das wird sich bis Freitag so fortsetzen. Macht aber Spass, auch wenn es anstrengend ist.
Ich werde heute abend noch zu einer Weinverkostung fahren und dort die Mitverkoster auf einen Cremant einladen.
Warum schreibe ich das jetzt um diese Zeit, wenn ich schon längst im Bett liegen sollte.
Ich musste noch Belege für den Steuerausgleich 2014 zusammensuchen und jetzt bin ich fertig. Nicht fix und fertig, sondern einfach erleichtert, es getan zu haben.
Es gibt also noch ein Leben neben dem Klavier.
Und gestern wurde das Workshop in Köln bestätigt.
Ich lebe noch und man mag mich noch – zumindest wenn ich etwas arbeiten soll.
Prost!!!
Also als Info für diejenigen, die Anteil genommen haben:
Meinem Knie geht es weitaus besser. Ich bin fast schmerzfrei und kann mit ordentlicher Geschwindigkeit gehen. Nach dem Sitzen gibt es keine Beschwerden.
Ich bedanke mich bei allen, die mir gute Tipps gegeben oder sie angeboten haben.
Letztlich bestand die Behandlung aus 2x 10mg Volon A, ein Cortison-Stereoid. Morgen bin ich noch einmal bei dem österreichischen Arzt und werde ihn bitten, keine weiteren Spritzen zu setzen. In Serbien war ich bei einem sehr vertrauenserweckenden Arzt, der ausschließlich auf Knie spezialisiert ist. Der hat das Knie genau abgetastet, auf Schmerzen überprüft und mir mitgeteilt, dass es keinen Anlass für Operation oder einen invasiven Eingriff gäbe.
Er hat mir ein entzündungshemmendes Antirheumatikum verschrieben und ein Gel (Fastumgel), das ich schon vor seinem Besuch zum Einschmieren benutzt hatte.
Interessanterweise waren die Beschwerden nach dem serbischen Arztbesuch fast weg, bevor ich noch etwas Neues genommen hatte. Ich vermute, dass das Fastumgel auch entzündungshemmend gewirkt hat.
Der serbische Arzt hat mich nicht überrascht, als er gemeint hat, das einzige Gegenmittel wäre abnehmen und eine Physiotherapie wäre auch anzuraten.
Also momentan Entwarnung. Da ich jetzt wieder schmerzfrei gehen kann, werde ich wohl mehr Bewegung machen.
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Ich glaube, das ist der sachlichste und fadeste Beitrag, den ich je geschrieben habe 🙂
Pianist wurde.
Ich war zehn Jahre alt und das erste Jahr in der Musikschule. Vorher hatte ich schon 5 Jahre mit meinem Vater vierhändig gespielt und bei einer Privatlehrerin drei Jahre lang Unterricht gehabt. Sie hatte ziemlich pragmatisch unterrichtet. Es gab auch kleine Abschlusskonzerte, aber sie konnte mich musikalisch überhaupt nicht mitreißen. Es ging nur darum, ob ich etwas spielen konnte. Ich fühlte, dass einfach mein Üben überprüft wurde.
Als ich eine Stunde schwänzte, machte mir mein Vater klar, dass die Stunden ziemlich viel Geld (für damalige Verhältnisse) kosteten. Ich fühlte mich nicht besonders gut dabei.
Da ich aber eben zu jener Zeit von der Volksschule zum Gymnasium wechselte, war auch eine Bewerbung bei der Musikschule möglich. Die war vergleichsweise nur ein Viertel so teuer, aber wie sich herausstellen sollte, unvergleichlich besser.
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Das lag daran, dass ich zu meinem inzwischen verstorbenen Klavierlehrer kam, der damals auch der Direktor der Musikschule wurde.
Dieser Mann war eine Seele von Mensch. Ich musste zu 80% die gleichen Stücke wie bei der Klavierlehrerin üben,doch die Korrekturen von ihm waren einfach anders. Ganz wenige Hinweise, die aber so prägend waren, dass sie mir heute noch geläufig sind. Dann war er auch ein ausgezeichneter Musiker und Pianist und konnte mit seinen großen Pratzen alles so vorspielen, als wäre es das leichteste von der Welt. Manchmal brachte er mich auch seinen Forschungen nahe. Dann musste ich wegsehen und er schlug einen Akkord am Klavier an, der wie eine Kirchenglocke klang. Er analysierte Klänge auch in ihren physikalischen Eigenarten und damit konnte er die unglaublichsten Effekte auf dem Klavier zaubern.
Er hätte es gerne gesehen, wenn ich auf die Musikakademie gegangen wäre. Dass es nicht dazu kam, war aufgrund einer Erfahrung ausgeschlossen, die ich bereits im ersten Schuljahr machte.
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Es gab jedes Jahr zu Ende des Schuljahres zwei Schülerkonzerte. Eines im Bezirk anlässlich der Wiener Festwochen, ein zweites im Musikkonservatorium in der inneren Stadt. Das war irgendwie das Konzert mit der „größeren Bedeutung“.
Am Konservatorium gab es nämlich einen Bösendorfer. Ich glaube das war nur ein 2-Meter Flügel für einen Saal, der immerhin 200 Personen fasste. (Also eigentlich war der Flügel zu klein…)
Ich hatte mich wirklich darauf gefreut, endlich auf einem Bösendorfer spielen zu dürfen. Bei meiner Tante, die einen hatte, durfte ich nicht ans Gerät. Unser eigener Flügel war ein Wiener Flügel mit ziemlich ausgeschlagener Wiener Mechanik und der Flügel in der Musikschule war ein Schweighofer mit englischer Mechanik, den ich nicht so toll einschätzte. (Was eigentlich ein Irrtum meinerseits war, denn Schweighofer war eine durchaus achtenswerte Wiener Klavierfirma, die viel zu früh ihr Dasein beendete.)
Jedenfalls war ich bei der Generalprobe ganz aufgeregt. Endlich sollte mein Klavierspiel so klingen, wie ich es immer im Radio bei Übertragungen von Klavieraufnahmen gehört hatte.
Ich schlug den ersten Akkord von Beethovens Sonate op. 49/2 an. (Ein vergleichsweise leichtes Stück) Ich war überrascht. Das klang nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Überhaupt nicht so. Heute weiß ich, wie Klavieraufnahmen durch die Tontechnik ziemlich unterschiedlich klingen und vor allem, dass der Spieler nie das gleiche Klangspektrum hört, welches zum Publikum hin ausstrahlt. Das alles wusste ich nicht. Ich zog nur eine Schlussfolgerung: ich werde nie so gut sein wie ein professioneller Pianist.
Und das war es dann. Ich mochte das Spielen und wie bekannt habe ich nie damit aufgehört. Als ich später bei Bösendorfer arbeitete, erfuhr ich, dass ich eine fehlerhafte Einschätzung vorgenommen hatte. Auf den fabrikneuen Flügeln in unserem Vorführraum konnte ich sehr wohl den Klang erzeugen, ja mehr noch: ich konnte Flügel so anspielen, dass der eine besser als der andere (billigere) klang. Das ist aber eine ganz andere Geschichte.
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Heute habe ich mich hingesetzt und einfach die Sonate an- und eingespielt. Auch auf meinem Flügel klingt sie nicht so wie im Radio. Der gehört auch gestimmt und ein bisschen heller gemacht. Trotzdem bin ich mittlerweile mit dem Klang zufrieden.
So verändern sich die Zeiten.
Heute habe ich eine Schulung für ein Zertifikat abgeschlossen. Alle vier Kursteilnehmer haben die Prüfung bestanden.
Das hat mich aufgebaut. Die Schulung hat 4 Tage gedauert. Jetzt bin ich ganz schön geschlaucht – aber dafür auch gut gelaunt 🙂
für heute.
Trivialitäten, die mich wo anders nicht interessieren. Aber ich bin zu faul, um sofort aufzustehen. Daher jetzt ein paar Banalitäten.
Meine Trainees sind auf dem Weg zum Flugzeug. Der Wochenreport ist überraschend konsistent ausgefallen. Sie verstehen, was ich Ihnen beibringen will.
Und für mich ist jetzt auch Schluss.
Jetzt fahre ich nach Hause, spiele Klavier und gehe nachher in die Sauna.
Morgen gibt es eine Einladung bei meiner Schwester.
Sonntags fahre ich dann meinen Trainees nach Sofia nach.
Der kleine Hansi vertschüsst sich!
Hoffentlich gibt es das in meiner Nähe, bis es mich trifft.
Was für ein Tag! Gestern war eigentlich alles noch normal. Aufarbeiten von Dienstreisen, ein bisschen Programmbereinigung, um zu sehen, wie leicht ich mein selbst geschriebenes Programm mehrsprachig machen kann. Am Nachmittag ein kurzer Termin mit zwei jungen, serbischen Studentinnen, denen ich bei der Wohnungsbeschaffung für das nächste Studienjahr helfen soll.
Dann noch ein Abendtermin und danach Vorbereitung für eine Kundendemonstration heute vormittag. Gleich nach der Blutprobe.
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Aus dem gestrigen Bericht geht hervor, dass ich mehr Musik gehört habe, als die Demo vorzubereiten. Doch von 5 Uhr bis 7 Uhr lief es dann ganz gut. Und die Demo, die um 11 begann, lief auch sehr gut.
In den zwei Stunden musste ich praktisch eine Programmiersprache lernen, soweit es notwendig war, sie Leuten vorzuführen, die damit schon gearbeitet haben. Der Effekt war erstaunlich: „Was? Das kann man auch damit machen?“ Ja, genauso soll es sein. Danach Mittagessen mit unserer Chefsekretärin, am Nachmittag Telefonate mit Serbien. Ich bin jetzt wieder zuversichtlicher, dass wir eine gute Wohnung oder ein gutes Office bekommen können.
Dann versuche ich die Noten für die septemberliche Kammermusik zu bekommen. Das eine Notenstück, dass fast einen Monat für die Beschaffung braucht, kostet über achtzig Euro. Da schaue ich doch einmal, ob ich es nicht von den Kollegen bekomme.
Den Schubert und den Brahms lasse ich mir zurücklegen. „Ich werde es heute nicht mehr schaffen!“ sage ich der Dame am Telefon.
Eine halbe Stunde später sitze ich im Taxi und hole mir die Noten. Ich halte es einfach nicht mehr aus. Um 17:00 ist sowieso ein Termin. Da kann ich die Zeit dazwischen gleich so nützen. Bei der Gelegenheit decke ich mich gleich mit „Montauk“ ein.
Ich bin gerüstet.
Um 17:00 (ich habe seit Montag früh nichts geschlafen) findet ein Treffen mit einem Professor der Akademie der bildenden Künste und drei Grafikerinnen statt. Wir wollen eine Ausstellung in den Firmenräumlichkeiten im August organisieren.
Buffet und Getränke sind bestens organisiert. Auch eine Mäzenin bleibt bis acht. Dann erwarten wir noch eine Künstlerin, von der wir einige Bilder in der Firma hängen haben. Wir wollen noch einen Malworkshop machen.
Dazwischen klären wir noch Reiseabrechnungsmodalitäten. Dann kommt mein Chef mit dem Vorschlag, dass wir auf eine BIldungsreise nach Chile und Argentinien im Mai fahren könnten. Ich frage bei Frau Columbo nach. Der Termin liegt günstig. Vielleicht fahren wir wirklich.
Um 22:00 reiße ich von der Firma ab. In bester Laune. In der U-Bahn fange ich Montauk zu lesen an.
Ich komme nach Hause. Frau Columbo ist noch wach, was sehr angenehm ist. Ich kann noch die neuen Noten ausprobieren.
Der Schubert ist kein Problem oder sagen wir, er sieht eindeutig beherrschbar aus.
Der Brahms sieht nur beherrschbar aus. (ohne eindeutig) Der ist aber ein geiles Stück. Ich schaue mir die schnellen Sätze an und vor allem das Scherzo. Das hat mich ja bei den youtube-Einstellungen besonders begeistert.
Jedenfalls wird mir das Spass machen, es zu üben. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Die Besprechung für den morgigen Kundentermin um 10:00 werde ich in der Früh vorbereiten. Heute geht nichts mehr.
Aber was für ein Tag!
Man stirbt oder man geniesst.
Ich habe mich für das Genießen entschlossen!
Nachtrag: (6.4.2011)
Das ist das Stück, das ich als erstes probiert habe, gestern nach und heute früh.
Das ist so ein sinnlicher Genuss!
An Interesting Experience
Recently I have discovered how difficult it is for me to remember names and recall events that have been stored only recently. It is well known that the long term memory is much more efficient for old people.
Now, I have found a new pleasure with remarkable side effects. When I zap through youtube I am normally looking for music entries especially concerning interpretations of classical music, especially piano music. However, in the side bar I find recommendations for other videos like comments on interesting chess games or cab rides of certain railway trips.
I have watched those earlier and I am quite sad, that the cooperation between Google and the Russian Railway Corporation does not show the 6,5 days videos of a complete trip with the Transsiberian journey from Moscow to Vladivostok.
But there are many others and while I am looking for high speed trips or special beautiful landscape sceneries (like e.g. Jungfraujoch in Switzerland) I have found a short trip of 30 minutes that does not seem so exciting. It is a trip from the railway station „Franz-Josefsbahnhof“ to Tulln a small town about 30 km away from Vienna. It is not a fast train but it has its merits as half of the time the tracks are squeezed between the street and the river Danube. The squeeze is a result because the last little hills of the Alps that form part of the Vienna Forests in the west of Vienna reach until the river Danube.
When you follow the video you will see Leopoldsberg with the edge called „Nase“ (nose) leading down to the beach of the Danube. There would be a lot to write about the „Franz-Josefsbahn“, the railway of the emperor Franz-Josef, but that would be a different story. It is sufficient to know that nowadays only a few trains will go past Tulln although earlier this was a main connection the „Kronländer“, as Moravia, Bohemia and Galitsia (in Poland) were called. It was not the only route, there was the Nordbahn („north“), Nordwestbahn, Ostbahn that were all having connection to the North.
But I started to talk about memories. When I looked at this video I was experiences history within 30 minutes of watching. It was less because the last section between St. Andrä-Wördern and Tulln is not really very exciting, straight, no mountains, no river.
The tour starts at Franz-Joserfsbahnhof. This station is nowadays hardly recognizable as a railway station. There is a big modern building on top of 6 or 8 tracks and when you step on the station platform it is dark like in an underground station there are two or three trains lingering on the tracks and they make the impression of being in retirement. Everything is quiet a little bit depressing.
When the train starts the first station is Spittelau. Spittelau is not sexy at all unless you consider a remote heating station with a high chimney as sexy. It looks better than you would expect it because the chimney has been ornamented by the famous Austrian artist Hundertwasser. In sunlight it radiates and mirrors the sun beams because of some golden surface. But the station is important because you can change from two different subways (U4 and U6) to the train. Even the next very close station has a link to the subway U4.
While the tracks from the beginning to Spittelau are rather depressing, tracks, cables and some advertisement boards you can watch even from the frog’s perspective, the tracks from Spittelau to Heiligenstadt, the next station, are barely better. One has to know that this region was industrialized and the real nice part of the 19th district in Vienna, Döbling, is blocked out of sight by the tracks of the former „Stadtbahn“ a sort of very old predecessor of our current subway system. On the other side of this „wall“ is the „Heiligenstädterstrasse“, one of the very long streets in Vienna, encompassing the train tracks until Klosterneuburg, about which I will tell later.
But in the Heiligenstädterstrasse was the flat of my grand parents who were originally coming from a town close to Ostrawa in Moravia. When I was around six years I came to Vienna and was living in a side street that crossed Heiligenstädterstrasse. It was possible to reach the flat of my grand parents by 7 minutes walking. The flats in this house that does not exist in its original form anymore could be considered substandard. One little kitchen and one sleeping room. But my grand parents were not so poor, they had two flats which were connected. So there was kitchen, sleeping room, living room and a room for storage of differents goods and also food. Toilet and running water was shared with other people in the house and there were constant quarrels who was responsible for cleaning and ensuring that the water would not freeze in winter.
It still was appearing very comfortable to me.
When I wrote about the tracks of the Stadtbahn I should have mentioned that there was a park next to the Heiligenstädterstraße. Actually there was an elevation of about 20 meter where the rest of the district was continued with villas of the borgeois. Most of the park was also much higher and when I looked from the park to the North, I would not be able to see the tracks of the railway but behind the tracks of the Stadtbahn I could see the „Donaukanal“ a side arm of the Danube and the 20.district that formed half of the island between Donaukanal and Danube. I felt elated when I could see all of this „landscape“ and I considered it then and even now as romantic.
Returning to my trip the next station on the route is Heiligenstadt. Heiligenstadt is a very important place. In Heiligenstadt was the end station of G and WD, the two major Vienna „fast“ mass transportation means. (Stadtbahn) G stood for „Gürtel“ (belt) and WD stood for „Wiental-Donaukanal“. WD was the longest implementation of the Stadtbahn. The route connected Heiligenstadt that could be considered almost the Northern end of Vienna, (not completely as there were more Northern parts across the Danube) and the utmost Western end of Vienna, already in the Vienna Forests. The end station is called „Hütteldorf“. It was once a major railway station of the „Westbahn“ where the fastest trains coming from Paris, Switzerland and Germany were having a stop so people could change to the WD-Stadtbahn, that brought them to almost any part of the city.
The next stations Kahlenbergerdorf, Klosterneuburg Weidling, Klosterneuburg Kierling, Unterkritzendorf, Kritzendorf, Greifenstein etc. (I forgot Höflein that also came in somewhere) are heavy with memories which I have to add at some later time.
However it is necessary that in this section you can see side arms of the Danube, the Danube itself and all the little houses that were kept by people as sort of holiday resorts. The specialty of those houses was their construction. They all rest on wooden piles in order to cope with floods of the Danube.
Klosterneuburg bears special memories as relatives of mine were living there. But that should be part of another story. For now, I have spent more time in writing this than in watching the video. Maybe, I should watch it again.
Epilog: maybe one can complain about the technical gadgets of todays society. But personally I get a lot of satisfaction by watching contents that I would not be able to experience otherwise. And I don’t have to be personally present in the driving cab in order to enjoy the trip. (Although that is a special pleasure which I once had when travelling from Linz to Vienna 🙂 )
The trip
Mir geht es gut. Das ist ein Vorgriff auf einen nahen Zeitpunkt. Dann werde ich keine finanziellen Verpflichtungen mehr haben. Das Haus ist ausbezahlt. Nur mehr Betriebskosten. Jetzt kann es an die kleinen Verbesserungen gehen, die seit vielen Jahren hauptsächlich aus Kostengründen nicht durchgeführt wurden.
Aber das Gut-gehen hat auch Kehrseiten. Es fehlt ein gewisser Antrieb. Zur Zeit arbeite ich gerade in einem Projekt, das mich voll in Anspruch nimmt. Trotzdem würde ich mich darüber hinaus noch mehr um Serbien kümmern. Und auch um österreichische oder deutsche Kunden.
Aber was jetzt wirklich flach fällt, ist das Lesen und das Schreiben.
Beim Lesen fallen mir die Augen zu. Außer wenn ich am Bildschirm lese. Sicher wäre ein Besuch beim Augenarzt angesagt. Der wird mir eine Brille verschreiben und das Lesen wird vermutlich weniger anstrengend.
Mit dem Schreiben ist es schwieriger. Meine Ansprüche, die ich an diesen Text jetzt nicht anlege, sind gestiegen. Ich will nicht etwas schreiben, was ich kritisieren würde, wenn es jemand anderer geschrieben hätte. Kürzlich ist mir zufällig ein Text in die Hand gefallen, den ich vor 15 Jahren geschrieben habe. Auf englisch. Er war auf der Rückseite von Notizen, die ich bis dato aufgehoben hatte. Ich war überrascht. Ich mochte den Text und konnte nicht glauben, dass ich ihn geschrieben hätte. Das war aber aufgrund der Kennzeichnung auf der letzten Seite so.
Ich quäle mich mit zwei Texten herum. Beide handeln von Inhalten, die mir wichtig sind. Trotzdem geht nichts weiter. Ich will kurz bleiben und quäle mich mit Formulierungen herum. Ich kann nicht mehr abschätzen, was der Leser bereits weiß und was nicht. Wenn ich zu langatmig aushole, kann ich meine eigenen Trivialitäten nicht mehr lesen.
Manche Aussagen, die vor zehn Jahren noch aufmüpfig und sogar revolutionär geklungen haben, sind heute Allgemeingut geworden. Ich will das nicht mehr wiederholen, auch wenn die Anlässe dafür nicht weniger geworden sind.
Also schreibe ich nicht. Ich über Klavier, um mich geistig fit zu halten. Da habe ich wenigstens die Hoffnung, dass diese Tätigkeit meine Lebenserwartung oder die Qualität meines Alters erhöht. Vermutlich werde ich in drei Jahren noch einmal ein Konzert geben. Zu meiner 65. Geburtstagsfeier.
Wenn diese drei Jahre im gleichen Tempo dahingehen, wie ich die vergangenen zwei empfunden habe, wird das Konzert gefühlt morgen statt finden.
Ich muss daher jetzt aufhören und noch etwas üben.
Der leider nicht mehr hier schreibende Dr. Schein hat mich durch seine wiederholten Zitate von Slavoj Žižek auf denselben aufmerksam gemacht.
Heute findet sich im der Standard ein interessanter Artikel über ihn und einige seiner heutigen Statements. Ich habe den ganzen Artikel sehr genossen und möchte hier meinen Lieblingsabsatz zitieren:
Žižek: …
So kommen wir auch zum Rätsel des Cybersex. Der hat immer mehr eine masturbatorische Struktur in dem Sinn, dass man nicht nur keinen wirklichen Partner hat – er beeinflusst auch unseren wirklichen Sex mit wirklichen Partnern. Man braucht diese immer weniger, wenn man seine Fantasien ausleben will.
Fällt Ihnen nicht etwas auf, wenn Sie sich das Tiefste der gegenwärtigen Populärkultur ansehen?
STANDARD: Was meinen Sie konkret?
Žižek: Ich meine zum Beispiel den neuesten James-Bond-Film, „A Quantum of Solace“ („Ein Quantum Trost“). Früher war es üblich, dass Bond in der letzten Szene zum Sex übergeht. In diesem Film nicht. Oder nehmen Sie Romane von Dan Brown, „Angels and Demons“ („Illuminati“) oder andere. Da gibt es Paare, aber sie haben auch keinen Sex. Etwas sehr Merkwürdiges passiert hier, mein Freund Alain Badiou (französischer Philosoph und Schriftsteller, Anm.) hat es wunderbar ausgedrückt, aber es funktioniert auf Französisch und Englisch besser als auf Deutsch. Er verweist auf den Ausdruck „falling in love“ bzw. „tomber en amour“. Hier ist das Moment des Risikos, des Fallens enthalten.
Nun gibt es amerikanische Dating- und Heiratsagenturen, die mit dem Argument werben, dass das viel zu riskant sei: „Who can afford today to fall, even in love? We enable you to find yourself in love without the fall!“ Also Liebe, ohne einen Sturz zu riskieren. In Wirklichkeit also ohne eine traumatische Begegnung mit dem anderen.
…
Es geht nicht mehr um die alte patriarchalische Ideologie, die auf Liebe und Treue insistiert, sondern fast um das Gegenteil. Liebe wird zum Problem. Die Ideologie sagt uns heute auf diese buddhistische Art: Engagiere dich nicht zu sehr, halte Abstand, hänge an nichts und niemandem. Ein One-Night-Stand ist okay, aber kein Sturz, keine dramatische Begegnung, die dein Leben verändert.
[Hervorhebungen von mir]
Wenn man den Fall und die tiefen Enttäuschungen vermeiden will, reduziert man zwangsläufig auch das mögliche Glücksempfinden.
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Für mich ist das nicht so erschreckend, weil ich oft genug verliebt war, bevor es das Internet gab. Ich muss mich aber fragen, wie ich heute mit dem Thema umgehen würde.
der ganze Artikel findet sich hier.
