Archiv für März, 2025

D I E _ K U R Z E _ W E L T G E S C H I C H T E

Die Archeologen hatten sich über Funde gefreut, die Millionen Jahre zurücklagen. Die Priester hatten sich seit den Anfängen der Kultur gefreut, dass sie die Menschen mit religiöser Scharlatanerie in Schach halten konnten.

Den eigentlichen Untergang der Erde bewirkten zwei Gruppen, die eigentlich beide keine negativen oder unlauteren Absichten verfolgten. Die eine Gruppe waren die Wissenschaftler, welche die Erforschung des Himmels auf ihr Panier geschrieben hatten. Es gab die Zeit, als man über Besiedelung des Mars nachdachte und Sonden zum Mars schickte, um Oberfläche und allfällige Besonderheiten zu entdecken. Dabei war auch die Zielsetzung angegeben, herauszufinden, ob es Leben auf dem Mars geben könnte.

Sehr groß war die Freude, als man im Juli 2018 irdischer Zeitrechnung annahm, Wasser auf dem Mars gefunden zu haben.

Die zweite Gruppe waren ganz friedvolle, interessierte Menschen, welche die Gelegenheit wahrnahmen, am 27.7.2018 die längste totale Mondfinsternis am späten Abend zu beobachten. Man hatte schon Tage zuvor im Radio genau erklärt, wie sie zustande käme. Dabei wurde auch auf die Besonderheit hingewiesen, dass man leicht den Mars sehen konnte, der quasi unterhalb des Mondes dadurch sichtbar wurde, dass der Mond selber kein Licht mehr reflektierte. Dadurch konnte man Himmelskörper hinter dem Mond wahrnehmen, die sonst nichtsichtbar waren. 

An dem bewussten Abend klingelten die Telefone bei der Polizei und bei der Feuerwehr. Auch bei der Universität läuteten ein paar an. Sie hatten die Mondfinsternis beobachtet und auch auf den Mars geachtet. Dabei war allen Anrufern ein eigenartiges Phänomen aufgefallen. Ein Blitz, wie er sonst bei einer Fotografie verwendet werden könnte, sah so aus, als wäre er direkt am Mars passiert. De Blitz war allerdings nicht weiß. Darüber gingen die Meinungen auseinander. Die einen berichteten von einem bläulichen Blitz, der schon fast violett war, die anderen meinten, dass er eher rot gewesen war.

Die befragten Astronomen konnten sich kein Bild machen. Auch die Sonden, welche den Mars umkreisten und der kleine Mars-Rover, der auf der Oberfläche des Mars herumkrebste, lieferten keine Erklärung und auch keine diesbezüglichen Messwerte.

Auf der Erde wurden Gruppen gebildet, die eine Erklärung für das Phänomen ausarbeiten sollten. Das übrige Leben ging seinen gewohnten Gang weiter. Noch ungefähr fünfzig Tage. Danach zerplatzte die Erde. Für hypothetische außerirdische Astronomen würde es so aussehen, als hätte es den Planeten Erde einmal gegeben, er wäre aber aus unerklärlichen Gründen zerborsten.

Was war passiert?

Die Marsianer, mit einer älteren Kultur, als sie die Menschen aufweisen konnten, hatten sich unter die Oberfläche des Mars zurückgezogen. Sie hatten darüber hinaus eine Schale um den Mars herum gelegt, die wie eine natürliche Textur eines Wüstenplaneten wirkte. Das war ihre Tarnung, die lange Zeit hervorragend funktioniert hatte. Selbst als sie messen konnten, dass die Erdbewohner zufällig ein Wasserreservoir entdeckt hatten, aber keinesfalls die Strukturen der Marswohnsiedlungen herausgefunden haben konnten, waren sie ruhig.

Nun passierte den Marsianern aber ausgerechnet am 27.7.2018 unserer Zeitrechnung ein Missgeschick. Ein Reaktor war ihnen durchgebrannt. Natürlich war das schon früher einmal passiert und ihre Technologie hatte für solche Fälle eine Art von Ventilsteuerung entwickelt, die alles was an Energie beziehungsweise Strahlung freigesetzt wurde, über eine Art von Überdruckventil zuerst gebündelt und dann an die Oberfläche gelenkt wurde. Dort kam es dann für gewöhlich zu einer kleineren atomaren Sekundärreaktion. Dadurch gewann die Oberfläche den noch zerklüfteteren Charakter eines unwirtlichen Planeten. Diese Reaktion fand auch an dem bewussten Tag statt. Sie wäre unbemerkt geblieben, wenn nicht alles darum herum abgedunkelt war. Man erinnere sich: Es war Mondfinsternis. Es dauerte wenige Sekunden bis die Reaktion auf der Erde in Form eines Blitzes sichtbar wurde.

Der Rest ist rasch erzählt. Die Marsianer stellten fest, dass die Reaktion auf der Erde nicht unbemerkt geblieben war. Sie ahnten, dass das Interesse der Erde am Mars über Gebühr wachsen könnte. Von den Informationen, welche sie über die Geschichte der Erde hatten, wie zum Beispiel die Spanier mit den Einwohnern Amerikas umgegangen waren, fürchteten sie eine ähnliche Vorgangsweise der Erdbewohner bei „der Entdeckung“ des Mars. Sie hätten keine Angst haben brauchen, da sie technologisch auf einem weit höheren Stand waren.

Sie schickten einen Marschflugkörper, also eigentlich eine Weltraumrakete, in Richtung Erde. Die Fracht war nukleares Material, welche sich irgendwo in der Erdkruste hineinbohren sollte. Nach dem Aufprall oder kurz davor, wurde die Reaktion gestartet. Der Aufprallkrater war so tief, dass die Erde in der Folge einer Kettenreaktion von innen aufgefressen wurde, bis sie zerplatzte. Kein schönes Bild. Man hatte so etwas Ähnliches bei dem Reaktorunfall in Tschernobyl befürchtet, wozu es dann nicht kam.

Hier endet die kurze Kurzgeschichte der Erde. In den Mars-Chroniken fand man den Hergang später einmal. Die Marsianer waren nicht stolz auf ihr Verhalten, doch sie waren sich einig, dass es notwendig gewesen war.

(c) Hans Hartmann 2018




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