Archiv für September, 2014
Selbstüberschätzung wird mir im Normalfall nicht vorgeworfen, weil ich schon einige Male gezeigt habe, dass ich das kann, was ich mir zutraue.
Allerdings ist es bei mir eine Eigenschaft, die ich mir selbst attestiere. Es geht nicht so sehr darum, dass ich etwas nicht kann, sondern dass ich mir selbst beweisen will, dass ich es kann. Das führt dann zu längeren Nachtschichten, weil ich vom Hundersten ins Tausendste komme.
Ist mir gestern passiert. Ich habe mich für einen Fernkurs angemeldet und die erste Sektion durchgemacht. Man braucht dafür keine besonderen Mathematikkenntnisse, schreiben die in die Beschreibung hinein.
Allerdings gab es bei einer der ersten Vorlesungen ein kleines Beispiel, bei dem eine Funktion svd vorkam. Weil ich das nicht auf sich beruhen lassen wollte, dass ich svd nicht kannte, schaute ich nach und war dann zwei Stunden mit Eigenwerten und Eigenvektoren beschäftigt. (Auch das erkläre ich nicht näher)
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Eigentlich sollte ich denken: brauche ich nicht, geht mich nichts an, ist mir zu kompliziert.
Aber das kann ich nun wirklich nicht: so denken.
Die einen werden die Darstellung schon kennen. Die anderen werden sie als russische Propaganda abtun.
Es sind allerdings einige nahhistorische Fakten enthalten, die in Erinnerung gerufen gehören. Daher dieser Link.
Putin, jetzt reicht es uns
Der Titel täuscht ein wenig.
Das ist jetzt der zweite Artikel, der sehr entschieden die derzeitige Situation bei Twoday beschreibt.
Den ersten gab es da.
Ich frage mich, ob das irgendwie parallel mit den Warnungen unserer Klimaentwicklung geht. In beiden Fällen eines Eintreffens der Warnungen wären die Vorgänge irreversibel. Bei Twoday kann ich es verschmerzen. Beim Klima nicht. Obwohl ich da noch auf weitere Wetterkatastrophen warte.
Es gibt genügend Menschen, die das vermehrte Auftreten von Unwettern als normal darstellen, welches nichts mit globaler Erwärmung zu tun hat.
Vielleicht haben die Unwetter wirklich nichts damit zu tun. Aber die Begründungen klingen für mich viel logischer als irgendwelche Schlussfolgerungen, die jemand aus der Bibel zieht.
Naja, ich höre schon auf.
Wird schon nicht so arg werden.
Oder ???
Heute habe ich einen Vortrag gehalten, der sich eigentlich um ein sachliches Thema in der IT drehen sollte. Moderne Trends in der IT.
Ich habe mich ein bisschen angestrengt und das Thema für meine Zwecke vergewaltigt.
Letztlich konnte ich betonen, dass es mir um den Unterschied zwischen Ausbildung und Bildung ging. Und ich konnte auch den Satz anbringen: wir wissen zwar nicht, wo wir hin wollen, aber wir sind schneller dort.
(Lustigerweise kam nach mir der Mann von pwc auf die Bühne und bestätigte genau das. Die Studien ergeben, dass wir nicht wissen, wo sich die IT hinbewegt. Aber dafür werden wir sehr schnell hinkommen.
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Am meisten hat mich die Anerkennung meines Kollegen gefreut, dem meine Folien beim Review nicht gefallen hatten. Und ein Mann, der 23 Fachbücher geschrieben hat, meinte: sehr gut, endlich wieder einmal ein Original-Vortrag.
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Ich bin hundsmüde, aber recht angenehm erschöpft.
gestern gab es eine Diskussion, ob die Zeit kürzer geworden ist. laut einer Hypothese, der ich nicht folge, sind schon 25% der Zeit „gestohlen“ worden.
Ich glaube das ja nicht. Ein Ei dauert noch immer 5 Minuten kochen, bis es die gewünschte Konsistenz hat.
Aber heute stelle ich fest, dass eineinhalb Stunden vergangen sind, in denen ich praktisch nur Dinge überlegt habe, die in 5 Minuten zu entscheiden wären. ein kurzes Mail mit „ok“ und ein kurzes Telegonat war dabei.
Und die Liste der Dinge, die ich noch in Serbien zu erledigen habe, wird länger und länger.
Aber die Frage bleibt:
Wer stiehlt die Zeit?
P.s. Die 6 Minuten für dieses Postings zählen nicht. es gäbe auch kein Feb und keine privaten Mails. http://ORF.at 5 Minuten, kein http://Standard.at, keine anderen Ablenkungen.
Beginnt mit einem Himmel wie gemalt.

Da ich meinen Flieger von Kopenhagen nach Wien erst am Abend gebucht hatte, konnte ich mir heute früh noch ein kleines Programm gönnen, den Besuch des Marinemuseums. Dort sind auch zwei U-Boote ausgestellt, was den besonderen Reiz zur Zeit ausmacht. Im Museum habe ich um ca. 10 Euro sehr gut gegessen. Buffet mit Kartoffelpuffer und etwas, was wir hierzulande vielleicht am ehesten mit Grammelknödeln vergleichen könnten. (Mit Kartoffelteig)
Leider spüre ich heute mein linkes Bein besonders stark. Daher habe ich mir ausreichend Zeit zum Bahnhof zu gehen eingeräumt. Ich sitze schon im Zug, der in zehn Minuten wegfahren wird.
Karlskrona war wirklich ein erfreuliches Erlebnis. Nicht einmal eine kleine Panne gestern, hat den Eintrag trüben können. (Erzähle ich später vielleicht einmal.)
Billig ist Schweden ja nicht gerade. Wenn man aber einmal seinen Obolus entrichtet hat, hören sich die Kleinigkeiten auf. Man bekommt reichlich und auch nach. Der Zutritt zum Museum hat mich heute nichts gekostet. Die 17 Euro waren bereits in der Registrationsgebühr zur Konferenz enthalten.
Ich mag hier die Sauberkeit und auch die Ordentlichkeit. Ich wundere mich selbst, dass ich so etwas schreibe. Aber auch das Hotel war von der Stimmung – obwohl alles praktisch wie in den anderen Hotelketten – her familiär. Und der Koch wies darauf hin, dass das Brot mit Sauerteig gemacht war. Auf der Uni gibt es spezielle Hinweise, dass das Mittagsmenü gluten- und lactosefrei wäre. Darüber hinaus gibt es auch noch Spezialdiäten.
In zwei Minuten wird der Zug abfahren und ich werde zu arbeiten beginnen. Gestern war ich von Präsentation und den Programmen der anderen geschlaucht, es war wirklich Workshop-Atmosphäre. Doch das gesamte Ambiente lässt eher an Ferienurlaub denken.
Die Türen schließen sich. Die Fahrt beginnt.
Nachtrag:
also durch die südschwedische Landschaft könnte ich endlos im Zug sitzend fahren, wenn das Wetter so wie heute ist. Die Wolken sehen so aus, wie sich ein Kind Wolken vorstellt. Die Züge sind so, wie man sich Züge vorstellt. Ab und zu gibt es eine Meldung „Wir fahren jetzt langsamer, weil vor uns ein langsam fahrender Zug ist“. (Allerdings scheinen keine Verspätungen zustande zu kommen.
Auf der Rückfahrt ist die erste Klasse auch fast voll besetzt, die zweite natürlich bis auf den letzten Sitzplatz. Es gibt Personen, die am Gang stehen. Und eine Reihe von sehr attraktiven Frauen. Keine Abbilder aus Hochglanzmagazinen sondern sehr intelligent wirkende Frauen zwischen 30 und 45. Vermutlich verschätze ich mich ja, aber die Augen blicken alle sehr wach.
Den Zwanzig- bis Dreißigjährigen gewidment, die sich nicht vorstellen können, wie das Leben ab 31 aussehen kann.
[Durch Zufall hab ich folgendes Gedicht gefunden.]
[Auch] der Ursprung folgenden Gedichtes liegt im Dunkeln. Als mögliche Urheber werden neben Wilhelm Busch auch Theodor Fontane und Eugen Roth angegeben.
Altersballade
Das grosse Glück, noch klein zu sein,
sieht wohl der Mensch als Kind nicht ein,
und möchte, dass er ungefähr
schon 16 oder 17 wär.
Doch dann mit 18 denkt er: Halt,
wer über 20 ist, ist alt.
Kaum ist die 20 grad geschafft,
erscheint die dreissig greisenhaft.
Und an die 40, welche Wende
Die 50 gilt beinah als Ende.
Doch nach der 50, peu à peu,
schraubt man das Ende in die Höh.
Die 60 scheint jetzt ganz passabel
Und erst die 70 miserabel.
Mit 70 aber hofft man still,
ich werde 80, so Gott will.
Wer dann die 80 überlebt,
zielsicher nach der 90 strebt.
Dort angelangt, zählt man geschwind,
die Leute, die noch älter sind.
Eine Musikempfehlung hat bei mir folgende Reise veranlasst:
she is a woman to me
https://www.youtube.com/watch?v=UHfBXHari34
and piano man
https://www.youtube.com/watch?v=gxEPV4kolz0
American Pie – memories of Topeka, Kansas
https://www.youtube.com/watch?v=ih7N9_VUU4U
Full identification
https://www.youtube.com/watch?v=lAsvjVx-Mg4
And then moving on
https://www.youtube.com/watch?v=Mb3iPP-tHdA
intermezzo from a much later time
https://www.youtube.com/watch?v=iUiTQvT0W_0
with a linkage via Sinéad O’Connor
https://www.youtube.com/watch?v=jNwXFnqBzHg
not to be expected to be recommended by me
https://www.youtube.com/watch?v=Jr6VPJgQrwg
getting back to slow, same singer Bob Mould
https://www.youtube.com/watch?v=938czNAsHeM
but that should be my music, doesn’t it also catch on you?
Minute 4:20
https://www.youtube.com/watch?v=6YD_8E4ZVxY
And the great finale
https://www.youtube.com/watch?v=p77JoONFX8U
Die Mitternacht ist vorüber.
Gute Nacht
Der Fortschritt ist unaufhaltsam. Und manchmal fast unmerklich. Durch Marketing gewöhnt man sich an Dinge und hält sie für selbstverständlich. Diesen Beitrag werden wohl nur Leute über 40 verstehen.
Ich bin ein Mensch, der beruflich mit EDV zu tun hat, und technischen Neuerungen aufgeschlossen gegenübersteht. Ich erinnere mich, dass das Telefax auf mich einen enormen Eindruck gemacht hat. Bis dahin lief der Geschäftsverkehr über Telex. Das war mühsam.
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Das Telefonwesen hat sich verändert. Es gibt kaum mehr öffentliche Zellen. Das Mobiltelefon ist eine Selbstverständlichkeit geworden. Aber nicht nur das. Wenn ich im Flugzeug sitze, wechsle ich die SIM-Karte in meinem Telefon, damit ich den günstigeren Tarif habe. Internetmäßig bin ich in Serbien noch besser verbunden als in Österreich.
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Ich habe seit einiger Zeit ein iPad. Ich hatte einmal ein Lenovo-Pad der ersten Generation bei einer Veranstaltung gewonnen und weiterverschenkt. Es war unbrauchbar.
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Das iPad ist brauchbar.
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Wenn ich reise, habe ich folgende elektronische Geräte mit:
Laptop (= Arbeitscomputer)
iPad Air
Samsung Note 3 (Mobiltelefon)
manchmal den Kindle e-book-Reader
Meine Sony-Camera, die theoretisch auch mit dem Internet verbunden werden könnte.
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Das ist alles Einleitung bisher.
Jetzt kommt das Ereignis:
ich wollte anrufen, um einenTermin auszumachen.
Da ich gerade das iPad unter meinen Fingern hatte, wählte ich Skype an und schaute, ob meine Gesprächspartner auch aktiv verbunden war.
Ich wählte die Verbindung und das Gespräch kam zustande und die Terminvereinbarung. Es war ein Videogespräch. Man kennt das von neueren Filmen. Es ist nicht mehr „etwas Besonderes“.
ABER DASWAR ES!
Als ich 25 Jahre alt war, kamen solche Gespräche nur in Science Fiction-Romanen vor. Ich erinnere mich, dass ich mich gefragt hatte, ob das noch zu meinen Lebzeiten technisch möglich wäre. Ich war damals Studienassistent auf der TU und hatte meinen eigenen Computer, eine DEC-PDP-11/10 mit CAPS zur Verfügung. Ich hatte Vorstellungsvermögen, was möglich wäre und was nicht. Datenverbindungen liefen damals mit 110 und 330 Baud. Das ist eine Million mal langsamer als heute eine durchschnittliche Internetverbindung. Ich hatte in Elektrotechnik von physikalischen Restriktionen gelernt, die inzwischen gefallen sind.
Das Gespräch, das ich heute geführt habe, wäre mir als unmöglich erschienen. Heute ist es „nothing to write home about“.
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Das ist nur ein klitzekleines Beispiel eines Vorgangs, wie er heute natürlich erscheint. Doch in meiner Altersklasse sind Menschen, die sich der Technik verschließen. Ich schreibe das nicht vorwurfsvoll. Ich kann es gut verstehen. Ich könnte auch dazu gehören, wenn ich nicht in den letzten 40 Jahren alle Neuerungen graduell mitgemacht hätte und sie auch technisch verstehen kann.
Wenn ich mich wie heute besinne, kommt mir erst die Unglaublichkeit des Vorgangs und der gewaltige Unterschied zu vor vierzig Jahren zu Bewusstsein.
Wem geht es noch so?
P.S. Soviel hat sich technisch „verbessert“. Doch die Psyche der Menschen scheint lernresistent zu sein. Wie man an den politischen Entwicklungen leicht beweisen kann.
Das Scannen der Dokumente ist in weniger als einer Minute durch. Das Abspeichern schon wieder nicht.
Denn obwohl ich mit dem gleichen Rechner abeite, funktioniert der Scan bei mir zuhause anders als hier im Büro in Serbien.
Wer weiß warum. Die Drucker sind sehr ähnlich.
Acrobat-Reader unterscheidet sich sehr vom der Acrobat-Reader-App.
Eine App ist genauso ein Programm, aber halt eins für Trotteln oder für wen auch immer. Die APP wurde von der Desktop-Applikation simplifiziert. Dann stimmen auf einmal die Settings für die Ränder nicht mehr und bestimmte Dinge lassen sich nicht einstellen.
Apps sind für dumme Leute.
