Bemerkungen eines Trolls

Ich schreibe lieber etwas Positives. Aber warum soll ich etwas zurückhalten, das mich ärgert.
Dass ich selbst als Troll bezeichnet wurde, kann ich verschmerzen. Auch eine andere Bloggerin wurde mit der Anschuldigung angegriffen.
Was mich aber immer wieder schmerzt, ist Dummheit. Sie schmerzt umso mehr, wenn ich sehen kann, dass sich ein depressiv veranlagter Mensch selbst damit noch mehr beschädigt, indem er sein Weltbild so offen zur Schau trägt. Damit beeinflusst er andere Personen, die vielleicht vom Grund her seine Meinung gar nicht vertreten.
Über technische Belange kann man eigentlich relativ gut diskutieren, ohne dass es persönlich wird. Wenn jemand ein Produkt beschimpft, mag er/sie damit sogar recht haben. Aus persönlicher Sicht und vielleicht aus der Sicht derjenigen, die als „Fachleute“ befragt werden.
Wenn der Angriff auf ein Pauschalurteil als Trollwesen bezeichnet wird, frage ich mich ob die Person besonders gescheit ist.
Jetzt schmökere ich etwas in dem Blog der Singer-Ablehnerin und lese vor allem in der Rubrik Musik. Ich kann feststellen, dass ihre ganze Familie ein großes Naheverhältnis zur Musik hatte.
Die einzelnen Einträge, die sie schreibt, klingen für mich überhaupt nicht einladend. Nur einige wenige beinhalten aufbauende Gedanken oder Zitate. Ich lerne daraus, das ich nicht jeden akzeptieren kann, der ein für mich sehr wichtiges Interesse mit mir teilt. So hätte ich z.B. absolut kein Interesse, mit ihr gemeinsam zu musizieren, obwohl es so wunderbare Literatur für Violine und Klavier gibt. Real stellt sich die Frage sowieso nicht, weil da mindestens 800 km zwischen unseren Wohnorten liegen.
Aber ich finde es doch recht vielsagend, dass sie auf eine von ihr gestellte Frage überhaupt keine Antwort erhält. Ich zitiere:

Kunstschaffender oder Kunstversteher
Eine Freundin hat mich gefragt, ob mir das in der Kunst – egal welcher – auch aufgefallen sei, dass sich das oft in zwei Lager teilt. Die einen, die Kunst schaffen/aufführen, und die anderen, die sie verstehen, rezipieren.
Ich kann da nicht viel dazu sagen. Ich weiss, dass es viele Kunstversteher gibt, die liebend gerne würden aufführen können, denen das aber nicht gegeben ist. Das Verständnis für die jeweilige Kunst sehr wohl.
Wie geht es Euch? Was ist Euch da in Eurem Leben schon aufgefallen? Habt Ihr Euch je Gedanken darüber gemacht?

Die Frage wurde am 10.7.2011 gestellt und bisher nicht beantwortet.
Ich werde natürlich auch keine Stellungnahme abgeben, obwohl mich das Thema ja Zeit meines Lebens stark beschäftigt hat. Aber wozu soll ich als Troll etwas niederschreiben, was dann erst nur gelöscht wird.
Quellen:
http://violine.twoday.net/stories/ein-wort-zu-singer-naehmaschinen/#comments
die Meldung des Trollnunzianten beinhaltend
http://weblog.hundeiker.de
Der früher mal depressive Mann, der Trolle auf 2 Meilen gegen den Wind riecht.
Tja, zu der obigen Fragestellung bemerke ich einmal nur, dass über eine Lagereinteilung schwer zu entscheiden ist, wenn das eine Lager eine Teilmenge des anderen Lagers darstellt.
schaffen/aufführen vs. verstehen/rezipieren. Ich frage mich, wie man etwas aufführen will, was man nicht verstanden hat. Frau Violine kann das offensichtlich, denn sonst könnte sie die Frage nicht so schwammig formulieren.


  1. Das will ich jetzt aber nicht glauben,
    dass dir der „Troll“ immer noch im Magen liegt.
    Ist doch völlig vertane Zeit,
    über solche Menschen weiter nachzudenken, oder?
    Ich hatte bei meinem ersten „Singer – Eintrag“
    eher vermutet,
    dass eine baldige Einsicht kommt,
    denn so wie du oben geschrieben hast,
    lässt sich über technische Dinge
    ja sehr gut reden,
    ohne gleich beleidigend zu werden.
    Dann hab ichs noch einmal versucht,
    aber als dann nur noch Beleidigungen kamen,
    gleich einem trotzigen Kleinkind,
    hab ichs sein lassen.
    Mein Gott,
    es gibt solche und solche Menschen, oder ?
    So wie bei ihrem „Kunstproblem“
    scheint Violine zu glauben,
    Dinge zu verstehen,
    und ist ob ihres offensichtlichen, mangelnden Verständnisses
    nicht in der Lage etwas aus(auf)zuführen.
    Ich behaupte jetzt einmal von mir,
    dass ich weder ein großes Musikverständnis,
    und schon gar nicht die Gabe habe,
    Musik coram publico aufzuführen.
    Wenn ich was nicht weiß,
    dann frag ich halt 😉
    Aber was ich habe,
    sind zwei Ohren und dazwischen ein paar graue Zellen.
    Ich kann zumindest zuhören
    und genießen.
    Das ist doch auch etwas !
    Und jetzt wünsche ich einen schönen Sonntag,
    mögen die trolligen Gedanken bald verrauchen.
    LG
    Lost

  2. Avatar von Unbekannt mac38

    just my few cents der beitrag war kurz in den charts, deshalb habe auch ich die diskussion gelesen. wenn ich mich richtig erinnere, war losts antwort der allererste kommentar, in dem sie ihre meinung, dass singer eine gute marke sei, sachlich kundtat. es meldete sich danach eine zweite userin, die sich mit begründeten argumenten violines ansicht anschloss, und dann wurde lost bereits untergriffig.
    die bezeichnung „troll“ ist in diesem zusammenhang sachlich nicht richtig aber ich persönlich habe violines standpunkt verstanden, die über erlebtes berichtet hat und – gemessen an den übrigen reaktionen – nicht unrecht haben dürfte.
    im übrigen gibt es viele „ehemals depressive menschen“. darauf den finger zu halten, wenn einem etwas nicht gefällt, finde ich nicht besonders klug.

  3. Mangels Argumenten jemand als Troll zu titulieren entbehrt sowieso jeglicher Basis, es ist schlicht hilflos.
    Wobei, auch wenn´s anders gemeint war, ich würde an „Troll“ nichts wirklich Ehrenrüriges finden, aber auch nur weil ich Trolle schätze.

    Die These der Unterteilung in Kunstschaffende und Kunstverstehende läßt ein mildes Lächeln in meinem Gesicht aufscheinen.
    Natürlich gibt es Schaffende die offensichtlich eher weniger von dem verstehen was sie tun, andererseits wieder „Konsumenten“ und Kritiker die teilweise meinen, ein allumfassendes Verstehen über die Materie zu haben und genau wissen, wie etwas dargeboten gehört.
    Beides eher entbehrlich.

    Ich mein, als Maler hab ich´s da relativ leicht, ich schaffe und es ist mein´s, kommt an oder nicht (sowieso immer nur bei einem Teil der Betrachter).
    Musik ist da schon komplizierter. Jemand schafft, und jemand Anderer interpretiert, legt aus, und schon fühlen sich Viele befleißigt, dies für besser oder schlechter zu sehen (hören).
    „Handwerkliches“ Können laß ich da jetzt einmal unbeachtet, obwohl das keine unwesentliche Rolle spielt, in beiden Fällen.

    Für den „Konsumenten“ (mir fällt grad kein anderer Begriff ein, Rezipient möcht ich nicht sagen) ist Verstehen der Materie zwar ein Vorteil, aber gewiß nicht zwingend.
    Ich muss weder von lasierender Malweise Bescheid wissen um in Rembrandts Nachtwache ein großes Bild (nicht die Abmessung) zu sehen, noch Notenlesen oder Wiedergeben können um in Brendels Interpretationen von Schubert Treffendes zu hören.

    Es gibt Menschen die bewußt sehen und hören, manche entwickeln ein feines Gespür in diesen Bereichen, und einige davon haben die Gabe Inhalte zu erfassen und wiederzugeben.

  4. ad David und Jossele http://diepresse.com/home/kultur/klassik/1461407/BaduraSkodas-SchubertPfad

    Interessanterweise gibt es gerade heute in der Presse eine Kritik, die das Thema hinsichtlich Musik bestens beleuchtet.

    Auf den Punkt gebracht, spielt der gute Pianist nicht Klavier sondern er spielt Musik.

    Leider konnte ich das Konzert nicht live hören. Ich hoffe, dass es im Radio übertragen wird. Das Programm selbst ist eines, das ich ebenfalls zusammenstellen könnte. Allerdings wird das nächste eins mit Beethoven sein:)

  5. Den Ärger kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Jeder hat so seine eigene „Wahrheit”, die mitunter sogar nachvollziehbar sein kann, wenn man versucht, die Sichtweisen anderer nachzuvollziehen, auch wenn es subjektiv Nonsens sein sollte. Aber warum sollte man sich darüber ärgern? Selbst wenn, oder auch gerade dann, es um eine Art Kritik geht. Wie kann man sich davon betroffen fühlen, wenn man persönlich eigentlich nicht betroffen sein kann, weil es keine Diskussionsgrundlage gibt?

  6. ist ja drollig hier. viel wind um nichts, wie mir scheint.

    kunst muss man übrigens nicht immer verstehen, um sie zu genießen.
    kunst ist sowieso nicht notwendigerweise eine sache des verstehens sondern des herzens.




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