Neue Filme
die nicht neu sind.
Zur Zeit arbeite ich wesentlich mehr, als ich müsste. Doch es gibt ein paar Arbeiten, die ich unbedingt abschließen möchte. Dafür habe ich mir gestern und heute um sechs Uhr abends je eine Pause gegönnt und bin ins Kino gegangen. Der letzte Film liegt sicher schon ein dreiviertel Jahr zurück und Kino ist halt etwas anderes als Fernsehen. Jetzt habe ich mir keine Sozialdramen oder „wertvolle“ Filme angesehen, aber zwei Science-Fiction-Filme wollte ich mir schon gerne ansehen: Prometheus und Total Recall.
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Beide haben mir gefallen, auch wenn sie mich nicht vom Sessel gerissen haben.
Bei Prometheus kann man deutlich sehen, was an technischen Möglichkeiten seit dem ersten Alien-Film dazu gekommen ist. Und manche Effekte sind beeindruckend und sehr ästhetisch. Manches ist heute noch nicht wirklich verfügbar, aber leicht vorstellbar. Dass in dem Raumschiff auch ein Flügel vorhanden ist, sollte mich freuen, aber als Techniker und verhinderter Raumfahrer halte ich das für einen absoluten Blödsinn.
Prometheus hat ein paar esoterische Anmutungen, doch die sind letztlich absolut banal.
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Total Recall ist ein Remake. Vielleicht nicht einmal das erste, aber der Film mit Arnold Schwarzenegger ist doch sehr bekannt. Ich war ein bisschen skeptisch als ich in den Film ging. Als begeisterter Philip K. Dick-Leser musste ich mir diese Umsetzung aber unbedingt ansehen. Von Philip K. Dick gibt es keinen Roman oder Kurzgeschichte, die mir nicht gefallen hätte. In seinen Werken steckt unheimlich viel drinnen, dessen Prophesie im Allgemeinen noch gar nicht wahrgenommen wurde oder wird.
Diese Umsetzung lebt wie bei Prometheus von raffinierten Effekten. Am Anfang lernt man, dass auf der Erde nur mehr England und Australien besiedelt sind, die durch einen direkten Tunnel verbunden sind. Der Film spielt nur auf der Erde, was bei Dick nicht so vorgesehen ist.
Ich muss aber gestehen, dass die Verfremdungen der Geschichte keinen Abbruch tun. Es ist eine ausgezeichnete Umsetzung, schauspielerisch glaubhaft durchgeführt. Dadurch, dass weder Mars noch Mutanten vorkommen, (stimmt nicht, von der dreibrüstige Frau träumt der Held zumindest) _gewinnt_ die Story an Brisanz. Die Thematik mit den eingepflanzten Erinnerungen folgt dem Original sehr gut.
Sehr lustig habe ich eine Anspielung im Film auf die Schwarzenegger-Version gefunden, über ich dich ich mehr als schmunzeln musste. Ich verrate sie nicht, vielleicht weiß ja jemand, was ich meine.
Für mich senilen Zuseher war es ein Nachteil, dass beide Frauen, die gute und die böse, dunkelhaarig sind. Da muss man ja immer erst genau hinschauen, um zu wissen, wer die gute ist. Das war bei Schwarzenegger eindeutig besser: blond ist böse, schwarz ist gut.
Aber sonst ist diese Version sehr zu empfehlen. Ein paar verkehrstechnische Gags sind auch noch eine Steigerung von Bladerunner bzw. fünftem Element 🙂

Donnerstag, August 30, 2012 at 11:11 pm
falls sich jemand über die Schreibweise von _gewinnt_ wundert, dann darf ich mitteilen, dass ich absolut sauer bin. Ohne die Unterstriche wird nämlich eine Werbung über Hyperlink eingebunden.
Ich habe gedacht, ich träume, als ich das gesehen habe.
Ich denke, dass es entweder eine Vergewaltung durch die Firma, für die geworben wird, ist, oder dass sich twoday da ein Körberlgeld macht.
Jedenfalls ist das eine Frechheit, Scheißerei und Obszönität sonder gleichen. Hat die Erfahrung auch schon jemand anderer gemacht?
Freitag, August 31, 2012 at 8:33 am
Nachtrag: ich habe mir jetzt einige Film-Kritiken angesehen. Insgesamt wird Total Recall als sehr schlecht bewertet. Bei den deutschen Kritiken steht es ungefähr 50:50, bei den englischen werten 80% den Film als schwach.
Da fühle ich mich doch wieder einmal von der Menge abgehoben:) Während ich die Originalversion recht gut fand, vergleiche ich nicht alles mit dem Original. Das Skript finde ich gar nicht so schlecht, selbst wenn es, wie einer schreibt, verschiedenste Sci-Fi-Filme vereinnahmt. (I Robot habe ich noch als Vorlage vergessen.)
Aber was soll es? Schnackseln bleibt ja auch schön, selbst wenn sich nicht jedesmal eine neue „Story“ ergibt.
Samstag, September 1, 2012 at 2:21 pm
Ich habe Prometheus hier in Nigeria gesehen, eigentlich ohne Vorkenntnis, dass das ein Prequel zu den Alienfilmen ist. Unter dieser Prämisse ist es ein interessanter Film, der, in Kenntnis zumindest des ersten Alien-Spektakels, mit weit weniger Schockelementen auskommt, aber dennoch im Laufe der Handlung gewisse Erinnerungen „aufblitzen“ lässt und am Ende dann die direkte Verbindung herstellt.
Total Recall habe ich mit Schwarzenegger lediglich in Erinnerung. Und auch da sowohl die gekürzte deutsche als auch die lange englische Version gesehen. Bei einer Neuverfilmung ist es aber auch bei mir so, dass ich mir automatisch die Vergleiche zum Original aufrufe. Rein deswegen werde ich wahrscheinlich diesen Film nicht schauen.
Dienstag, September 4, 2012 at 1:59 pm
Aus mir unerfindlichen Gründen kann ich hier nicht mehr posten oder antworten. Ich hoffe, das gibt sich.