spielerisch

Seit gestern lerne ich Mandarin. Nachdem ich nicht ganz zufällig auf die Seite http://memrise.com gestoßen bin, lerne ich Worte lesen, teilweise auch aussprechen und vor allem, sie auseinander zu halten.
52 Worte befinden sich seit gestern im Garten. (Sprich, kann ich eindeutig zuordnen, sowohl über multiple choice als auch die englische Übersetzung angeben)
Die Lerneinheiten sind wie ein Spiel aufgebaut. Das Spiel rankt sich um eine typische Lernkartei, die aber als Garten mit wachsenden Pflanzen aufgebaut ist. Eine wirklich gute Idee.

1993 hatte ich ein privates Projekt laufen, dass es immerhin bis zum Stadtschulrat gebracht hat. Es hieß M0, wobei M für Motivation und 0 für Nullbock stand. Es war ein Englischsprachunterricht, der ziemlich ähnlich der Vorgangsweise von memrise aufgebaut war. (Inklusive des Abspielens von Aussprachemustern, den multiple choice-Abfragen und der Einbindung einer Lernkartei.) Das war mit den damaligen Mitteln an der Grenze, die man mit handelsüblichen Computern erreichen konnte. Die Geschwindigkeit der Computer waren mindestens 100 mal kleiner, die Festplatten mit 10 MB konnten gerade drei Lektionen halten, wenn man das gesamte Material abspeichern wollte.
Aber mein Hauptanliegen war es, zu zeigen, dass man die Lektionen in der Form eines Spiels aufbauen müsste, damit sich beim Lernen „addiktiver“ Charakter entwickeln kann, dass immer die Spannung auf die nächste Lektion erhalten bleibt. Der Lernende muss das Gefühl haben, sich spielerisch beweisen zu können.
Das Projekt wurde letztlich nicht genommen, zwei Jahre später gab es die ersten vernünftigen Sprachkurse auf CDs. Diese enthielten allerdings noch nicht „das Spiel“.
Irgendwie befriedigt es mich sehr, dass memrise genau entlang meiner damaligen Erkenntnis funktioniert. Und es funktioniert auch bei mir. Weil es einfach lustig ist, so zu lernen.
Ich kannte ja schon einmal 300 Zeichen und habe fast alle vergessen. Doch jetzt gibt es Hauptworte und Zeitworte und Worte, die für sich allein gar nicht vorkommen, sondern nur in Zusammensetzungen gebraucht werden. Das ist echt spannend.
Und dass ich jetzt zwischen Reis und gekochtem Reis unterscheiden kann, finde ich gar nicht so schlecht. Die zwei Kanji sehen nämlich vollkommen unterschiedlich aus. Rindfleisch, Schweinefleisch, Hendl, Eier, Brot und Gemüse kann ich auch schon, also werde ich wohl nicht verhungern. Und zur Not gibt es auch noch Wasser.
Das ist doch etwas anderes, als wenn ich mich an Latein, Englisch oder Französisch erinnere. Liber, book, livre waren so ungefähr die ersten Hauptwörter, an die ich mich erinnern kann. An sich ja nicht so schlecht, doch zuerst kommt der Bauch, dann der Kopf:)
P.S. 52 Worte sind immerhin schon 20% von „Mandarin Survival“, mit denen man angeblich überleben kann. Überlebenstraining in 5 Tagen ist doch ganz schön effizient;)


  1. irgendwann erwischt es jeden;-)
    ps: muss weg, blumen gießen!

  2. Na, da würde es bei Ihnen „Leib und Seele“ zusammenhalten [wie man hier so schön sagt ;-)], wenn Sie nun unverhofft nach Peking fliegen müssten, denn verhungern täten Sie dort nicht 🙂

    Allerdings eins bitte ich doch zu bedenken… ohne jegliche Kenntnisse der Sprache käme man in Frankreich oder England wohl dennoch weiter, weil man ja wenigstens die Schrift lesen kann…

    btw:
    Spannend finde ich immer den ersten Satz, den man in einer Fremdsprache lernt und der einem noch nach Jahr[zehnt]en im Gedächtnis haftet.

    In diesem Sinne weiterhin viiiieeel Spaß beim „Garteln“, 亲爱的草原狗 🙂
    und
    >>mille fois merci<< für den „memrise“-Tipp. Ich hab`s eben auch mal getestet… wirklich ein spielerisches „easy going“ 🙂

  3. Bei diesem Spiel sind nur die blöd dran, die kein Englisch können. Oder habe ich da was übersehen?




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