Für meine Fans

Mir tun die Japaner leid. Gegen Erdbeben sind sie ganz gut geschützt. Mit der Gefahr des Atoms kennen sie sich auch aus. Aber Tsunamis gab es 1971 noch nicht in der Anzahl, dass sie als echte Bedrohung gesehen wurden. Ich glaube, die sind inzwischen häufiger geworden.
Da wird noch einiges erst später publik werden.
Aber die Berichterstattung hat sich schon deswegen geändert, weil heute youtube-Videos und Internet-Berichte nicht mehr staatlich unterdrückt werden können.
Was mich nur aufregt, sind die Interviews mit Experten. Egal, ob sie für oder gegen Atomkraft sind. Ich kann die widerlichen, schleimigen Interviews schon nicht mehr hören.
Alle Fragen, die gestellt werden, konnte man auch in den vergangenen 25 Jahren stellen. Alle Antworten sind so, wie man sie auch in den vergangenen 25 Jahren hören hätte können.
Der Unfall wird jetzt wieder politisch ausgeschlachtet. Ich oute mich einmal: ich bin nicht gegen Atomkraftwerke. Ich bin nur gegen die Atomkraftwerke, die von irgendwelchen schmierigen, bestechlichen Politikern im Auftrag von geldgeilen Konzernen genehmigt werden.
Ich bin der Meinung, dass man „sichere“ Atomkraftwerke bauen könnte, die auch im Katastrophenfall beherrscht werden können, wenn nicht jedesmal ein neuer Gigantomanierekord aufgestellt werden müsste.
Aber ich plädiere für die Todesstrafe für jeden Politiker, der sich in Deutschland hinstellt und sagt, dass Atomkraft sicher ist. Die gehören in ein Flugzeug verfrachtet und eine Woche lang zur Begutachtung in Fukushima einquartiert.
Und nachher dürfen sie seligst dahin verrotten. Am besten mit Brandreden für die Atomnutzung, wenn man beobachten kann, wie sich während der Rede in ihrem Gesicht die Haut abschält.


Den gleichen Text habe ich als Kommentar bei Carpe Diem gepostet, doch ich dachte, ich möchte ihn doch eingenständig plaziert wissen.


  1. Und ich dachte jetzt kommt ein Video von Dir am Piano 😉

    Eben habe ich im Radio gehört, daß es wohl im AKW zu einer Explosion gekommen sei… ich finde das schlimm, auf der anderen Seite hoffe ich, daß dadurch vielleicht mal wieder ein paar Leute aufwachen – aber Du hast schon recht, solange man sie nicht danebensetzt wahrscheinlich doch nicht :-/

  2. …der Mensch wird kurzfristig wachgerüttelt, aha…schlimm…Betroffenheit, Entzetzung, Fachleute diskutieren: „was wäre wenn?“ …
    Wieso redet niemand darüber, was ist und was wir eigentlich schon längst wissen? Verdrängung, das Lebenselexier der Menschen.
    Ein Tsunami an Frust und Zorn über die Dummheit der Menschheit staut sich in mir auf…
    …besser wenn ich die Brennstäbe, die in mir glühen, besser ruhen lasse…und der Gadafi ist schon wieder Thema von vorgestern…und die persönlichen Sorgen…wen tangiert es?

  3. Jetzt wird uns ja ein Betroffenheits- und Rechthabertsunami überspülen. Aber das ist wohl auszuhalten.

    Ich stimme Dir fast 100% zu, wobei ich weder für noch gegen Atomkraftwerke bin. Sie waren (und sind) eine vorübergehende Ergänzung zu unseren Energiegewinnungsmöglichkeiten. Keine davon ist bisher perfekt oder „nachhaltig“. Man hätte längst neue Technologien, die unser aller Energiehunger dauerhaft befriedigt, entdecken, erfinden, suchen müssen. Das ist abgesehen von Windkraft und der (unzureichenden) Photovoltaik weitgehend ausgeblieben bzw. wird nicht entsprechend gefördert, weil sich die Politik zum Spielball der Konzerne machen.

  4. es wird niemals sichere atomkraftwerke geben, steppenhund. das liegt in der natur der sache. ebenso gibt es keinen schutzanzug, der einen menschen unverwundbar macht, oder ein perpedeum mobile.
    selbst bei erhöhung der sicherheitsstandards wird es immer unbeherrschbare situationen geben. das ist nunmal so. von dem atommüll ganz zu schweigen.
    die menschheit ließ sich auf das risiko energiegewinnung durch atomkraft weltüberspannend ein. auch das ist ein fakt. und es ist klar, dass das risiko eines gaus mit jedem zusätzlichen kkw selbstverständlich wächst. dazu muss ich kein ausgebildeter statistiker sein.
    und wer kkws in gebieten baut, wo erdbeben quasi absehbar sind, der handelt meines erachtens sowieso schwachsinnig und verantwortungslos gegenüber den menschen, die dort leben.

  5. Als ob es Sicherheit gäbe.

    Wenn wir wollten, könnten wir wissen, nicht nur, dass das eben geschehene sehr möglich war.
    Auch wenn das jetzt durch ein anonymes Erdbeben ausgelöst wurde, und alles sehr weit weg geschieht, quasi eh nur im Nachrichtenbereich, wir sind dabei.
    Chopin auf einem Yamaha-Flügel (Yulianna Avdeeva war grandios), japanische Autos, kostengünstig und ziemlich sicher, Qualität (weitab meiner ersten Erfahrung mit Transitorradioempfängern, aber die waren zumindest so klein, dass man sie unter der Bettdecke aufs Ohr legen konnte, oder halt den Monostöpsel intubierte, der sich anfühlte wie ein Ohrdehnungsmechanismus).

    Der langen Rede kurzer Sinn, auch wir haben Anteil an Japan.
    Wir haben mitverursacht, dass Kazioki Funakis Haus von dessen Familie vermutlich ein paar hundert Jahre nicht mehr betreten werden kann, weil kontaminiert, ja Pech halt.

    Auch wir haben Anteil an, „Meingott, ist eh weit weg“ – Folgen, weil
    A, wir sind aus wirtschaftlichen Gründen Mitverursacher der Industrialisierungsmonströsität, und
    B, selbst wenn jetzt, was Meterologen sehnsüchtig erhoffen, die Wolke aufs Meer geblasen wird, Freunde, wir sind in der Nahrungskette angesiedelt, und da geht nichts verloren.

    Ich hoffe, wir werden lernfähiger als bisher.

  6. „Ich bin nur gegen die Atomkraftwerke, die von irgendwelchen schmierigen, bestechlichen Politikern im Auftrag von geldgeilen Konzernen genehmigt werden.“
    Schmierig, bestechlich und geldgeil… das sind leider subjektive und nicht messbare Größen.

    „Ich bin der Meinung, dass man „sichere“ Atomkraftwerke bauen könnte, die auch im Katastrophenfall beherrscht werden können“
    Leider… das glaube ich nicht. Ich glaube mehr an die Gültigkeit des Gesetz von Murphy… irgendwann, irgendwo treten immer wieder viele Ereignisse in der genau der „richtigen“ Reihenfolge auf und das angeblich Undenkbare passiert dann doch. Leider.




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