Archiv für März, 2011
Ich habe schon einmal geschrieben, dass mir Chrome sehr gut gefällt.
Trotzdem habe ich mir gestern die Firefox Version 4 heruntergeladen.
Obwohl ich mir schon einige Betas zu Gemüt geführt hatte, war der erste Eindruck verwirrend. Ich habe mir gar nicht mehr die Mühe gemacht, die Seite mit den komischen unterschiedlich großen Previews weiter anzusehen.
Geärgert hat mich, dass er sich als Standard-Browser installiert hat, obwohl ich die diesbezügliche Frage eindeutig verneint hatte. Und nach der Installation ging etwas im Bereich der iewin-Library von Python nicht mehr. Hat mich eine Stunde Suche gekostet, wahrscheinlich war es aber nur ein Resteffekt der Installation.
Egal: in nachstehendem Artikel sind ein bisschen die wahren Versäumnisse von Mozilla angeführt. Es ist schade, dass eine so gute Initiative ihr Momentum verloren hat.
Das ist halt EDV…
http://www.zdnet.de/it_business_bizz_talk_tschuess_firefox__war_nett_mit_dir_story-39002398-41550721-1.htm
Nachtrag: die eine Vergleichsgrafik zeigt, dass Firefox die Ressourcen des PCs wesentlich mehr belastet. Das ist für mich ein Indiz für Programmierer, die nichts von Speicherökonomie und Performance kennen. Sehr häufig sind die in der Java-Ecke anzutreffen.
kann man, wenn man ein gutes Gewissen hat und alle geplanten Termine erledigt sind, einen kleinen Ausflug an die Donau machen und sich in einem der netten Lokale in Zemon gütlich tun.
Wenn man dann an einem der ersten Frühlingstage wieder aus dem Restaurant herauskommt, stellt sich die Donau ungefähr so dar:
Das ist nur die halbe Donau, weil die Gegenseite in Wirklichkeit eine Insel ist.
Wenn man sich aber fragt, was der Steppenhund dort gegessen hat, so kann man einerseits erfahren, dass der Name des Lokals Sharan bereits auf die Spezialität hindeutet: „Karpfen“.
Die Vorspeise sieht dann aber als Fischsuppe ungefähr so aus:
Im letzten Beitrag hieß es, dass die Welt zusammen rutscht.
Heute kann ich das Gegenteil behaupten. In den österreichischen Medien war nichts davon zu lesen, dass Putin Belgrad besucht hat.
Was ja auch vielleicht nicht so interessant für Österreicher ist.
Mich hat es schon interessiert:
1.) Einen Tag vorher hörte ich bei einer Veranstaltung, dass die Handelsbeziehungen mit der EU weitaus größer sind als mit Russland.
2.) Gestern sah ich mehr Polizei auf der Straße als je zuvor.
3.) Plötzlich waren unheimlich viele Russen zu bemerken. In den Hotels (ich war an dem Tag in zwei verschiedenen) und dann auch bestätigt durch Gespräche. Drei russische Banken kamen im Gefolge von Putin, um hier Fuss fassen zu können.
4.) Alle Menschen, mit denen ich sprach, rätselten, ob der Verkehr sehr eingeschränkt sein würde. Teilweise war er das auch.
Was aber am Blödesten ist: um Mitternacht sah ich Nachrichten und stellte fest, dass ich die eine Sprache nicht mehr und die andere noch nicht verstand.
Putin hätte ich vielleicht noch verstanden, weil er sehr klar spricht, doch wurde seine Lautstärke ja immer gedrosselt, damit der Dolmetscher übersetzen konnte.
Aber da habe ich noch eine weite Strecke vor mir, bis ich die politisch-kommerziellen Inhalte ausreichend verstehen kann.
Ich konnte nicht einmal entnehmen, was Putin zum Kossovo sagte. Ich kann nur bestätigen, dass er auch ein Thema war.
Putin besuchte auch eine Messe in der größten orthodoxen Kirche, siehe Bild vor zwei Tagen. Und daher waren auch die Straßen rund um mein Hotel, dass ja ganz in der Nähe ist, lückenlos bewacht.
Das sollte besonders bei Dienstreisen gelten.
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Heute war ich wegen Vertragsverhandlungen in Neu-Belgrad, wo ich mich gerne einquartieren würde.
Neu-Belgrad sieht gar nicht so unmodern aus, wie man aus unten stehenden Bild ersehen kann.
Wenn man da ein bisschen um die Ecke geht, kommt man zu dem Eingang desjenigen Gebäudes, wo ich bezüglich der Unterkunft vorsprechen möchte.
Von der Ferne sieht der Eingang etwas ungewöhnlich aus. Gibt es etwas zu feiern? Putin kommt doch erst morgen?
Wenn man nun aber näher kommt, kann man erkennen, worum es sich handelt:
Meine Begleitung schluckte sichtlich, als klar wurde, dass es sich um Mitleidsbezeugungen und Blumen für die japanischen Opfer handelte. Besonders rührend waren die offensichtlich von Kindern gezeichneten Bilder.
In dem Gebäude befindet sich nicht nur die österreichische Außenhandelsstelle sondern auch die japanische Botschaft.
In the meanwhile WLAN has become standard in most hotels from 3* upwards. This allows me to glance a little bit through the pages.
One of the first „real expenses“ is a new handy with Serbian tariffs. It is a HTC Desire HD.
Transferring all my data from Austrian to Serbian HTC should be possible, but probably can’t be done because of different character sets. The same goes for syncing. For now it is not a problem.
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But the new one makes good pictures. Or what do you think?

Vor wenigen Tagen habe ich ja über ein mögliches Septemberprogramm geschrieben.
Es hat sich konkretisiert. Ich wurde als Klavierspieler akzeptiert, sozusagen erste Wahl, wobei vermutlich nicht die Qualität den Ausschlag gab sondern meine Bereitschaft, nahezu alles zu spielen, auch wenn es bedeutet, dass ich dazu einiges zu erarbeiten habe.
Das Forellenquintett ist „gebongt“. Ein weiteres Werk wird dieses sein. Da setz‘ ich mich quasi als Jungfrau hin:)
Und dann wird es für mich noch entweder Brahms-Quintett oder eines der Brahms-Klavierquartette heißen. Das bedeutet auch Üben. Viel Üben.
Aber das wird belohnt durch eine ganze Woche Musizieren mit Gleichgestimmten. Musik in wunderbarer ländlicher Umgebung. Und wenn ich dann bei Kasse bin, werde ich wenigstens den Gastgeber einmal zum chateauvieux in der Nähe von Genf einladen:)
Ich habe diese Geschichte schon einige Male geschrieben. Frühere Niederschriften fielen Computer-Abstürzen zum Opfer, nie gab es einen Abdruck, doch die Geschichte blieb.
Wir schreiben das Jahr 1986. Ich hatte gerade die Firma gewechselt und dabei einen interessanten Imagewechsel erfahren. Während ich früher als sehr ausgeflippter, aber leistungsstarker Entwickler angesehen wurde, hatte ich jetzt einen Verkaufsjob inne, bei dem meine neuen Kollegen dachten, daß ich technisch sehr gut wäre, aber vom Verkauf – speziell was die Produkte unserer Firma anging – wenig Erfahrung hätte. Ich hatte eigentlich weder technische Erfahrung, denn die Investitionsgüter, die ich jetzt verkaufen sollte, waren Mikroskope. Meine technischen Schwerpunkte waren aber Elektronik und Software. Verkaufen konnte ich eigentlich auch nicht, allerdings hatte ich Verkäufern zugesehen und mich manchmal gewundert, mit welch untauglichen Mitteln sie versucht hatten, etwas Umsatz zu machen. Ich war mir sicher, daß ich das genausogut oder sogar besser machen könnte.
Ich war damals 35 Jahre alt und noch sehr ungeduldig, wenn es darum ging, schnell Resultate zu erreichen. Insoferne war mein damaliger Arbeitsplatz ungeeignet, denn der Verkauf einer Anlage zog sich in der UdSSR – meinem Verkaufsgebiet – in der Regel über ein Jahr hin. Formalismen, Außenhandelsorganisationen, Geldbeschaffungsschwierigkeiten und anonymisierte Anfragen, die technisch schwer zu spezifizieren waren, sorgten für die entsprechende Verzögerung.
Mein Chef lachte mich also aus, als ich ihm von einem Telefonat erzählte, in dem ein Anfrage zur schnellsten Lieferung, möglichst innerhalb eines Monats, gestellt wurde und ich diensteifrigst erfragte, wie wir denn das überhaupt bewerkstelligen sollten. Ich galt als blauäugiger Anfänger, der jeden Unfug glauben würde.
Umso begieriger war ich zu beweisen, daß ich den Auftrag tatsächlich zustande bringen würde. Es ging um die runde Summe von 100 000 US$.
An dem Tag, an dem das fragliche Telefonat sich zutrug, war das Wetter schön. Von meinem Fenster konnte ich auf den Rooseveltplatz hinuntersehen und auf die Studenten, die auf der Wiese lagen. Zwischen der Wiese und dem Telefonat bestand ein Zusammenhang. Einen Monat früher, am 26. April, war ein Reaktorblock in der Ukraine defekt geworden und durch die Windverhältnisse hatten auch wir in Österreich unser Quentchen Radioaktivität abbekommen. Beim Betrachten der Studenten erinnerte ich mich an meine Wut über die Inkompetenz der österreichischen Behörden, die es nicht zustande gebracht hatten, den Leuten nahe zubringen, in den Tagen nach dem 26., insbesondere am ersten Mai, der ja Feiertag war, die Kinder nicht im Freien spielen zu lassen. Auch wenn die Radioaktivität nicht unmittelbar lebensgefährlich war, waren zu den damaligen Tagen alle Grenzwerte überschritten und es wäre besser gewesen, die Kinder im Haus zu lassen. Die politische Behandlung von Tschernobyl, insbesondere die Stellungnahmen der WHO, können mich auch heute noch aufregen, aber das ist eine andere Geschichte.
Der Zusammenhang zwischen den Studenten auf der Wiese und dem Telefonat war also folgender. Während man bei uns bereits wieder zur Tagesordnung zurückgehen konnte, waren die Kliniken in Moskau mit Patienten überfüllt, die zum Teil Todeskandidaten waren, aber zumindest schwerst radioaktiv geschädigt waren. Eine gemeinnützige holländische Hilfsorganisation hatte also 100 000 US$ aufgetrieben, um ein entsprechendes Diagnosegerät der Onkologie Moskau zu schenken.
Bis dat qui celer dat. Doppelt gibt, wer schnell gibt. Das sollte auch hier zutreffen, aber es gab zwei Hürden zu nehmen. Erstens gab es die russischen Abwicklungsmechanismen, die noch immer eine wesentliche Verzögerung bedeuten würden, und zweitens war das Geld eigentlich zu wenig für die Anlage, die eigentlich erwünscht und sinnvoll gewesen wäre.
Die Anlage sollte der analytischen Untersuchung und der Diagnose dienen und bestand aus einem Mikroskop und einer vollautomatischen Bildanalyseeinrichtung. Mit vielen Verhandlungen und einem technisch trickreichen Zusammenstreichen, von allem, was nicht unbedingt jeden Tag notwendig wäre, gelang es mir, eine Spezifikation zu erreichen, mit der ich den gewünschten Preis anbieten konnte. Eine der Reduktionen war auch die Verwendung eines wesentlich kleineren Mikroskopes als es normalerweise für Bildanalysen zur Anwendung kommt.Der Auftrag wurde in sechs Monaten abgewickelt, was ich als großen Erfolg ansah. Mein Chef verkniff sich jede weitere Stellungnahme. Als ich erfuhr, daß die Anlage in Moskau auslieferungsbereit war, fuhr ich hin, um die Installation vorzunehmen.
Während der Reise waren auch noch andere Arbeiten zu erledigen, die ich als eher unangenehm empfand. Ich freute mich schon darauf, die Bildanalyse zu installieren und den Leuten zu zeigen, daß sie damit wirklich etwas ausrichten könnten. Es war Winter in Moskau und ich ließ mich von einem Taxi nach Sokolniki-Park kutschieren. In der Nähe befand sich die Onkologie Moskau. Mir fällt der Chef der Institution nicht ein, es war der aber recht bekannte Professor, der im Westen immer als Ansprechperson für gesundheitliche Fragen im Zusammenhang mit Tschernobyl kontaktiert wurde.
Mit ihm hatte ich nicht zu tun. Ich wurde vielmehr von einer Ärztin in Empfang genommen, die ich auf ungefähr vierzig Jahre schätzte. Sie gefiel mir. Ich stellte etwas betroffen fest, wie überarbeitet sie wirkte. Sie war recht wißbegierig, was sie mit der neuen Anlage erreichen würden können, und ich vertröstete sie auf den Augenblick, wenn alles aufgestellt wäre und funktionieren würde. Ich packte also das Mikroskop aus, justierte es grob, dann kam die Bildanalyse an die Reihe. Es war für mich sehr beruhigend, als ich sehen konnte, daß es keine Transportschäden gab und alles ordnungsgemäß funktionieren würde.
Ich setzte mich also vor das Mikroskop und stellte die letzten Feinabstimmungen ein. Dabei verwendete ich ein Präparat von meinen eigenen Verkaufspräparaten, die hervorragend präpariert waren und deutlich die Leistungsfähigkeit des Mikroskopes unter Beweis stellen konnten. Allerdings hatte ich auch schon früher immer versucht, die Kunden dazu zu bringen, ihr eigenes Präparat bei der ersten Durchsicht sehen zu können, weil der Aha-Effekt ein viel stärkerer ist.
Ich ersuchte die Ärztin daher, mir ein Präparat zu geben, damit sie die Möglichkeit habe, sich selbst ein Bild zu machen. Ich sah kurz auf das Präparat, fokussierte nach und überließ ihr den Platz am Binocular.
Aufgrund meiner früheren Tätigkeiten, ich entwickelte unter anderem auch Programme, mit denen Blutzellen analysiert werden konnten, hatte ich gesehen, daß das betreffende Präparat „nicht sehr gesund“ aussah.
Ich war aber sehr überrascht, als sie ganz lange mit ihren Augen am Binokular verblieb. Als sie aufblickte, hatte sie Tränen in den Augen.
Mein spontaner Gedanke war: das ist jemand, den sie kennt.
„Kennen Sie die Person, von der das Präparat stammt?“
Die Ärztin lächelte müde. „Es ist ein Patient von uns. Er ist schon von uns ‚weggegangen‘. (Usche uschol.) Aber ich kenne ihn nicht.“ Ich schaute sie fragend an.
„Ich weine, weil ich zum ersten Mal im Mikroskop etwas sehe, was wir sonst nur in den Büchern sehen. Es ist unglaublich, daß man diese Strukturen wirklich sehen kann. Mit unseren anderen Mikroskopen können wir das nicht sehen.“ Sie zeigte auf die zahlreichen Lomo-Untersuchungsmikroskope. Lomo war damals eine Mikroskopfabrik aus Leningrad, die Mikroskope zwar sehr engagiert zusammenbaute, aber nicht über die notwendigen Materialien verfügte, die für höchstauflösende Mikroskope notwendig sind. Sie verfügten auch nicht über die notwendigen Computerkapazitäten, um die technischen Daten für Spitzenobjektive zu berechnen.
„Was könnten wir leisten, wenn wir mit solchen Geräten arbeiten könnten.“
Ich wußte, daß ich das falsche geliefert hatte. Auch wenn das der Wunsch der Hilfsorganisation gewesen war und ich es nicht vorher wissen konnte.
Aber jetzt wußte ich es. Zehn Mikroskope und Null Bildanalyse hätten mehr Gutes getan als ein Mikroskop, welches vermutlich nur für Forschungszwecke eingesetzt werden würde.
Ich versuchte ihr zu zeigen, wie sie mit der Bildanalyse umgehen müßte. Sie begriff recht schnell und ich wußte, daß ich dort nicht mehr hinkommen würde. Sie würden sich alles selber machen können. Ich wußte aber auch, daß sie selbst wahrscheinlich mehr mit dem Mikroskop allein arbeiten würde als es aus „nur“ Bildgeber für die Bildanalyse zu verwenden.
Meine Freude über den Auftrag, über die rasche Abwicklung, über die klaglose Installation war dahin. Bis dahin hatte ich den Computer immer gegen ältere Kollegen verteidigt, die die Sinnhaftigkeit eines Computers in dem Arbeitsbereich in Frage stellen wollten. Meine technische Unschuld war dahin: nicht das Machbare ist wichtig sondern das Brauchbare!
Ich verließt das Institut zu Mittag. Der Himmel kam mir trüber vor, der Schnee auf der Strasse grauer. Ich war froh, daß ich keinen Kollegen würde sehen müssen.
Epilog: jedes Mal, wenn ich im Supermarkt Flaschen zurückgebe, sehe ich die Rückgabemaschinen mit eingebauter Bildanalyse und schneller und sicherer Flaschenerkennung. Diese Maschine sind vielleicht hundermal leistungsstärker als die Krebserkennungsanalyse anno 1986. Und sie sind sicher billiger.
Das kleine Mikroskop zählt auch heute noch nach 18 Jahren zu den Spitzengeräten des Unternehmens und der ganzen Mikroskopbranche.
Ich verkaufe keine Mikroskope mehr. Und auch keine Bildanalysatoren.
Momentan bin ich wie gelähmt. Ich habe sehr viele Todos auf der Liste, darunter ein paar, die mir echte Freude machen sollten, auch wenn sie harte Arbeit bedeuten. Irgendwie habe ich aber den Eindruck, ich werde nichts so zusammenbringen, wie ich es wirklich haben möchte.
Gestern habe ich an drei Folien sechs Stunden gebastelt. Sie sind wenigstens gut angekommen. Aber wenn das jetzt mein neuer Arbeitsdurchsatz sein sollte, kann ich mich eingraben.
Wichtigstes Ziel neben dem rein organisatorischen:
eine Darstellung verfertigen, die zeigt, was unsere Firma macht. Man sollte meinen, nichts leichter als das.
Ich mach das seit über zehn Jahren, – mit großer Freude. Aber jetzt muss ich das so machen, dass ich es an Leute verkaufe, für die es vollkommen außerhalb ihres bisherigen Horizonts liegt. Auf englisch. Ach was, wahrscheinlich tu ich mir zu viel an. Aber das Lähmungsempfinden ist da…
Als ich Mitglied bei twoday wurde, hatte ich den Eindruck, dass das Niveau der Mitglieder sich von dem des durchschnittlichen Bloggers abhob.
Dass Libyen bereits komplett von Japan verdrängt wurde, zeigt, dass der Mensch nur ein Ein-bit-Schieberegister im Hirn hat. Sprich, jede Nachricht wird von der neueren Nachricht ersetzt.
Aber die Katastrophe in Japan kümmert uns nicht. Wenn ich durch die Beiträge der letzten Tage gehe, (und momentan habe ich Zeit, weil ich noch marode zuhause sitze) dann stelle ich fest, dass sich nicht einmal 1 Prozent der schreibenden Mitglieder mit der Japan-Problematik auseinandersetzt.
Möglicherweise ist der Schock einfach zu groß.
Aber muss sich nicht jeder die Frage stellen, was es für ihn oder sie eigentlich bedeutet?
Tschernobyl ist bereits vergessen. Was vor 25 Jahren passierte, ist bereits vor einer Generation passiert. Der zweite Weltkrieg ist bereits vor 3 Generationen passiert. Darüber gibt es kein Bewusstsein mehr.
Der Golfkrieg und das Anzünden der Ölfelder in Kuwait ist bereits vergessen, obwohl die Auswirkungen noch heute sichtbar sind. Man kann in dem Zusammenhang von der größten Ölkatastrophe sprechen, größer noch als der im Golf von Mexico.
Das könnte sich z.B. in Libyen auch wieder abspielen. Das würde uns ziemlich böse betreffen.
Aber Japan ist so weit weg. Und die Katastrophe ist so groß, dass wir sie nicht fassen können. Und im Verdrängen sind wir Weltmeister. Das Einzige, was ich vernehmen kann, ist die Anschuldigung, dass die Japaner so riskant auf AKWs setzen.
Was machen wir? Wir verlängern die Laufzeitbewilligungen und setzen die Bewilligungen jetzt aus.
Sobald sich die Zustände in Japan auf ein nicht mehr wachsendes Katastrophenmaß eingependelt haben, wird die Laufzeitzulassung wieder verlängert. Da möchte ich fast wetten drauf.
Meines Erachtens geht es hier um eine überpolitische Fragestellung. Einer der Atomkraftgegner (ich glaube von Greenpeace) hat es sehr interessant formuliert. Atomkraft ist nichts für unsere Art der Gesellschaft. (Dem stimme ich zu, obwohl ich selbst durchaus „sichere“ AKWs, allerdings wesentlich kleiner, für möglich halte.)
Wir sind nicht einmal instande, die Katastrophe für uns selbst zu akzeptieren. Da laufen fast alle Blogs weiter wie gehabt.
Heiliger St. Florian,
Verschon‘ mein Haus,
Zünd’s and’re an!
–
Nichts anderes kann ich denken, wenn ich heute durch die Titel von Twodays-Beiträgen scanne.
Eher fliegt ein AKW in die Luft als dass Berlusconi für Sex bezahlt.
