Berufsentscheidung

Die Zeit, um die ich weniger blogge, geht ins Klavier. Zur Zeit übe ich an Wochenenden zwischen 4 und 6 Stunden. Warum das so ist, habe ich bereits beschrieben.
Dabei spiele ich auch manchmal irgendetwas, was ich früher gespielt habe.
Den unten referenzierten Janacek habe ich mit ungefähr 14 Jahren bei einem Schülerkonzert aufführen müssen. Mein Klavierlehrer war ein sehr guter und hat mir an sich immer sehr gute Programmstücke ausgesucht. Und im Prinzip habe ich die auch ausreichend gut absolviert.
Aber speziell am ersten Stück kann ich heute rückblickend meine Frustration festmachen. Ich kann das Stück heute so oder vielleicht sogar besser als in der Aufnahme spielen. Und ich wollte es auch gerne damals so spielen können. Aber es war unmöglich. Die musikalischen Figuren gingen nicht in die Finger, weil sie nicht richtig in den Kopf gingen.
Janacek hat „Im Nebel“ mit 58 Jahren geschrieben. Sie drücken seine Kindheitserinnerungen (im Nebel verschwommen) in der Gegend Mähren, Schlesien aus.
Wie – so frage ich – soll man, selbst noch ein Kind, Kindheitserinnerungen musikalisch umsetzen können. Man kann das Werk zwar einstudieren, doch es berührt nicht die Seele.

Mir ist das mit einigen anderen Werken ähnlich gegangen. Musikalisch hatte ich die Musik im Ohr, aber ich konnte sie nicht so spielen, wie ich sie im Ohr hatte.
Und das hat mich letztlich bewogen, nicht Musik zu studieren.

Letztlich sehe ich es als die richtige Entscheidung an. Ich habe auf diese Weise viel mehr Freude mit Musik erlebt als es anders wahrscheinlich gewesen wäre.
Und die Chance berühmt zu werden, liegt bei 0,0003%.
Janacek: Im Nebel 3 und 4


  1. ich würd mich fast einen körperteil wetten trauen, daß nicht alle anstehenden berufsentscheidungen auf diese art und weise getroffen wurden oder werden…

  2. Da ist durchaus etwas dran – wobei ich jeden Tag mehr und mehr zu der Erkenntnis komme, dass ich mir wahrscheinlich auch die Hackerei besser als Hobby bewahrt hätte…

  3. Ich denke, es ist ein Privileg etwas fortgeschritteneren Alters, sich aufgrund der vorhandenen Lebenserfahrung oftmals in Musik, Texte und andere Kunst besser hineinfühlen zu können als man es als junger Mensch vermag. Es ist wiederum ein Privileg der Jugend, in Sturm und Drang zu agieren …




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