PISA

PISA liefert in Österreich sehr traurige Ergebnisse. Noch trauriger sind aber unsere Politiker, die jetzt trotz vorheriger Dementi das Schuld-zuweisen am besten können.
Dass der Lesetest schlecht ausfällt, kann nicht verwundern, wenn Landeshauptleute meinen, dass Lesen überflüssig ist. Wenn wir es uns dann noch einen Vizekanzler leisten, weil er der Neffe des Leseverweigerers ist, brauchen wir uns über das Fehlen einer Schulpolitik nicht zu wundern.
Ich würde mich nicht so sehr daran stoßen, dass wir zum ersten Mal einen nichtakademischen Bundeskanzler haben. Aber irgendwie fällt es doch auf. Rein statistisch.
Und der Bundeskanzler ist mir noch weit lieber als „ein Neffe“.
Bei der Verwendung des Namens Pröll frage ich nicht mehr, welcher gemeint ist. Sie widern mich beide an.


  1. weißt du das es in klagenfurt keine bücherei gibt?
    die haben um millionen ein sportstadion gebaut mit dem sie derzeit nicht wissen was sie tun sollen, ausser die horrenden laufenden kosten zu bezahlen, für eine öffentliche bücherei ist kein geld da!

  2. Kann man nur beipflichten. Seitdem sich der Onkel besonders originell vorkam indem er erklärte, in seinem Leben noch kein einziges Buch gelesen zu haben, hab ich für den nur mehr Geringschätzung übrig. Die sich halt unwillkürlich auch auf diese sonderliche Neffen-Klonfigur überträgt.

    Was die Lesedefizite der Kinder angeht, muss ich wiedermal in die ewiggleiche Kerbe schlagen: es ist nicht so, dass die Kinder im allgemeinen nimmer lesefreudig wären. Sieht man täglich in der U-Bahn, wie sich die Schulkinder diese unsäglichen Verschenkzeitungen schnappen und interessiert lesen. Es sind die Texte, mit denen sie dort gefüttert werden: rudimentäres Deppen-Pidgin und Pubertäts-Soziolekt, verfasst von bildungsfernen Halbalphabeten die selber die besten Paradebeispiele für die sogenannte Generation PISA abgeben. Wie sollen die Kinder „sinnerfassendes Lesen“ lernen über Texten, die selber weitgehend sinnentleert sind. Genaugenommen gehörten diese Gratis-Dreckszeitungen auf den Index als jugendgefährdende Schriften.

    („ÖSTERREICH“)
    („ÖSTERREICH“)

  3. Ich weiß nicht, wie ernst ich das PISA-Debakel nehmen soll. Ich sehe die guten Seiten: Österreich kann nicht mehr wegschauen – wir haben eine ganz katastrophale Einstellung zu Bildung und Schule. Und in den Medien liest man plötzlich, dass die Lehrer alleine an diesem grauslichen Ergebnis nicht schuld sein können.

    Es stimmt: Die Politik bietet keine Lösungen, sondern nur weitere Gründe für dieses Versagen.

  4. Die Prölls sind mir beide zutiefst unsympathisch, und das waren sie mir auf den ersten Blick: Ich mag Leute mit einer derart selbstherrlichen Ausstrahlung und dementsprechendem Grinsen nicht.

    Und wie bitte geht das, dass jemand in seinem Leben noch kein einziges Buch gelesen hat ? In welche Schule ist der Pröllonkel denn gegangen ? In die Baumschule vermutlich, denn in jeder Pflichtschule stehen im Deutschunterricht auch Referate und Pflichtlektüre auf dem Programm …

    Eigentlich sollte der alte Proöll den Kindern als abschreckendes Beispiel vorgehalten werden:
    „Schau mal, sowas wird aus dir, wenn du nicht liest !“

  5. Der heurige Pisa-Test zeigt Versäumnisse vergangener Jahre. Wenn das Ergebnis jetzt schon so schlecht ausschaut, wie wird das dann in drei, vier oder fünf Jahren sein?

  6. hier gibt’s die Textbeispiele!

    Die Postings dazu sind nicht minder lesenswert …

  7. Bei Pisa sollten wir bedenken, wer getestet wurde: Es sind 15jährige oder 16jährige Hauptschüler.
    Bitte, wann ist sind Hauptschüler in diesem Alter? Wenn sie eine oder mehrere Klassen bereits wiederholt haben.




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