Verpolitisierung

In Österreich wurde ein neues Budget verkündet. 66% der Österreicher finden es als unsozial. Die Politiker sind ganz begeistert und übertrumpfen einander im Schönreden.

Kürzlich wurde eine Statistik in Standard oder Presse veröffentlicht. Wieviele Studenten sich für Studienplätze in den einzelnen Fächern bewerben.
Politikwissenschaften, Betriebswirtschaft, Publizistik rangieren ganz oben mit mehr als 4000 Bewerbern pro Jahr.
Weit abgeschlagen kommt in der hier genannten Reihenfolge Architektur, Informatik, Medizin vor. (mit ungefähr einem Viertel an Antragsstellern)
In der Liste mit ungefähr 25 Einträgen fehlt Physik, Chemie, Mathematik, Elektrotechnik; ich glaube auch Maschinenbau.

Als ich das las, wollte ich zuerst einmal die fehlenden Einträge monieren.
Ich nehme aber zur Kenntnis, dass Politikwissenschaft der Liebling der Studenten ist. Man könnte daraus schlussfolgern, dass es sehr wichtig ist, dass wir gute Politiker bekommen. Es ist wohl angebracht, dass unsere Politiker irgendwann einmal Politik gelernt haben.
Also erstens sind unsere Politiker schlichtweg beschissen, wenn man ihnen manchmal beim Reden zuhört und dahinter das Denken erahnen kann. Wobei noch nicht einmal feststeht, ob sie selber oder der Spin-Doctor nachgedacht hat.
Zweitens haben die wenigsten Politikwissenschaften studiert. Oder sie haben in der Zwischenzeit schon wieder alles vergessen. Da kann man sich ja schon glücklich schätzen wenn einer einen Doktor in Biologie hat. Dann weiß er wenigstens etwas vom „Leben“.
Aber ich frage mich: was machen denn all die Politikwissenschaftler, wenn sie ins Berufsleben einsteigen? Oder ist Politikwissenschaft nur die Umschreibung für ein Studium, bei dem ein paar Scheine den Anspruch des studentischen Beschäftigtseins gewährleisten?
Wieso haben es Politikwissenschaftstudierende so schwer, einen Nebenjob zu ergattern? Ihr zumindest angehendes Wissen über Politik müsste doch für jeden Durchschnittspolitiker ein gefundenes Fressen sein.
Ich halte es schon für richtig, dass man Politik lernt und gegenenfalls auch studieren kann.
Aber ich verstehe nicht, warum gerade dieses Fach so eine Spitzenreiterfunktion einnimmt.

Wäre es nicht sinnvoller, einen Studienzweig „Rolltreppen-Reparatur“ zu kreiieren? Rolltreppen sind andauernd kaputt. Da gibt es sicher eine Marktlücke und ein reiches Jobpotential für erfolgreiche Studienabgänger.

Ja, langsam stimme ich einer von mir lange bezweifelten Aussage zu: Mathematik braucht man wirklich nicht.


  1. Eine mit Bildungswissenschaft, die andere mit Orientalistik – vielleicht wird ja aus dem EDV-Buben noch was! Aber für Mathematik-Nachwuchs hab ich kein viertes Kind mehr übrig …

  2. Im Allgemeinen gebe ich Dir recht – es kann nicht gut sein, wenn sich mehr Studenten mit solchen Dingen beschäftigen als mit Naturwissenschaften, Bau, Technik bzw. überhaupt produktiven Bereichen. Im Besonderen bin ich aber froh, wenn mein großes Kind (Politikwissenschaft/Geschichte) seinen Neigungen entsprechend studiert und in kürzester Zeit mit sehr guten Ergebnissen abschließt. (Um Politiker zu werden, ist er allerdings zu klug!). Das mögliche Tätigkeitsfeld ist übrigens gar nicht so enggefasst – es reicht von Medien bis zu Beratungsunternehmen für die Wirtschaft.

  3. Stellt sich da jetzt heraus, dass unserer Tochter eine seltenere Kombination im Studium aufweist: Frau und Informatikstudium?

  4. die frage, was aus all den politikwissenschaftlern werden soll, hab ich mir auch schon gestellt. der einzige, den ich besser kenne, der das kurz ausprobiert hat, hat dann auf ein lateinstudium umgesattelt;-) außerdem scheine ich überhaupt nicht mehr up to date zu sein – ich dachte eigentlich, dass architektur auch eher überlaufen wäre?

  5. Mathematik braucht man wirklich nicht Herr Steppenhund, so sagen Sie doch so etwas nicht! Jetzt, wo ein Teil unserer Familie zu Mathe-freaks geworden ist und den LehrerInnen die Welt erklärt.




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