Archiv für Oktober, 2010

Eigenartige Gefühle

Es gibt Hardcore und Softcore. Nein, ich meine jetzt nicht die Pornografie. Ich meine den Hardcore-User. Ich war einmal einer. Habe mich nur wohlgefühlt, wenn ich das BIOS ein- und auswendig kannte. Habe noch Interrupts in DOS verbogen, um spezielle Funktionalitäten am Betriebssystem vorbei zu schmuggeln.
Heute bin ich nur mehr Anwender. Sicher auf einer gehobenen Ebene. Doch wenn es geht, lasse ich mir die Betriebssysteme installieren. In der Firma. Zu Hause muss ich es schon selbst machen, aber das schafft ja jetzt schon die Oma.
Umso merkwürdiger ist jetzt das Gefühl, wieder auf einem älteren Betriebssystem zu arbeiten. Innerhalb des neueren.
Aus bestimmten Gründen bin ich gezwungen gewesen, mir XP zu installieren. Und das auf einer Windows-7 Maschine.
Ich schreibe diesen Beitrag jetzt mit einem Internet-Explorer Version 6 auf einem XPSP3.
Bei manchen Handhabungen wundere ich mich. In der Regel geht man den umgekehrten Weg. Von Windows 3.01 bis Windows 7. Der Komfort wird immer größer, bestimmte Handlungen selbstverständlicher.
XP ist schon soweit OK.
Was aber auffällt: es ist rasend schnell. Auch die Installation. Wenn man es nämlich auf einer Maschine fährt, die 10 Jahre jünger ist, als die, für die XP gebaut wurde. Ja, da geht schon die Post ab.
Die virtuelle Emulation verzögert hier nur marginal.
Und jetzt laufen da insgesamt drei Maschinchen auf einem Computer. Der Gastgeber (Windows 7) und zwei Gäste (XP).
Ist schon irgendwie unheimlich.
Naja, einige werden das Gefühl kennen. Andere werden sich fragen, spinnt er jetzt komplett?

Tu ich nicht, hat schon alles seine Richtigkeit, bis auf den Umstand, dass ich das nicht mehr tun sollte. Als Hobby ist es für einen 59-Jährigen total daneben. Ich sollte lieber den Garten pflegen.

Was ich mir wünsche

Bei Dr. Schein überrascht es oft, was er für ein geordnetes Archiv-System haben muss. Er kann sofort zu einem Kommentar einen bereits früher verfassten Kommentar oder auch ein Posting referenzieren. Naja, schließlich ist er ein Doktor.
Bei mir lief das früher im Hirn ab. Ich hatte ein extrem gutes Gedächtnis und das war auch ausreichend gut strukturiert.
Heute sieht das anders aus: der „incoming information stream“ ist gewaltig. Vieles interessiert mich. Manchmal denke ich mir, das merke ich mir automatisch, und stelle dann bereits zwei Tage später fest, dass ich mich nicht mehr an die Quelle erinnern kann.
Also was ich gerne hätte:
(Nicht alle Programme werden bekannt sein, aber darauf kommt es gar nicht an.)
Basis-Struktur über Mindmanager (Mind-Map)
Quer-Verbindungen über benannte Links (C-Map)
Sammlungseigenschaften über „Drucken-in“ (One-Note aus der Office-Suite)
Kurzerfassung über Begriffseingabe und Links (Kommando-zeile in Linux)
Ausgabemöglichkeit (wie in Wikipedia Book-Generator)
Verfügbarkeit (Input auch, wenn’s sein muss, übers Handy)

Ein paar Dinge werden mir noch einfallen.
Nicht funktional:
SIMPEL. Ich will keine Dokumentenverwaltung ala TYPO3 oder ein anderes Dokumentenmanagementsystem.
NICHT PROPRIETÄR: ich will keine Lotus-Notes_Datenbank mit Notwendigkeit einen LN-Server zu administrieren. (Obwohl man dort schon das meiste wirklich gut abbilden könnte.)
SCHNELL: ich will nicht länger als drei Sekunden warten
DATENBANK-kompatibel: bestimmte Inhalte sollten leicht in eine Datenbank überführbar sein.
Ich gehe davon aus, dass die Befüllung ausschließlich durch mich erfolgt. Es ist quasi die virtuelle Erweiterung meines Gehirns, welche die Gedächtnisfunktionen „enhancen“ soll.
Es ist zumindest hübsch, darüber nachzudenken!

Verpolitisierung

In Österreich wurde ein neues Budget verkündet. 66% der Österreicher finden es als unsozial. Die Politiker sind ganz begeistert und übertrumpfen einander im Schönreden.

Kürzlich wurde eine Statistik in Standard oder Presse veröffentlicht. Wieviele Studenten sich für Studienplätze in den einzelnen Fächern bewerben.
Politikwissenschaften, Betriebswirtschaft, Publizistik rangieren ganz oben mit mehr als 4000 Bewerbern pro Jahr.
Weit abgeschlagen kommt in der hier genannten Reihenfolge Architektur, Informatik, Medizin vor. (mit ungefähr einem Viertel an Antragsstellern)
In der Liste mit ungefähr 25 Einträgen fehlt Physik, Chemie, Mathematik, Elektrotechnik; ich glaube auch Maschinenbau.

Als ich das las, wollte ich zuerst einmal die fehlenden Einträge monieren.
Ich nehme aber zur Kenntnis, dass Politikwissenschaft der Liebling der Studenten ist. Man könnte daraus schlussfolgern, dass es sehr wichtig ist, dass wir gute Politiker bekommen. Es ist wohl angebracht, dass unsere Politiker irgendwann einmal Politik gelernt haben.
Also erstens sind unsere Politiker schlichtweg beschissen, wenn man ihnen manchmal beim Reden zuhört und dahinter das Denken erahnen kann. Wobei noch nicht einmal feststeht, ob sie selber oder der Spin-Doctor nachgedacht hat.
Zweitens haben die wenigsten Politikwissenschaften studiert. Oder sie haben in der Zwischenzeit schon wieder alles vergessen. Da kann man sich ja schon glücklich schätzen wenn einer einen Doktor in Biologie hat. Dann weiß er wenigstens etwas vom „Leben“.
Aber ich frage mich: was machen denn all die Politikwissenschaftler, wenn sie ins Berufsleben einsteigen? Oder ist Politikwissenschaft nur die Umschreibung für ein Studium, bei dem ein paar Scheine den Anspruch des studentischen Beschäftigtseins gewährleisten?
Wieso haben es Politikwissenschaftstudierende so schwer, einen Nebenjob zu ergattern? Ihr zumindest angehendes Wissen über Politik müsste doch für jeden Durchschnittspolitiker ein gefundenes Fressen sein.
Ich halte es schon für richtig, dass man Politik lernt und gegenenfalls auch studieren kann.
Aber ich verstehe nicht, warum gerade dieses Fach so eine Spitzenreiterfunktion einnimmt.

Wäre es nicht sinnvoller, einen Studienzweig „Rolltreppen-Reparatur“ zu kreiieren? Rolltreppen sind andauernd kaputt. Da gibt es sicher eine Marktlücke und ein reiches Jobpotential für erfolgreiche Studienabgänger.

Ja, langsam stimme ich einer von mir lange bezweifelten Aussage zu: Mathematik braucht man wirklich nicht.

Bücherstöckchen Nachtrag

Was ich gerade lese:
173€
entspricht ungefähr 3400 Seiten. Die Inhalte überdecken sich teilweise, konsolidiert sind es vielleicht nur 2500 Seiten.
Poetischer Titel: Silverlight
Hardcore-Fans wissen bescheid: es geht um IV
Nein nicht intravaginal sondern version
Es ist ein langes Wochenende, da darf es schon einmal ein bisschen mehr sein.
Also ich habe vor, mich da ein bisschen mit mir selbst zu beschäftigen. Die notwendigen Werkzeuge habe ich. Mal sehen, ob ich befriedigt werde.
Es gibt relativ viele Menschen, die behaupten, dass sie keine Bücher lesen. Die ziehen sich alles aus dem Internet rein, behaupten sie.
Ich gehe jetzt einmal aufs Häusl und ziehe mir die ersten 200 Seiten rein. Mit der Problematik ist schließlich jeder konfrontiert, der etwas macht. Mit dem Computer.
Es geht nicht darum, dass man sich beherrscht. Es geht darum dass man es beherrscht.
Plug ist ja nur eine andere Bezeichnung. To plug – etwas hinstecken.
Ich weiß nicht, ob ich Ria lieben werde. Ich mag lieber die, welche sich mit Schlangen garnieren, die mit Python.
Aber man muss auch einmal die andere Seite des Ufers kennen.
Und in Wirklichkeit geht es wirklich nur um ein Plug-In.
Also dann geh ich einmal auf die Safari oder motze etwas herum (mozziliere)
Und dann wird sich ja nach den 3400 Seiten herausstellen, ob ich etwas damit anfangen kann.
Mit Silverlight IV, der Erweiterung für Browser aus dem Haus MS, mit der man RIAs*) erzeugen kann.
Das lese ich dieses Wochenende – inklusive ausprobieren.
Im übrigen sind es 4 Bücher, aber eines davon ist jetzt das mit den meisten Seiten, mehr als 1200. Ich verstehe jetzt schon, warum die Leute nicht Informatik studieren wollen.



*) RIA Rich Internet Application

Verzeltung

Da regen sich die Deutschen doch so über die Türken, den Islam und das Fremde auf. Oder sie regen sich darüber auf, dass sich andere aufregen.
(In Österreich auch, aber da passt das Nachfolgende nicht so ganz.)

Es wird nachhaltige Beeinflussung durch fremdländisches Aussehen a la Minarette befürchtet. Ein anderer fremdländischer Einfluß scheint weniger Sorge zu bereiten. Die Verzeltung Deutschlands. Obwohl man Zelte sonst eher in der Wüste oder auf hohen Bergen erwarten würde, werden deutsche Städte verzeltet. Immer mehr Restaurants legen sich Zelte mit Heizpilzen als Dependance an, damit die armen Raucher nicht erfrieren.


Wenn man es genau bedenkt, mutet es ausgesprochen seltsam an, dass sich noch niemand über die städtepolitische Verfremdung verursacht durch Verzeltung aufgeregt hat.

Je länger …

man übt, desto schwieriger wird es.
Und jetzt, wo sich noch weitere Zuhörer angesagt haben, wird es echt „haarig“.
Heute ist die erste Probe. Dabei habe ich ein Stück ganz bewusst noch nicht geübt.
Aber das letzte, das letzte geht schon einigermaßen, obwohl das auch sein Tücken hat.

Das ist allerdings eine sehr langsame Interpretation, kommt mir vor.
Wenn ich das Programm erhalte, mache ich dann noch eine kurze Ankündigung.

Verdorben

Für die Frauenwelt bin ich verdorben.
Das habe ich heute wieder einmal gemerkt. Ich schalte FS2 ein, weil ich mich wie am Sonntag fühle und lande im Dreimäderlhaus, bei einem Film über Franz Schubert.
Und das gerade in einer Szene, die mir als Halbwüchsigen die Tränen in die Augen getrieben hat. Franz Schubert bittet seinen Freund Kuppelwieser, die von ihm selber komponierte Liebeserklärung zu singen, worauf „das Mäderl“ dann „irrtümlich“ den Kuppelwieser statt den Schubert heiratet. Der Name Kuppelwieser lebt im Kuppelwieserwalzer fort. Darüber gibt es eine andere, sehr nette Geschichte, die ich ein anderes Mal erzähle.
Ein paar Jahre später wurde ich durch eine Freundin mit Rostands Cyrano de Bergerac bekannt gemacht. Da verliebt sich die Frau in die Briefe eines Mannes, die aber von einem anderen geschrieben sind als sie glaubt.
Diese Verwechslungsgeschichte gibt es noch weitere Male in der Literatur. Und vermutlich auch im wirklichen Leben.
Das kann einerseits recht reizvoll sein, andererseits stellt sich immer die Frage, ob man selbst gemocht wird oder irgendein Artefakt, das einem zugeschrieben wird.
Eigentlich verlässt einen diese Frage nie mehr. (Ich beschwere mich allerdings nicht, ich habe es ganz gut getroffen.)

George Clooney

Ich bin ja eigentlich nicht schwul. Ja, ich kann das sogar mit ziemlicher Sicherheit behaupten. Trotzdem gibt es manche Filme, die für mich schon allein durch einen männlichen Schauspieler attraktiv wirken.
„The American“ hat aber noch andere Qualitäten aufzuweisen. Wunderbare Landschaftsaufnahmen aus den Abruzzen. Italienische Dörfer aus der Vogelperspektive wirken ähnlich, wie ich sie aus manchen malerischen Darstellungen in Erinnerung habe.
Ein sehr langsamer Film, der mir ausgezeichnet gefallen hat. Abschied, Wandel, Klärung sind die Kategorien, die mir beim Ansehen einfallen.
Ich habe den Film allein gesehen und genossen.

Verarschung

Ich habe ja die Entschuldigung, dass ich gleich nach der Rückkehr ziemlich eingespannt war, was auch nächste Woche so weitergeht.
Denn in Wirklichkeit hätte ich hier schon vier Berichte einstellen müssen:
Meißen
Dresden
Belgrad *)
– und –
Wie Niki (Airlines) Passagiere in Belgrad mehrere Stunden im absolut Ungewissen lässt, ob und wann sie noch am Sonntag nach Hause kommen.
Die Verspätung von mehr als zehn Stunden finde ich zwar schlimm, aber gegen höhere Mächte kann man nichts machen. Bei der wiederholten Entschuldigung, die mir dann beim Rückflug durch die Widerholung fast schon zuwider war, wurde erklärt, dass ein Vogelschlag einen Flieger ausfallen ließ.
Obwohl ich das mittlerweile nur schwer glauben kann, gibt es eine andere Sache, die mich wahnsinnig wütend macht: die Passagiere werden verarscht. Und auch das Personal am Flughafen Belgrad.

Zu einem Zeitpunkt, als noch Abflugsverspätungen von 30 bzw. 45 Minuten gemeldet wurden, (entsprechend auch den Ankunftsverspätungen) musste in Wien klar sein, dass diese Verspätungsmeldungen falsch sind. Denn der Flug war in Wien noch nicht einmal gestartet worden.
In diesem Fall glaube ich den Belgrader Bearbeitern, darunter eine unheimlich tüchtige Boden-Stewardess, dass sie absolut im Ungewissen gelassen wurden.
Wenn dann plötzlich aus der ursprünglichen Abflugsbekanntgabe nicht ein „plus 2 Stunden“ sondern ein „plus 11 Stunden“ entsteht, wird schlagartig klar, dass alle früheren Meldungen nur Vertuschungen gewesen sein konnten.
(Insgesamt ist das nicht so schlimm. Man denke nur an die Reisenden, die durch den Vulkanausbruch festgehalten wurden.)
Niki, der sonst bei jeder Gelegenheit die Goschen aufreisst und seinen Senf dazu gibt, hält sich da offensichtlich sehr zurück, wenn es sich um eigene Versäumnisse handelt. Nicht der Umstand der Verspätung ist schlimm sondern der Umgang mit der Information darüber.
Wenn ich es rechtzeitig gewusst hätte, wäre ich entweder auf Bahn umgestiegen oder hätte via Internet noch ein Austrian Airline Ticket gebucht. Das konnte ich zwar nicht am Flughafen, weil in der Transit-Area fix behauptet wurde, dass der Aua-Flug voll war (und daher keine Passagiere des Niki-Flugs aufnehmen konnte) was schwer zu glauben war, weil man über Internet noch um 150 € buchen konnte.
Also jedenfalls hätte ich mir den Umstand, in Wien früher anzukommen durchaus etwas kosten lassen, da ich am nächsten Tag sehr zeitig in der Früh beginnen musste.
Naja, es gab dabei noch einige nette und weniger angenehme Details.
Doch ist es nicht bezeichnend, dass mich die Verärgerung – selbst mit viertägiger Verspätung noch zu viel mehr Text anregt, als die schönen erfreulichen Momente meiner Reise, die wirklich eindrucksvoll und bereichernd waren.
Naja, ich muss jetzt ja auch schon wieder aufhören, weil ich heute Besuch aus Deutschland in die Firma bekomme.
Aber es geht mir gut, vor allem weil meine Verkühlung inzwischen am Abklingen ist und zur Zeit alle Menschen so freundlich zu mir sind.
Dann versuch ich doch einmal, diesen Zustand zu erhalten:)


*)
Die „Kirche“ wird gerade restauriert, was noch einige Zeit dauern dürfte, aber die Verschneidungen „da oben“ faszinieren mich.




  • Neueste Beiträge

  • Tage mit Einträgen

    Oktober 2010
    M D M D F S S
     123
    45678910
    11121314151617
    18192021222324
    25262728293031
  • Was einmal war