Heimat

„Ein echter Wiener ist nur der, dessen Eltern aus den Kronkolonien eingewandert sind.“ Später musste dieser Satz auf Großeltern erweitert werden.
Da bin ich voll inkludiert, obwohl ich ja eh kein Wiener sondern ein Linzer bin. Zwei Großeltern kamen aus Wagstadt (Mähren), zwei aus Troppau (Böhmen).
Mein Ururgroßvater war ein Bierbrauer in Prag. Das finde ich auch ziemlich gut.
Der Anlass für diese Betrachtungen, die nicht neu sind, liegt im heutigen Radioprogramm begründet.
Nikolaus Harnoncourt dirigiert Smetanas „Ma Vlast“ (Mein Vaterland), von dem die meisten ja nur den zweiten Teil, „die Moldau“, kennen.
Nicht nur dass Smetanas „Die verkaufte Braut“ zu unseren fünf Haus- und Hofopern zuhause zählten, lange war sie meine absolute Lieblingsoper.
Genauso begeistert war ich nach anfänglichem Zögern von Janaceks „Im Nebel“. Das sind vier Klavierstücke über seine Jugend in Verbindung mit seiner Heimat. Es war mühsam, dieselben zu erarbeiten. Doch selbst heute setze ich mich manchmal spontan damit ans Klavier.

Wenn ich Heimat empfinde, dann geschieht es über den Transport der Musik.
Und natürlich ist dann Schubert und Mahler ebenfalls „heimatlich“ belegt.


  1. Heimat, die einen überall hin begleitet.

  2. ich bezeichne mich manchmal auch als ein rechtes „monarchiekindl“. aber da war es ungarn und slowenien und ober- und niederösterreich und weiter weiß ich leider nicht zurück. obwohl der ungarische zweig mindestens blaublütig gewesen sein muss, da die selbige urgroßmutter „unterm stand“ geheiratet und dann das land verlassen hat …

    ah ja und: heimat ist auch etwas sehr relatives.




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