Erster Eindruck

Der erste Eindruck, den ich meinen LeserInnen vermitteln wollte, muss leider ein zweiter werden, denn gerade als ich meine Kamera in Verwendung nehmen wollte, stellte ich „Battery exhaustion“ fest. Laden und Filmen geht anscheinend nicht gleichzeitig.
Meine Leser werden sich ja gedacht haben, dass der erste Weg nach meiner Rückkehr zum Flügel gewesen wäre. War aber nicht so. Weil mein Flug um 5:20 weg ging, dachte ich gestern gar nicht ans Schlafen sondern feierte noch bis 2 Uhr früh meine guten Untersuchungsresultate. Als ich in Wien ankam, war ich ziemlich fix und fertig und habe zuerst einmal bis elf Uhr geschlafen.
Dann! – Dann war der erste Weg ins Wohnzimmer.
Man sieht ja nicht sehr viel Neues, wenn man nicht genauer hinsieht. Sauberer ist es, der Staubsauger steht ja auch noch im Zimmer herum.
Aber vorher hatte ich schon ein Mail mit drei Bildern bekommen, zwei davon waren „vorher“ und „nachher“ mit dem netten Nachsatz „Ich hoffe, Du freust dich.“
Ich habe mich schon bei der Ansicht der Bilder gefreut, noch mehr dann als ich den ersten Beethoven-Satz gespielt habe. Über den musikalischen Eindruck noch etwas später.
Die meisten Menschen denken bei dem Begriff (Klavier-)stimmen nur an das eigentliche Stimmen der Seiten. Sehr gute Klaviere werden nicht „gestimmt“. Ja, sie werden „auch“ gestimmt, damit die Saiten die richtige Tonhöhe haben. (Aber das ist etwas so, als würde man in Auto Benzin oder Diesel einfüllen, damit es fahren kann.) Um den Ton zu kultivieren, gibt es den Begriff des Intonierens. Dabei werden die Hämmer so bearbeitet, dass der Ton bei unterschiedlichem Anschlag eine korrespondierende Lautstärke und auch Länge hat. (Wenn der Flügel das hergibt.) Natürlich wird dabei auch geachtet, dass nebeneinander liegende Töne im Klang einander entsprechen. Nicht, dass etwa das C sehr hell ist und das D sich sehr dunkel anhört. Diese Arbeit wird vornehmlich an den Hämmern mit Intoniernadeln und noch anderen Behelfen durchgeführt. Irgendwann sind dann die Hämmer dann endgültig hinüber und werden ausgetauscht.
Es gibt noch eine dritte Haupttätigkeit, das Regulieren. Dabei wir der mechanische Abgleich der Taste eingestellt. Es gibt verschiedene Einstellmöglichkeiten, darunter auch Veränderung an den Führungen und der Einstellung der Federn, die das Repetierverhalten und den Druckpunkt bestimmen. (Das wird jetzt zu technisch, also höre ich schon wieder auf.)
Also an meinem Flügel, wurde reguliert, gestimmt und intoniert. Das Vorher-Foto zeigt, wie sich die Saiten in den Hämmern eingraben.

Dadurch werden a la long die Töne spitz, klingen heller, sind aber von der Klangstruktur immer unschöner.
Das Nachher-Foto zeigt die bearbeiteten Hämmer, die wie neu aussehen. Das Resultat des Intonierens kann man nicht sehen, nur hören.

Das Resultat des Regulierens kann man fühlen. Die Tasten fühlen sich gleichmäßiger an – und auch irgendwie anders. Es ist aber schwer, das nur dem Regulieren zuzuschreiben. Durch die Neuintonation verändert sich der Charakter des Flügels etwas. Ein guter Klaviertechniker stellt aber in der Regel den dem Flügel entsprechenden Klang ein.
Und das ist in meinem Fall ein absolut phantastischer Klang, der mich bezaubert hat, als mir Paul Badura-Skoda etwas Brahms vorgespielt hat, um ihn dann (von ihm ungeplant) mir zu verkaufen. Der Flügel klingt, wie ein Bösendorfer meiner Meinung nach klingen soll, wie er sich im Klang auch von einem Steinway oder anderen Marken absetzt. Wohlgemerkt, der Klang ist nicht für jedes Programm gleich geeignet. Jazz wird nach wie vor auf einem Steinway jazziger klingen, selbst wenn Oscar Peterson ein Bösendorfer-Fan war.
Ich muss jetzt noch etwas warten, bis die Kamera aufgeladen ist. Dann werde ich die vor einiger Zeit aufgenommene Beethoven-Sonate noch einmal aufnehmen.
Die geneigten LeserInnen können sich dann selbst ein Bild davon machen, wie groß ein Unterschied sein kann.
Er fühlt sich jetzt etwas leiser an. Aber das hängt mit dem sauberen Klangbild zusammen. Und so richtig leise ist ein 2,75-Meter Konzertflügel ja eh nicht, wenn er in einem Wohnzimmer steht. Dieser Flügel hat von 1914 bis 1923 den großen Saal des Musikvereins beschallt. Er war der Paradeflügel des Musikvereins in dieser Zeit.
Und er ist selbst heute noch ein besonderes Instrument, was besondere Pianisten in den letzten 25 Jahren immer wieder bestätigt haben. (Mitsuko Uchida wollte ihn mir ja sogar einmal abkaufen.)

erschreckend,

dass die Blauen so zugelegt haben.
Tröstlich, dass sie trotzdem nicht mehr Einfluss haben werden. 2000 wird sich wohl (hoffentlich) nicht wiederholen.

Doch die großen Zeiten des Populismus drohen nach wie vor.

Ins Bett

Ist es nicht nett, wenn eine Frau behauptet, dass sie mich in ihre Bett bekommen kann?
Die Chancen stehen sehr schlecht.
Hab ich nicht erwähnt, dass ich alt, arm, zahnlos, fett und impotent bin?
Und dazu kommt noch verheiratet. Ich mache kein Hehl daraus. Trotzdem bin ich ein Objekt der Begierde.
Schmeichelt irgendwoie….

Panikattacke

Ich belächle es manchmal, wenn Personen über Panikattacken schreiben.
Aber vor zwei Tagen hatte ich etwas, was rein symptomatisch einer Panikattacke gleichkommt. Die Ursache ist noch nicht geklärt, aber die üblichen somatischen Einflussfaktoren kann ich ausschließen. Es fand in der Sauna, aber bereits beim ersten Niedersetzen statt. Ich hatte mich vorher einmal um meine vertikale Achse gedreht, um zu dem Sitz zu gelangen. Als ich saß, fühlte ich, wie ich plötzlich schwindlig wurde.
Ich blieb aber in der Sauna und dachte, dass es vorbeigehen würde. Nach dem Aufguss blieb ich noch ein bisschen sitzen. Beim Aufstehen musste ich höllisch aufpassen, um mein Gleichgewicht nicht zu verlieren. Als ich mich auf eine der Liegen setzen wollte, (an Duschen war nicht zu denken) verfehlte ich sie fast beim Niedersetzen. Ich blieb dann 45 Minuten liegen und hoffte, dass der Zustand besser würde. Ich überlegte, ob es ein Schlaganfall gewesen sein könnte oder etwas mit dem Herzen, aber Puls war ok. Denktätigkeit war auch ok. Ich überlegte, ob ich um Hilfe bitten sollte. Aber es gab keine Kopfschmerzen, keine Sehstörungen. Also wartete ich.
Ich hatte Angst, weil ich mit dem Rad nachhause fahren sollte. Vor dem Anziehen kotzte ich noch etwas, aber das war nur Wasser. Gegessen hatte ich zu Mittag und es gab auch keine Magensäure, die hoch kam.
Im Freien ging es mir besser. Auf dem Rad fühlte ich mich sicher, doch als ich zuhause abstieg, fühlte ich wieder Übelkeit. Ich legte mich dann gleich ins Bett. Meine Frau konnte keine Auffälligkeiten entdecken. Um zwei Uhr nachts wachte ich auf. Die Symptome waren verschwunden. Ich surfte noch im Internet nach verschiedenen Ursachen. Das einzige, was zutreffen würde, waren psychogene Auslöser. Da weiß ich aber nun nicht, in wie weit ich jetzt größerem Stress als früher ausgesetzt wäre. Eher das Gegenteil ist der Fall.
Gestern morgen fühlte ich mich blendend. Als Seiteneffekt konnte ich bemerken, dass die Arthrose in meinem linken Knie kaum mehr bemerkbar war. D.h. es gab keine Schmerzen mehr nach dem Aufstehen und den ersten Schritten.
Ich habe jetzt ohne Diät 4 kg abgenommen. Aber das sollte den Gesundheitszustand ja eher verbessern. Zucker wäre noch eine mögliche Ursache. Zuviel konnte ich aber nicht haben. Wenn, dann könnte es nur eine Unterzuckerung gewesen sein. Aber das halte ich für sehr unwahrscheinlich. Auch wenn meine letzte Untersuchung diesbezüglich schon mehr als ein Jahr zurück liegt, so lag ich damals doch im mittleren Toleranzbereich.

Jedenfalls werde ich mich nicht mehr über Panikattacken lustig machen. Scheinbar kann so etwas wirklich ohne „echten“ Grund auftreten. Natürlich sind die Ursachen immer „echt“, aber ich habe sie bei mir noch nicht herausgefunden.

Schön aber gleichzeitig ermüdend

Kürzlich habe ich ein Video auf youtube gesehen, in dem Valentina Lisitsa zeigt, wie sie innerhalb kürzester Zeit ein Klavierkonzert übt.
Sie betont in Kommentarantworten, dass sie sehr gut Blatt lesen kann. Außerdem hört sie sich vorher einige Einspielungen an, sucht sich eine aus und verwendet sie dann als Referenz.

Es hat mich dazu motiviert, eine Beethoven-Sonate zu üben, (außer denen, an denen ich zur Zeit sowieso schon dran bin) die mich immer fasziniert hat. Allerdings war mir das Üben zu anstrengend. Sie ist „keine berühmte“, mit der man renommieren kann. Im Gegenteil, der erste Satz ist im Thema so einfach, dass er fast trivial wirkt. Der letzte Satz hingegen hat es mir immer angetan, aber er hat ein paar Passagen, die es notwendig machen, sie erstens auswendig zu können und dann noch technisch relativ viel zu üben.
Nun, ich bin jetzt beim letzten Satz halbwegs durch und hole mir die Bestätigung, dass ich Tempo und Dynamik richtig habe, bei einer Einspielung von Claudio Arrau, der als Beethoven-Referenz durchaus Berechtigung hat.
Außerdem habe ich mir für den ersten Satz jetzt Brendel angehört. Der spielt mir ja normalerweise zu langsam. Ich bin ganz überrascht, wie rasch er den ersten Satz anlegt.
Und das sehr, sehr nachvollziehbar. Dafür ist der zweite langsamer, als ich ihn glaubte, spielen zu müssen. Es ist sehr gut zu hören, dass das Tempo gar nicht so hoch sein muss.
Und die Brendelaufnahme gefällt mir sehr.
Claudio Arrau: alte Aufnahme, tontechnisch merkbar, viel „rauher“ als Brendel. Er spielt merklich einen anderen Fingersatz als Brendel. (Dort wo die zerlegten Sexten sind, spielt er die Sexten mit einer Hand, Brendel spielt die unteren Töne als Akkord mit den durchgehenden h- oder f-Achteln. Ich wüsste das nicht, wenn ich nicht ein Notenbild gesehen hätte, wo tatsächlich diese Passage mit anderer Handaufteilung dargestellt ist.
Fazit: Arrau sehe ich eher als Massstab für mich an als Brendel. Den ursprünglichen Massstab Arrau spielt „menschlicher“.
Fritz Gulda finde ich leider nicht auf youtube.
http://www.youtube.com/watch?v=tbDmqiP_4o4
Brendel: die ganze Sonate, technisch perfekt, tontechnisch ebenfalls, alles sehr rund und schön. Für mich fast zu schön, aber das wäre Raunzen auf höchstem Niveau.
http://www.youtube.com/watch?v=Il-lzTqvS_Y
Für Harfim, falls er dies liest:
Gilels Aufnahme gefällt mir auch sehr gut. Sie ist Arrau ähnlicher als Brendel. Was ich gut finde:)
http://www.youtube.com/watch?v=c-ErvfeY970

Blockade

Ungalublich. Ich habe den ganzen Tag Zeit und mache eine bestimmte Aufgabe nicht, die nicht einmal besonders schwierig ist.
Stattdessen prokrastiniere ich den ganzen Tag.
Am Nachmittag schlafe ich wie ein Stein. Das kann man legitim mit Luftveränderung oder den Anstrengungen der letzten zwei Tage erklären.
Aber eigenartig ist es schon sehr…

Worüber E.L. nicht schreibt

Die unten angeführten Begebenheiten könnten eigentlich als Erfolgsstory verbucht werden.
http://derstandard.at/1371171251140/Generaldirektor-der-Vatikanbank-tritt-zurueck
Man scheint jetzt nach Jahren des Verdachts, Konsequenzen zu ziehen. Ob die Leute dann freiwillig oder gezwungenermaßen gehen, ist mir persönlich nicht so wichtig. Dass sie nicht deswegen abtreten, weil sie die nicht-katholische Hetze nicht mehr ertragen konnten, schließe ich aus. Denn Steherqualitäten kann man den Monsignores nicht absprechen.
Ich vermute einmal, dass sich unter dem neuen Papst einiges verbessern wird. Er scheint mir um ein Haus ehrlicher zu sein als sein Vorgänger. Und ich würde der Katholischen Kirche eine entsprechende Reformation wünschen.
Warum aber E.L. nicht darüber schreibt, begreife ich nicht. Oder ich begreife es und will meine Vermutungen nicht äußern.

net schlecht …

Sir Simon Rattle, Berliner Philharmoniker, Mutter, Fox.
Eine 2. Mahler vom Feinsten. Allerdings patzen auch bei den Berliner Philharmonikern manchmal die Bläser. Das tat der Aufführung allerdings keinen Abbruch.
Wirklich großartig.
So hat es auch ein Kritiker empfunden:
http://derstandard.at/1369362856052/Ewig-leben-der-Berliner-wegen

Rückmeldung

Ich wurde nicht gefressen.
Ich war zu fett!

Mal sehen

http://www.eaglewingtours.com/userimages/Image/IMGP4743.JPG
Heute nachmittag um 2:30 p.m. 4 Stunden lang.
Eigentlich erscheint mir das Boot recht klein im Vergleich zu einem Wal, aber angeblich ist diese Art von Booten die beste.
Wird auch von Küstenwacht und Rennbootleuten verwendet.
Damit kann man sich weiter in den offenen Pazific wagen.
Falls kein weiterer Eintrag mehr erscheint, bin ich vom Orca gefressen worden.
Guten Appetit!

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