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Ich überlege gerade eine Berlinreise. Es geht um ein Konzert am 18.9. abends, das ich schon gebucht habe. Jetzt ist die Frage: fahr ich einfach hin und zurück oder treffe ich ein paar Berliner Freunde?
Kirchenrecht
Eigentlich ist die Exkommunikation gerechtfertigt.
Wie es im Artikel steht:
Dennoch sei man schockiert. Durch den „Versuch, unerlaubt Eucharistie zu feiern“, falle man unter die „drei schweren Vergehen“, die sofort dem Vatikan gemeldet werden müssten. Dazu gehörten auch die Verletzung des Beichtgeheimnisses und der sexuelle Missbrauch. „Es entsetzt uns ungemein, dass wir uns in der gleichen Kategorie wie priesterliche Missbrauchstäter wiederfinden. Besonders erbittert es uns, dass wir von keinem einzigen Missbrauchstäter wissen, der exkommuniziert worden wäre. Es wird also mit unterschiedlichem Maß gemessen.“
Die Eucharestie könnte man nach „Masse und Macht“ als ein besonderes Gruppenerlebnis auffassen, mit all den Stärken und Schwächen. Da muss die Kirche natürlich dabei sein. Genauso wie im Ehebett.
Und wie es einige kommentiert haben: es gibt andere Spielarten des Christentums, welche die Frauen nicht so ausgrenzen.
Aber wenn man „der wahren Kirche“ angehören will, hat man bereits das Wesen einer Wahrheit bereitwillig aufgenommen und alles verneint, was bis heute forschungsmäßig über die Wahrheit bekannt ist. Dass die Kirche selbst immer wieder Wahrheiten verkündet, die etwas später etwas „unwahrer“ werden, wird mit großer Konsequenz tot geschwiegen.
Jetzt muss man allerdings auch das Positive sehen. Nach der Scharia wären die beiden vermutlich zum Tod mit vorherigen 1000 Peitschenhieben verurteilt worden. Also insofern kann man die Katholische Kirche durchaus als gnädig bezeichnen. Und das meine ich jetzt nicht ironisch. Sie hat einfach 600 Jahre voraus und ein bisschen gelernt. (Was man von den Hasspredigern des Islam nicht behaupten kann.)
Kürzlich habe ich ein Video auf youtube gesehen, in dem Valentina Lisitsa zeigt, wie sie innerhalb kürzester Zeit ein Klavierkonzert übt.
Sie betont in Kommentarantworten, dass sie sehr gut Blatt lesen kann. Außerdem hört sie sich vorher einige Einspielungen an, sucht sich eine aus und verwendet sie dann als Referenz.
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Es hat mich dazu motiviert, eine Beethoven-Sonate zu üben, (außer denen, an denen ich zur Zeit sowieso schon dran bin) die mich immer fasziniert hat. Allerdings war mir das Üben zu anstrengend. Sie ist „keine berühmte“, mit der man renommieren kann. Im Gegenteil, der erste Satz ist im Thema so einfach, dass er fast trivial wirkt. Der letzte Satz hingegen hat es mir immer angetan, aber er hat ein paar Passagen, die es notwendig machen, sie erstens auswendig zu können und dann noch technisch relativ viel zu üben.
Nun, ich bin jetzt beim letzten Satz halbwegs durch und hole mir die Bestätigung, dass ich Tempo und Dynamik richtig habe, bei einer Einspielung von Claudio Arrau, der als Beethoven-Referenz durchaus Berechtigung hat.
Außerdem habe ich mir für den ersten Satz jetzt Brendel angehört. Der spielt mir ja normalerweise zu langsam. Ich bin ganz überrascht, wie rasch er den ersten Satz anlegt.
Und das sehr, sehr nachvollziehbar. Dafür ist der zweite langsamer, als ich ihn glaubte, spielen zu müssen. Es ist sehr gut zu hören, dass das Tempo gar nicht so hoch sein muss.
Und die Brendelaufnahme gefällt mir sehr.
Claudio Arrau: alte Aufnahme, tontechnisch merkbar, viel „rauher“ als Brendel. Er spielt merklich einen anderen Fingersatz als Brendel. (Dort wo die zerlegten Sexten sind, spielt er die Sexten mit einer Hand, Brendel spielt die unteren Töne als Akkord mit den durchgehenden h- oder f-Achteln. Ich wüsste das nicht, wenn ich nicht ein Notenbild gesehen hätte, wo tatsächlich diese Passage mit anderer Handaufteilung dargestellt ist.
Fazit: Arrau sehe ich eher als Massstab für mich an als Brendel. Den ursprünglichen Massstab Arrau spielt „menschlicher“.
Fritz Gulda finde ich leider nicht auf youtube.
http://www.youtube.com/watch?v=tbDmqiP_4o4
Brendel: die ganze Sonate, technisch perfekt, tontechnisch ebenfalls, alles sehr rund und schön. Für mich fast zu schön, aber das wäre Raunzen auf höchstem Niveau.
http://www.youtube.com/watch?v=Il-lzTqvS_Y
Für Harfim, falls er dies liest:
Gilels Aufnahme gefällt mir auch sehr gut. Sie ist Arrau ähnlicher als Brendel. Was ich gut finde:)
http://www.youtube.com/watch?v=c-ErvfeY970
Abstract:
Bei einem Verlust von einer Drittel Milliarde Euro muss man in einem Bundesland wie Salzburg erst prüfen, ob dieser Verlust budget-relevant ist.
Bis jetzt hatte ich von der Gabi Burgstaller (Salzburger Landeshauptfrau) eine recht gute Meinung. Ihre unten stehende Antwort lässt mich an ihr zweifeln.
ORF: Die ÖVP will die Koalition aufkündigen und am 16. Jänner einen Neuwahlantrag stellen. Was sagen Sie dazu?
Gabi Burgstaller: Ich bin mehr als erstaunt. Die ÖVP hat an einem Tag offenbar dreimal ihre Meinung geändert. Noch am Vormittag bei der Regierungssitzung haben wir gemeinsam beschlossen, dass bis 14. Jänner zu klären ist, ob diese finanziellen Machenschaften überhaupt eine Auswirkung auf das Budget haben. Die Einschätzung der Experten bei der Regierungssitzung war eher positiv – also keine Auswirkungen. Zweitens hat die ÖVP heute einen Antrag auf einen Untersuchungsausschuss eingebracht, den wir auch unterstützen, weil klarerweise ist so etwas zu untersuchen. Aber es gebe dann keine Untersuchung, sondern es gebe dann nur Wahlkampf, und das ist in der jetzigen Situation eigentlich eine Zumutung.
„ob diese finanziellen Machenschaften überhaupt eine Auswirkung auf das Budget haben“
Ja, wenn das erst zu klären ist, dann bitte ich doch um eine kleine Spende, sagen wir 100.000 Euro, auf mein Konto. Das wäre sicher nicht budget-relevant, wenn wir das bei 340.000.000 Euro erst prüfen müssen, die plötzlich nicht mehr da sind.
Ich kann nur den Kopf schütteln.
Um die Größenordnung noch ein bisschen im Beispiel zu verfeinern. Mit der Summe wären z.B. viele Diskussionen über Universitätszuschüsse, Studiengebühren, Audimax-Besetzungen etc. irrelevant.
Die Verwendung des Wortes „man“ für jemanden, den man persönlich kennt, erscheint mir beleidigend. Allerdings verstehe ich dann, warum man über „Thema verfehlt“ so angerührt reagiert.
Und ehrlich gesagt, ist es mir vollkommen wurscht, was jemand kommentiert. Mittlerweilen.
Ich möchte auch keine diesbezüglichen Mails mehr an meine Privatadresse bekommen.
Ich bin nicht ganz sicher, warum ich mir damals den Film Der Henker angesehen habe. Doch es war ein großartiger Film.
Der Henker hat ja eher Köpfe abgeschlagen als Leute erhängt. Aber phonetisch denke ich dabei immer ans Hängen.
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Und ich frage mich, ob ich einen genetischen Defekt habe. Man liest oft, sieht es im Fernsehen oder hört es von der eigenen Frau, dass sich Leute erhängt haben. (Meine Frau fand als Krankenschwester zweimal frühmorgens einen Patienten, der sein Leben nicht mehr ertragen wollte.)
Und anscheinend gehört das zu einem instinktmäßigen Wissen, wie man es anstellen muss, sich durch Erhängen umzubringen. „Die“ Leute wissen das. Manche können nicht bis hundert zählen, manche können keinem ordentlichen Beruf nachgehen, manche sind unfähig eine Liebesbeziehung einzugehen. Doch wie man sich umbringt, müssen die alle irgendwie gelernt haben.
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Muss wohl durch Anschauung passieren. Weil es in den Western-Filmen vorkommt oder sonst wo.
Ich habe ziemlich viel in meinem Leben gelernt. Sogar Seemannsknoten. Vermutlich wüsste ich, wie man eine richtige Schlinge zum Erhängen bauen muss. Aber wie soll das mit einem Gürtel oder Schnürsenkel funktionieren.
Von der Schnur den Senkel,
verwende ich als Henkel.
Wenn dann am Seil ich schlenker,
War ich mein eig’ner Henker.
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Volksschule, Gymnasium, Universität, Fahrschule, Spezialausbildungen – was ich alles gemacht habe. Nirgendwo habe ich das klassische Erhängen gelernt.
Ich könnte jemanden erschießen. Mit der Pistole, mit einem Revolver, sogar mit einem 45er, mit einem Sturmgewehr 58, mit einem Sturmgewehr 77, mit einem Barröhrl, mit einem Granatenwerfer (mit der habe ich tatsächlich einmal einen Hirsch erlegt, wie man mir am Abend mitgeteilt hat).
Ich könnte jemanden überfahren.
Aber ich habe nicht gelernt, wie ich mich erhängen soll.
Doch ich habe gelernt, mit diesem Nichtwissen umzugehen.
Es macht mir nichts mehr aus.
P.S. Anlässlich der Schluss-Szene eines „Falls für zwei“, wo sich ein V-Mann in der Zelle erhängt, geschrieben.
BonanzaMargot beklagt den Verlust von Wut. Ich bin natürlich nicht wütend, wenn ich die neuesten Nachrichten lese. Aber einen gewissen Zynismus kann ich nicht leugnen.
Die Atombombe haben sie, die ist notwendig. Aber Stromausfall haben sie auch für mehr als die doppelte Bevölkerung der Vereinigten Staaten. Und Inder nehmen meinen Berufskollegen die Arbeitsplätze weg.
Ich bin schadenfroh, dass dies auch Schäden für diejenigen Firmen bedeutet, die nach Indien outsourcen. Irgendwie super! Die Steuerung von Stromnetzen, die rechtzeitige Abschaltung von Teilnetzen, wenn irgendetwas schief geht und das kontrollierte Anfahren haben ebenfalls etwas mit Software zu tun.
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Aber es wird noch größere „Katastrophen“ geben. Die Megalomanie schreit danach.
ORF-Artikel hier
Von Musikerinnen bin ich ja relativ leicht fasziniert.
Ganz toll kommt für mich Anne-Sophie MUtter im gerade laufenden Interview rüber:
(aus der SF-Gesprächsreihe „NZZ Standpunkte“)
in 3SAT
Als sie sieben Jahre alt war, sprach man bereits von einer „Jahrhundertbegabung“, und als sie mit 13 Jahren dem Dirigenten Herbert von Karajan vorspielen durfte, soll dieser gesagt haben: „Ich habe gerade eine Geigerin entdeckt, die ein Wunder ist“. Aus dem „Wunderkind“ von damals ist eine der ganz großen Violinistinnen der Gegenwart geworden, für manche sogar die größte.
Mit Anne-Sophie Mutter unterhalten sich „NZZ“-Chefredakteur Markus Spillmann und Marco Färber über das Leben als Weltstar, die Verantwortung des Künstlers, über Beruf und Familie, über Musik als Lebensschule – und darüber, was eine Geigerin mit dem Tennisspieler Roger Federer verbindet.
Diese Diktion, die Gedanken, unglaublich. Vieles von dem, was sie sagt, stimmt mit meinen Vorstellungen überein.
Ein kleines Beispiel:
http://www.youtube.com/watch?v=nPagQoKz9Xk
Über das Lesen haben berufenere Leute als ich bereits deutliche Worte gefunden. Ein Blogger hat sich die Mühe gemacht, Hermann Hesses Text über das Lesen ins Internet zu stellen.
Wer den Text nicht kennt, sollte ihn einmal lesen, egal, wie er sonst über Hesse denkt.
Mein Vater hat mir einmal gesagt, das Lesen ein Verschwendung ist. Eine Verschwendung an Leben. Diese Aussage könnte leicht missverstanden werden. Wurde sie aber von mir nicht, weil ich ja wusste, wie viel mein Vater gelesen hatte. Und nicht nur einfach gelesen. Manchmal schrieb er auch Leserbriefe und die Antwort eines berühmten Autors, Heimito von Doderer, ist bezeichnend, wie intensiv mein Vater gelesen hat. In einem Antwortbrief schrieb Doderer: „Selten erfährt ein Autor das Glück, sich von seinem Leser so verstanden zu wissen.“
Was hat mein Vater also gemeint? Er hat das auch in der Folge erklärt. Durch das Lesen kann man sich verlieren, man kann versäumen, das richtige Leben zu leben, schlichtweg zu leben. Denn Lesen kann zur Droge werden.
Und so, wie es Kettenraucher gibt, die 95 werden, und Weinbauern, die mit 80 noch ihren täglichen Liter Wein genießen, so wie es eine ganze Reihe von alten Menschen gibt, die sich nur einseitig ernähren, so kann man auch das Lesen wie eine Droge genießen, ohne dass man sich deswegen dem Leben versagen muss.
Während man aber beim Abstinenzler nicht unbedingt Mangelerscheinungen feststellen wird, stellt man schon manchmal überrascht fest, dass jemand Lungenkrebs bekommt, obwohl er nicht geraucht hat. Neben dem Passivrauchen gibt es ja auch noch andere verursachende Faktoren.
Vielleicht sollte man das Lesen daher besser mit der Milch vergleichen. Während die Milch für das Kind eine ganze Reihe wertvoller Ingredienzien mitbringt, kann sie für den Erwachsenen sogar schädlich sein. Ganze Menschengruppen vertragen sie nicht einmal.
Warum, und in welchem Alter, sollte der Mensch nun das Lesen brauchen?
Die Antwort ist: ziemlich früh. Zuerst in passiver Form des vorgelesen Bekommens, danach möglichst rasch in aktiver Form des selber Lesens.
Das Lesen ist der Schlüssel und die Nährsubstanz für die Fantasie. Die Fantasie kommt in unterschiedlichen Ausprägungen daher. Fabulieren, Tagträumen, Vorstellungsvermögen, Empathie und Verständnis, Verständnis und Einfühlungsvermögen in andere Menschen. Es gibt auch negative Aspekte wie Albträume, allgemeine Paranoia, die in gemäßigter Form vielleicht für das Überleben notwendig ist.
Die positiven Aspekte überwiegen allerdings.
Jetzt ist die Fantasie aber etwas, was vom Leser aus dem Inneren erbracht werden muss. Das Lesen ist Erfahren von äußeren „Tatsachen“ (gilt auch für Märchen). Um diesen Erfahrungsprozess durchleben zu können, muss ich in der Lage sein, selbst das Tempo zu bestimmen. Wird mir vorgelesen, moniere ich „das kenn ich schon“ oder „noch einmal, ich möchte das noch einmal hören“. Ich mache das, um das Tempo des Vorlesenden dem Zeitmaß meiner Vorstellungswelt anzupassen.
Wenn ich dann einmal selbst lesen kann, bestimme ich das Tempo ohnehin selbst.
Das ist der große Unterschied, den das Lesen zu allen anderen Arten der Aufnahme neuer Inhalte hat. Die notwendige Menge an Zeit bestimme ich selbst. Dadurch können meine Gedanken bei jedem Satz schweifen und neue Assoziationen bilden, ich kann mich zu einem gestaltenden Menschen entwickeln.
Jetzt höre ich schon die Argumente, dass es auch Musiker gibt, die keine Noten lesen können. Ja, das stimmt. Ich selbst habe einmal einen berühmten und auch sehr berühmten Musiker in Manila (del Rosario) kennengelernt, der mir erzählt hat, dass er nicht Noten lesen kann. Ähnliches lässt sich sicher auch bei Malern als Gegenbeispiel anführen. Die Frage ist nur, wie schreibe ich eine Symphonie ohne auf Noten zurück zu greifen. Ich kann mir auch vorstellen, dass es berühmte Köche gibt, die nie ein Kochbuch gelesen haben, doch wieviele Menschen können ohne Kochbuch kochen?
Kommen wir zurück zum Lesen. Brauche ich bewusstseinserweiternde Drogen, wenn ich wirklich lesen kann? (Das ist ein anderes Thema, das ich jetzt hier nicht weiter ausführe.)
Lesen kann durch vielerlei ersetzt werden, aber vermutlich sind alle anderen Erfahrungsmaßnahmen entweder sehr zeitaufwändig, gefährlich oder vielleicht sogar unethisch. Ist es notwendig, jemanden umzubringen, um sich in die Situation zu versetzen, ob man sich danach schuldig fühlen soll, muss oder überhaupt kann?
Lesen ist überbewertet! So, wie auch die Mathematik! So, wie viele andere Dinge überwertet sind, wieviel PS mein Auto hat, nicht wahr?
So viele Dinge sind überbewertet. Menschenleben, Menschenwürde, Armut (die ist vielleicht unterbewertet) und so fort. Wie soll denn jemand überhaupt mit einem Armen Mitleid empfinden, wenn er nicht die Welt des Armen kennt. Wenn er nur den Bettler kennt, von dem er annimmt, dass er zu einer organisierten ausländischen Bande gehört.
Wie soll den jemand erkennen, dass er im Krieg genau auf die Person schießt, die möglicherweise genauso gut sein Nachbar hätte sein können?
Wie soll jemand verspüren, dass ein Bruderkrieg noch eine Spur gemeiner ist – und unheilbare Narben hinterlässt – als „der normale Krieg“, bei dem man dann halt einmal zwei Atombomberln abwirft, um ihn zu beenden?
Natürlich ist es möglich, sich das alles erzählen zu lassen – in der Schule – oder das einmal in Filmen geschildert zu bekommen, wobei dort fast immer die Liebesgeschichte der unzureichende Träger ist, damit überhaupt Emotionen geweckt werden.
Wenn die Vorstellungskraft eines Menschen einmal verkümmert ist, helfen alle anderen Darstellungen nichts mehr.
Es gibt eine Ausnahme: es gibt Menschen, die sich sowieso nicht unserer Zeit anpassen, Menschen, die einfach der Natur verbunden sind, Menschen aus anderen Kulturkreisen, die wir als zurückgeblieben ansehen. Menschen, die komischerweise sehr viel Mitgefühl entwickeln können. (Die Erklärung ist einfach: die Leute lesen vielleicht nicht, aber ihnen wurden jede Menge von Geschichten, Sagen, Mythen in ihrer Kindheit eingetrichtert. Zwar auswendig überliefert, aber ganz in Vertretung des Vorlesens.)
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Für uns andere, die wir in unsere Zeit geboren sind, ist für die große Mehrzahl von uns das Lesen die Eintrittskarte in das Gebiet der Fantasie. Wer sich da einmal wirklich austoben möchte, sollte das Buch von Michael Ende die unendliche Geschichte
lesen.
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Falls es noch nicht klar ist: die zeitliche Eigenbestimmung ist es, was das Lesen sämtlichen anderen Erfahrensmöglichkeiten voraus hat. Deswegen ist der Fernseher als Babysitterersatz mit noch zu entzückenden Tierfilmen kontraproduktiv, wenn er zu einem Zeitpunkt verwendet wird, bevor das Kind lesen kann oder entsprechend viele Geschichten vorgelesen bekommen hat.
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Aber es mag sein, dass ich die Fantasie, das Vorstellungsvermögen überbewerte. Allerdings werden wir ohne Vorstellungsvermögen, dass es auch anders funktionieren kann, kaum eine Verbesserung der derzeitigen Zustände erreichen können.
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Mathematik ist natürlich genauso überflüssig wie Lesen!
