Archive for the ‘Reisen’ Category

Zehn Minuten

Dieser Zeitbegriff hat eine neue Bedeutung gewonnen. Ich sage jetzt nicht, wieso das passiert ist oder wer die Umdeutung vorgenommen hat.
In Wirklichkeit geht es auch nicht um die Dimensionierung der Zeit. Es geht um die Skalierung des Geldes. Vor einigen Wochen sah ich eine Skalierung, die ausdrückte, wieviel ein Euro in den verschiedenen Urlaubsländern an Kaufkraft gemessen wert ist. Durch die vor einiger Zeit stattgefunden habende Frankenaufwertung liegt der Umrechnungswert – nach meiner Erinnerung – bei ca.60% oder noch weniger. Das heißt, nachdem Prozentrechnung ja heutzutage zur höheren Mathematikbildung zu zählen scheint, dass man für alles ungefähr doppelt so viel zahlen muss – im Vergleich, was man in Österreich dafür bezahlen müßte.
Innocent Orangensaft, der in Österreich 2,45 Euro kostet, kostet bei einem Billa ähnlichem Geschäft 3,80 Euro oder sogar noch etwas mehr. Ein halber Liter Mineralwasser kostet in einem Café-Restaurant 6,50 Euro. Im Sacher-Café in Wien habe ich zuletzt 3,80 Euro bezahlt.
Nun gut, die Schweiz ist extrem teuer. Beim Essen, bei der Hotelnächtigung und bei vielem anderen noch, was man im täglichen Leben braucht oder nicht braucht.
Ein Rundreisetrip Luzern-Kriens-Pilatus-Alpnachstadt-Luzern kostet 94 Euro (104 + ein Gutschein über 10 Euro für die Konsumation) pro Person. Das klingt nach sehr viel, ist aber den Preis absolut wert.
Vor allem die Standseilbahn Zahnradbad, horizontale Zahnräder, — danke für die Korrektur Kulturflaneurs — (über 125 Jahre alt), welche die größte Steigung weltweit aufweist (48%) ist ein absoluter Hit. Die Steigung an sich ist schon bemerkenswert, aber noch erstaunlicher ist die Fahrtrasse selbst. Der Oberbau ist nicht breiter als die Spurweite. Man könnte Angst bekommen, dass die Gleise irgendwo zur Seite abrutschen.
Es gibt aber einen absoluten Preishit, mit dem ich nicht gerechnet hätte.
Der Toilettenbesuch oben am Berg kostet in einer 5 Stern-Toilette genau 0 Euro. Meine Frau hat mir bestätigt, dass sie ebenfalls nichts zahlen musste.
Also das halte ich für eine echte Sensation.

P.S. Das Wetter oben am Berg war trocken aber von Nebeln durchwachsen. Kurze Momente erlaubten die Sicht auf die Gipfel oder auf eine einfahrende Bergbahn. Wenn die Kamera nicht sofort arbeitsbereit war, verschwand das Motiv. Doch ich möchte sagen, dass es eine andere Art von Naturtheater war. Die stetigen Sichtwechsel ergaben ein großes Gefühl der Zufriedenheit. Was man bei klarem Sonnenschein hätte sehen können, konnte man sowieso wunderbar in den diversen Prospekten anschauen.

Panne

Über Pannen ist man ja im allgemeinen nicht so erfreut. Aber manchmal machen sie auch Spass bzw. können sie etwas zur Unterhaltung beitragen.
Auf der Rückfahrt nach Wien fiel kurz vor Wels die Heizung aus. Der Zugbegleiter vermeldete, dass wir bis Linz weiterfahren würden und dort würde man versuchen den Schaden zu beheben.
In Linz hatte ich die Gelegenheit, die Führerstation eines Railjets, der im Schubbetrieb gegen Wien geschoben wird, zu betreten.
Ich wurde aufgeklärt, dass die mittlere Lok defekt sei. Die fährt jetzt also während ich das schreibe, „leer“ mit.
Jetzt wird also eine Doppelzugsgarnitur (die ICEs kennen das ja auch) von EINER Lok am Zugende geschoben. Die Höchstgeschwindigkeit geht sich nicht mehr aus.
Dort wo der Zug normalerweise 200km/h fährt, erreicht er jetzt zwischen 160 und 195, am ehesten noch 185. Ein paar mal habe ich auch noch 200 auf der Anzeige gesehen.
Der Lokomotivführer fährt aber wie „eine g’sengte Sau“. Ich will ihn damit nicht beleidigen, er macht das super. Bis jetzt haben wir noch keine zusätzliche Verspätung aufgerissen (außer dem Aufenthalt in Linz), weil er die Strecken, wo es eh nicht so schnell erlaubt ist, hemmungslos ausreizt. Ein Weinglas hat schon dran glauben müssen, für das die stabilisierende Vertiefung nicht gereicht hat.
ich sehe gerade, dass wir eine Minute der Verspätung aufgeholt haben. nein es sind schon 2. Bis Wien hochgerechnet werden wir nur mehr 10 Minuten Verspätung haben. Aber so, wie ich den Lokführer einschätze, werden wir maximal 5 Minuten Verspätung in Wien haben.
Ich schmunzle in mich hinein. Und einen Ersatzwein habe ich ja schon bekommen.

Samstag

Eigentlich könnte man am Samstag ruhen. Doch einen Gechäftstermin hatte ich noch. Einen angenehmen, nur eine Kontaktaufnahme mit einem sehr sympathischen Menschen.
Danach ging es zum Spaziergang im Kalemegdan.
Das letzte Mal als ich in Kalemegdan spazieren ging, (vor zirka 10 Jahren) fing die damalige Nierenkolik an und ich krümmte mich auf den Parkbänken vor Schmerzen.
Diesmal ging der Besuch glimpflich ab. Ein anschließender Besuch im Restaurant wirkte entspannend.
Ein Bild von Kalemegdan: (Ich habe viel mehr gemacht, die werden wohl auf fb zu finden sein.)
Etwas später ging es dann noch einmal zur orthodoxen Kirche, neben der sich die Nationalbibliothek befindet. Auf dem Bild sieht man aber hauptsächlich die Sonne.
Ganz ohne medizinische Interaktion ging es allerdings auch diesmal nicht ab. Eine Stunde verbrachte ich damit, meine Zahnderln computer-tomografieren zu lassen. (Das ist nur die Vorstufe zu einer Behandlung, die im April anfangen wird:)

Nichts geht über Putin

Als Putinversteher darf ich wohl einen solchen Artikel schreiben. Er hat gestern wirklich gezeigt, was er erreichen kann.
Die ganze Woche war schon von Reiseausfällen geplant. Einmal brannte es im Bahnhof von Passau oder die Feuerwehr hatte eine andere Form des Einsatzes, jedenfalls war der Bahnhof gesperrt und der Zuginhalt musste sich in einen pendelnden Autobus rauskotzen.
Bei der Rückfahrt gab es einen Teilflug von Hamburg nach Düsseldorf. Da darf man sich für 30 Minuten fliegen 60 Minuten anstellen – am Check-in und der Security.
Gestern allerdings hatte ich eine Verspätung von sechs Stunden, weil ich nicht die Direttissima fliegen durfte, sondern eigentlich über Brüssel oder Düsseldorf hätte fliegen sollen, um dann dieselbe Strecke auf Wien herabschauend zurück zu fliegen, um irgendwann in Belgrad zu landen.
Dort hatte Putin die angesichtliche Begegnung mit Merkel verschieben wollen, nachdem ihn die Belgrader viel freundlicher empfangen haben, als er das in Mailand erwarten durfte.
Das waren vier Stunden mehr, in der von Belgrad nichts abfliegen und auch nichts ankommen durfte.
Als ich um 23:00 endlich gelandet war, sah ich am Flughafen jede Menge Menschen, die noch auf ihre Flüge warteten. Normalerweise geht der letzte um ca 23:30 ab Belgrad. Am Fahrplan sah ich Abflugzeiten von 2:00 am.
Naja, eine Sch..Reisewoche. Aber jetzt werde ich mich ja hoffentlich 2 Wochen erholen können, wenn es da nicht noch sowas wie Arbeit gäbe.




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