Archive for the ‘Politik’ Category

Why I don’t want to visit Turkey

„An Ottoman Turkish assault in a second siege in July 1683 destroyed the town and ended in a massacre. The Turks reneged on their surrender terms after the city capitulated and the keys had been handed over. When the Viennese defense commander, Count Ernst Rüdiger von Starhemberg heard of the post-surrender destruction of Perchtoldsdorf, he decided he could not trust a similar offer from the Ottoman commander Kara Mustafa Pasha to surrender Vienna.“ [Palmer, Alan, The Decline and Fall of the Ottoman Empire, p.12, Published by Barnes & Noble Publishing, 1992. ISBN 1-56619-847-X ]
(Für deutsche Leser: to renege – Vereinbarungen nicht einhalten, leugnen. Offen gestanden kannte ich das Wort bisher nicht.)

So viel zu meiner noch immer währenden Skepsis über die Politik der Türken. (Ich halte die Haltung eines Erdogan eher für ottomanisch als die eines Nachfolgers von Kemal Atatürk.)
Was ich eigentlich schreiben wollte, vertage ich. Ich werde wütend, wenn ich an das Massaker in Perchtoldsdorf, in das ich täglich radle, denke.
Und wenn ich an „die Brücke über die Drina“ von Ivo Andric denke, wird meine Wut wieder angefacht.
Ich halte nichts von Rache, aber auch nichts von politischem Vertrauen in ein Volk, welches diplomatische Absprachen nicht einhält. So weit ist nicht einmal Hitler gegangen.

Why I don’t want to visit Turkey

„An Ottoman Turkish assault in a second siege in July 1683 destroyed the town and ended in a massacre. The Turks reneged on their surrender terms after the city capitulated and the keys had been handed over. When the Viennese defense commander, Count Ernst Rüdiger von Starhemberg heard of the post-surrender destruction of Perchtoldsdorf, he decided he could not trust a similar offer from the Ottoman commander Kara Mustafa Pasha to surrender Vienna.“ [Palmer, Alan, The Decline and Fall of the Ottoman Empire, p.12, Published by Barnes & Noble Publishing, 1992. ISBN 1-56619-847-X ]
(Für deutsche Leser: to renege – Vereinbarungen nicht einhalten, leugnen. Offen gestanden kannte ich das Wort bisher nicht.)

So viel zu meiner noch immer währenden Skepsis über die Politik der Türken. (Ich halte die Haltung eines Erdogan eher für ottomanisch als die eines Nachfolgers von Kemal Atatürk.)
Was ich eigentlich schreiben wollte, vertage ich. Ich werde wütend, wenn ich an das Massaker in Perchtoldsdorf, in das ich täglich radle, denke.
Und wenn ich an „die Brücke über die Drina“ von Ivo Andric denke, wird meine Wut wieder angefacht.
Ich halte nichts von Rache, aber auch nichts von politischem Vertrauen in ein Volk, welches diplomatische Absprachen nicht einhält. So weit ist nicht einmal Hitler gegangen.

Rohrkrepierer?

aus [ORF online]
Wie ein Sprecher des Weißen Hauses betonte, habe Obama am Montagabend (Ortszeit) mehr als zwei Stunden mit seinen wichtigsten Ministern und Sicherheitsexperten beraten, um Wege zu finden, Russland zu isolieren. Das Einfrieren der Zusammenarbeit mit Russland betreffe bilaterale Treffen und Manöver, die Zwischenstopps von Schiffen sowie militärische Planungskonferenzen, teilte das Pentagon weiter mit. Russland müsse die russischen Streitkräfte auf der Krim in ihre Stützpunkte zurückrufen und für eine Entschärfung der Krise sorgen. Die US-Streitkräfte verfolgten die Entwicklung in dem Land genau und stünden in engem Kontakt mit ihren Verbündeten, hieß es weiter. (Hervorhebung von mir)
Wer sind denn nun die Verbündeten? Janukowitsch sicher nicht. Die Rebellen? Heißt das, dass Obama sich mit den Rebellen verbündet hat?
Oder meint er seine deutschen und generell EU-Freunde, die er bespitzeln lässt und die seine Vertrauten am liebsten ficken wollen?

Na gut. An sich wäre die Androhung ja irgendwie vernünftig. Tut weh, aber es werden keine Waffen gezogen.
Wie reagiert der Kreml? (im gleichen Artikel)
Ein Kreml-Berater droht den USA wiederum mit Konsequenzen, sollten diese Sanktionen gegen Russland verhängen. Sollte etwa die Regierung in Washington die Konten russischer Geschäftsleute und anderer Personen einfrieren, werde Moskau allen Haltern von US-Staatsanleihen empfehlen, diese zu verkaufen. Damit droht der Kreml, den US-Dollar als Währungsreserve aufzugeben.
Das würde heißen, dass sich der Kreml in den Euro flüchtet. Oder auch nicht, denn die wollen Putin ja auch nicht. Wirklich nicht? Beim Geld hört vielleicht die Freundschaft mit der USA auf. Außerdem „kann ja Europa nichts dafür“, wenn der Euro gestärkt wird. Tja…
Dann gäbe es ja auch noch den Yüan. Den Chinesen gehört eh schon halb Amerika gemäß deren Auslandsschulden.

Fuck the Ukraine. Vielleicht ist es der Anlass zu einer viel tieferen Schädigung der USA, als sie es beabsichtigt haben.
Verlieren tun beide: die USA genauso wie Russland. Aber wie heißt es: die Russen sind Entbehrungen gewöhnt, die Amis nicht.

Also ich bin gespannt. Ich glaube aber, dass nichts so heiß gegessen wird, wie es angeblich gekocht wird.

Halleluja Amerika!

Joachim Fernau ist ein umstrittener Autor, der als ehemaliger Kriegsberichterstatter („sogenannter Propaganda-Offizier“) von den Gegnern oft einfach als alter Nazi hingestellt wird.
Mir ist das in den Achtzigerjahren, als ich um seine Geschichte noch nicht kannte, aus seinen Büchern nicht hervorgegangen. Ich mochte seine Art „politisch nicht korrekt“ zu sein, wobei der Begriff von „political correctness“ ja überhaupt auch erst viel später auftauchte.
Wer mehr über ihn wissen will, schaue sich einmal den Link mit den Beurteilungen an.
Fernau mochte nicht in sein.
Man mag ihn ablehnen.
Aber wie möchte man den folgenden Absatz beurteilen?
Neben der eigentlichen Geschichte Amerikas legt der Autor auch noch einige spezielle Gedanken zum Thema Kapitalismus dar. Der Begriff „Kapitalismus“ würde seiner Meinung nach gar nichts über die Verteilung der Produktionsmittel aussagen, sondern vielmehr den Übergang von der Herrschaft des Volkes in der Demokratie zur Diktatur der Hochfinanz darlegen. Diese These findet sich mittlerweile nicht nur in populärwissenschaftlichen Büchern oder Verschwörungstheorien, sondern auch in politischen Grundsatzpapieren wie dem der ATAC. Und gerade diese These ist es auch, welche das Buch auch nach den Anschlägen des 11. Septembers wieder hochbrisant macht unterstreicht die Stimmen jener Kritiker, welche den Krieg gegen das Taliban Regime als Versuch an die letzten Öl Reserven dieser Erde zu kommen und nebenbei den Opiumhandel zu unterbinden auslegen. [aus obigem Link]
So hat man das damals, als der das geschrieben hatte, in den meisten Kreisen noch nicht gesehen. Also so ganz dumm war er nicht.
Heute fällt er mir wieder ein, weil ich aufgrund der jüngsten OBL-Problematik ein Zitat ausgraben durfte, das ich auf anderen Blogs über das Thema „War OBLs Erschießung nicht ganz böse?“ einige Male schon zitiert habe. Ich habe es immer dann verwendet, wenn argumentiert wurde, dass sich ein zivilisiertes Volk doch nicht auf eine Stufe mit den Terroristen stellen dürfe.
Aber auch ohne Anlass ist und bleibt es eines meiner Lieblingszitate. Ich kann es hier nur sinngemäß zitieren, bin aber sicher, dass der Kern der Aussage vollständig enthalten ist.
DIE AMERIKANER SIND DAS EINZIGE VOLK, DAS DIE ENTWICKLUNG VON DER BARBAREI IN DIE DEKADENZ OHNE DEN UMWEG ÜBER DIE ZIVILISATION GESCHAFFT HAT.
Aus „Halleluja – die Geschichte der USA“
Autor: Joachim Fernau
Ursprüngliches Erscheinungsdatum: 1977
Preis: 7.95 € als Taschenbuchausgabe im Ullstein Verlag
ISBN Nummer: 3-548-23065-2

Rauchen

Ich lese in einer Tageszeitung, dass der Gesundheitsminister eine Aktion „scharf“ gegen Raucher und speziell gegen die Wirte ankündigt, die das Rauchen tolerieren.
Jetzt will ich nicht über die Schädlichkeit oder Unschädlichkeit des Rauchens diskutieren. Vielmehr erfasst mich eine unbändige Wut, wenn ich an die Art denke, wie die Raucherhatz durchgeführt wird.
Es ist schon eine Tatsache, dass Aktiv- und Passivrauchen das Gesundheitsrisiko erhöht.
In Russland sind (bzw. waren 1987, als ich die Statistiken las) aber z.B. das größte Problem Herzerkrankungen, weil die Ernährung so ungesund war.
In unseren Breitengraden nimmt das Burnout-Syndrom zu, und zwar signifikant im zweistelligen Zuwachsbereich.
Und irgendwie erinnert mich die Raucherhatz an die Hexenverfolgungen, bekannt durch beispielsweise Salem. Und dann gab es ja auch noch eine Phase der Prohibition, die mit relativ großem Kriminalitätsanstieg einher ging. Man könnte eine Reihe von Analogievorgängen anführen.
Beim Rauchen ist es allerdings relativ einfach, die Hybris der Politik zu erkennen. Ein kleiner Nebenschauplatz: zur Zeit werden verstärkt Korruptionsfälle behandelt. Korruption wird stärker verfolgt als bisher. Es stellt sich heraus, dass es kaum mehr Politiker der drei größten Parteien Österreichs (in den Jahren 2000 – 2008) gibt, die nicht aus Geldgeilheit sämtliche Rechtsgrundsätze verletzt haben.
Deswegen stelle ich jetzt einmal die Behauptung auf, dass die Jagd auf Raucher eine Alibiaktion ist, die überhaupt nichts mit dem Kampf um bessere Volksgesundheit zu tun hat.
Um hier ganz einfach die Situation zu verbessern, wäre es ausreichend, die Werbung fürs Rauchen zu verbieten. Speziell eine Werbung, die sich vor allem an Jugendliche und Heranwachsende richtet. (Philip Morris) Denn einen passionierten Raucher bestraft man zwar mit den derzeitigen Aktionen, man wird aber nicht verhindern, dass das Rauchen zunimmt. Wenn es weniger attraktiv wird, gibt es eine Chance, dass weniger geraucht wird.
Wenn man es verbietet, wird das Rauchen attraktiver. Alles was verboten ist, hat einen zusätzlichen Reiz.
Ich selbst leide nicht unter den Verboten. Ich rauche vielleicht zweimal in zwei Jahren. Aber ich hasse Verlogenheit, Hybris und die Geldhörigkeit unserer Politiker.

Irren ist menschlich

sagte der Igel und kletterte beschämt von der Klobürste herunter. Die Katholische Kirche kennt die Wahrheit. Möglicherweise habe ich auch etwas in diesem Ausspruch missverstanden.
Man wirft ihr oft vor, bei Kindesmissbrauch in den eigenen Reihen nicht nachhaltig genug vorgegangen zu sein.
Der Vorwurf ist ungerechtfertigt. Kindesmissbrauch wurde von ihr ganz öffentlich belohnt. So hat „Papst Johannes Paul II. den päpstlichen Ritterorden“ an einen Missbraucher verliehen, der zeit seines Lebens unbehelligt blieb. Siehe dort.
Man sieht da schon sehr deutlich, wie genau es die Kirche hier mit der Wahrheit oder der Wahrheitsfindung nimmt. Dass man ihm posthum den Adelstitel nicht mehr wegnehmen kann, ist schon ein Ding an sich. Aber hinsichtlich der Missbrauchsskandälchen fragt man sich, warum er nicht schon heilig gesprochen wurde, wenn er zu Lebzeiten im Vatikan so viel Anklang gefunden hat.

BW

Mit Interesse habe ich die Wahl verfolgt. Teilweise war das Interesse durch manche der Beiträge hier auf twoday geschürt, teilweise gab es aber noch ein Hühnchen mit den Herrschaften aus BW zu rupfen.
Ich habe nämlich einmal für eine bedeutende Firma in der Nähe Stuttgarts gearbeitet (damals 41000 Mitarbeiter, absolute Spitzenmarke) und habe die Hochnäsigkeit mancher Herrschaften kennen gelernt, die sehr gut mit dem Gebaren einiger CDU-Politiker übereinstimmt.
Im Zusammenhang mit der Atomkraftfrage fallen mir ohne Zusammenhang das Zögern Merkels anlässlich der Griechenlandkrise und anlässlich der Behandlung der Dr. zu Unrecht-Frage auf. Jede Handlung immer ein bisschen zu spät, immer mit dem Geruch nach Wahlstimmenfang behaftet und damit bar jeder Glaubwürdigkeit, die eine politische Verantwortung unterstellen könnte.
Manchmal habe ich das „Merkeltier“ (nicht von mir sondern von einigen deutschen Freunden so genannt) sogar verteidigt. Das fiele mir heute nicht mehr ein. Mir wäre ein Roboter an ihrer Stelle lieber. Den füttert man mit den Wahlstimmen, die für die jeweiligen Entscheidungen zu berechnen sind, und er trifft eine Entscheidung – schneller als es das MT kann und tut.
Insofern bin ich also mit BW jetzt sehr zufrieden.

Die Frage bleibt aber: wird sich diese Stimmung halten können oder gehen wir nach drei Monaten wieder zur Tagesordnung über.

Am Anfang des japanischen Unglücks hieß es ja noch, dass es keine Gefährdung für uns in Österreich gäbe. Wir werden uns aber noch wundern, wie sehr jenes Ereignis unser Leben noch beeinflussen wird. Mal sehen…

bleibt nicht lange

Der Link mag nur einige Zeit wirksam sein. er ist nichts für schwache Nerven. Aber man sollte das schon einmal gehört haben, entweder durch Erzählungen oder eben hier.
http://tvthek.orf.at/program/Aus-dem-Burgtheater-Die-letzten-Zeugen/8844780/Aus-dem-Burgtheater-Die-letzten-Zeugen/8843567

ich werde mir keine Freunde schaffen

Ich lese die Nachrichten über die Situation in der Ukraine und bin leicht entsetzt über die Leichtigkeit, mit der westliche Blätter von Krieg sprechen. Und natürlich auch berichten, dass die Ukraine mobilisiert.
Es wird unterstellt, (behaupte ich einmal) dass Putin seinen Herrschaftsanspruch mit Gewalt durchsetzen möchte. Meiner Meinung nach hat er das nicht notwendig. Auch jede neue ukrainische Führung wird sich einem Ölembargo oder dem Aussetzen der russischen Kredite unterwerfen müssen. Es sei denn, die EU ist imstande das dadurch entstehende wirtschaftliche Vakuum zu füllen. Da die EU da nicht besonders freigebig erscheint, scheint mir das nicht so wahrscheinlich zu sein.
Ich glaube ja, dass es zu einer Teilung der Ukraine kommen wird.

Worum es Putin aber in erster Linie zu gehen scheint, ist seine Ansprüche auf Sinferopol und den dort befindlichen Flottenstützpunkt zu sichern. Im Prinzip wäre das auch nicht so wichtig, weil mit geringeren Kosten als in Sotschi ein neuer Stützpunkt auf der russischen Küste weiter östlich errichtet werden kann. Allerdings nicht von heute auf morgen.
Dann ist die Ethnizität auf der Krim hauptsächlich russisch. Es dürfte ja kein Zufall sein, dass das Gebiet jetzt autonom ist.
Also momentan sehe ich die Aktionen von Putin durchaus als „vernünftig“ an und eher prophylaktisch als kriegsfördernd. Durch das Schaffen von Tatsachen werden möglicherweise bewaffnete Konflikte verhindert.
Dass die Ukrainer in sich selbst noch uneinig sind, d.h. unter der Opposition sehr wohl zwei sehr unterschiedliche Gruppen existieren, ist ein viel größeres Problem.
Naja, ich werde da wohl nicht viel Zustimmung erhalten. Aber wenn Zeitungen so leicht von Krieg sprechen, erinnert mich das an „die letzten Tage der Menschheit“. Da findet man das auch schon angesprochen. Und Zeitungen lieben wohl solche Schlagzeilen.

NSA und so weiter

Momentan wird da alles Mögliche geschrieben und die Zeitungen sind voll davon. Während mich die Inhalte absolut nicht überraschen, frage ich mich: von welchem wirklichen Thema soll da abgelenkt werden?
Steuern wir auf einen neuen Weltkrieg zu?
Werden jetzt gerade die Weichen gestellt, wer mit wem?
Die Überwachung hat uns ja bis jetzt nicht wehgetan. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. So, jetzt wird das als der Untergang der Welt dargestellt.
Wo kündigt sich aber der wahre Untergang an?
Sind das die diversen Mini-Revolutionen? Ist das die Ablehnung von Mursi? Sind das beginnende wirtschaftliche Schwierigkeiten in China?
Wenn mir etwas Angst machen könnte, dann wäre es jetzt die Behandlung eines überaus heiklen Themas wie das der Überwachung. Dies wird aber so gebracht, als hätte wieder einmal ein Mann seine Tochter im Keller eingesperrt und 30 Jahre missbraucht. Irgend etwas stimmt da nicht.
Was geht da vor?




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