Archive for the ‘MUSIK’ Category
Ich höre im Radio gerade Bruckners Sechste und werde stark an meinen Vater erinnert. Wie schon häufig erwähnt habe ich ja mit ihm die Bruckner-Symphonien als Kind alle vierhändig gespielt. Die Sechste war ein Liebling von mir, vor allem das Scherzo, das jetzt erst kommen wird. Bei Bruckner hat mir mein Vater bei gebracht, überall auf Melodie und Thema zu achten. Ich stelle fest, dass ich diese Symphonie schon sehr lange nicht mehr gehört habe. Schlagartig kommen mir wieder alle Themen in Erinnerung. – Wie traurig ist es, dass man heute keine Partner mehr findet, die am Vierhändigspiel von Orchestertransskriptionen Gefallen finden. Es ist so anders, die Strukturen selbst beim Spiel zu erfassen als sie einfach nur zu hören. Naja …
Ich habe zwar keine Karte für morgen, allerdings für die anderen Konzerte des Zyklus. Andras Schiff spielt alle Beethoven-Sonaten.
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Ich werde heute hingehen und auf Springerkarten hoffen. Irgendwie habe ich es noch immer geschafft, ein Konzert zu besuchen, in das ich wollte.
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Und den Anfang des heutigen Konzertes habe ich gestern bei meinem Verein gespielt: den ersten Satz der ersten Sonate von Beethoven. Opus 2/1 in f-moll. Hat Spass gemacht.
Wenn ich so Bilanz ziehe, dann gehen jetzt:
1,4,6,7,8,9,10,11,13,14,15
vom zweiten Heft sind einmal gegangen:
16,17,18,19,20,21,25,27,28,30,31,32
Doch in Wirklichkeit strebe ich mein Ziel ja erst nach meiner Pension an:)
Schubert Klaviertrio
Habe soeben eines der Schubert Klaviertrios gehört:
( http://www.youtube.com/watch?v=8AZG-hooknc )
Vor 8 Jahren hatte ich das Vergnügen, dieses mit Wr. Symphonikermitgliedern zu spielen. Der Cellist war Prof. Rehm, der damalige Solocellist.
Das Üben dafür war wie Schokolade essen. Ich kannte die Trios seit meiner Studentenzeit (rein passiv) und war glücklich, sie selbst spielen zu dürfen.
Leider sind beim Violinisten später Irritationen mit seiner Speiseröhre und Luftrühre aufgetreten und der Arzt hat ihm verboten, weiter Geige zu spielen. Das nach einer mehr als 40-jährigen Berufslaufbahn.
Ich erinnere mich jetzt daran, weil im Radio gerade dieses Trio in einer sehr schönen Interpretation lief. Jetzt gerade ist Schumann Klavierquintett dran. (Das hatte ich auch in dieser Gruppe gespielt.) Jede Menge zu üben, aber jede Minute davon zahlt sich aus.
Eine Sonate, die ich als Student (der Technik) ausgelassen habe, war opus 27/1, die dreizehnte Sonate von Beethoven.
Der erste Satz war mir zu langweilig. Die langsamen Passagen habe ich nicht verstanden. Der zweite Satz war mir zu schwer zum lesen, was ich eigenartigerweise heute überhaupt nicht mehr nachvollziehen kann. Der letzte Satz war zu virtuous und außerhalb dessen, was ich zu spielen können glaubte. Allerdings hat mich der letzte Satz immer fasziniert.
Nachdem ich jetzt die ersten vier Takte einigermaßen hin bekomme, sind auf einmal die anderen zugegebenermaßen schwierigeren Stellen nur mehr reine Übungssache.
Trotzdem werde ich jetzt nicht meine Version einstellen.
Vinnitskaya spielt die Sätze 2-4 hervorragend und Arrau zeigt, wie man den ersten Satz interpretieren kann. Ich hoffe, dass auch die Freunde in Deutschland an die Einspielungen herankommen.
1. Satz 1962 Claudio Arrau
http://www.youtube.com/watch?v=dbtF0IdYBs0
2.-4. Satz 2007 Anna Vinnitskaya
http://www.youtube.com/watch?v=fuQWWF8p9bc
Den vierten Satz zu spielen ist übrigens ein ausgesprochen lustvolles Vergnügen, was sich wohl auch beim Anhören nachvollziehen lässt.
http://www.youtube.com/watch?v=9Ht1T96xjUA
das ist jetzt der zweite Satz. Die anderen muss ich noch aus der Gesamteinspielung herauslösen. Aber damit bin ich schon recht zufrieden.
der dritte Satz:
http://www.youtube.com/watch?v=n_rWwRYPg80
Gestern habe ich in meinem Geselligkeitsverein (Freunde wissen, von welchem ich spreche) den ersten Satz der 7. Sonate von Beethoven vorgetragen.
Ich bin jetzt selbst schon recht zufrieden, nachdem ich die Sonate ungefähr schon drei Monate übe.
Aber ich war dann doch überrascht, wie begeistert die Rückmeldungen waren.
Was am meisten gezählt hat, war die Anerkennung eines Professors von der Hochschule für Musik.
Der hat anerkennend gemeint, diese Sonate spiele er nicht, sie wäre ihm zu schwer. Er ist nicht Pianist sondern Organist, spielt aber selbst auch sehr gut Klavier.
Ich freue mich schon auf meine Pension, wenn ich dann wirklich 6-8 Stunden im Tag üben kann. Vielleicht schaffe ich es dann, als Amateur alle Beethoven-Sonaten ausreichend gut spielen zu können. Das wäre durchaus ein Ziel.
Der erste Eindruck, den ich meinen LeserInnen vermitteln wollte, muss leider ein zweiter werden, denn gerade als ich meine Kamera in Verwendung nehmen wollte, stellte ich „Battery exhaustion“ fest. Laden und Filmen geht anscheinend nicht gleichzeitig.
Meine Leser werden sich ja gedacht haben, dass der erste Weg nach meiner Rückkehr zum Flügel gewesen wäre. War aber nicht so. Weil mein Flug um 5:20 weg ging, dachte ich gestern gar nicht ans Schlafen sondern feierte noch bis 2 Uhr früh meine guten Untersuchungsresultate. Als ich in Wien ankam, war ich ziemlich fix und fertig und habe zuerst einmal bis elf Uhr geschlafen.
Dann! – Dann war der erste Weg ins Wohnzimmer.
Man sieht ja nicht sehr viel Neues, wenn man nicht genauer hinsieht. Sauberer ist es, der Staubsauger steht ja auch noch im Zimmer herum.
Aber vorher hatte ich schon ein Mail mit drei Bildern bekommen, zwei davon waren „vorher“ und „nachher“ mit dem netten Nachsatz „Ich hoffe, Du freust dich.“
Ich habe mich schon bei der Ansicht der Bilder gefreut, noch mehr dann als ich den ersten Beethoven-Satz gespielt habe. Über den musikalischen Eindruck noch etwas später.
Die meisten Menschen denken bei dem Begriff (Klavier-)stimmen nur an das eigentliche Stimmen der Seiten. Sehr gute Klaviere werden nicht „gestimmt“. Ja, sie werden „auch“ gestimmt, damit die Saiten die richtige Tonhöhe haben. (Aber das ist etwas so, als würde man in Auto Benzin oder Diesel einfüllen, damit es fahren kann.) Um den Ton zu kultivieren, gibt es den Begriff des Intonierens. Dabei werden die Hämmer so bearbeitet, dass der Ton bei unterschiedlichem Anschlag eine korrespondierende Lautstärke und auch Länge hat. (Wenn der Flügel das hergibt.) Natürlich wird dabei auch geachtet, dass nebeneinander liegende Töne im Klang einander entsprechen. Nicht, dass etwa das C sehr hell ist und das D sich sehr dunkel anhört. Diese Arbeit wird vornehmlich an den Hämmern mit Intoniernadeln und noch anderen Behelfen durchgeführt. Irgendwann sind dann die Hämmer dann endgültig hinüber und werden ausgetauscht.
Es gibt noch eine dritte Haupttätigkeit, das Regulieren. Dabei wir der mechanische Abgleich der Taste eingestellt. Es gibt verschiedene Einstellmöglichkeiten, darunter auch Veränderung an den Führungen und der Einstellung der Federn, die das Repetierverhalten und den Druckpunkt bestimmen. (Das wird jetzt zu technisch, also höre ich schon wieder auf.)
Also an meinem Flügel, wurde reguliert, gestimmt und intoniert. Das Vorher-Foto zeigt, wie sich die Saiten in den Hämmern eingraben.

Dadurch werden a la long die Töne spitz, klingen heller, sind aber von der Klangstruktur immer unschöner.
Das Nachher-Foto zeigt die bearbeiteten Hämmer, die wie neu aussehen. Das Resultat des Intonierens kann man nicht sehen, nur hören.

Das Resultat des Regulierens kann man fühlen. Die Tasten fühlen sich gleichmäßiger an – und auch irgendwie anders. Es ist aber schwer, das nur dem Regulieren zuzuschreiben. Durch die Neuintonation verändert sich der Charakter des Flügels etwas. Ein guter Klaviertechniker stellt aber in der Regel den dem Flügel entsprechenden Klang ein.
Und das ist in meinem Fall ein absolut phantastischer Klang, der mich bezaubert hat, als mir Paul Badura-Skoda etwas Brahms vorgespielt hat, um ihn dann (von ihm ungeplant) mir zu verkaufen. Der Flügel klingt, wie ein Bösendorfer meiner Meinung nach klingen soll, wie er sich im Klang auch von einem Steinway oder anderen Marken absetzt. Wohlgemerkt, der Klang ist nicht für jedes Programm gleich geeignet. Jazz wird nach wie vor auf einem Steinway jazziger klingen, selbst wenn Oscar Peterson ein Bösendorfer-Fan war.
Ich muss jetzt noch etwas warten, bis die Kamera aufgeladen ist. Dann werde ich die vor einiger Zeit aufgenommene Beethoven-Sonate noch einmal aufnehmen.
Die geneigten LeserInnen können sich dann selbst ein Bild davon machen, wie groß ein Unterschied sein kann.
Er fühlt sich jetzt etwas leiser an. Aber das hängt mit dem sauberen Klangbild zusammen. Und so richtig leise ist ein 2,75-Meter Konzertflügel ja eh nicht, wenn er in einem Wohnzimmer steht. Dieser Flügel hat von 1914 bis 1923 den großen Saal des Musikvereins beschallt. Er war der Paradeflügel des Musikvereins in dieser Zeit.
Und er ist selbst heute noch ein besonderes Instrument, was besondere Pianisten in den letzten 25 Jahren immer wieder bestätigt haben. (Mitsuko Uchida wollte ihn mir ja sogar einmal abkaufen.)
Sir Simon Rattle, Berliner Philharmoniker, Mutter, Fox.
Eine 2. Mahler vom Feinsten. Allerdings patzen auch bei den Berliner Philharmonikern manchmal die Bläser. Das tat der Aufführung allerdings keinen Abbruch.
Wirklich großartig.
So hat es auch ein Kritiker empfunden:
http://derstandard.at/1369362856052/Ewig-leben-der-Berliner-wegen
