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und dann um ein Uhr noch Lust habe, etwas ganz, ganz Neues zu spielen, was ich noch nie gespielt habe, etwas Besinnliches, ohne Glamour, etwas nur für mich allein, dann entdecke ich dieses Stück und es gefällt mir auf Anhieb. Die Kadenz ist tricky, aber der Rest kommt einfach aus der Musik heraus. Das spielt sich von selbst.
Und weil ich schon beim Liszt bin, habe ich das heute entdeckt. Und wenn ich nichts getrunken habe, komme ich da sogar auf Anhieb durch. Das liegt mir. Werd‘ ich auch üben. Man gönnt sich ja sonst nichts.
So, also Satz 3 und Satz 1 sind jetzt auswendig im Kasten. Satz 2 wird nicht so schwer zu lernen sein, weil ich ihn fast im Kopf habe.
Ab heute habe ich begonnen, den Schwerpunkt auf die Schubert-Sonate zu setzen.
Da sind ja der Satz 3 und 4 ziemlich parat. Aber 1 und 2 müssen noch richtig auswendig gelernt werden. Beim 4. Satz gibt es noch ein paar Takte, die technisch herausfordernd sind.
Beim 2. Satz geht es nur darum, die Mehrstimmigkeit im Pianissimo durchzuführen.
Den 1. Satz konnte ich schon einmal auswendig, ohne ihn zu üben. Aber jetzt muss das bewusster geschehen. Dafür sind die meisten technischen Stellen schon im Kasten. (sprich Gehirnkasten bzw. Hirnkasterl)
Der Schubert muss mit der entsprechenden bereits geschehenen Vorarbeit im März bewältigbar sein. Dann bleiben April und Mai für Chopin und Borodin. Wobei ich den Chopin schon einmal auswendig konnte. Da muss ich nur die Schlusscoda auf speed trainieren.
Summa summarum: momentan schaut es noch sehr gut mit dem Zeitplan aus. Einfach ist allerdings gar nichts.
Wenn man schon fett ist, sollte man auf das Videoformat achten. Beim letzten youtube-Update muss irgendwie eine Spiegelkabinettoption eingeschaltet worden sein. Denn so lange sind meine Unterarme ja auch nicht, wie hier sichtbar.
Beethoven opus 10/3 Letzter Satz
Das ist eine Übungseinspielung, spät des Abends. Ich war schon etwas müde. Doch momentan bin ich nicht gewillt, mich drei Stunden damit abzumühen.
Es wird interessant sein, diese Aufnahme mit einer in einem Jahr oder zwei Jahren zu vergleichen.
Diese Sonate mag ich besonders gern und den letzten Satz finde ich wie einen musikalischen Scherz. Es macht Spass, ihn zu üben, auch wenn es ziemlich viel Arbeit bedeutet. Man sollte überhaupt keine Schwierigkeiten beim Anhören merken. Davon bin ich noch weit davon entfernt.
Gerade habe ich den 9. von 12 besonderen Gästen vom Flughafen abgeholt. Sie sind deswegen besonders, weil sie ein paar hundert Kilometer angereist sind, was ich als große Ehre empfinde.
Es gibt noch einiges vorzubereiten, aber momentan scheint die Sache im Griff zu sein.
Wird schon schief gehen!
P.S. Schön wäre es, wenn morgen auch noch das Wetter mit spielte.
Am besten den Text in der Beschreibung des Songs lesen.
Und einen Bonus:
Erinnern sich LeserInnen noch an meine Zeitmessungen an der Skrjabin-Etude. Heute habe ich mit Frau Steppenhund gesprochen und ihr erzählt, dass meine youtube-Aufnahme ungefähr 3 Minuten dauert. Das ist um 50% länger, als Aufnahmen von großartigen Pianisten zeigen. Ich habe ihr gesagt, dass es mir allerdings nichts mehr ausmacht, wenn ich langsamer spiele, solange es gut klingt. Sie hat das bestätigt und gemeint, dass es nicht zu überhastet klingen soll.
Heute warte ich auf ein Taxi und stelle fest, dass ich noch drei Minuten Zeit habe, bis es erwartet wird. Ausnahmsweise – das erste Mal seit damals – nehme ich mein Telefon und verwende die Stoppuhr.
Ich spiele die Etude und drücke auf Stopp. Ich bin sehr überrascht, als ich die Zeit sehe: 2 Minuten 20 Sekunden. Eine Zeit, bei der ich mich nicht sonderlich beeilt habe und alle Sprünge sauber erwischt habe.
Durch die oftmalige Wiederholung – ich spiele die Etude jeden Tag mindestens dreimal – hat sich unbemerkt eine Beschleunigung ergeben.
Irgendwann werde ich eine neue Einspielung machen. Ich bin überrascht, aber auch mit mir zufrieden. Ich bemerke, dass sich mein Klavierspiel auch bei anderen Stücken verbessert hat. Das ist einerseits merkwürdig, weil in der Etude ja nur Oktavensprünge geübt werden, andererseits scheint es mit Beharrlichkeit und der Übungstechnik zu tun zu haben.
Gar nicht schlecht. Eine nette Form von Überraschung.
Beim abendlichen Surfen habe ich diese Einspielung von Svatoslav Richter entdeckt. Einfach wunderbar. Auch so kann man (Prokofiev) Walzer komponieren.
