Archive for the ‘MUSIK’ Category
Bevor ich einschlage, geht mir einiges im Kopf herum. Wann beginne ich mit dem Niederschreiben?
Aber heute habe ich einen Entschluss gefasst: mein nächstes Konzertprogramm wird folgendes sein:
Beethoven:
opus 109 – was ich diesmal gespielt habe
opus 110
opus 111 (Beethoven hat alle drei Sonaten gleichzeitig komponiert.
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und die Chopin Ballade #4, die ich unheimlich schätze.
Ich habe heute mit dem Üben des Finale begonnen.
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Man muss ja schließlich Ziele haben.
(p.s. Auch wenn das boma nicht als so notwendig ansieht 🙂 )
Ich habe das Wort nicht ausgeschrieben. Jeder weiß, was gemeint ist. Und ich wollte auch nicht GV oder Schnackseln schreiben, denn das wären alles bereits Umgehungen.
Ich habe jetzt zweimal hintereinander!
Nein, nicht gef…! Ich habe nicht einmal meine voyeuristischen Triebe befriedigen können. Tut mir leid. Ich werd nicht geil beim Heraussingen irgendwelcher Manifeste. Auch wenn sie von Liebe und Tod und Nacht und Tag handeln.
Ich mag Gustav Kuhn. Über seine Leistungen habe ich mich schon öfters ausgesprochen positiv ausgelassen. Doch wenn er für die Regie des zweiten Aktes von Tristan und Isolde verantwortlich zeichnet, kann ich ihm nicht folgen.
Da rennen Tristan und Isolde einen Halbmarathon über die Bühne. Mehrfach stehen sie an den äussersten Ecken der Bühne, um sich dann wieder näher zu kommen. Wenn das Orchester orgiastisch anschwillt, stehen sie Seite an Seite, ungefähr einen Meter von einander getrennt und proklamieren in das Publikum hinein.
Gut, der zweite Akt ist schwierig zu inszenieren. Oder auch nicht. Die meisten Inszenierungen, die ich kenne, lassen Tristan und Isolde im Dunkel eines Waldes verschwinden. Die Musik lässt keinen Zweifel darüber, was sie dort anstellen.
Ich habe nichts am 1. oder 3. Akt auszusetzen. Doch im zweiten Akt gibt es noch zwei weitere „Ungenauigkeiten“, die mich als „Tester“ stören.
Das eine betrifft die Verwendung von Schusswaffen, obwohl es im dritten Akt ausdrücklich besungen wird, dass Tristans Wunde von Melots Schwert herrührt. Gut, das muss ja vielleicht nicht auffallen.
Das zweite betrifft das Taschenbuch, welches Brangäne zur Erbauung mit sich führt.
Die Datierung von Tristan liegt in der Zeit des König Artus. Und selbst wenn das eine Sagengestalt ist, so ist der Zeitraum mit 900 n.Chr. plus minus vielleicht 2 Jahrhunderten doch so festgelegt, dass noch nicht einmal Gutenbergs Ururgroßeltern gezeugt waren.
Es ist ja auch absolut unnotwendig unstimmige Requisiten in eine Regie einzubauen. Wieso braucht Brangäne ein Buch, wenn Gustav Kuhn selbst auf Druckwerke verzichtet und die Opern auswendig dirigiert.
Nachdem ich vor einer Woche die Premiere gesehen hatte, passte ich vor zwei Tagen auf, ob ich selbst noch so empfindlich reagieren würde.
Ja, ich war enttäuscht. Nicht von der Aufführung selbst. Die war ganz toll. Doch warum müssen schon wieder Artefakte ins Spiel gebracht werden, die nichts mit dem eigentlichen Inhalt der Oper zu tun haben.
Wahrscheinlich bin ich nur ein miesmutiger alter Griesgram. Doch für irgendwas muss es gut sein, wenn ich auf 65 zusteuere:)
Das habe ich ja schon vor einigen Tagen eingestellt.
Das ist eine, wie ich meine, musikalisch verbesserte Version.
Mal sehen, was die Fachleute dazu sagen.
Zur Zeit bin ich nicht sehr proliferativ. Oder sagen wir einmal so, ich habe so viel in beruflicher Hinsicht zu schreiben und zu studieren, dass ich wirklich ausgelaugt bin. (Dazu noch immer marode)
In einer Mail wollte ich aber ein musikalisches Beispiel bringen:
Als ich das abspielte, befiel mich die Vorstellung, dass „Heimwärts“ genau jene Melodie ist, die ich innerlich höre, wenn ich an Oberösterreich und meine Ferien dort vor langen, langen Jahren in Scharnstein denke. Ich kannte damals gar nichts von Grieg. Aber die Musik konnte ich innerlich schon irgendwie vorweg nehmen…
Fazit des heutigen Tages: es war ein wunderschöner Tag.
Es hat zwar mit einer kleinen Panne begonnen, weil ich noch um drei Uhr morgens einen Programmtext verfasst hatte, den ich dann nicht ausdrucken konnte, weil beide Drucker bei mir zu Hause nicht funktionierten.
Ich hatte aber sowieso angekündigt, dass ich begleitende Worte sprechen würde. Die waren dann für den ersten Teil zehn Minuten und für den zweiten Teil 5 Minuten. (Text im Kommentar) Die Einbegleitung wurde sehr gut aufgenommen und ebenfalls das Gespielte. Es hat mich natürlich besonders gefreut, dass der Schubert so gut angekommen ist. Während des ganzen Konzertes waren die Leute mucksmäuschenstill und konzentriert.
Die Rückmeldungen waren besonders erfreulich, weil sie nicht einfach „schön war’s“ waren.
Obwohl es ein privates „Event“ war, kamen doch 120 Verwandte und Freunde. Es wird auch einen Bericht in den lokalen Zeitschriften geben. Ist doch gar nicht so schlecht.
Das Wetter war nicht besonders, was sich beim Heurigen insofern auswirkte, als wir nicht im Garten sitzen konnte. Trotzdem war die allgemeine Laune großartig.
Es gab Spenden, die tatsächlich die Saalmiete abdecken. Mit ein bisschen PR kann ich solche Konzerte im Jahresrhythmus abhalten, wobei meine Intention ja in die Richtung geht, alle Beethoven-Sonaten aufzuführen.
Es gab einige sehr wohl begründete und verstehbare Absagen, sonst hätte ich wohl ein Zuhörerschaft von 150 Leuten gehabt. Das ist doch für „privat“ gar nicht so schlecht.
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Also, LeserInnen, bleibt mir gewogen. Vielleicht habt ihr ja Gelegenheit, beim nächsten Konzert dabei zu sein. Ich werde es sicher ankündigen.
Das habe ich ja schon vor einigen Tagen eingestellt.
Das ist eine, wie ich meine, musikalisch verbesserte Version.
Mal sehen, was die Fachleute dazu sagen.
Doch die Assoziationen scheinen in eine ganz andere Richtung zu gehen. Frei nach dem Ausspruch, wenn Brahms einmal richtig glücklich ist, komponiert er ein „deutsches“ Requiem:)
Heute wurde der Geburtstag meines Freundes gefeiert. Er ist zehn Tage älter als ich. In der roten Bar im Volkstheater traf ich seine Schwestern und Kinder und Enkelkinder und eine Reihe von Freunden. Es waren schöne Tage gestern und heute. Jetzt muss ich noch etwas arbeiten.
Vorher schmökere ich noch ein bisschen in den Blogs, freue mich darüber, dass Teresa im Bücherrätsel auch nur 6 Zitate zu erkennen glaubt und lese über erfolgreiche und nicht erfolgreiche Dating-Versuche.
Bei noemix lese ich über Shirley Goodman und häre mir „Shame“ an. Ja, ich kenne das auch, aber das hat auf mich keine Faszination ausgeübt.
Viel verwandter scheint da „Day is done“ zu sein, der heute bei Frau Frogg verlinkt ist. Ich revanchiere mich mit einem Link auf den Cello-Song.
Ich erinnere mich aber an Leonard Cohen und suche ein paar Songs heraus:
Ich will nicht meinen All-time-Liebling „Suzanne“ zum x-ten Mal referenzieren.
Ich finde eine sehr hübsche Aufnahme – wegen der Einleitung – von „Chelsea Hotel“.
http://www.youtube.com/watch?v=Xk7DOe5EGgM
Und den meisten Bezug hatte ich zum „Famous Blue Raincoat entwickelt“.
Its four in the morning, the end of december
Im writing you now just to see if youre better
New york is cold, but I like where Im living
Theres music on clinton street all through the evening.
I hear that youre building your little house deep in the desert
Youre living for nothing now, I hope youre keeping some kind of record.
Yes, and jane came by with a lock of your hair
She said that you gave it to her
That night that you planned to go clear
Did you ever go clear?
Ah, the last time we saw you you looked so much older
Your famous blue raincoat was torn at the shoulder
Youd been to the station to meet every train
And you came home without lili marlene
And you treated my woman to a flake of your life
And when she came back she was nobodys wife.
Well I see you there with the rose in your teeth
One more thin gypsy thief
Well I see janes awake —
She sends her regards.
And what can I tell you my brother, my killer
What can I possibly say?
I guess that I miss you, I guess I forgive you
Im glad you stood in my way.
If you ever come by here, for jane or for me
Your enemy is sleeping, and his woman is free.
Yes, and thanks, for the trouble you took from her eyes
I thought it was there for good so I never tried.
And jane came by with a lock of your hair
She said that you gave it to her
That night that you planned to go clear
cincerely, I. cohen
http://www.youtube.com/watch?v=6fMnF0Fvdpo
Wobei hier keinerlei Bezüge zu meinem eigenen Leben gegeben sind. Doch Text und Musik spannen eine so große Gefühlswelt auf, dass ich jedes Mal, wenn ich den Song höre, wieder zum Nachdenken veranlasst bin.
Und jetzt zum Abschluss noch ein Nick Drake. Wenn man solche Musik schreiben kann, kann man es vermutlich wirklich nicht mehr als 25 Jahre auf dieser Welt aushalten.
http://www.youtube.com/watch?v=R6zCmCIsoAE
Im Video gibt es ein herrliches Foto von Nick Drake mit einer Hasselblad;)
Erinnern sich LeserInnen noch an meine Zeitmessungen an der Skrjabin-Etude. Heute habe ich mit Frau Steppenhund gesprochen und ihr erzählt, dass meine youtube-Aufnahme ungefähr 3 Minuten dauert. Das ist um 50% länger, als Aufnahmen von großartigen Pianisten zeigen. Ich habe ihr gesagt, dass es mir allerdings nichts mehr ausmacht, wenn ich langsamer spiele, solange es gut klingt. Sie hat das bestätigt und gemeint, dass es nicht zu überhastet klingen soll.
Heute warte ich auf ein Taxi und stelle fest, dass ich noch drei Minuten Zeit habe, bis es erwartet wird. Ausnahmsweise – das erste Mal seit damals – nehme ich mein Telefon und verwende die Stoppuhr.
Ich spiele die Etude und drücke auf Stopp. Ich bin sehr überrascht, als ich die Zeit sehe: 2 Minuten 20 Sekunden. Eine Zeit, bei der ich mich nicht sonderlich beeilt habe und alle Sprünge sauber erwischt habe.
Durch die oftmalige Wiederholung – ich spiele die Etude jeden Tag mindestens dreimal – hat sich unbemerkt eine Beschleunigung ergeben.
Irgendwann werde ich eine neue Einspielung machen. Ich bin überrascht, aber auch mit mir zufrieden. Ich bemerke, dass sich mein Klavierspiel auch bei anderen Stücken verbessert hat. Das ist einerseits merkwürdig, weil in der Etude ja nur Oktavensprünge geübt werden, andererseits scheint es mit Beharrlichkeit und der Übungstechnik zu tun zu haben.
Gar nicht schlecht. Eine nette Form von Überraschung.
der 121. Und hier eine fantastische Einspielung, die man vermutlich in Deutschland wieder nicht abspielen wird dürfen.
Das dritte Klavierkonzert von Prokofiev gilt als das Schönste, obwohl man das vermutlich von jedem einzelnen sagen kann.
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Doch dazu gibt es eine Anekdote. Mein Vater hatte mir einmal eben diese Behauptung erzählt. Und eines Tage hörte ich im Radio eine Übertragung des Konzerts. Ich kannte die Musik noch nicht, erkannte aber, dass sie ziemlich sicher von Prokofiev stammen müsste. Dass die Musik ein Klavierkonzert ist, ist wohl leicht zu erkennen. Also habe ich mir „ausgerechnet“, dass es das dritte sein müsste. Und es hat gestimmt.
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Aber bei dieser Einspielung wird es wahrscheinlich heißen, dass es mir nur so gut gefällt weil die Pianistin Yuja Wang so sexy ist. In manchen Aufnahmewinkel scheint es ja, als ob sie unbekleidet spielen würde. Und sehr neckisch ist auch das Zurechtziehen des Minikleids nach dem ersten Satz, als der Dirigent sehr forschend zu ihr schaut.
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Aber ich bewundere ihre Technik, die es nicht bei Technik bewenden lässt sondern eine unheimliche Musikalität erahnen lässt. Ich halte sie für eine geeignete Nachfolgerin für Martha Argerich. In einer gewissen Weise ist sie musikalisch sehr ähnlich.
Einen unheimlichen Mitschnitt von heuer habe ich entdeckt:
Sokolov spielt Schubert, Beethoven, Rameau und Brahms
https://www.youtube.com/watch?v=_9PvX7Fj7Rg&list=RD_9PvX7Fj7Rg#t=20
Unglaublich, was er aus der Hammerklavier alles herausholt.
