Archive for the ‘MUSIK’ Category

Frühjahrsmüdigkeit

kann es ja nicht sein.
Ich übe gerade an der 30. Sonate von Beethoven. Die ist technisch nicht so schwer, wenn man von den Trillern in der 6. Variation des letzten Satzes absieht.
Es gibt Pianisten, die sie als ihre Lieblingssonate von Beethoven bezeichnen und das mit besonderen Eigenschaften der Sonate begründen.
Tatsächlich fällt mir auf, dass ich nach einer Stunde so fix und fertig bin, dass ich mich sofort erschöpft hinlege.
Also irgendwas ist da schon sehr merkwürdig.
Für Musikinteressierte: sehr interessanter Vortrag:
Andras Schiff – Vortrag in Wigmore Hall

elektronisches Klavier

Aus gegebenen Anlass und weil auch in anderen Blogs manchmal von Klavieren gesprochen wird, möchte ich hier meine jüngste Erfahrung preisgeben.
Beim Besuch einer lieben Bloggerfreundin hatte sie extra vom Nachbarn ein elektronisches Klavier ausgeborgt, auf dem ich ein bisschen herumklimperte.

Ich war sehr überrascht, dass es besser klang als meines in Belgrad. Der Preis ist bei beiden ungefähr gleich. Mein Yamaha hat mehr Spielereien elektronischer Art. Dagegen wird das Kawai spartanisch.
Das Kawai spielt sich allerdings von der Mechanik besser, das linke Pedal wirkt wesentlich natürlicher, das Wichtigste aber, der Klang, ist eindeutig überlegen.
Jetzt hatte ich in Belgrad beide Klaviere nur mit Kopfhörern ausprobiert, was eigentlich die kritischere Beobachtung sein sollte. Jetzt könnte man behaupten, dass das Kawai nur bessere Lautsprecher hat.
Aber das ist es nicht alleine. Auf dem Kawai kann (zumindest) ich einen besseren Klang erzeugen als auf dem Yamaha. Gestern hatte ich dann noch einmal die Record_Taste betätigt und mich in einiger Entfernung in den Garten gesetzt. Der Klangeindruck war durchaus überzeugend.
Es ist zwar noch immer kein Bösendorfer aber doch für einen ganz guten Einstieg geeignet. Anscheinend hat die Kooperation zwischen Steinway und Kawai (der Boston-Flügel) doch etwas gebracht, während die Yamaha-Bösendorfer-Verbindung rein finanziellen und Eigentümercharakter hat.

Wann ich mich geniere

Das ist dann der Fall, wenn ich die Neunte Mahler nicht nach wenigen Takten erkenne. Ja Mahler schon, aber welche?
(auf Ö1 gerade zu hören)

Zwischendurch (Musik)

Einen unheimlichen Mitschnitt von heuer habe ich entdeckt:
Sokolov spielt Schubert, Beethoven, Rameau und Brahms
https://www.youtube.com/watch?v=_9PvX7Fj7Rg&list=RD_9PvX7Fj7Rg#t=20
Unglaublich, was er aus der Hammerklavier alles herausholt.

Etwas anderes …

zwischendurch…
Ende Mai werde ich unter anderem diese Beethoven-Sonate aufführen. Das entsprechende Video dient mir zur Beseitigung von ein paar Fehlern.
Erste Sonate von Beethoven opus 2 Nr. 1
Wer daran interessiert ist, kann sich das ja zu Gehör führen. Man kann an den Dingern noch so lange üben, es wird immer etwas Neues übrig bleiben. Die technischen Fehler sind da nicht die ausschlaggebenden.

Eingebildet und arrogant

Ach was, ich lass es einfach so stehen…
Es gibt Zeiten, da versuche ich dieser manchmal auch berechtigten Bezichtigung entgegen zu wirken. Solche Phasen können sich auch auf mehrere Monate erstrecken.
Dann gibt es auch die Zeiten, wo es mir ziemlich egal ist, was andere Leute über mich denken. Ich muss mir quasi selbst gefallen. „Du kannst nicht der ganzen Welt und deinem Vater gefallen.“ Ist da ein sinniger Spruch. Ein paar Menschen stößt man immer vor den Kopf.

Und dann gibt es ganz andere Momente, wo ich über diese Fragestellung nicht nachdenke. Oder zumindest erst in der Reflexion. Wo ich mich einfach gut fühle, dass ich etwas kann und dass ich dann auch kein Publikum brauche. (Normalerweise agiere ich vor Publikum besser als allein, oder auch bei Tests etc. Man könnte durchaus behaupten, dass ich Auditorium benötige. Für manche Menschen gilt ja gerade das Umgekehrte.)

Jetzt stelle ich selbst relativ hohe Ansprüche an mich selbst. Vielleicht brauche ich deswegen die Bestätigung von anderen, weil ich mir selbst nicht genüge.
Ich bemerke, dass sich eine Veränderung ergeben hat. Ich kann mir selbst genügen. Zumindest manchmal. Ich merke auch, wie sehr die Qualität meines Klavierübens zugenommen hat. Wesentlich genauer und geduldiger arbeite ich jetzt an den schwierigen Passagen.
Es bewahrheitet sich eine Weisheit, die ich mir aus Aussagen meines Vaters destilliert habe: das Üben macht solange Spass, solange man das Gefühl hat, dass man sich noch selbst verbessern kann. Beim Klavier würde ich die zu erlangende Stufe damit beschreiben, dass man nicht „etwas spielen kann“ sondern dass man es so spielen kann, „wie man es gerne spielen möchte“.
In meiner Branche, dem Software-Test gibt es ein ähnliche Dualität. Verifikation und Validierung. Die Verifikation stellt fest, ob „richtig“ programmiert wurde, die Validierung stellt fest, ob „das Richtige“ programmiert wurde.
Als Beispiel stelle ich hier eine Aufnahme von Cortot, über dessen Größe es keine Diskussion gibt. Es wird allerdings behauptet, dass Cortot in der heutigen Zeit keine Chance hätte, weil er nicht durch den Filter der technischen Perfektion kommen würde, den man heute den jungen Pianisten auferlegt. Cortot war technisch ausgezeichnet, doch er war mehr auf die Musik als auf die technische Perfektion ausgerichtet.
Wenn man die untenstehende Aufnahme anhört, kann man vielleicht einen Eindruck bekommen, was Klavier „spielen“ wirklich bedeutet.

Für O und R

Ich war sehr zögerlich, die Mitschnitte meines Konzerts auf youtube zu stellen. Viel zu viele Fehler für meinen Geschmack. Das Publikum hat es trotzdem gefreut.
Das ist jetzt die zweite Einspielung. (Beethoven und Chopin bleiben außen vor, da geniere ich mich zu sehr.)
Doch wenn ich mir denn folgenden Beitrag jetzt mit einiger Distanz anhöre, gefällt er sogar mir selbst.
Alexander Borodin: Petite Suite
https://www.youtube.com/watch?v=ApxUgpwBmJ0

Etwas anderes …

zwischendurch…
Ende Mai werde ich unter anderem diese Beethoven-Sonate aufführen. Das entsprechende Video dient mir zur Beseitigung von ein paar Fehlern.
Erste Sonate von Beethoven opus 2 Nr. 1
Wer daran interessiert ist, kann sich das ja zu Gehör führen. Man kann an den Dingern noch so lange üben, es wird immer etwas Neues übrig bleiben. Die technischen Fehler sind da nicht die ausschlaggebenden.

Danke

Ich möchte mich gerne bei meinen Geburtstagsgästen bedanken. Die BloggerInnen sind hier im Vorteil, weil ich hier keine email-Adressen heraussuchen muss, wozu ich jetzt nicht komme. Sie können den Dank also schon vorher lesen:)
Es war ein gewisses Risiko dabei, den Geburtstag auf eben diese Weise zu feiern. Ich konnte nicht sicher sein, dass meine Absicht, Musik zu machen, wirklich als solche verstanden werde. Aber eure Rückmeldungen, auch manche Artikel hier im Blog, haben mir gezeigt, dass die Musik angekommen ist.
Manche von euch haben sehr schöne Worte gefunden. Es ist vielleicht auch erwähnenswert, dass selbst die Geschenke von denen, die mich vielleicht nicht so gut kennen, sehr zielsicher auf meine Person ausgerichtet waren. Da war keine Verlegenheitsgeschenk dabei, das – wie bei Kishon beschrieben – von Einladung zu Einladung weitergereicht wird.
So kann ich nur einfach danke sagen.
P.S. Vielleicht werden einige Stücke auch einmal auf youtube landen. Das kann ich heute noch nicht versprechen. Doch vielleicht gibt es auch wieder einmal neue Stücke zu hören …

Prägung

Für die Erforschung von Prägung wurde Konrad Lorenz 1973 der Nobelpreis für Medizin verliehen.
Aus Wikipedia entnehme ich, dass Lernen durch Prägung statt findet, ohne dass Belohnung oder Bestrafung eine Rolle spielen.
Im weiteren lese ich:
„Prägung ist dadurch gekennzeichnet, dass sie nur in einer bestimmten Zeitspanne stattfinden kann, die daher als sensible Lebensphase bezeichnet wird. Prägung ist also nicht nachholbar. In welchem Alter diese Phase nachweisbar ist und wie lange sie dauert, kann je nach Tierart sehr unterschiedlich sein.“
Es gibt die unterschiedlichsten Formen der Prägung, die durch das Objekt unterschieden werden. Eine musikalische Prägung wird nicht erwähnt.
Wahrscheinlich gibt es sie nicht. Und wenn es sie gäbe, wäre es verwunderlich, dass sie bei einem Menschen im Alter zwischen zehn und vierzehn Jahren stattfindet. Vielleicht muesste derjenige etwas zurückgeblieben sein. Vielleicht war ich selbst in einer gewissen Weise zurückgeblieben.
Soweit ich mich erinnern, war meine Entwicklung nicht normgerecht. Ich sprach nicht, bis ich vier war. (Heute leiden die Menschen darunter, dass ich zu viel erzähle.) Allerdings konnte ich dann schon mit viereinhalb lesen und das dann mit sechs Jahren auch ziemlich schnell. Andere Entwicklungen verliefen ähnlich. Spät begonnen und dann sehr rasch aufgeholt. Das konnte durchaus noch im Alter von 56 Jahren in manchen Disziplinen meines Berufsleben so vorkommen.
Ich schreibe diese Zeilen, weil ich mich musikalisch geprägt fühle. Gestern habe ich im Zuge einer Diskussion ein Musikstück im Internet angewählt, um eine Argumentation zu unterstreichen. Jetzt gibt es einige Komponisten und einige Werke, bei denen ich nicht abdrehen kann, wenn ich sie zufällig im Radio angedreht habe.
Das Stück, um welches es sich handelt, ist die siebente Symphonie von Sergej Prokofiev. Ich habe diese Symphonie sehr oft gehört, als sie mein Vater für einen Vortrag darüber studiert hat.
http://www.youtube.com/watch?v=mF8oTzXoyts
Die Symphonie ist grossartig, doch sie ist nicht grossartiger als viele andere Symphonien, sowohl von Prokofiev als auch die von anderen Komponisten. Für mich ist sie aber zu einem unglaublichen Ohrwurm geworden. Ich kann mir aber Unverständnis meiner LeserInnen vorstellen, die sich die Symphonie anhören und denken: ja ganz nett, aber es reißt mich nicht vom Hocker.
Für mich erweckt sie das selbe Gefühl, als würde ich eine besondere Schokolade beißen und wissen, dass ich mich nicht zurück halten müsste.
Ich kann die Ursache nicht ergründen. Daher behaupte ich, dass ich musikalisch geprägt wurde. Möglicherweise hätte jemand diese Musik verwenden können, um mich fern zu steuern.
Eines kann ich allerdings heute schon erkennen. Die Musik wurde ein Jahr vor seinem Tod geschrieben. Sie heißt „Kindersymphonie“, weil sie sich an die Jugend richtet. Und sie strahlt im letzten Satz einen unglaublichen Optimismus aus. Dieser muss verwundern, wenn man Prokofievs Kriegssonaten, Nummer 6-8 kennt. Eine unglaubliche Versöhnung lässt sich da heraus hören.
Ja mehr möchte ich dazu nichts sagen.




  • Neueste Beiträge

  • Tage mit Einträgen

    März 2026
    M D M D F S S
     1
    2345678
    9101112131415
    16171819202122
    23242526272829
    3031  
  • Was einmal war