Archive for the ‘MUSIK’ Category

Und jetzt 2

Bevor ich einschlage, geht mir einiges im Kopf herum. Wann beginne ich mit dem Niederschreiben?
Aber heute habe ich einen Entschluss gefasst: mein nächstes Konzertprogramm wird folgendes sein:
Beethoven:
opus 109 – was ich diesmal gespielt habe
opus 110
opus 111 (Beethoven hat alle drei Sonaten gleichzeitig komponiert.

und die Chopin Ballade #4, die ich unheimlich schätze.
Ich habe heute mit dem Üben des Finale begonnen.

Man muss ja schließlich Ziele haben.
(p.s. Auch wenn das boma nicht als so notwendig ansieht 🙂 )

Ein neuer Versuch

Der langsame Satz jetzt in einer Form, mit der ich mich „langsam“ identifizieren kann.
Beethoven opus 2/3 Adagio
Und für die neugierigen Fans – ich weiß, dass es da 2-3 gibt – sind hier Probeübungseinspielungen der Sätze 3 und 4.
Alles andere als perfekt. Der 4. Satz hat noch einige schwere Lücken, doch der Spirit ist zumindest bereits da:)
Beethoven opus 2/3 Satz 3 und 4
Aufgenommen am 2.2.2014 (gerade von Serbien zurückgekommen und drei Stunden vor der Reise nach Bulgarien…)

nur mehr ein Tag

Gerade habe ich den 9. von 12 besonderen Gästen vom Flughafen abgeholt. Sie sind deswegen besonders, weil sie ein paar hundert Kilometer angereist sind, was ich als große Ehre empfinde.
Es gibt noch einiges vorzubereiten, aber momentan scheint die Sache im Griff zu sein.
Wird schon schief gehen!
P.S. Schön wäre es, wenn morgen auch noch das Wetter mit spielte.

Rausgeschmissenes Geld

Heute war ich in der Stadt ein paar Bücher kaufen. Ich wusste, was ich wollte und möglicherweise habe ich ein paar Exemplare zu viel gekauft. Ich habe die Eigenschaft, ein Buch, welches mir gefällt, gleich mehrfach zu verschenken. Das passt ja oft, weil meine Freunde und Verwandten ja ähnliche Interessen haben, sonst wären sie ja nicht meine Freunde:)
Dann ist mir aber eingefallen, dass ich mir selbst auch etwas schenken könnte, nachdem ich schon in der Nähe einer sehr berühmten Musikhandlung, nämlich Doblinger war. (Dorotheer Gasse, vom Graben abgehend)
Warum kaufe ich mir Noten, wenn ich sie schon vom Internet herunter geladen habe?
Den Skrjabin spiele ich sowieso auswendig. Aber jetzt habe ich mir alle Etüden gekauft. Da sind noch ein paar andere dabei, die mich interessieren und sogar(!) spielbar erscheinen.
Dann gab es noch den Richard Strauss. Ich fragte nach der ersten Sonate und mir wurde ein Heft vorgelegt „Früher Richard Strauss“. Da gab es auch eine Sonate #1, doch es war nicht die Sonate #1, die ich kannte. Die gab es dann als Einzelheft, allerdings weiß ich nicht, wie da die Nummernzählung funktioniert. Denn es heißt ganz eindeutig: 1. Sonate, opus 5. Die hat er schon mit 16 Jahren geschrieben, also ist es schwer vorstellbar, dass es da noch opussierte Jugendwerke davor gibt, die auch mit Sonate betitelt sind.
Ja, und dann habe ich mir noch den gesammelten Beethoven bestellt, obwohl ich die Sonaten ja in dreifacher, bzw. vierfacher Ausführung habe. 72 € für etwas, was ich schon habe? Und geliefert bekomme ich es auch erst später.
Naja, den Geheimrat gibt es ja bei uns auch mindestens in dreifacher Ausführung. (gesammelt, alle Werke, am liebsten habe ich den Dünndruck, der von meinem Vater stammt.)
Aber von jungfräulichen Noten zu spielen hat auch etwas für sich. Ich habe zwar nie im Leben mit einer Jungfrau geschlafen, aber ich liebe es, vom Blatt zu spielen. Und neue Noten können ein bisschen etwas von dem Eindruck vermitteln.
Wie heißt es doch: Musik ist der Sex des Alters. Da scheint etwas dran zu sein.
P.S: Und von den Noten, die ich im Geschäft gesehen habe, gibt es eindeutig sympathische und unsympathische Notenbilder. D.h. bei manchen kann ich die Musik direkt hören, bei anderen ist sie unvorstellbar, wenn man nur auf die Noten schaut.

Fischers Fritz fischt usw.

Jeder kennt Zungenbrecher.
Das gibt es auch am Klavier. Ich kämpfe gerade mit zwei Takten einer Variation von Beethoven.
Technisch gesehen sind diese Takte alles andere als schwer. Gut, jeder Ton steht für sich innerhalb einer Fuge, das ganze ist vierstimmig.
Ich kann die Stelle weder im Kopf auswendig noch mechanisch. Sie will einfach nicht hinein. Ich könnte die Noten aufschreiben. D. h. ich kann sie ganz langsam nachempfinden. Doch ich kann sie nicht langsam spielen. Vielleicht muss ich es noch langsamer angehen.
Wahrscheinlich wird es morgen (bzw. heute am Tag) kein Problem mehr sein. Aber mich fasziniert das „Zungenbrecherische“ an der Stelle. Man könnte ja auch sagen: Kontrapunkt vom Feinsten und Modernsten.
Die Stelle:



vorher und nachher:

Wenn schon denn schon

Wenn man schon fett ist, sollte man auf das Videoformat achten. Beim letzten youtube-Update muss irgendwie eine Spiegelkabinettoption eingeschaltet worden sein. Denn so lange sind meine Unterarme ja auch nicht, wie hier sichtbar.
Beethoven opus 10/3 Letzter Satz
Das ist eine Übungseinspielung, spät des Abends. Ich war schon etwas müde. Doch momentan bin ich nicht gewillt, mich drei Stunden damit abzumühen.
Es wird interessant sein, diese Aufnahme mit einer in einem Jahr oder zwei Jahren zu vergleichen.
Diese Sonate mag ich besonders gern und den letzten Satz finde ich wie einen musikalischen Scherz. Es macht Spass, ihn zu üben, auch wenn es ziemlich viel Arbeit bedeutet. Man sollte überhaupt keine Schwierigkeiten beim Anhören merken. Davon bin ich noch weit davon entfernt.

für mich

90/1 Das erste, was ich von den schweren für mich geübt habe. Ich wollte es spielen können. Faszination: die Triolen wie beim Erlkönig, die dreistimmigen Stellen, die Sprünge, eine Seite, in der nur das Thema variiert wird. Einmal eine professionelle Klavierstunde gehabt, in der zwanzig Minuten nur auf den ersten Akkord mit den leeren Oktaven drauf gegangen sind.
90/2 Eines, das ich erst jetzt geübt habe. Als Kind war ich eifersüchtig, weil es mein Schulfreund zum Konzert spielen durfte. Ohne Üben war es mir immer zu schwer. Eigentlich ein ziemlich leidenschaftliches Stück.
90/3 6 b. Eine Unmöglichkeit es zu lesen. Noch unmöglicher, es so zu spielen, wie ich es mir vorstelle. Mittlerweile gefällt mir meine Interpretation besser als jede andere. Die Begleitung pianissimost und die Melodie fließend. Es geht immer besser.
90/4 Ein faszinierendes Stück wegen der Repetitionen. Habe mich sehr lange geplagt, dann verhudelt, jetzt wird es langsam wieder exakter, nachdem ich mir ein paar Einspielungen angehört habe und verstehe, wie die Profis mit den schwierigen Stellen umgehen. Den Mittelteil habe ich immer als Teststück für einen Flügel genommen: wie gut ist die Mechanik? Gelingt es die Begleitakkorde vollkommen gleichmäßig im Pianissimo zu erwischen?
142/1 Kann ich noch fast gar nicht. Ist für mich ein echtes Übungsstück, dass ich erst spielen kann, wenn ich bestimmte Passagen wirklich minutiös eingeübt haben werde. Allerdings habe ich bei diesem Stück einmal eine japanische Pianistin beraten, die das Stück rein mechanisch herunter gespielt hat und überhaupt nichts vom Dialog im B-Teil begriffen hat.
142/2 Eigentlich ein leichtes. Spiele ich schon lange und immer wieder. Es ist das Stück, bei dem ich nur einen Gedanken habe: Schweben. Und es ist das Stück, dass ich im Ohr hatte, als ich Das Ende ist mein Anfang angesehen habe.
142/3 Eines meiner Lieblinge, die mein Vater häufig gespielt hat. Ich konnte das schon früher einmal mit schlampigen Läufen spielen. Mittlerweile über ich die Läufe, dafür treten die Schwierigkeiten woanders auf. Aber das krieg ich hin. Technisch gar nicht so schwer, aber ich merke, wie es mich anstrengt, wenn ich es übe.
142/4 Dasjenige, woran ich gerade intensiv übe und beim Üben auch belohnt werde. Manche Läufe gehen schon fast so, wie sie gehen sollen. (Allerdings nur wenn ich aufpasse, sie gehen noch nicht „im Schlaf“.) Das Stück, für das ich schon einmal fürstlich bezahlt wurde.
Vorbereitungen für Juni 2011

Das Buch ruht

Das Üben fordert mich derart, dass ich kaum Energie fürs Buch aufbringe. Eigentlich sollte ich ein schlechtes Gewissen haben, doch merkwürdigerweise komme ich damit sehr gut zurecht.
Aber das Üben ist echt anstrengend.

Zufrieden, froh, glücklich

Doch die Assoziationen scheinen in eine ganz andere Richtung zu gehen. Frei nach dem Ausspruch, wenn Brahms einmal richtig glücklich ist, komponiert er ein „deutsches“ Requiem:)
Heute wurde der Geburtstag meines Freundes gefeiert. Er ist zehn Tage älter als ich. In der roten Bar im Volkstheater traf ich seine Schwestern und Kinder und Enkelkinder und eine Reihe von Freunden. Es waren schöne Tage gestern und heute. Jetzt muss ich noch etwas arbeiten.
Vorher schmökere ich noch ein bisschen in den Blogs, freue mich darüber, dass Teresa im Bücherrätsel auch nur 6 Zitate zu erkennen glaubt und lese über erfolgreiche und nicht erfolgreiche Dating-Versuche.
Bei noemix lese ich über Shirley Goodman und häre mir „Shame“ an. Ja, ich kenne das auch, aber das hat auf mich keine Faszination ausgeübt.
Viel verwandter scheint da „Day is done“ zu sein, der heute bei Frau Frogg verlinkt ist. Ich revanchiere mich mit einem Link auf den Cello-Song.
Ich erinnere mich aber an Leonard Cohen und suche ein paar Songs heraus:
Ich will nicht meinen All-time-Liebling „Suzanne“ zum x-ten Mal referenzieren.
Ich finde eine sehr hübsche Aufnahme – wegen der Einleitung – von „Chelsea Hotel“.
http://www.youtube.com/watch?v=Xk7DOe5EGgM
Und den meisten Bezug hatte ich zum „Famous Blue Raincoat entwickelt“.
Its four in the morning, the end of december
Im writing you now just to see if youre better
New york is cold, but I like where Im living
Theres music on clinton street all through the evening.
I hear that youre building your little house deep in the desert
Youre living for nothing now, I hope youre keeping some kind of record.
Yes, and jane came by with a lock of your hair
She said that you gave it to her
That night that you planned to go clear
Did you ever go clear?
Ah, the last time we saw you you looked so much older
Your famous blue raincoat was torn at the shoulder
Youd been to the station to meet every train
And you came home without lili marlene
And you treated my woman to a flake of your life
And when she came back she was nobodys wife.
Well I see you there with the rose in your teeth
One more thin gypsy thief
Well I see janes awake —
She sends her regards.
And what can I tell you my brother, my killer
What can I possibly say?
I guess that I miss you, I guess I forgive you
Im glad you stood in my way.
If you ever come by here, for jane or for me
Your enemy is sleeping, and his woman is free.
Yes, and thanks, for the trouble you took from her eyes
I thought it was there for good so I never tried.
And jane came by with a lock of your hair
She said that you gave it to her
That night that you planned to go clear
cincerely, I. cohen
http://www.youtube.com/watch?v=6fMnF0Fvdpo
Wobei hier keinerlei Bezüge zu meinem eigenen Leben gegeben sind. Doch Text und Musik spannen eine so große Gefühlswelt auf, dass ich jedes Mal, wenn ich den Song höre, wieder zum Nachdenken veranlasst bin.
Und jetzt zum Abschluss noch ein Nick Drake. Wenn man solche Musik schreiben kann, kann man es vermutlich wirklich nicht mehr als 25 Jahre auf dieser Welt aushalten.
http://www.youtube.com/watch?v=R6zCmCIsoAE
Im Video gibt es ein herrliches Foto von Nick Drake mit einer Hasselblad;)

Keine Frauen in der Musik

Die bei ConAlma aufgeworfene Frage hat heute bei mir zu einer spontanen Kausalitätsüberlegung in einem ganz anderen Bereich geführt. KittyKoma schreibt, dass Männer immer überrascht sind, wenn sie sich als Science-Fiction-interessiert outet. Anscheinend lesen viel weniger Frauen Science-Fiction als Männer.

Ich bringe nun diese beiden Themen zusammen. Vielleicht sind Frauen realitätsbezogener. Sie träumen nicht von der Zukunft. Vielmehr scheint es Trend zu sein, „das Leben im Jetzt“ zu verfraulichen.
Wenn man nun überlegt, dass die meisten klassischen, E- oder sonstwie etablierten Altmusiker erst nach ihrem Abkratzen berühmt wurden, könnte man schließen, dass Musik einen Traum des Komponisten erfüllt. Und es geht um Träume der Zukunft.

Sic.

Nachtrag: und keiner von denen, die erst später berühmt wurden, konnte sich vorstellen, dass ihn seine Mitmenschen einfach nicht verstehen konnten.




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