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1961
[In Anlehnung an Wiederworte schreibe ich meine eigenen Bedeutungen für das Jahr 1961] hier nieder.
Als ich 1961 als Jahreszahl las, war mir klar, dass dies ein besonderes Jahr in meinem Leben gewesen war. Doch beim Nachrechnen von vorne – also von meiner Geburt weg – war es mir plötzlich nicht mehr so klar. Wann war ich nach Wien gekommen? 1956 oder 1957? Umgekehrt war es leichter zu rechnen. Ich habe 1969 maturiert, also bin ich 1968 in die achte Klasse gekommen. Zwangsläufig war dann 1961 das Jahr, in dem ich ins Gymnasium gekommen bin.
Und das ist wirklich das Jahr, das ich für bemerkenswert halte. Aus unterschiedlichen Gründen, von denen viele mit der Schule zu tun hatten. Eigentlich waren es sogar zwei Schulen. Das Gymnasium und die Musikschule, die ich in dem Jahr zu besuchen begann.
Wien war für mich 1961 keine schlechte Umgebung. Wir wohnten in fünf Minuten Entfernung vom Wertheimstein-Park, wo ich viel Zeit verbrachte. Am Fuße der „Hohen Warte“, war im Sommer auch das Freibad ein Daueraufenthaltsplatz. An den Wochenenden spazierten unsere Eltern mit uns Kindern im Wienerwald. Wir fuhren mit dem Autobus auf den Kahlenberg und spazierten dann gemütlich den Berg mit mehr oder weniger Umwegen herunter. Manchmal kamen wir durch Grinzing, manchmal durch Sievering, und es gab Zeiten, wo meine Mutter Schnitzeln mitgenommen hatte und wir gemeinsam dann bei einem Heurigen einkehrten, die damals noch lange nicht den Restaurant-Charakter von heute hatten. Es gab ausschließlich den selbstangebauten Wein oder einen Almdudler. Bier oder Coca-Cola hätte man vergebens bestellt.
Auf diesen Spaziergängen unterhielt sich mein Vater mit mir, während meine Mutter mit meiner Schwester sprach. Waren Freunde meiner Eltern mit, gesellte ich mich zu den „Herren“ und lauschte aufmerksam, was sie besprachen. Ich muss hinzufügen, dass mein Vater ein ausgezeichneter Unterhalter war. Belesen, mit Lebenserfahrung, leidenschaftlicher Musiker erzählte er unzählige Geschichten, die manchmal von seiner eigenen Wahrnehmung so stark geprägt waren, dass sie nicht unbedingt eine „objektive“ Wahrheit berichteten. Doch von Struktur und Spannung waren sie für mich ein Fundus an Wissen. Außerdem konnte ich meinen Vater fast alles fragen.
Es ist eine besondere Vergünstigung, wenn man in so einem Elternhaus aufwachsen kann. Dann wird auch die Schule zu einem Vergnügen. Schule war interessant. Als Schüler war ich gut genug, dass man mir meine Lebhaftigkeit und Tratscherei verzieh, weil man wusste, dass ich alles haargenau aufnahm. Obwohl ich also zu den besten zählte, war es für mich nicht selbstverständlich, ob ich die Aufnahmeprüfung ins Gymnasium schaffen würde. Da gab es so etwas wie eine gewisse Aufgeregtheit, denn das war eine „erste“ Prüfung, bei der es um etwas ging. Es wird nicht überraschen, dass die Prüfung letztlich sehr leicht ausfiel. Trotzdem haben damals nicht alle die Aufnahmsprüfung geschafft.
Wenn ich heute lese, dass die Gesamtschule so gut sein soll, weil die sozialen Kontakte nicht zerreißen würden, dann wohnen zwei Seelen in meiner Brust. Einerseits verstehe ich das Argument recht gut. Schließlich sind unsere eigenen Kinder in die Waldorfschule gegangen, wo in den ersten acht Jahren ja sogar der Klassenlehrer der gleiche bleiben soll. Andererseits kann ich mich an den Stolz und die Neugier erinnern, mit der ich den ersten Tag in die neue Schule ging. Es war aufregend. Neue Lehrer, die sich jede Stunde abwechselten, und das Gefühl, jetzt endlich in der „wirklichen“ Schule zu sein, wo man etwas lernen würde. Etwas Neues.
Meine Schule gab es noch gar nicht. Das bedeutet, dass es sie als Organisationsform und Institution gab, aber die Schule selbst nicht existierte. Nicht als Gebäude mit Schulklassen, ohne Hausmeister, ohne Turnsäle, ohne Adresse. Die Schule war zur Untermiete an verschiedenen anderen Schulen. Mein erstes Schuljahr verbrachte ich in der Krottenbachstraße, was eigentlich die Realschule war. (Realschule in Österreich entspricht nicht der Realschule in Deutschland, sondern ist nur ein bisschen weniger sprachorientiert als das Gymnasium.)
Erst einige Jahre später, wurde die Schule gebaut, in die ich ging. Sie war dann natürlich eine moderne Schule mit guten Räumen und Fussballplatz und hellen Korridoren. Sie war auch ein bisschen verschrieen, weil die Finanzierung dieser Schule möglicherweise durch Elternbeiträge gefördert wurde, welche nicht ganz freiwillig erbracht wurden. Trotzdem wurde dieser Schule kein Maturaskandal angehängt, obwohl man sie das „Samesianum“ nach dem Namen des Gründungsdirektors bespitznamte.
Es gibt vieles über dieses erste Schuljahr zu berichten. Was mir bis heute in Erinnerung geblieben ist, war die neugierige Frage: wer wird der Klassenvorstand sein. Die Freundin meiner Mutter hatte einen Sohn, der schon zwei Jahre in diese Schule ging. Als ich ihm sagte, wer mein Klassenvorstand war, meinte er „hart aber gerecht“. Damit konnte ich leben. Jenen Lehrer, man sagte damals aber Professor, habe ich die meiste Zeit sehr verehrt, ja vielleicht geliebt. Ich litt dann unter der ungerechten Behandlung, die er einem Mitschüler angedeihen ließ. In der Maturazeitung rächte ich mich dann mit einem Artikel, in dem ich dieses Fehlverhalten Revue passieren ließ, was das Verhältnis zwischen uns naturgemäß trübte. Leider ist er gestorben, bevor wir unsere Maturafeiern wieder zu feiern pflegten.
Vollkommen neu war der im Gymnasium gepflegte Brauch des Buchhandels. Die Schüler der höheren Klassen kamen mit ihren Schulbüchern, die sie verkauften. In der ersten Klasse musste man sich alles erst einmal erwerben. Auch meine Eltern sahen es gerne, dass sie nichts neu kaufen mussten. So war der „Antiquariatshandel“ in den ersten Schultagen noch gesellschaftlich höher angesehen, als hätte man die Bücher von der Schülerlade beziehen müssen. Ich glaube, dass damals meine Lust geweckt wurde, Bücher zu kaufen. Auch heute darf ich mich nicht in ein Antiquariat trauen. Ich komme nicht ohne Bücher um mindestens 100€ oder mindestens 10kg heraus. Es gibt einfach zu viel schöne Bücher.
Und die Schulbücher empfand ich als schön.
Ein hervorstechendes Erlebnis in meinem ersten Gymnasiumsjahr war der Umstand, dass ich fast von der Schule geflogen wäre. Die Begleitumstände waren etwas sonderbar. Wir hatten einen Deutschprofessor, dessen Stunden durch eine eigenartige Einteilung bestimmt waren. Mindestens dreißig Minuten bis manchmal bis zur ganzen Unterrichtsstunde gingen dafür auf, dass die ausgeteilten Strafen eingesammelt wurden. Dafür gab es einen Strafenaufschreiber, der Buch führen musste. Allfälliges Tratschen, Unaufmerksamkeit oder was auch immer wurde mit „zwei Seiten“, „Nacherzählung“, „eine Seite“ in trockenem Ton kommentiert. Hatte jemand seine Strafarbeit nicht gemacht, gab es einen Zinsaufschlag. Dadurch kam es zu einem regelrechten Handel mit dem Strafaufschreiber. „Geh, nimm mich erst am Schluss!“ Dann bestand die Chance, dass die Liste gar nicht erst ganz abgearbeitet werden konnte.
Irgendwann hatte es mich erwischt und faul wie ich war, hatte ich die Strafe nicht vorrätig. Zinsaufschlag. Beim zweiten oder dritten Versäumnis gab es dann die Unterschrift der Eltern zu erbringen. Nachdem ich zweimal erfolgreich, wie ich glaubte, die Unterschrift meines Vaters gefälscht hatte, gab es eine Vorladung. Mit dem Vater vor dem Direktor. Ich war zwar ein guter Schüler, doch der Direktor polterte herum und drohte, mich von der Schule entfernen zu lassen. Dass da ja nicht noch etwas passieren würde. In dem mittleren Trimester bekam ich eine Drei in Betragen, was so ziemlich die schlimmste Note diesbezüglich ist.
Jetzt kommt aber der Treppenwitz der Geschichte. In der sechsten Klasse erlitt jener Deutschprofessor einen Schlaganfall mitten in einer Unterrichtsstunde bei uns. Mit sechszehn Jahren waren wir aber verständig genug, rasch zu reagieren und er konnte zumindest unmittelbar noch aufgefangen werden. Als er dann ein Jahr später starb, erfuhren wir von unserem Klassenvorstand, dass wir seine Lieblingsklasse gewesen waren. Und ich sei sein Lieblingsschüler gewesen. Im Zuge des Fasthinauswurfs mutet das schon etwas sonderbar an.
Geschadet hat mir diese Geschichte nicht. Ich hatte zwar in der ersten Klasse Gymnasium keinen Vorzug. Den hatte ich dann allerdings in allen anderen Klassen bis zum 1.0-Maturaschnitt. Die Betragensnote blieb aber konstant auf zwei. Ich wurde auch nie als Streber apostrophiert. Kurz nach der Geschichte lernte ich aber meinen langjährig besten Schulfreund näher kennen und dieser hatte einen extrem guten Einfluss auf mich. Aus guter Bürgerfamilie stammend, besaß er eine elektrische Eisenbahn, (Märklin) dich mich magisch anzog. Außerdem nahm er Klavierstunden – in der Musikschule. Das war nun auch der Anlass, dass meine Eltern mich dort unterzubringen versuchten. Das war schließlich viel billiger als die einzel bezahlten Klavierstunden, bei einer Lehrerin, die mir sowieso nichts beibringen konnte. In der Musikschule lernte ich meinen Lehrer für die nächsten acht Jahre kennen, über den ich gesondert schreiben möchte. Hier möchte ich ihn nur als wundervollen Musiker, Musiktheoretiker, Musikliebhaber und Komponist einführen.
Zu Ende des Schuljahres 1961-1962 war ich etabliert. Die Unbillen des zweiten Trimesters waren überstanden. Ich hatte in meinem ersten Schülerkonzert gespielt. Und ich hatte einen folgenschweren Entschluss gefasst: ich würde kein Pianist werden. Als ich nämlich am Konservatorium auf einem echten Bösendorfer spielen durfte und nicht den Klang hervorbringen konnte, den ich sonst im Radio im Ohr hatte, schloss ich, dass ich nicht ausreichend begabt dafür war. Wenn ich nicht den Klang erzeugen konnte, den ich innerlich hörte, war das professionelle Klavierspiel nicht meine Berufung.
Als ich viel, viel später in meinem Leben mit Bösendorfer beruflich in Berührung kam, bekam ich Komplimente über meinen Anschlag. Trotzdem habe ich die Entscheidung, die ich damals traf, nie bereut.
Jetzt gibt es in meinem Umfeld ja viele Menschen, die auch ihm Jahr 1961 einiges Bemerkenswertes erlebt haben. So war meine Schwester als Austauschstudentin in Amerika und die Geschenke, die sie uns und mir nach Wien schickte, haben damals erstmalig etwas von amerikanischem „Kulturgut“ anklingen lassen. 1961 war das Jahr des J.F. Kennedy, der mir – obwohl sehr unpolitisch – Eindruck machte. Das Treffen zwischen Kennedy und Chrustschov machte mir großen Eindruck, auch wenn dieser vielleicht eher meine snobistische Ader förderte. Einmal wollte ich auch ins Imperial-Hotel. Ja, das habe ich viel später noch oft geschafft. Interviews mit Fritz Gulda wollte dieser am liebsten im Imperial_Cafe abgehalten haben. Und eine Bösendorfer-Verkaufskonferenz mit allen Händlern (ca. 160 weltweit) hielten wir im Imperial ab.
Und so schließe ich das Jahr 1961 mit einer quintessentiellen Zusammenfassung meines Innenlebens. Ich glaube, damals wurde meine Haltung geprägt: „ich will auch …“ Und seither versuche ich diese Haltung zu reduzieren. Es ist mir recht gut gelungen, weil ich heute sagen kann „ich habe einmal …“ Auf diese Weise bin ich jetzt mit so vielem zufrieden, dass mir Leute vorwerfen, dass ich zuwenig an die Zukunft denke. Für all die kann ich nur sagen, dass ich eine bestimmte Resignation schon früher hatte. Dann gab es wieder etwas, was mich beisterte, und das Hamsterrad fing sich von neuem an zu drehen.
Aber es ist schön, dankbar und zufrieden sein zu können.
http://www.youtube.com/watch?v=MrYcRzN91eE
Einfach ansehen!
Nicht so neu für mich. Doch der Vortrag ist sehr anschaulich. Vielleicht kann er denen helfen, die dem _Glück_ nachjagen. Hier könnte man es finden.
http://flashfabrica.com/f_learning/brain/brain.html
1) Auf Start drücken
2 Einen 3-2-1 countdown abwarten
3) Die Positionen der Ziffern merken
4) dann die Kreise in der richtigen Reihenfolge klicken, von der kleinsten bis zur größten Ziffer.
Dann fängt neuer Countdown an. (ca 7-8 Mal)
Anschließen erscheint das Gehirn-Alter in der Anzeige:)
Ich bin heute früh auf 26 gekommen.
Damit fühle ich mich elitär!!!
Bereite mich gerade auf den Rückflug nach Wien in zwei Stunden vor. Das war ein Kurztrip mit 4 Besprechungen, die gar nicht so schlecht verlaufen sind, selbst wenn das Geschäft erst in ferner Ferne winkt.
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Ich stelle bei mir eine gewisse Gelassenheit fest, die mich überrascht und erfreut. Der Zeitraster ist hier anders. Es scheint aber so, dass ich das abwarten kann. Und in Wien habe ich mehr als genug zu tun.
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Einen kleinen Zusatzvorteil hatte die Reise: ich war beim Friseur und konnte mir um 6 €, Haare schneiden und Bart rasieren lassen. Außerdem bekam ich noch eine klassische Rasur, etwas was man ihn Wien kaum mehr bekommt und noch viel schwerer bezahlen kann.
Das Ergebnis ist das neue Profilbild:)
Nachtrag: ach sch… aufs Profilbild. Das dauert mir zu lange, die entsprechende Einstellung zu suchen. Hier ist das Bild, einmal reicht ja:)
Nach den ersten dreißig Spielminuten sind zwei Dinge festzustellen: „SimCity“ hat sich seit dem ersten Teil 1989 stark weiterentwickelt und, wie eh und jeh sollte man vor jeder begonnenen Partie sicherstellen, dass man die nächsten 24 Stunden nichts anderes vor hat. Städte bauen macht auch heute noch süchtig.
Dieses Zitat stammt aus dem unten verlinkten Artikel des http://orf.at.
Diese Sucht habe ich in den Neunzigerjahren kennengelernt. Simcity war dabei allerdings weniger gefährlich als Civilization, bei dem ein Spiel ca. 60 Stunden gedauert hat, wenn man auf einen High-Score hingearbeitet hat. Obwohl man unter bestimmten Bedingungen das Spiel auch in einer halben Stunde gewinnen konnte – durch Auslöschung sämtlicher fremder Zivilisationen, war es für mich interessanter, den High-Score zu erforschen. Bei Civilization-II gab es einen Softwarefehler, der verhinderte, dass ein High-Score von 300% erreicht werden konnte. Kurz vorher nahm die Umweltverschschmutzung derartige Ausmaße an, dass man nur mehr mit Beseitigung beschäftigt war. Irgendwann fingen dann die Pole zu schmelzen an. Die globale Erwärmung trocknete einst fruchtbare Gebiete aus und die größten Städte fingen an zu verhungern.
Civilization habe ich noch in den späteren Generationen weiter verfolgt. Civ-V habe ich mir gekauft und einmal gespielt, dann war der Anreiz vorbei. Vergleichsweise langsamer, weil schöner, war die Übersicht nicht mehr so klar gegeben, obwohl das hexagonale Landmuster schon eine nette Neuerung war.
Am meisten stieß mich aber ab, dass ohne bestehende Online-Verbindung nicht mehr gespielt werden konnte. Ein Lizenzserver („Steam“) musste im Zugriff stehen. Wenn das allein nicht schon ein Hindernis darstellt, so war der Umstand, dass vom Steam-Server einmal Kundendaten gehackt wurden, recht abschreckend.
Im Standard ist nun die neueste Version von SimCity beschrieben-
http://derstandard.at/1343744915943/SimCity-Die-Staedtesimulation-realistischer-denn-je
Was mich überrascht und gleichzeitig erfreut hat, war die Ablehnung einiger Forenteilnehmer, welche den Online-Zwang des Spieles bekrittelten. Darüber hinaus habe ich das erste Mal den Ausdruck „pay2win“ gelesen. Der besagt ungefähr Folgendes: um sich im Spiel Vorteile zu verschaffen, kann man sich die virtuelle Währung einkaufen. Die ist sicher nicht so teuer, aber stellt für Spielsüchtige laufende Kosten dar, die sich beim Spielen anhäufen.
Ich würde sagen, jetzt hat endlich das Rauschgift seinen digitalen Einzug gefunden. Das bestimmte Spiele addiktives Verhalten auslösen, war mir nicht nur bekannt sondern ich habe es auch bereits als Verbesserungsmöglichkeit für interaktives Lernen gesehen. Die Form, die ich jetzt bei SimCity – nicht, dass das das erste Spiel mit diesem Modus wäre – gesehen habe, beleuchtet eine neue Form des organisierten Verbrechens. Cyberkriminalität spielt sich ja gewöhnlich auf anderen Schauplätzen ab. Doch analog zum normalen Glückspiel, welches für den Normalspieler ja nicht kriminell ist, sind die Hintergründe in den verschiedenen Glückspielzentren in der Regel im Bereich des organisierten Verbrechens anzusiedeln.
Nebenbemerkung:
In Österreich haben wir mit den Casinos Austria einen staatlich monopolisierten Glückspielbetriebe. Da kann man nicht unbedingt von Verbrechen sprechen. Ein bisschen schlechtes Gewissen haben sie ja schon, wenn sie gemeinsam mit Novomatic als Geldgeber für den Verein der Anonymen Spieler auftreten. Dagegen ist allerdings wirklich nichts zu sagen.
Die Casinos Austria sind aber auch einer der wesentlichen Geldgeber für das Olympische Komitee. Ihr oberster Boss war auch einmal mein oberster Boss, der es sich an der Spitze einer der größten Versicherungen stehend – noch „verbessert“ hat. In Österreich ist gerade einer der Spitzenfunktionäre des olympischen Komitees zu fünf Jahren Gefängnis (noch nicht rechtskräftig) verurteilt werden, weil er Millionen der Gelder, die für Sportförderung gedacht waren, unterschlagen hat. Als kleine Nebenspitze darf bemerkt werden, dass Österreich heuer keine einzige Medaille gemacht hat. (Was ich selbst nicht besonders schlimm finde, vierte und fünfte Plätze in Disziplinen, die fast nicht gefördert werden, sind fast mehr wert.)
nicht wahr haben wollen.
Es klingt so, als wäre es Maschinenstürmerei. Doch ich stimme hundertprozentig zu. Und ich füge ein Analogbeispiel hinzu: wenn man eine Firma führt, gibt es eine Verteilung von Fremdkapital zu Eigenkapital. Wenn das Fremdkapital überwiegt, ist man anfälliger gegenüber wirtschaftlichen Störungen. Bei den Banken hat es sich gezeigt, dass die Finanzspekulation genau das zusätzlich fördert. (Hebelwirkungen bei den Optionen)
Im Text steht ein wesentlicher Satz: es ist notwendig, selbst ein Grundwissen zu haben, um die elektronisch angebotenen Informationen vorfiltern zu können. Wenn freiwillig auf dieses Vorwissen verzichtet wird, ist der Informationsgewinn aus dem Internet viel zu klein, weil einen die Menge an Information erschlägt.
Ich befürchte, dass wir aber tatsächlich einem Gesellschaftsmodell zustreben, welches im Film „Idiocracy“ beschrieben ist.
Der Artikel: hier.
http://www.facebook.com/photo.php?fbid=3580097629305&set=a.3580081188894.2136653.1479112525&type=3&theater
ich trinke auch wieder einmal ein Bier.
Über das sich selbst zu wichtig nehmen:
ich bekenne, dass ich mich selbst zu wichtig nehme. Allerdings mittlerweile auf eine Art, die selbstironisierend funktioniert. Die Überzeugung, dass ich einmal weltberühmt sein werde, ist noch da, aber ich tue eigentlich nichts mehr dafür, damit sie wahr wird. Auch der Wunsch oder das Streben danach hat aufgehört. (Übrigens geniere ich mich nicht dafür. Kleist hat unter diesem Syndrom so sehr gelitten, dass er sich selbst umgebracht hat. Ich aber lebe noch:)
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Früher habe ich von meinen Kommentaren Kopien gespeichert, um es einem allfälligen Biographen die Arbeit zu erleichtern. Das mache ich schon lange nicht mehr. Ich stelle fest, dass ich mich in manchen meiner Kommentare wiederhole. Sie sind nicht mehr, als die Niederschrift eines Gesprächs, von dem nur eine Seite gesehen wird.
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Aber es amüsiert mich, – angesichts des nicht vorhandenen Datenschutzs – daran zu denken, wie einmal das Internet nach übrig gebliebenen Statements durchforstet werden würde, um irgendetwas über mich zu erfahren.
Dieses Amüsement erfreut mich und beruhigt mich auch. Die Zeit des Nachrennens ist vorbei. Viel gelassener lasse ich jetzt die Dinge auf mich zukommen. Leider sind meine literarischen Fähigkeiten nicht ausreichend, um ein Buch wie „Hundert Jahre Gelassenheit“ verfassen zu können.
Für meine Großeltern mütterlicherseits und die Schwester meines Vaters waren die Vorgänge im Garten lebensbestimmend.
Ich freue mich, dass meine Frau in der Pension und meine Schwiegertochter genauso viel Freude an der Gartenarbeit haben und jetzt absolut gestalterisch unterwegs sind.
Und der neue Kirschbaum mit Herzkirschen, der sich von selbst gepflanzt – und das am richtigen Ort – hat, sieht vielversprechend aus.
Wunderschön sind die einzelnen Plätzchen geworden.
Es wird allerhand zum Ernten geben.
Wunderbar!
In 45 Minuten habe ich einen wichtigen Termin. Ich bin soweit vorbereitet und schaue noch schnell meine Mails nach. Darunter sind auch Verständigungen, wo sich irgendetwas am Blog getan hat.
Einige Personen sind bemüht, die Wogen zu glätten. Dabei sieht es so aus, dass sie sowohl meinen Kontrahenten als auch mich zu schätzen scheinen.
Das ist eine ungute Situation, in die ich selbst sehr ungerne gerate. Ich gehöre auch nicht zu den Personen, die von vornherein gerne streiten. Zumindest suche ich dann einen Kompromiss.
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Und dann gibt es die Situation, in der sich der Kontrahent absolut im Recht fühlt und dann noch immer verbal aushaut, wenn er sich friedlich zu geben scheint. Vielleicht sieht der Kontrahent mich genauso und damit geraten wir in eine Pattsituation, aus der es kein Entrinnen gibt.
Ich habe ja den Eindruck, dass ihn das Wort Lynchjustiz sehr stark getroffen haben muss. Wenn jemand Zivildienst macht, steht er wohl gerade dann physischer Gewalt und Selbstjustiz nicht besonders freundlich gegenüber. Dafür entschuldige ich mich gerne. Von verschiedenen Bemerkungen her entnehme ich aber, dass er umgekehrt überhaupt nichts sieht, was er falsch gemacht haben könnte. Es war alles nur grober Humor.
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„Kreuzweise“ an einen vermutlich Unbekannten richten, ist grober Humor. Irgendwie hänge ich mich daran auf. Ich hätte meinen früheren Eintrag schon längst vom Netz genommen, wenn mir nicht sinngemäß der Spruch von Maria Ebner von Eschenbach so eingebrannt wäre. „Wenn der Klügere immer nachgibt, ist es kein Wunder, dass die Welt von den Dummen regiert wird.“
Damit will ich nicht sagen, dass mein Kontrahent dumm ist. Aber er schätzt mich als dumm ein. Da bin ich eigen. Es macht mir nichts aus, wenn mich jemand dumm schimpft oder mir eine dumme Verhaltensweise vorhält, wenn derjenige selbst ein besseres Beispiel abgibt.
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Aber so? Ich lasse meinen Beitrag noch stehen. Vielleicht bin ich im Unrecht damit, doch ich kann in meinen Behauptungen nichts erkennen, was ich als falsch zugeben wollte.
Und nachdem es bei uns nicht zu einem blutigen Konflikt a la Nahost oder ehemals Irland kommen wird, scheinen die Differenzen offen zu bleiben. Frieden? Eher ein Waffenstillstand. Die Welt ist ja groß genug, um sich aus dem Weg zu gehen.
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P.S. Manchmal bin ich darin auch richtig konsequent. Als G.W.Bush den 2. Iraqkrieg begann, sagte ich meine Teilnahme an einer Konferenz in Amerika ab. Das war auch gleichzeitig mit dem Verlust von 2000 US$ verbunden, die ich sonst kassiert hätte. Meine einzige politische Entscheidung, die ich trotz persönlichen Nachteils traf. Würde ich heute wieder so machen.
Aber nach Berlin würde ich mich schon zu fahren trauen…
